Nährwertkennzeichnung

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Nährwert-Information („Big Seven“) auf der Verpackung eines Müslis

Unter Nährwertkennzeichnung versteht man die Angabe des durchschnittlichen Nährwerts auf Lebensmittelverpackungen. Ihre Angabe erfolgt in den Mitgliedsstaaten der EU, und somit auch z. B. in Deutschland, bis zum 14. Dezember 2016 in der Regel freiwillig; verpflichtend ist eine standardisierte Kennzeichnung (siehe Abbildung) allerdings immer dann, wenn das Produkt nährwertbezogene Angaben enthält oder Werbung damit gemacht wird. Man findet sie inzwischen auf fast allen verpackten Lebensmitteln. Die Nährwertkennzeichnung muss in der Form der „Big Seven“ aufgebracht werden – und zwar auch, wenn sie freiwillig genannt werden. Grundlage ist die „Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel“. Ab dem 14. Dezember 2016 ist die Nährwertkennzeichnung für alle verpackten und lose verkauften Lebensmittel verpflichtend – mit einigen Ausnahmen.[1] Die Nährwertkennzeichnung ist integraler Bestandteil der Lebensmittel-Informationsverordnung.

Umfang und Gestaltung der Nährwertkennzeichnung[Bearbeiten]

Die Nährwertkennzeichnung ist bislang noch freiwillig. Nur wenn ein Hersteller darauf hinweist, dass sein Produkt besondere Nährwerteigenschaften hat, dann muss er auch angeben, welche Nährwerte im Produkt enthalten sind. Trotzdem werden auf vielen Lebensmitteln bereits die sogenannten „Big Seven“ angegeben (jeweils pro 100 g bzw. 100 ml):

Vitamine und andere Nährwerte (z. B. Ballaststoffe, Mineralstoffe) müssen dann zusätzlich angegeben werden, wenn sie auf der Verpackung herausgestellt werden.

Pflichtangaben müssen mindestens in 1,2 mm großer Schrift – bezogen auf das kleine „x“ – gedruckt werden.

In den USA müssen trans-Fettsäuren, welche unter anderen durch die Fetthärtung hergestellt werden, gesondert gekennzeichnet werden, in einigen Staaten (z. B. Dänemark und Kalifornien) sind trans-Fettsäuren in Lebensmitteln verboten. Die Angaben der Nährwertkennzeichnung sind Durchschnittswerte und unterliegen gewissen natürlichen und produktionsbedingten Schwankungen.

Rechtliches zum Thema Nährwertkennzeichnung[Bearbeiten]

Nährwert- und gesundheitsbezogene Aussagen unterliegen der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 (Health Claims) (Health-claims-Verordnung).[2] Gemäß dieser „Gesundheitsbehauptungen-Verordnung“ dürfen diese Angaben nur verwendet werden, wenn sie in einer Positiv-Liste der EU vermerkt sind. Die Liste enthält derzeit 222 gesundheitsbezogene Aussagen, die von der EFSA geprüft und für zutreffend zugelassen wurden. (VO 432/2012)[3]

Beispiel: Roggen-Ballaststoffe „tragen zu einer normalen Darm-Funktion bei“, wenn das verzehrsfertige Lebensmittel einen hohen Ballaststoffgehalt (= mind. 6 g Ballaststoffe pro 100 g) aufweist.

Ausnahmen von der Nährwertkennzeichnung[Bearbeiten]

Ausnahmen von der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung sind in der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 im Anhang V aufgeführt. Besondere Bedeutung hat hierbei der Absatz Nr.19 für Direktvermarkter und Kleinproduzenten wie Handwerksbetriebe, Hofläden, Kleinunternehmer, Markthändler etc. Ihre Erzeugnisse sind von der Nährwertkennzeichnungspflicht ausgenommen.

Zitat:ANHANG V - LEBENSMITTEL, DIE VON DER VERPFLICHTENDEN NÄHRWERTDEKLARATION AUSGENOMMEN SIND (...) 19. "Lebensmittel, einschließlich handwerklich hergestellter Lebensmittel, die direkt in kleinen Mengen von Erzeugnissen durch den Hersteller an den Endverbraucher oder an lokale Einzelhandelsgeschäfte abgegeben werden, die die Erzeugnisse unmittelbar an den Endverbraucher abgeben."

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. VERORDNUNG (EU) Nr. 1169/2011 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 25. Oktober 2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel (LMIV)
  2. VERORDNUNG (EG) NR. 1924/2006 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 20. Dezember 2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel, in der Fassung vom 12. Juni 2013.
  3. VERORDNUNG (EU) Nr. 432/2012 DER KOMMISSION vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern – Liste aller zugelassen Health claims

Literatur[Bearbeiten]

  •  Friedrich Senser, Heimo Scherz, Eva Kirchhoff (Hrsg.): Der kleine 'Souci-Fachmann-Kraut'. Lebensmitteltabelle für die Praxis. Stuttgart 2004, ISBN 3-8047-2037-4.
  •  Wolfgang Voit, Markus Grube: Lebensmittelinformationsverordnung,. Kommentar. München 2013, ISBN 978-3-406-64741-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nährwertkennzeichnung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien