Nörtershausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Nörtershausen
Nörtershausen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Nörtershausen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 14′ N, 7° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Rhein-Mosel
Höhe: 365 m ü. NHN
Fläche: 5,66 km2
Einwohner: 1106 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56283
Vorwahlen: 02605 / 06742
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 219
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 44
56330 Kobern-Gondorf
Webpräsenz: www.noertershausen.de
Ortsbürgermeister: Paul Kreber (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Nörtershausen im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte
Nörtershausen

Nörtershausen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel an, die ihren Verwaltungssitz in Kobern-Gondorf hat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nörtershausen liegt auf einem Höhenrücken des Vorderhunsrücks (auch Moselhunsrück genannt), im Hinterland der Burg Thurant bei Alken an der Mosel. Zu dem Ort gehören die Höfe Wildenbungert und Bauhof. Der Ortsteil Pfaffenheck liegt östlich, ca. 2 km entfernt, an der Hunsrückhöhenstraße B 327. Fast parallel zu der Bundesstraße verläuft hier die Autobahn A 61. In der Gemarkung von Paffenheck entspringen der Aspeler Bach, der in Niederfell- und der Alkener Bach, der in Alken in die Mosel mündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Nörtershausen erfolgte am 20. April 1324. Katharina von Brodenheim, Witwe des Ritters Heinrich zu Ehrenberg, stiftete ein Haus und stellte die Kapelle zu Nörtershausen wieder her. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Nörtershausen mehreren Herrschaften, die Rechte an - und Einkünfte von verschiedenen Höfen hatten. Das St. Simeonstift zu Trier und die verschiedenen Herren der Ehrenburg erscheinen in den Lehens- und Pachturkunden besonders häufig.

Der Ortsteil Pfaffenheck wurde erstmals am 1. Mai 1343 urkundlich erwähnt. Ein Waldstück mit dem Namen Pfaffenheck wird als ursprünglich kirchlicher Besitz ausgewiesen. Nach diversen Verlehnungen und Verfügungsrechtsänderungen schlossen die Gemeindeleute von Nörtershausen mit den Stiftsherren von Mayen einen Pachtvertrag über die Nutzung der Pfaffenheck.

Seit dem späten Mittelalter gehörte Nörtershausen zum Amt Alken der Propstei Münstermaifeld, bzw. dem kurtrierischen Oberamt Münstermaifeld. Lehens- und Schutzrechte an Nörtershausen sind sowohl von Kurtrier als auch Kurköln für das 15. und 16. Jahrhundert überliefert.

In der napoleonischen Zeit ab Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Ort Teil der Mairie Niederfell im Canton Boppard. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Nörtershausen eine zur Bürgermeisterei Brodenbach gehörende Gemeinde im damals neu gebildeten Kreis St. Goar. Ende der 1960er Jahre wurden in einer Verwaltungsreform Amt und Kreis aufgelöst. Nörtershausen wurde als eigenständige Gemeinde der Verbandsgemeinde Untermosel im Landkreis Mayen-Koblenz zugeordnet, die 2014 aufgelöst wurde.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Nörtershausen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 161
1835 255
1871 308
1905 388
1939 423
Jahr Einwohner
1950 483
1961 478
1970 548
1987 788
2005 1.144

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Nörtershausen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl CDU FWG Gesamt
2014 7 9 16 Sitze
2009 7 9 16 Sitze
2004 9 7 16 Sitze

Gesellschaftliche Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nörtershausen war bisher zweimal Ausrichter des von der Rhein-Zeitung und der Königsbacher Brauerei initiierten Zischke-Festes im Oktober 2004 und Oktober 2005.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch "Ehrenfriedhof" genannte Grabstätte von fast 150, bei den Kämpfen um Pfaffenheck im März 1945 umgekommener Zivilisten und Soldaten. Bis 1956/57 ein Massengrab, geschmückt mit großem Birkenkreuz und Stahlhelm unmittelbar neben der Hunsrückhöhenstraße. Seit 20. November 1957 ein Reihenfriedhof mit Steinkreuzen und eisernen Namens- bzw. Identifikationsplatten. Zwischen 1958 und 1965 erfolgten weitere Zubettungen von benachbarten Friedhöfen und Feldgräbern. Ein Großteil der Bestatteten waren Angehörige der 6. SS-Gebirgs-Division „Nord“. In den 1980er und 1990er Jahren kam es daher oft zu Debatten und von Polizeieinsätzen begleiteten Protesten gegen die Anwesenheit von SS-Traditionsverbänden an Totengedenktagen. Auf einer Steinmauer im Eingangsbereich liest man die Namen der Bestatteten (soweit erkennungstechnisch möglich gewesen) und die Namen der zwischen 1939 und 1945 Gefallenen und Vermissten aus Pfaffenheck. An zentraler, beherrschender Stelle steht ein hohes Steinkreuzdenkmal.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährliche Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antoniuskirmes in Nörtershausen am Wochenende um den Namenstag des Hl. Antonius (17. Januar).
  • Möhnenumzug und Sitzung am Schwerdonnerstag.
  • Floriansfest der Freiwilligen Feuerwehr Nörtershausen am Muttertagswochenende.
  • Martinsumzüge: Freitags in Pfaffenheck mit anschließendem „Debbekoche-Essen“ im Dorfgemeinschaftshaus, samstags in Nörtershausen mit anschließendem Martinsabend im Gemeindesaal.
  • Kirmes in Pfaffenheck am ersten Wochenende im Mai.
  • Spielfest des SSV 81 in Pfaffenheck an und im Dorfgemeinschaftshaus am letzten Wochenende in den Sommerferien.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Schmitt, Udenhausen, Nörtershausen und Pfaffenheck, Bopparder Beiträge zur Heimatkunde Band 5, Boppard 1966

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nörtershausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen