Nörvenich

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nörvenich
Nörvenich
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nörvenich hervorgehoben
Koordinaten: 50° 48′ N, 6° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Düren
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 66,21 km²
Einwohner: 10.552 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 159 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52388
Vorwahlen: 02426, 02235, 02421
Kfz-Kennzeichen: DN, JÜL, MON, SLE
Gemeindeschlüssel: 05 3 58 052
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstr. 25
52388 Nörvenich
Webpräsenz: www.noervenich.de
Bürgermeister: Timo Czech (CDU)
Lage der Gemeinde Nörvenich im Kreis Düren
Kreis Düren Nordrhein-Westfalen Rhein-Erft-Kreis Kreis Euskirchen Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Stadt Aachen Städteregion Aachen Belgien Heimbach Kreuzau Nideggen Vettweiß Düren Jülich Langerwehe Titz Merzenich Aldenhoven Hürtgenwald Nörvenich Inden Niederzier LinnichKarte
Über dieses Bild
Ortsplan von Nörvenich

Nörvenich ist eine Gemeinde im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Die Gemeinde Nörvenich bezeichnet sich selbst als Kleine Gemeinde mit großem Herz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nörvenich liegt in der Zülpicher Börde. Sie wird von Südwest nach Nordost vom Neffelbach durchflossen.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Nörvenich liegt eines der größten Braunkohle-Vorkommen Deutschlands, das Isweiler Feld, mit 1,396 Milliarden m³ die größte noch unerschlossene Lagerstätte des Rheinischen Reviers.[2][3][4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Nörvenich grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn von Norden beginnend): Kerpen, Erftstadt (beide im Rhein-Erft-Kreis), Vettweiß, Kreuzau, Düren und Merzenich.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nörvenich besteht aus 14 Ortsteilen mit dem Hauptort Nörvenich (3917 Einwohner am 31. Dezember 2015), die sich 1969 beziehungsweise durch das Köln-Gesetz 1975 zusammenschlossen.

Hinzu kommt der ehemalige Ortsteil Alt-Oberbolheim.

Das Rathaus

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spuren der Bandkeramischen Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Nörvenich wurde eine Dechselklinge aus Amphibolit bzw. Grünschiefer aus der bandkeramischen Zeit gefunden, die 31 cm lang ist. Eine weitere Klinge aus Miel ist 45 cm lang. Sie ist die wahrscheinlich größte Klinge in Mitteleuropa, die Nörvenicher die zweitgrößte. Vieles spricht dafür, dass es sich nicht um ein Werkzeug handelte, sondern um ein Prestigeobjekt.[5]

Kelten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 2000 v. Chr. siedelten im Raum Nörvenich Kelten. Aus dieser Zeit wurden im Jahr 2015 in einem Neubaugebiet an der Zülpicher Straße bei Ausgrabungen Urnen gefunden. Ortsnamen mit der Endung „(n)ich“ gelten als keltischen Ursprungs. Die Kelten legten auch die ersten Wege an, die später von den Römern für ihre Zwecke genutzt werden konnten.

Ubier und Römer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von etwa 50 v. Chr. bis 450 n. Chr. siedelten im Raum Nörvenich die Ubier. Cäsar hatte 58 bis 51 v. Chr. die Eburonen vernichtet und den Ubiern aus dem rechtsrheinischen Lahn-Taunus-Gebiet hier Siedlungsland angeboten. Sie siedelten sich dann linksrheinisch, auch im hiesigen Raum, an (ca. 38 bis 19 v. Chr.). Angrenzend an den heutigen Ort wurde ein römischer vicus ausgemacht (→ Vicus Nörvenich).

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festungsplan Nörvenich

Die mittelalterliche Festungsanlage „Noruenich“, Ersterwähnung 1028, ist vermutlich aus einem römischen Kastell hervorgegangen, welches in den Zeiten der ersten Einfalle germanischer Stämme im 3. oder 4. Jahrhundert angelegt wurde. Derartige mit Wall und Graben umgebene Bollwerke wurden an besonders geeigneten und zweckmäßigen Orten erstellt. Sie sollten auf der linken Rheinseite dem Ansturm der Barbaren entgegengestellt werden, gleichzeitig aber auch der Bevölkerung Schutz bieten. Sie mussten dem Gelände angepasst werden, um ein schnelles Ausrücken der Truppen nicht zu erschweren. (Ammianus Marcellinus). Hier in Nörvenich diente die Anlage dem Schutz des alten Vicus „Norboniacum“, der großen römischen Ansiedlung an der Römerstraße oder Heerweg an der heutigen B 477 rechts von der Fliegerhorsteinfahrt (etwa), sowie der Überwachung der Heer- und Handelsstraßen.

Die Größe des Nörvenicher Bollwerks betrug 616 m in der Länge und 308 m in der Breite (Vegetius), für uns seltsame Zahlen, die aber den klassischen Maßen derartiger römischer Anlagen von 1000 x 2000 griechischer Fuß entspricht. Als Größenvergleich mag das im Jahre 9 n.Chr angelegte Bopparder Castell dienen, das eine Länge von 308 m und eine Breite von 154 m hatte. Die römische Form der Nörvenicher Anlage ist heute noch erkennbar. Die ausgeworfenen Spitzgräben betrugen noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts an einigen Stellen 4 m in der Tiefe und 16 m in der Breite. Die Wallhöhe je nach Lage 5 bis 7 m.

Bei dieser Anlage muss besonders auf die mittelalterlichen Wehr- und Brandgassen hingewiesen werden. Diese Gassen führten vom Marktplatz und den Durchgangsstraßen zu den Wällen. Die Gassen sind z.T. heute noch vorhanden. Zum Ostwall führte die Gasse „An der Vikarie“, in welche um 1830 die alte Schule (An der Vikarie 1) quer eingebaut wurde. Die zweite Gasse zum Ostwall ist die heutige „Vogelgasse“. Die dritte Gasse führte vom Marktplatz zum Ostwall, da, wo heute die Neffeltalapotheke Marktplatz 7 ist. Diese Gasse war die „Hölzjesgasse“, weil sie kurz vor dem Wall durch ein Gehölz führte. Dies wird bestätigt 1982 beim Aushub des Kellers beim Hausbau Am Wallgraben 20. Dort wurden Stegpflöcke, Muschelschalen und Scherben in 2–3 m Tiefe gefunden. Die Bodenformation ergab, dass das Haus genau im alten Wassergraben gebaut wurde.

Von der Zülpicher Straße führte eine Wehr- und Brandgasse gegenüber der Kirchgasse nach dem Haus Bell, Zülpicher Straße 20, zum Westwall. Eine zweite Gasse führte vom Marktplatz ausgehend zwischen dem Haus Marktplatz 2 (altes Kloster) und dem Haus Marktplatz 4 (Arzt Gerd Fritzlar) zum Westwall (heutiger Kindergarten „St. Medardus“).

Die dritte Gasse verlief von der Bahnhofstraße zwischen den Häusern Müllermeister und Becker, Bahnhofstraße 7 und 9 ebenfalls zum Westwall. Noch in den kriegerischen Ereignissen des 16. Jahrhunderts war die ganze Befestigungsanlage voll funktionsfähig.[6]

Im Burgpark liegen zwischen dem Ehrenmal und der Grundschule ein mit alten Bäumen bewachsener Hügelzug, der in Richtung Neffeltal im „Kockelsberg“ seine höchste Erhebung hat. Dieser Hügel ist der letzte noch erhaltene Teil der alten Umwallung. Er wurde im Jahre 1904 von dem damaligen Burgbesitzer durchschnitten, um eine Ausfahrt zu der Straße nach Düren (Bahnhofstraße) zu gewinnen. Bei der Öffnung der Durchfahrt wurde eine Tonvase zutage gefördert, die in Formgebung, Profil und Verzierung in die Zeit der Bandkeramiker verwies, in der Zeit um 3000 v. Chr. Ob das Alter der Vase mit dem Alter des Hügels in Einklang gebracht werden kann? Im Jahre 1967 wurde diese Durchfahrt auf Veranlassung des Landeskonservators Jung wieder aufgefüllt.

Um das Jahr 1300 ließ der neue Landesherr, der Graf von Jülich Gerhard V. (1241-1328), von Reinhard von Vlatten, Amtmann zu Düren und Nörvenich, und Wilhelm Etges, Rentmeister zu Nörvenich, zwei Festungstore in den Wall- und Grabenring einbauen.[7] Diese Tore, auf der Höhe der Gymnicher Burg/Einmündung Straße Am Wallgraben/Burgstraße und am Köppchen in der heutigen Zülpicher Straße Toreinfahrt Haus 38/alte Schule Hirtstraße 28, mit Innenmaßen von 10x10m und einer Mauerstärke von 2m reichten mit ihren Fundamenten tief in den Schwemmsand. Die Fundamente wurden im Jahre 1967 gefunden, ausgemessen und fotografiert.

Über einen Knüppeldamm, der den Toren vorgelagert war, war das Vorfeld Nörvenichs zu erreichen. Hier bot sich einem Angreifer der stärkste Widerstand. Die Tore sind vermutlich bei der Belagerung Nörvenichs und der anschließenden Einnahme und Brandschatzung durch die Truppen des französischen Generals, des Marschalls von Luxemburg François-Henri de Montmorency-Luxembourg (1628-1695) im Jahre 1678 zerstört und als Steinbruch genutzt worden. Auf der ganzen Strecke zwischen dem Festungstor in der Höhe der Gymnicher Burg (heute Schloss Nörvenich), also Burgstraße und dem Marktplatz, wurden unter der heutigen Burgstraße sehr viele Hufeisen aus dem Schwemmsand zutage gefördert.

Die Funde bestätigen eine frühere Vermutung, wonach diese Burgstraße im Hochmittelalter von starken Reiterverbänden viel benutzt worden ist. Alle Hufeisen stammten aus der Zeit um 1000-1400 n. Chr. (Oberingenieur Haubrock, Randerath) Die Westseite Nörvenichs war durch vorgelagerte übergreifende Wälle und Gräben und die auf dem Kockelsberg unterhaltene ständige Wache gesichert, die den Schlagbaum, den „Grindel“ unter Aufsicht hatte.[8] In Zeiten der Gefahr wurde hier die Zufahrtsstraße (heute Bahnhofstraße) abgegraben, so dass das Wasser des vor dem Walle liegenden Kappusweihers die Abgrabung der Straße auffüllte. Die übergreifenden Wälle waren noch im Anfang dieses Jahrhunderts auf der Wiese neben dem Gut Gymnichshof, Bahnhofstraße 13, von Laufenberg und der gegenüberliegenden Grundschule erkennbar. Der Wall wurde bis auf den erhaltenen Rest in den 1830er Jahren abgetragen. Dem Damm war an der Außenseite des Dorfes ein ca. 7 m tiefer und 12 m breiter Graben vorgelagert. Dieser Graben umschloss wie der Wall das ganze Dorf. Seine Form als Spitzgraben wies auf den römischen Ursprung hin. Der Graben zog sich vom Kockelsberg ausgehend den Ostteil schützend (sichtbarer Rest im Garten der Pfarrei) in südlicher Richtung an der Harff’schen Burg vorbei bis kurz vor den heutigen Annahof bzw. Obere Mühle, wo er im Wiesengelände des Gutes Trompeterhof, Leunissen, noch deutlich erkennbar ist (mittlerweile aufgefüllt). Bis zu dieser Stelle war der Graben mit Wasser gefüllt. Als tiefer und breiter Trockengraben verlief er an der südlichen und westlichen Seite des Dorfes, wo er im Garten des Gymnichshof, von Laufenberg in seiner ganzen Breite noch erhalten ist, leider heute überbaut. An der südwestlichen Ecke: Heute Josef-Pütz-Straße/Jakob-Breidkopff-Straße stand ein Wachturm, nur durch spezielle Luftbilder erkennbar. Als zusätzlicher Schutz der Wall-ülpicherund Grabenanlage diente beiderseits der heutigen Burgstraße im Neffeltal das Jobberath, eine versumpfte Baum- und Strauchwildnis und weiter bis an der Harff’schen Burg vorbei das morastige Neffeltal.

An der Süd-Westseite befand sich als weiterer Schutz noch der wilde Hag. Bei der Wall- und Grabenanlage, dem Jobberath und sumpfigen Neffeltal wird auf das Bild von Renier Roidkin Bezug genommen, etwa 1730. Alte Urkunden geben über Wall und Graben noch Auskunft.[9] Den Hag, im Volksmund „die Haag“ als Schutzwehr der West- und Südseite des Dorfes dem Trockengraben vorgelagert, befand sich zwischen der heutigen Jakob-Breidkopff-Straße/Rathausstraße und den rückwärts liegenden Häusern der Bahnhof- und Zülpicher Straße in einer Breite von ca. 40m. Das Wort Hag kommt aus dem althochdeutschen Hiac und bedeutet Dornengestrüpp, Gebüsch, Einfriedung, besonders aber das Finstere, Düstere und Unheimliche bezeichnend. Um beutemachende Gegner abwehren zu können, wurden junge Bäume angeschnitten und umgebogen. Zwischen die in großer Anzahl herauswachsenden jungen Triebe wurden Brombeer- und Dornsträucher gepflanzt. So bildeten diese Hecken Befestigungen, durch die man nicht gehen und sehen konnte. (Cäsar 11,17,4). Bis zum Jahre 1800 war niemals gerodet worden. Im Jahre 1857 wurde der Hag vom Grundeigentümer, der Gemeinde Nörvenich, an die Anlieger in der Bahnhof- und Zülpicher Straße verkauft. Der Hag hatte als Wehr- bzw. Festungsschutz-Anlage ausgedient.

Das Unglück: Einer der Holzfäller wurde von einem der niederstürzenden Bäumen erschlagen. Bei dem Erschlagenem handelte es sich um den letzten Gerber von Nörvenich, der in der Nähe seinen Gewerbebetrieb hatte. (Überlieferung von Josef Mohr, Nörvenich). In Verkennung der historischen Bedeutung für Nörvenich wurde der Rest des Alten Grabens, parallel westlich zu heutigen Straße: Am Wallgraben, der „Füllsweiher“ (Docksee und Juppsee) im Jahre 1964 zugeschüttet. Über den Alten Wall wird in einem alten Grundbuch berichtet, welches sich im Kölner Mauritiuskloster befindet.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Altertum hieß der Ort Norboniacum,[10][11] wie z. B. Jülich=Juliacum oder Zülpich=Tolbiacum. Die Endung -iacum oder -acum tritt in deutschen Ortsnamen fast immer zu nichtgermanischen Personennamen. Sie bezeichnet Besitz oder Eigentum. Der Name Norboniacum (Nörvenich) bedeutet demnach Eigenbesitz oder Zugehörigkeit oder Heim des Noribo oder Norbod. Norbod ist ein keltischer Name. Die Änderung des Namens muss im 9. oder 10. Jahrhunderts erfolgt sein. Urkundlich erscheint der Name Noruenich erstmals im Jahre 1028. Immer wieder gab es andere Schreibweisen. Seit dem 16. Jahrhundert ist Nörvenich die amtliche Schreibweise.

Auch Wilhelm Kaspers vertritt in seinem anerkannten Werk Die Ortsnamen der Dürener Gegend diese These.[12]

Entwicklung bis 1968[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeindebezirk ist uraltes Siedlungsgebiet. Aus Bodenfunden der Jungsteinzeit, den Metallzeiten, aus vier Jahrhunderten römischer Besatzung und deren Vertreibung durch die Franken lässt sich kontinuierliche Besiedlung ablesen. Siedlungsorte waren:

  • westlich gegenüber der „Alten Burg“ links des Neffelbaches
  • in der Gemarkung „Am Golzheimer Pfädchen“, also westlich der Fliegerhorstzufahrt bei Alt-Oberbolheim
  • in der östlichen Ecke des Heidefeldes
  • „An Johannes Junker“-Zülpicher Straße, östlich der B 477

Schon um die Jahrtausendwende tauchen die ersten schriftlichen Erwähnungen der Dörfer, die heute zu Nörvenich gehören, auf. Hochkirchen, Eschweiler über Feld und Frauwüllesheim werden schon ab dem 9., 10. und 11. Jahrhundert erwähnt. Wissersheim feierte 1985 sein 1150-jähriges Bestehen.

Sehr früh haben die Grafen von Nörvenich an der rheinischen Geschichte maßgeblich mitgewirkt. Sie dürften ihren Sitz auf der „Alten Burg“ im Nörvenicher Wald gehabt haben. Die frühmittelalterliche Wehr- und Wohnanlage hat ihren Ursprung wohl im 9. Jahrhundert. Dem nach dem Aussterben der Jülicher Grafen zum „Amt Nörvenich“ gewordenen Gebiet, das mehr als 30 Dörfer umfasste, standen jetzt Ministeriale (Dienstadlige) vor. Wohl um 1400 erbaute der Amtmann von Vlatten-Merode den wehrhaften Palas des ehemals wasserumwehrten heutigen „Schloss Nörvenich“ (früher „Gymnicher Burg“) in der Ortsmitte.

Mit dem Ende des 18. und dem Beginn des 19. Jahrhunderts gingen die in einem Jahrtausend gewachsenen Ordnungen und das seit Jahrhunderten gleich gebliebene dörflich Leben fast schlagartig zu Ende. Am 4. Oktober 1794 marschierten während des Ersten Koalitionskrieges französische Revolutionstruppen in das Gebiet um Nörvenich ein. Nach ersten wirren Monaten folgten geordnete Verhältnisse. Aus den früheren Untertanen wurden tatsächlich freie Bürger, die es zu einem bis dahin nicht gekannten Wohlstand brachten und zu Beginn des 19. Jahrhunderts französische Bürger wurden.

Die von den Franzosen in dieser Zeit eingeführten kommunalen Verhältnisse (Bildung der Mairie Binsfeld und der Mairie Nörvenich) wurden von den Preußen weitgehend übernommen. Insbesondere die um 1800 festgelegten kommunalen Grenzen haben sich mit wenigen Ausnahmen bis in die 1970er Jahre erhalten. 1906 entstand das „Bürgermeisteramt“. Erst im Jahre 1940 wurden die bis dahin selbständigen Bürgermeistereien Binsfeld und Nörvenich zur „Amtsbürgermeisterei Nörvenich“ zusammengeschlossen.

Im Ersten Weltkrieg wurde in Nörvenich ein Malteserkreuz benagelt.

Hauptartikel: Kriegsnagelungen
Das genagelte Malteserkreuz

Schon zwischen den beiden Weltkriegen begann der Wandel der Dörfer von einer rein landwirtschaftlichen Struktur zu Wohngemeinden für Pendler. Dieser Prozess setzte verstärkt Mitte der 1950er Jahre ein. Waren schon nach dem Ersten Weltkrieg zahlreiche Bürger der östlichen Dörfer bei der Rheinbraun in den Braunkohlenwerken in den Tagebaubetrieben beschäftigt, drängten viele Bewohner mit der zunehmenden Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, nicht zuletzt aufgrund der umwälzenden Umstrukturierungen in der Landwirtschaft, in die Industriebetriebe der nahen Städte.

Zu Beginn der 1950er-Jahre begannen die britischen Besatzungsstreitkräfte mit ihrer Luftstreitkraft Royal Air Force, im Nörvenicher Wald, mit dem Bau eines Militärflugplatzes. Auf dem heutigen Luftwaffen-Fliegerhorst arbeiten über 1000 Zivilbedienstete aus den umliegenden Gemeinden. Siehe Fliegerhorst Nörvenich.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1969 schlossen sich die Gemeinden Binsfeld (mit dem Ortsteil Rommelsheim), Eggersheim, Eschweiler über Feld, Frauwüllesheim, Hochkirchen, Irresheim, Nörvenich, Oberbolheim, Poll und Rath bei Nörvenich zu einer neuen Gesamtgemeinde Nörvenich zusammen.[13] Wissersheim wurde zum 1. Juli 1969 an die neugebildete Kommune Erftstadt abgegeben und kam 1975 nach Nörvenich zurück. In diese Gemeinde wurden mit Wirkung vom 1. Januar 1975 die Orte Dorweiler, Pingsheim und Wissersheim aus der benachbarten Erftstadt eingegliedert.[14] Das Gemeindegebiet bedeckt eine Fläche von 66,04 km², hiervon sind 12,5 km² Waldfläche. Die früheren Bauerndörfer haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu Wohngebieten entwickelt, in denen fruchtbarer Ackerboden nur noch von wenigen Landwirten intensiv bearbeitet und genutzt wird.

Postleitzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1941 bis 1962 gab es für das Rheinland, also auch für Nörvenich, die Postleitzahl 22c. Von 1962 bis 1972 galt für den ganzen Kreis Düren, außer Stadt Düren, die 5161. Von 1972 bis 1993 hatte Nörvenich die Postleitzahl 5164. Am 1. Juli 1993 kamen dann die 5-stelligen Zahlen. Für die Gemeinde Nörvenich gilt seitdem die 52388 und für Postfachinhaber die 52386.

Einwohnerentwicklung des Ortsteiles Nörvenich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl
1885 612 1905 558 1925 610
1945 742 1955 970 1965 1.530
1975 2.684 1985 2.650 1995 3.715
2005 4.002 2010 3.821
Kommunalwahl 2014[15]
Wahlbeteiligung: 52,3 % (2009: 58,0 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,65 %
30,36 %
6,27 %
n. k.
3,47 %
5,25 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+5,25 %p
+5,06 %p
-3,33 %p
-7,0 %p
-1,53 %p
+1,75 %p

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 26 Sitze des Gemeinderates verteilen sich auf:

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

Bürgermeister, Gemeindedirektor etc.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2015 Timo Czech (CDU).[16]

Die Bürgermeister in Nörvenich ab 1798:

Beginn Ende Name Bemerkung
1798 1800 Peter Joseph Commer
1800 1808 Matthias Michels
1808 1822 Hilarius Zimmermann
1822 1826 Hieronymus Marx kommissarischer Bürgermeister
1826 1859 Winand Heuser
1859 1874 Joseph Finger
1875 1889 Joseph Kratz
19.06.1890 01.11.1901 Arthur Kratz
01.04.1903 31.03.1933 Jakob Breidkopff nach ihm wurde eine Straße benannt
01.04.1933 12.04.1933 Josef Thelen
12.04.1933  ??.10.1933 Reiner Badenheuer Gemeindeschulze
 ??.10.1933 26.02.1945 Jakob Breidkopff zweite Amtszeit
26.02.1945 14.08.1946 Josef Mohr
15.08.1946 16.10.1948 Heinrich Richartz
17.10.1948 16.12.1949 Johann Schütz
17.12.1948 04.11.1956 Kaspar Müllenmeister
05.11.1956 03.04.1969 Heinrich Kuß nach ihm wurde eine Straße benannt

Die Bürgermeister der Großgemeinde:

Beginn Ende Name Bemerkung
03.04.1969 21.09.1983 Heinrich Kuß wurde zum Ehrenbürger ernannt
22.09.1983 17.10.1989 Wilhelm Lennartz
18.10.1989 16.10.1994 Jakob Mevis
16.10.1994 12.09.1999 Josef Steffens
12.09.1999 20.10.2015 Hans Jürgen Schüller hauptamtlicher Bürgermeister und Verwaltungsleiter
seit 21.10.2015 Dr. Timo Czech hauptamtlicher Bürgermeister und Verwaltungsleiter

Die Amtsbürgermeister der Gemeinde Nörvenich:

Beginn Ende Name Bemerkung
 ??.10.1933 01.05.1945 Jakob Breidkopff
01.05.1945 30.09.1952 Bernhard Haas
 ?? 24.10.1966 Michael Held
25.10.1966 03.04.1969 Heinrich Kuß

Die Amts- bzw. Gemeindedirektoren der Gemeinde Nörvenich:

Beginn Ende Name Bemerkung
 ??.03.1945 30.09.1952 Bernhard Haas
01.10.1952 02.04.1972 Josef Pütz nach ihm wurde eine Straße benannt
01.10.1972 30.09.1992 Gerd Bandilla
01.10.1992 12.09.1999 Hans Jürgen Schüller danach hauptamtlicher Bürgermeister

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Nörvenich (2012)
Das Kriegerdenkmal in Nörvenich
Das Mahnmal

Pfarrkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Pfarrkirche Nörvenich

Burgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Nörvenich gibt es drei Burgen:

Weitere Burgen im Gemeindegebiet sind Burg Binsfeld und Burg Bubenheim.

Das Kriegerdenkmal im Burgpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. Juni 1964 beschloss die Gemeindevertretung, als Ersatz für ein Kriegerdenkmal, das Straßenplänen hatte weichen müssen, Pläne für ein neues zeitgemäßes Kriegerdenkmal ausarbeiten zu lassen. Die Ausschreibung gewann der damals ortsansässige Bildhauer Ulrich Rückriem, der dort eines seiner frühesten Kunstwerke schuf. Am 13. November 1983 wurde neben dem Denkmal eine Tafel mit einer hebräischen Inschrift angebracht. Sie dient dem Gedenken an die in den Konzentrationslagern getöteten jüdischen Mitbürger.

Mahnmal im Burgpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Mahnmal Nörvenich

Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mühlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Längs des Neffelbachs bestanden zahlreiche Mühlen. Von den ehemals zwei Nörvenicher Mühlen ist die untere Mühle erhalten geblieben.

Weitere Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen und Banner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde ist durch Erlass des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen vom 26. Juni 1969 das Recht zur Führung eines Wappens und eines Banners verliehen worden.

  • Blasonierung: Es zeigt in Gold (gelb) über grün geteiltem Schild oben einen wachsenden rot bewehrten Löwen, unten einen schreitenden rot gekrönten und bewehrten, goldenen (gelben) Löwen.
  • Erklärung: Das Wappen zeigt oben den Jülicher Löwen und unten einen schreitenden Löwen (eventuell den geldrischen Löwen) und ist dem Nörvenicher Schöffensiegel des Jahres 1556 nachgebildet, das die Umschrift trägt: SIGeL DER SCHEFFEN ZV NORVENICH.

Beschreibung des Banners: „Das Banner der Gemeinde Nörvenich ist gelb-grün-gelb-grün im Verhältnis zu 1:1:1:1 längsgestreift mit dem Inhalt des Gemeindewappens im quadratischen Bannerhaupt.“[17]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Römerstraße Neuss-Trier

Nörvenich ist über drei Autobahnanschlüsse zu erreichen: über die Anschlussstellen Merzenich und Elsdorf der Bundesautobahn 4, die Anschlussstelle Gymnich der Bundesautobahn 61 und die Abfahrt Hürth-Knapsack der Bundesautobahn 1.

Den öffentlichen Personennahverkehr stellen die Dürener Kreisbahn im Aachener Verkehrsverbund und die Regionalverkehr Köln sicher.

Durch Nörvenich-Hochkirchen verlaufen die Radfernwege Kaiser-Route, der von Aachen bis Paderborn führt und die Tälerroute.

Quer durch die Gemeinde verläuft von Nord nach Süd die B 477, die von Neuss nach Tondorf verläuft und im Wesentlichen der Route einer alten römischen Heerstraße folgt. Diese Militärstraße beziehungsweise Handelsstraße verlief von Neuss über Zülpich nach Trier. Sie wurde 22 bis 18 v. Chr. von Marcus Vipsanius Agrippa gebaut.

Der Heinzelmännchenweg aus römischer Zeit führte von Oberbolheim über Girbelsrath und Distelrath oberhalb von Mariaweiler über die Rur.[18] Dort soll um 200 n. Chr. oberhalb des tektonischen Sprungs am Neffelbach ein römischer Burgus gestanden haben.

Der Römerstraßen-Kreuzungspunkt am Neffelbach bzw. Vicus „Norboniacum“ ist nach Angaben des Historikers und Archäologen August Schoop das größte römische Trümmerfeld im Altkreis Düren.

Übergeordnete Wege sind der Höhenweg über die Eifel westlich der Kyll. Er verlief von Trier über Bitburg, Prüm und Blankenheim nach Zülpich und Neuss (heute B 51 und B 477) mit Abzweigen nach Bonn, Wesseling und Köln. Dies war die erste Römerstraße im nördlichen Rheinland.

Bei Nörvenich kreuzte die regionale Römerstraße: Aachen-Mariaweiler-Nörvenich-Neffelbachübergang-Gymnich-Erftübergang „Germiniacum der Legio“-Köln bzw. Erftstadt-Wesseling und Bonn. Von Bonn kommend benutzte Cäsar diese römische Straße auf dem Weg ins Lager Aduatuca.

Bei Thorr (Tibericum) kreuzt die Via Belgica: Köln-Maastricht.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Nörvenich
Bahnhof Nörvenich im Jahr 2004

Der Hauptort hat seit 1968 keinen Bahnhof mehr. Das Empfangsgebäude existiert noch und befindet sich als Wohnhaus in Privatbesitz. Im Bereich der Gleisanlagen befindet sich die heutige Dresdener Straße.

Am 6. Oktober 1908 wurde durch die Dürener Kreisbahn der Betrieb auf der normalspurigen Kleinbahnstrecke von Düren-Distelrath über Nörvenich nach Zülpich aufgenommen. Damals hatte Nörvenich nur 558 Einwohner. Zunächst wurden Zuckerrüben zur Dürener Zuckerfabrik transportiert, am 1. Mai 1909 wurde auch der Personenverkehr aufgenommen. 1928 wurde die Strecke zwischen Düren und Nörvenich elektrifiziert. Ab 1928 fuhren auf der weiterhin als Kleinbahn konzessionierten Strecke Straßenbahn-Triebwagen, der Güterverkehr wurde weiterhin mit Dampfloks bedient. Fahrgäste nach Zülpich und Embken mussten in Nörvenich umsteigen, da die Strecke dorthin nicht elektrifiziert war.

Bereits 1905 hatte die Bergheimer Kreisbahn die Bahnstrecke Benzelrath–Nörvenich in Betrieb genommen. Die Bergheimer Kreisbahn ging einschließlich der Oberbolheimer Strecke 1913 in den Besitz der Preußischen Staatseisenbahnen über. Die fehlende Lücke von lediglich 1,7 Kilometern zwischen Oberbolheim und Nörvenich wurde durch die Dürener Kreisbahn schließlich am 14. Juli 1924 geschlossen. Gleichzeitig wurde die Anzahl der Bahnhofsgleise von drei auf fünf erhöht. Der Betrieb wurde auf dem kurzen Neubauabschnitt allerdings pachtweise durch die Deutsche Reichsbahn durchgeführt, in der die Preußischen Staatseisenbahnen nach dem Ersten Weltkrieg aufgegangen waren.

Auslöser der Neubaustrecke war der Regiebetrieb der französischen Besatzungsmacht im Zuge der Besetzung von Rheinland und Ruhrgebiet. Die durch die Regie betriebene Bahnstrecke Köln–Aachen wurde im Rahmen des durch die Reichsregierung ausgerufenen passiven Widerstands von der Bevölkerung so weit wie möglich gemieden. Fahrgäste von Aachen nach Köln nutzten das Netz von Aachener Straßenbahn und Dürener Eisenbahn bis Düren, von dort weiter mit der DKB bis Nörvenich. Die fehlenden Kilometer bis Oberbolheim wurden zu Fuß oder mit Pferdekarren zurückgelegt.

Nach 1945 wurde die landwirtschaftliche Genossenschaft mit einem Anschlussgleis angeschlossen und auf der westlichen Seite der Bundesstraße 477 kam ein Rübenladegleis mit Seitenrampe hinzu. Es ist heute noch gegenüber der Zufahrt zum Fliegerhorst Nörvenich unter Büschen zu sehen.

Zwischen 1955 und 1958 wurde die Kleinbahnstrecke zwischen Nörvenich und Bessenich bei Zülpich elektrifiziert. Der Personenverkehr zwischen Nörvenich und Zülpich endete dennoch ohne Vorankündigung am 31. Januar 1960. Am 19. Mai 1960 wurde auch der Verkehr auf der Strecke Nörvenich-Kerpen eingestellt. Am 30. April 1963 wurde schließlich der verbliebene Personenverkehr der DKB nach Düren eingestellt. Am 30. Juni 1968 fuhr der letzte Güterzug nach Düren, anschließend erfolgten die Stilllegung und der Abbau der Gleisanlagen.

Bördebahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Ehemaliges Empfangsgebäude in Bubenheim
Hauptartikel: Bördebahn

An den Ortsteilen Binsfeld und Rommelsheim vorbei verläuft die sogenannte Bördebahn, die ehemalige Bundesbahn-Strecke Düren – Zülpich (– Euskirchen), deren Personenverkehr 1983 stillgelegt wurde. 2002 hat die damalige Dürener Kreisbahn (DKB) die Strecke von Düren bis Zülpich (ausschließlich) für den Güter- und Personennahverkehr von der Deutschen Bahn gekauft. Die Strecke wird von der Rurtalbahn GmbH betrieben, und seit 2006 wird die Strecke saisonal durch den Bördeexpress befahren statt. Verbundfahrscheine von VRS, AVV und das EuRegio-Ticket werden anerkannt, Fahrräder und Hunde werden kostenlos befördert.[19] Zur Landesgartenschau 2014 wurde an Sonn- und Feiertagen ein Dreistundentakt zwischen Düren und Zülpich angeboten.[20][21]

Fliegerhorst, Feldflugplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Fliegerhorst Nörvenich
Hauptartikel: Feldflugplatz Ollesheim

Polizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. März 2006 wurde nach vielen Jahren wieder ein mit drei Polizisten besetzter Polizeiposten im Zentralort eingerichtet, der aber 2014 wieder auf einen Bezirksbeamten reduziert wurde.

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es in allen Orten, außer Eggersheim (aufgelöst um 1980), Hochkirchen (aufgelöst am 1. März 2005), Poll (aufgelöst etwa 1965) und Dorweiler (aufgelöst 2012), eine Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Nörvenich. In Binsfeld, Eschweiler über Feld, Oberbolheim, Pingsheim und Rath gibt es Jugendfeuerwehren.

Rettungsdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nörvenich hat eine hauptamtliche Rettungswache, die 24 Stunden mit zwei Rettungsassistenten und einem Rettungswagen vom Malteser Hilfsdienst (MHD) besetzt ist. Sie wird vom Kreis Düren als Träger des Rettungsdienstes betrieben. Die Rettungswache betreut Teile der Gemeinden Vettweiß und Nörvenich. Nachdem sie früher im Bauhof der Gemeinde im Gewerbegebiet zur Miete untergebracht war, wurde am 9. Dezember 2009 an der Ecke Kapellenstraße/B477 in Eggersheim die neue Rettungswache eingeweiht.

Dazu gibt es noch eine ehrenamtliche MHD-Station, die einen Krankenwagen besitzt.

Technisches Hilfswerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nörvenich ist ein ehrenamtlich besetzter Ortsverband (OV) des Technischen Hilfswerkes ansässig. Die Unterkunft ist direkt neben dem ehemaligen Bahnhof in Nörvenich. Der OV verfügt über einen technischen Zug und eine Fachgruppe Räumen. Die Zuständigkeit des technischen Zuges beschränkt sich auf die Gemeinden Nörvenich, Vettweiß und Merzenich. Die Fachgruppe ist auch über die Gemeindegrenzen hinweg einsetzbar. Der technische Zug kann auf Anforderung des jeweils zuständigen Ortsverbandes auch außerhalb des Zuständigkeitsbereiches eingesetzt werden.

Museum Europäische Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1980 kaufte die Familie Bodenstein die damalige Gymnicher Burg, renovierte sie in jahrelanger Arbeit vollständig, änderte den Namen in Schloss Nörvenich und präsentiert dort unter dem Namen Museum Europäische Kunst die weltweit größte Sammlung von Kunstwerken des Bildhauers Arno Breker.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nörvenich gibt es zwei Grundschulen. Weiterführende Schulen werden in Düren, Erftstadt und Zülpich besucht.

Auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung sind neben der Volkshochschule auch private, kirchliche, kommunale und vereinsgebundene Initiativen aktiv.

Als Versammlungsstätten stehen mehrere Bürgerhallen sowie die Neffeltalhalle (erbaut 1988) mit über 400 Sitzplätzen im Zentralort Nörvenich zur Verfügung.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit rund 70 Vereinen bieten sich in Nörvenich Möglichkeiten zu sportlichen, kulturellen und geselligen Aktivitäten. Schützenbruderschaften sowie Bürgervereine und Dorfgemeinschaften sorgen für die Pflege alten Brauchtums.

Kindergärten/-tagesstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt fünf Kindertagesstätten und drei Kindergärten.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schloss Nörvenich betreibt der berühmte Gitarrenvirtuose Lajos Tar die private Musikschule „Musica Humana“.

Die Rockgruppe Can hatte im Schloss 1968 bis 1969 ihr Studio eingerichtet. Teile ihres ersten Albums Monster Movie wurden hier aufgenommen.

Die Geschwister Kalscheuer bauten im 19. Jahrhundert Orgeln.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nörvenich ist der Stammsitz der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft. In Nörvenich war der Sitz der inzwischen nicht mehr existierenden Brauerei Nörvenich.

In Nörvenich gibt es je eine Bankfiliale der

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten siehe bei den jeweiligen Ortsteilen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Heesel: Die Grafen von Nörvenich, Saffenberg und Mülbach in ihrem Umland. Hrsg.: Geschichts- und Heimatverein Nörvenich, 1986.
  • Karl Heinz Türk: Burg Binsfeld in der Gemeinde Nörvenich bei Düren. ISBN 3-88094-649-3.
  • Karl Heinz Türk: Zwolf Ortschroniken für die Ortsteile der Gemeinde. Selbstverlag mit der Gemeindeverwaltung.
  • Karl Heinz Türk: Straßennamen in der Gemeinde Nörvenich. Heft 1–4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nörvenich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Die Zukunft der Braunkohle in ausgewählten Revieren, Neue Tagebaue: ..., Erp-Irresheim, Forschungsstelle Umweltpolitik der Freien Universität Berlin, April 2008, S.1 (PDF) 147 kB, abgerufen am 26. März 2010
  3. Flugblatt der Bürgerinitiative „Bürger gegen Isweiler Feld“
  4. Karte der Braunkohle-Lagerstätten und Tabelle der möglichen Tagebaue mit Angabe der Kohlevorräte aus einer Untersuchung von Rheinbraun und der Landesregierung auf der die Entscheidung für den Tagebau Garzweiler II ( =Frimmersdorf West-West ) in den 1980er Jahren basiert (Memento vom 19. Juni 2010 auf WebCite) PDF, 145 kB, 2 S.
  5. P. Lauster, Statussymbole, München 1977
  6. Engels, Landwehren im Herzogtum Jülich
  7. M. Mausbach: Norboniacum - Die Geschichte Nörvenichs, Nörvenich 1975
  8. Rumpel-Fischbach, Materialien, S. 622
  9. Altes Urbar im Mauritiuskloster zu Köln
  10. Norboniacum - Die Geschichte Nörvenichs. Mathieu Mausbach, Nörvenich 1975, herausgegeben von der Gemeinde Nörvenich und dem Geschichts- und Heimatverein
  11. Franz Cramer, Rhein. Ortsnamen aus römischer und vorrömischer Zeit. 1970, ISBN 978-3-253-02165-7.
  12. Wilhelm Kaspers: Die Ortsnamen der Dürener Gegend. Düren 1949.
  13. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 77.
  14. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 307.
  15. Kommunalwahlen am 30.08.2009 – Wahlergebnisse Nörvenich. Abgerufen am 20. Juni 2014.
  16. aachener-zeitung.de
  17. Hauptsatzung der Gemeinde Nörvenich, § 2 Absatz 1 und 2. Abgerufen am 21. Dezember 2012 (PDF; 717 kB).
  18. Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 9: Die Kunstdenkmäler des Kreises Düren. Herausgegeben von Paul Clemen, Düsseldorf 1910, S. 1
  19. NEUE Tarifbestimmungen für den Bördeexpress 2010. IG Rurtalbahn e.V., Bürgerbahn e.V., abgerufen am 7. September 2010: „Verbundfahrscheine des VRS und des AVV werden anerkannt“.
  20. Stichworte zur Reaktivierung der Eifel-Bördebahn bis 2014. IG Rurtalbahn e.V., Bürgerbahn e.V., abgerufen am 7. September 2010 (966 kB; PDF): „Leuchtturmprojekt kann die Landesgartenschau 2014 in Zülpich sein“.
  21. Arbeitskreis Eifelbahnen (Hrsg.): 150 Jahre Eifel-Bördebahn Düren–Zülpich–Euskirchen. Jubiläumsfestschrift, Bad Münstereifel 2014.