Nörvenich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nörvenich
Nörvenich
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nörvenich hervorgehoben
50.8047222222226.6594444444444110Koordinaten: 50° 48′ N, 6° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Düren
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 66,21 km²
Einwohner: 10.412 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52388
Vorwahlen: 02426, 02235 (Pingsheim), 02421 (Binsfeld, Frauwüllesheim, Rommelsheim)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: DN, JÜL
Gemeindeschlüssel: 05 3 58 052
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstr. 25
52388 Nörvenich
Webpräsenz: www.noervenich.de
Bürgermeister: Hans Jürgen Schüller (CDU)
Lage der Gemeinde Nörvenich im Kreis Düren
Kreis Düren Nordrhein-Westfalen Rhein-Erft-Kreis Kreis Euskirchen Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Stadt Aachen Städteregion Aachen Belgien Heimbach Kreuzau Nideggen Vettweiß Düren Jülich Langerwehe Titz Merzenich Aldenhoven Hürtgenwald Nörvenich Inden Niederzier LinnichKarte
Über dieses Bild
Ortsplan von Nörvenich

Nörvenich ist eine Gemeinde im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Die Gemeinde Nörvenich bezeichnet sich selbst als Kleine Gemeinde mit großem Herz.

Geografie[Bearbeiten]

Nörvenich liegt in der Zülpicher Börde. Sie wird von Südwest nach Nordost vom Neffelbach durchflossen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Nörvenich grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn von Norden beginnend): Kerpen, Erftstadt (beide im Rhein-Erft-Kreis), Vettweiß, Kreuzau, Düren und Merzenich.

Unter Nörvenich liegt eines der größten Braunkohle-Vorkommen Deutschlands, das „Isweiler Feld“, mit 1,396 Milliarden m³ die größte noch unerschlossene Lagerstätte des Rheinischen Reviers.[2][3][4] Frühestens 2015 ist mit der Entscheidung für den Aufschluss des neuen Braunkohletagebaus zu rechnen. Pressesprecher Manfred Lang von RWE Power wollte 2006 solche Pläne nicht dementieren.[5]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Nörvenich besteht aus 14 Ortsteilen mit dem Hauptort Nörvenich (3.760 Einwohner am 31. Dezember 2013), die sich 1969 beziehungsweise durch das Köln-Gesetz 1975 zusammenschlossen.

Das Rathaus

Geschichte[Bearbeiten]

Entwicklung bis 1968[Bearbeiten]

Der Gemeindebezirk ist uraltes Siedlungsgebiet. Aus Bodenfunden der Jungsteinzeit, den Metallzeiten, aus vier Jahrhunderten römischer Besatzung und deren Vertreibung durch die Franken lässt sich kontinuierliche Besiedlung ablesen. Schon um die Jahrtausendwende tauchen die ersten schriftlichen Erwähnungen der Dörfer, die heute zu Nörvenich gehören, auf. Hochkirchen, Eschweiler über Feld und Frauwüllesheim werden schon ab dem 9., 10. und 11. Jahrhundert erwähnt. Wissersheim feierte 1985 sein 1150-jähriges Bestehen.

Sehr früh haben die Grafen von Nörvenich an der rheinischen Geschichte maßgeblich mitgewirkt. Sie dürften ihren Sitz auf der „Alten Burg“ im Nörvenicher Wald gehabt haben. Die frühmittelalterliche Wehr- und Wohnanlage hat ihren Ursprung wohl im 9. Jahrhundert. Dem nach dem Aussterben der Jülicher Grafen zum „Amt Nörvenich“ gewordenen Gebiet, das mehr als 30 Dörfer umfasste, standen jetzt Ministeriale (Dienstadlige) vor. Wohl um 1400 erbaute der Amtmann von Vlatten-Merode den wehrhaften Palas des ehemals wasserumwehrten heutigen „Schloss Nörvenich“ (früher „Gymnicher Burg“) in der Ortsmitte.

Mit dem Ende des 18. und dem Beginn des 19. Jahrhunderts gingen die in einem Jahrtausend gewachsenen Ordnungen und das seit Jahrhunderten gleich gebliebene dörflich Leben fast schlagartig zu Ende. Am 4. Oktober 1794 marschierten während des Ersten Koalitionskrieges französische Revolutionstruppen in das Gebiet um Nörvenich ein. Nach ersten wirren Monaten folgten geordnete Verhältnisse. Aus den früheren Untertanen wurden tatsächlich freie Bürger, die es zu einem bis dahin nicht gekannten Wohlstand brachten und zu Beginn des 19. Jahrhunderts französische Bürger wurden.

Die von den Franzosen in dieser Zeit eingeführten kommunalen Verhältnisse (Bildung der Mairie Binsfeld und der Mairie Nörvenich) wurden von den Preußen weitgehend übernommen. Insbesondere die um 1800 festgelegten kommunalen Grenzen haben sich mit wenigen Ausnahmen bis in die 1970er Jahre erhalten. 1906 entstand das „Bürgermeisteramt“. Erst im Jahre 1940 wurden die bis dahin selbständigen Bürgermeistereien Binsfeld und Nörvenich zur „Amtsbürgermeisterei Nörvenich“ zusammengeschlossen.

Im Ersten Weltkrieg wurde in Nörvenich ein Malteserkreuz benagelt. Siehe Wehrmann in Eisen.

Das genagelte Malteserkreuz

Schon zwischen den beiden Weltkriegen begann der Wandel der Dörfer von einer rein landwirtschaftlichen Struktur zu Wohngemeinden für Pendler. Dieser Prozess setzte verstärkt Mitte der 1950er Jahre ein. Waren schon nach dem Ersten Weltkrieg zahlreiche Bürger der östlichen Dörfer bei der Rheinbraun in den Braunkohlenwerken in den Tagebaubetrieben beschäftigt, drängten viele Bewohner mit der zunehmenden Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, nicht zuletzt aufgrund der umwälzenden Umstrukturierungen in der Landwirtschaft, in die Industriebetriebe der nahen Städte.

Zu Beginn der 1950er-Jahre begannen die britischen Besatzungsstreitkräfte mit ihrer Luftstreikraft Royal Air Force, im Nörvenicher Wald, mit dem Bau eines Militärflugplatzes. Auf dem heutigen Luftwaffen-Fliegerhorst arbeiten über 1000 Zivilbedienstete aus den umliegenden Gemeinden. Siehe Fliegerhorst Nörvenich.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1969 schlossen sich die Gemeinden Binsfeld (mit dem Ortsteil Rommelsheim), Eggersheim, Eschweiler über Feld, Frauwüllesheim, Hochkirchen, Irresheim, Nörvenich, Oberbolheim, Poll und Rath bei Nörvenich zu einer neuen Gesamtgemeinde Nörvenich zusammen.[6] Wissersheim wurde zum 1. Juli 1969 an die neugebildete Kommune Erftstadt abgegeben und kam 1975 nach Nörvenich zurück. In diese Gemeinde wurden mit Wirkung vom 1. Januar 1975 die Orte Dorweiler, Pingsheim und Wissersheim aus der benachbarten Erftstadt eingegliedert.[7] Das Gemeindegebiet bedeckt eine Fläche von 66,04 km², hiervon sind 12,5 km² Waldfläche. Die früheren Bauerndörfer haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu Wohngebieten entwickelt, in denen fruchtbarer Ackerboden nur noch von wenigen Landwirten intensiv bearbeitet und genutzt wird.

Postleitzahlen[Bearbeiten]

Von 1941 bis 1962 gab es für das Rheinland, also auch für Nörvenich, die Postleitzahl 22c. Von 1962 bis 1972 galt für den ganzen Kreis Düren, außer Stadt Düren, die 5161. Von 1972 bis 1993 hatte Nörvenich die Postleitzahl 5164. Am 1. Juli 1993 kamen dann die 5-stelligen Zahlen. Für die Gemeinde Nörvenich gilt seitdem die 52388 und für Postfachinhaber die 52386.

Einwohnerentwicklung des Ortsteiles Nörvenich[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohnerzahl   Jahr Einwohnerzahl   Jahr Einwohnerzahl
1885 612   1905 558   1925 610
1945 742   1955 970   1965 1.530
1975 2.684   1985 2.650   1995 3.715
2005 4.002   2010 3.821  
Kommunalwahl 2009[8]
Wahlbeteiligung: 58,0 % (2004: 59,1 %)
 %
50
40
30
20
10
0
49,4 %
25,3 %
9,6 %
7,2 %
5,0 %
3,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-10,9 %p
-0,3 %p
+2,3 %p
+0,4 %p
+5,0 %p
+3,5 %p

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die 28 Sitze des Gemeinderates verteilen sich auf:

(Stand: Kommunalwahl am 30. August 2009)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1994 Hans Jürgen Schüller (CDU).

Partnerschaften[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Schloss Nörvenich (2012)
Das Kriegerdenkmal in Nörvenich
Das Mahnmal

Pfarrkirche[Bearbeiten]

Hauptartikel: Pfarrkirche Nörvenich

Burgen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Nörvenich gibt es drei Burgen:

Weitere Burgen im Gemeindegebiet sind Burg Binsfeld und Burg Bubenheim.

Das Kriegerdenkmal im Burgpark[Bearbeiten]

Am 10. Juni 1964 beschloss die Gemeindevertretung, als Ersatz für ein Kriegerdenkmal, das Straßenplänen hatte weichen müssen, Pläne für ein neues zeitgemäßes Kriegerdenkmal ausarbeiten zu lassen. Die Ausschreibung gewann der damals ortsansässige Bildhauer Ulrich Rückriem, der dort eines seiner frühesten Kunstwerke schuf. Am 13. November 1983 wurde neben dem Denkmal eine Tafel mit einer hebräischen Inschrift angebracht. Sie dient dem Gedenken an die in den Konzentrationslagern getöteten jüdischen Mitbürger.

Mahnmal im Burgpark[Bearbeiten]

Der Heimat- und Geschichtsverein der Gemeinde Nörvenich e.V. hat am 16. November 2008 in einer Veranstaltung im Schloss eines jüdischen Mädchens namens Marianne Hermanns gedacht. Anschließend wurde im Burgpark ein vom Heimat- und Geschichtsverein gestaltetes Mahnmal eingeweiht. In eine schwarze Metalltafel sind die Namen der jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen ausgebrannt. Diese Tafel hängt zwischen zwei Eisenbahnschienen, die den Transport mit der Bahn in die Lager symbolisiert.

Mühlen[Bearbeiten]

Längs des Neffelbachs bestanden zahlreiche Mühlen. Von den ehemals zwei Nörvenicher Mühlen ist die untere Mühle erhalten geblieben.

→ Siehe auch Obere Mühle (Nörvenich)

Weitere Baudenkmäler[Bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten]

Wappen und Banner[Bearbeiten]

Der Gemeinde ist durch Erlass des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen vom 26. Juni 1969 das Recht zur Führung eines Wappens und eines Banners verliehen worden.

  • Blasonierung: Es zeigt in Gold (gelb) über grün geteiltem Schild oben einen wachsenden rot bewehrten Löwen, unten einen schreitenden rot gekrönten und bewehrten, goldenen (gelben) Löwen.“
  • Erklärung: Das Wappen zeigt oben den Jülicher Löwen und unten einen schreitenden Löwen (eventuell den geldrischen Löwen) und ist dem Nörvenicher Schöffensiegel des Jahres 1556 nachgebildet, das die Umschrift trägt: SIGeL DER SCHEFFEN ZV NORVENICH.

Beschreibung des Banners: „Das Banner der Gemeinde Nörvenich ist gelb-grün-gelb-grün im Verhältnis zu 1:1:1:1 längsgestreift mit dem Inhalt des Gemeindewappens im quadratischen Bannerhaupt.“[9]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Nörvenich ist über drei Autobahnanschlüsse zu erreichen: Über die Anschlussstelle Buir der Bundesautobahn 4, die Anschlussstelle Gymnich – Nörvenich der Bundesautobahn 61 und die Abfahrt Hürth-Knapsack der Bundesautobahn 1.

Quer durch die Gemeinde verläuft die B 477, die von Neuss nach Tondorf verläuft und im Wesentlichen der Route einer alten römischen Heerstraße folgt. Diese Militärstraße beziehungsweise Handelsstraße verlief von Neuss bis Zülpich. Dort verzweigte sie sich in die Eifel und nach Frankreich.

Den öffentlichen Personennahverkehr stellen die Dürener Kreisbahn im Aachener Verkehrsverbund und die Regionalverkehr Köln sicher.

Durch Nörvenich-Hochkirchen verläuft der Radfernweg Kaiser-Route, der von Aachen bis Paderborn führt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Nörvenich im Jahr 2004

Der Hauptort hat seit 1968 keinen Bahnhof mehr. Das Empfangsgebäude existiert noch und befindet sich als Wohnhaus in Privatbesitz. Im Bereich der Gleisanlagen befindet sich die heutige Dresdener Straße.

Am 6. Oktober 1908 wurde durch die Dürener Kreisbahn der Betrieb auf der normalspurigen Kleinbahnstrecke von Düren-Distelrath über Nörvenich nach Zülpich aufgenommen. Damals hatte Nörvenich nur 558 Einwohner. Zunächst wurden Zuckerrüben zur Dürener Zuckerfabrik transportiert, am 1. Mai 1909 wurde auch der Personenverkehr aufgenommen. 1928 wurde die Strecke zwischen Düren und Nörvenich elektrifiziert. Ab 1928 fuhren auf der weiterhin als Kleinbahn konzessionierten Strecke Straßenbahn-Triebwagen, der Güterverkehr wurde weiterhin mit Dampfloks bedient. Fahrgäste nach Zülpich und Embken mussten in Nörvenich umsteigen, da die Strecke dorthin nicht elektrifiziert war.

Bereits 1905 hatte die Bergheimer Kreisbahn die Bahnstrecke Benzelrath–Nörvenich in Betrieb genommen. Die Bergheimer Kreisbahn ging einschließlich der Oberbolheimer Strecke 1913 in den Besitz der Preußischen Staatseisenbahnen über. Die fehlende Lücke von lediglich 1,7 Kilometern zwischen Oberbolheim und Nörvenich wurde durch die Dürener Kreisbahn schließlich am 14. Juli 1924 geschlossen. Gleichzeitig wurde die Anzahl der Bahnhofsgleise von drei auf fünf erhöht. Der Betrieb wurde auf dem kurzen Neubauabschnitt allerdings pachtweise durch die Deutsche Reichsbahn durchgeführt, in der die Preußischen Staatseisenbahnen nach dem Ersten Weltkrieg aufgegangen waren.

Auslöser der Neubaustrecke war der Regiebetrieb der französischen Besatzungsmacht im Zuge der Besetzung von Rheinland und Ruhrgebiet. Die durch die Regie betriebene Bahnstrecke Köln–Aachen wurde im Rahmen des durch die Reichsregierung ausgerufenen passiven Widerstands von der Bevölkerung so weit wie möglich gemieden. Fahrgäste von Aachen nach Köln nutzten das Netz von Aachener Straßenbahn und Dürener Eisenbahn bis Düren, von dort weiter mit der DKB bis Nörvenich. Die fehlenden Kilometer bis Oberbolheim wurden zu Fuß oder mit Pferdekarren zurückgelegt.

Nach 1945 wurde die landwirtschaftliche Genossenschaft mit einem Anschlussgleis angeschlossen und auf der westliche Seite der Bundesstraße 477 kam ein Rübenladegleis mit Seitenrampe hinzu. Es ist heute noch gegenüber der Zufahrt zum Fliegerhorst Nörvenich unter Büschen zu sehen.

Zwischen 1955 und 1958 wurde die Kleinbahnstrecke zwischen Nörvenich und Bessenich bei Zülpich elektrifiziert. Der Personenverkehr zwischen Nörvenich und Zülpich endete dennoch ohne Vorankündigung am 31. Januar 1960. Am 19. Mai 1960 wurde auch der Verkehr auf der Strecke Nörvenich-Kerpen eingestellt. Am 30. April 1963 wurde schließlich der verbliebene Personenverkehr der DKB nach Düren eingestellt. Am 30. Juni 1968 fuhr der letzte Güterzug nach Düren, anschließend erfolgte die Stilllegung und der Abbau der Gleisanlagen.

Bördebahn[Bearbeiten]
RegioSprinter als Bördeexpress im Bahnhof Euskirchen 2006
Hauptartikel: Bördebahn

An den Ortsteilen Binsfeld und Rommelsheim vorbei verläuft die sogenannte Bördebahn, die ehemalige Bundesbahn-Strecke Düren – Zülpich (– Euskirchen), deren Personenverkehr 1983 stillgelegt wurde. 2002 hat die damalige Dürener Kreisbahn (DKB) die Strecke von Düren bis Zülpich (ausschließlich) für den Güter- und Personennahverkehr von der Deutschen Bahn gekauft. Die Strecke wird von der Rurtalbahn GmbH betrieben, und seit 2006 finden Sonderfahrten statt. 2010 verkehren an jedem 2. Sonntag vom 2. Mai bis 19. September RegioSprinter im 4-Stunden-Takt zwischen Düren und Euskirchen. Verbundfahrscheine von VRS, AVV und das EuRegio-Ticket werden anerkannt, Fahrräder und Hunde werden kostenlos befördert.[10] Eine Reaktivierung zur Landesgartenschau 2014 ist möglich.[11]

Fliegerhorst, Feldflugplatz[Bearbeiten]

Hauptartikel: Fliegerhorst Nörvenich
Hauptartikel: Feldflugplatz Ollesheim

Polizei[Bearbeiten]

Am 8. März 2006 wurde nach vielen Jahren wieder ein mit drei Polizisten besetzter Polizeiposten im Zentralort eingerichtet.

Feuerwehr[Bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es in allen Orten, außer Eggersheim (aufgelöst um 1980), Hochkirchen (aufgelöst am 1. März 2005), Poll (aufgelöst etwa 1965) und Dorweiler (aufgelöst 2012), eine Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Nörvenich. In Binsfeld, Eschweiler über Feld, Oberbolheim, Pingsheim und Rath gibt es Jugendfeuerwehren.

Rettungsdienst[Bearbeiten]

Nörvenich hat eine hauptamtliche Rettungswache, die 24 Stunden mit zwei Rettungsassistenten und einem Rettungswagen vom Malteser Hilfsdienst (MHD) besetzt ist. Sie wird vom Kreis Düren als Träger des Rettungsdienstes betrieben. Die Rettungswache betreut Teile der Gemeinden Vettweiß und Nörvenich. Nachdem sie früher im Bauhof der Gemeinde im Gewerbegebiet zur Miete untergebracht war, wurde am 9. Dezember 2009 an der Ecke Kapellenstraße/B477 in Eggersheim die neue Rettungswache eingeweiht.

Dazu gibt es noch eine ehrenamtliche MHD-Station, die einen Krankenwagen besitzt.

Technisches Hilfswerk[Bearbeiten]

In Nörvenich ist ein ehrenamtlich besetzter Ortsverband (OV) des Technischen Hilfswerkes ansässig. Die Unterkunft ist nicht direkt in Nörvenich, sondern im Nachbarort Eschweiler über Feld zu finden. Der OV verfügt über einen technischen Zug und eine Fachgruppe Räumen. Die Zuständigkeit des technischen Zuges beschränkt sich auf die Gemeinden Nörvenich, Vettweiß und Merzenich. Die Fachgruppe ist auch über die Gemeindegrenzen hinweg einsetzbar. Der technische Zug kann auf Anforderung des jeweils zuständigen Ortsverbandes auch außerhalb des Zuständigkeitsbereiches eingesetzt werden.

Museum Europäische Kunst[Bearbeiten]

Im Jahre 1980 kaufte die Familie Bodenstein die damalige Gymnicher Burg, renovierte sie in jahrelanger Arbeit vollständig, änderte den Namen in Schloss Nörvenich und präsentiert dort unter dem Namen Museum Europäische Kunst die weltweit größte Sammlung von Kunstwerken des Bildhauers Arno Breker.

Bildung[Bearbeiten]

In Nörvenich gibt es zwei Grundschulen. Weiterführende Schulen werden in Düren, Erftstadt und Zülpich besucht.

Auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung sind neben der Volkshochschule auch private, kirchliche, kommunale und vereinsgebundene Initiativen aktiv.

Als Versammlungsstätten stehen mehrere Bürgerhallen sowie die Neffeltalhalle (erbaut 1988) mit über 400 Sitzplätzen im Zentralort Nörvenich zur Verfügung.

Vereine[Bearbeiten]

Mit rund 70 Vereinen bieten sich in Nörvenich Möglichkeiten zu sportlichen, kulturellen und geselligen Aktivitäten. Schützenbruderschaften sowie Bürgervereine und Dorfgemeinschaften sorgen für die Pflege alten Brauchtums.

Kindergärten/-tagesstätten[Bearbeiten]

Es gibt fünf Kindertagesstätten und drei Kindergärten.

Musik[Bearbeiten]

In Schloss Nörvenich betreibt der berühmte Gitarrenvirtuose Lajos Tar die private Musikschule „Musica Humana“.

Die Rockgruppe Can hatte im Schloss 1968 bis 1969 ihr Studio eingerichtet. Teile ihres ersten Albums Monster Movie wurden hier aufgenommen.

Die Geschwister Kalscheuer bauten im 19. Jahrhundert Orgeln.

Unternehmen[Bearbeiten]

Nörvenich ist der Stammsitz der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft.

In Nörvenich gibt es je eine Bankfiliale der

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten siehe bei den jeweiligen Ortsteilen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Heesel: Die Grafen von Nörvenich, Saffenberg und Mülbach in ihrem Umland. Hrsg.: Geschichts- und Heimatverein Nörvenich, 1986
  • Karl Heinz Türk: Burg Binsfeld in der Gemeinde Nörvenich bei Düren. ISBN 3-88094-649-3
  • Karl Heinz Türk: 12 Ortschroniken für die Ortsteile der Gemeinde. Selbstverlag mit der Gemeindeverwaltung
  • Karl Heinz Türk: Straßennamen in der Gemeinde Nörvenich. Heft 1-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nörvenich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Die Zukunft der Braunkohle in ausgewählten Revieren, Neue Tagebaue: ..., Erp-Irresheim, Forschungsstelle Umweltpolitik der Freien Universität Berlin, April 2008, S.1, 147 kB, abgerufen am 26. März 2010
  3. Flugblatt der Bürgerinitiative „Bürger gegen Isweiler Feld“
  4. Karte der Braunkohle-Lagerstätten und Tabelle der möglichen Tagebaue mit Angabe der Kohlevorräte aus einer Untersuchung von Rheinbraun und der Landesregierung auf der die Entscheidung für den Tagebau Garzweiler II ( =Frimmersdorf West-West ) in den 1980er Jahren basiert (Version im Webarchiv WebCite) PDF, 145 kB, 2 S.
  5. Prüft RWE einen neuen Tagebau? von Norbert Kurth, Kölner Stadt-Anzeiger, 23. November 2006, abgerufen am 27. März 2010
  6.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 77.
  7.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 307.
  8. Kommunalwahlen am 30.08.2009 – Wahl der Räte der kreisangehörigen Gemeinden – Nörvenich. Abgerufen am 4. April 2013.
  9. Hauptsatzung der Gemeinde Nörvenich, § 2 Absatz 1 und 2. Abgerufen am 21. Dezember 2012 (PDF; 717 kB).
  10. NEUE Tarifbestimmungen für den Bördeexpress 2010. IG Rurtalbahn e.V., Bürgerbahn e.V., abgerufen am 7. September 2010: „Verbundfahrscheine des VRS und des AVV werden anerkannt“.
  11. Stichworte zur Reaktivierung der Eifel-Bördebahn bis 2014. IG Rurtalbahn e.V., Bürgerbahn e.V., abgerufen am 7. September 2010 (966 kB; PDF): „Leuchtturmprojekt kann die Landesgartenschau 2014 in Zülpich sein“.