Nüdlingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nüdlingen
Nüdlingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nüdlingen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 13′ N, 10° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Bad Kissingen
Höhe: 256 m ü. NHN
Fläche: 26,36 km2
Einwohner: 3934 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 149 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97720
Vorwahl: 0971
Kfz-Kennzeichen: KG, BRK, HAB
Gemeindeschlüssel: 09 6 72 136
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kissinger Str. 1
97720 Nüdlingen
Webpräsenz: www.nuedlingen.de
Bürgermeister: Harald Hofmann (CSU)
Lage der Gemeinde Nüdlingen im Landkreis Bad Kissingen
Dreistelzer ForstForst Detter-SüdGeiersnest-OstGeiersnest-WestWaldfensterer ForstKälberberg (Unterfranken)Mottener Forst-SüdNeuwirtshauser ForstOmerz und Roter BergRömershager Forst-NordRömershager Forst-OstRoßbacher ForstWaldfensterer ForstGroßer AuersbergMünnerstadtThundorf in UnterfrankenMaßbachRannungenNüdlingenOerlenbachBad KissingenAura an der SaaleBad BockletEuerdorfSulzthalRamsthalElfershausenFuchsstadtHammelburgElfershausenWartmannsrothOberthulbaOberthulbaOberthulbaBurkardrothBurkardrothZeitlofsZeitlofsBad BrückenauBad BrückenauOberleichtersbachGeroda (Unterfranken)SchondraSchondraSchondraRiedenbergMotten (Bayern)WildfleckenHessenLandkreis Rhön-GrabfeldLandkreis Main-SpessartLandkreis SchweinfurtLandkreis HaßbergeLandkreis HaßbergeSchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Nüdlingen ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nüdlingen liegt in der Region Main-Rhön etwa 3 km nord-östlich von Bad Kissingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nüdlingen gliedert sich in fünf Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Haard und Nüdlingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste bekannte Erwähnung von Nüdlingen erfolgte im Jahr 772 als „Hnutilingen“ im Zusammenhang mit der Schenkung eines Priesters namens Burgarad an das Kloster Fulda. Die Urkunde ist nicht mehr im Original, jedoch durch eine um 830 von Rabanus Maurus angefertigte Abschrift erhalten, die sich wiederum durch den Codex Eberhardi erhalten hat. Die Ortsnamensendung „-ingen“ deutet auf einen alemannischen Ursprung hin.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Schenkungen im Ortsgebiet waren jene durch Altmann und Reginhilt an die Gründung des Hl. Bonifatius (803), durch Vuhmut und seinen Sohn Eribo an die Abtei (807), durch Leitrat an das Kloster Fulda (811), durch Rantpraht und seine Frau Scafhilt an das monasterium S. Salvatoris (841), durch Engilhart an die freie Rechtsabtei (ebenfalls 841) und schließlich durch Eggibrath und seine Frau Nuvvirat an das Kloster Fulda (842).

Der Ort war seit 1032 im Besitz der Grafen von Henneberg. Deren Graf Hermann I. errichtete im Jahr 1242 in Nüdlingen die Burg Hunberg als Gegenburg zur Reiterswiesener Burg Botenlauben, die seit 1234 dem Würzburger Bischof Hermann I. von Lobdeburg gehörte. Der Bischof verlangte von Hermann I. den Abriss der Burg Hunberg. Durch die Weigerung Hermanns I., der Forderung nachzukommen, kam es zu einer kämpferischen Auseinandersetzung zwischen dem Bischof und den Hennebergern, wobei letztere vom Abt von Fulda unterstützt wurden. Obwohl Bischof Hermann I. von Lobdeburg unterlag, musste die Burg Hunberg im Rahmen eines Vergleiches abgerissen werden.

Im Verlauf dieser Jahrhunderte hatte Nüdlingen mehrere Katastrophen zu überstehen, so Misswachs und Krankheiten im Jahr 1171, Überschwemmungen durch starken Schneefall im Jahr 1179, Hungersnöte (1191 und 1192), Zerstörung der Ernte durch Hagelschlag (1195), Vernichtung der Rebstöcke (1219), Krankheiten im Jahr 1257 und eine Pestepidemie im Jahr 1312.

Die St.-Kilians-Kirche.

Nüdlingen wurde seelsorgerisch zunächst vom Kleinbracher Kloster Brachau (heute St. Dionysius) aus betreut. Der Standort eines möglichen Kirchenbaus zu dieser Zeit ist unbekannt, lag aber möglicherweise im nördlichen Teil von Nüdlingen, wo sich auch der erste Pfarrhof befand. Eine eigene Nüdlinger Pfarrei gab es zu dieser Zeit noch nicht. In den Jahren 1133 bis 1135 erfolgte eine Angliederung an die Pfarrei Kissingen. Die schlechten Wegverbindung nach Kissingen machte im Jahr 1384 die Entstehung eines beneficium non curatum in Nüdlingen erforderlich, wobei der Nüdlinger Pfründebesitzer für die Gottesdienste zuständig war und die Seelsorge weiterhin vom Kissinger Pfarrer ausgeübt wurde.

Im Jahr 1394 verkaufte Herzog Schwandibor von Stettin Nüdlingen an das Hochstift Würzburg, das den Ort im Jahr 1434 wieder an die Henneberger veräußerte. In der Folgezeit war Nüdlingen mehreren Besitzerwechseln zwischen dem Hochstift und den Hennebergern unterworfen. Ab 1502 gehörte der Ort wieder zum Hochstift Würzburg.

Im Jahr 1453 wurde Nüdlingen selbstständige Pfarrei. Da am 22. Februar 1590 Haard nach Nüdlingen eingepfarrt wurde, was ein größeres Kirchengebäude erforderte, entstand um 1600 am Standort der alten Burg in der Mitte Nüdlingens die neuromanische St.-Kilian-Kirche, die unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn bereits 1615 erweitert wurde.

Im Rahmen der Schlichtung eines Streits zwischen der Familie von Bibra und dem Würzburger Kloster St. Stephan durch Burcardus, Abt des Klosters Aura, und den Würzburger Amtmann Ludwig von Hutten verpflichtete sich die Gemeinde Nüdlingen im Jahr 1494 zur Bullenhaltung; die Bullen wurden von der Gemeinde verpachtet. Auf Grund der gestiegenen Kosten übernahm die Gemeinde die Zuchttierhaltung nach dem Ersten Weltkrieg ganz.

Nüdlingen zu Beginn der Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 17. Jahrhundert wurde die 1617 vom Augustinerorden in Würzburg gegründete Sebastianibruderschaft in Nüdlingen ansässig. Die wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstandene Feldkapelle, an der auch der Gedenktag des Hl. Sebastian begangen wurde, wurde im Jahr 1691 unter Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg im neuromanischen Stil zur Sebastianikapelle umgebaut.

Der Bauernaufstand von 1525 hinterließ in Nüdlingen wenig Spuren, da es in Nüdlingen kein Kloster gab und die Hunburg nicht mehr existierte. Während im Jahr 1641 im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges etwa 150 Häuser in Nüdlingen gebrandschatzt wurden, ist über die Folgen der Pestepidemien von 1611 sowie 1667/68 wenig bekannt. Die Informationen über die Kriegsereignisse und Pestepidemien dieser Zeit sind durch die Brände des Pfarrarchivs von 1641 und 1669 verloren gegangen.

Im Jahr 1594 erfolgte eine Überarbeitung der Nüdlinger Dorfordnung; der örtliche Schulmeister und Gerichtsschreiber Memellus von Mellrichstadt fasste die neuen Bestimmungen schriftlich zusammen.

Die Burg im ehemaligen Hochstift Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde nach der Säkularisation 1805 Erzherzog Ferdinand III. Joseph Johann Baptist von Habsburg-Lothringen-Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern. Bereits 1804 kamen Nüdlingen (bis dahin zur Amtskellerei Kissingen gehörend) und Haard (bis dahin zur Amtskellerei Aschach gehörend) zum Landgericht Münnerstadt.

Bayerisches Königreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1800 entstand an der Ostseite des Torturmes das erste Nüdlinger Schulhaus. Zur gleichen Zeit wurde die St.-Kilian-Kirche ein weiteres Mal erweitert. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbesserte sich Nüdlingens Verkehrsanbindung durch den Bau einer Poststraße von Kissingen nach Münnerstadt durch Nüdlingen (1825) sowie wenig später einer Verbindung nach Rannungen und nach Aschach und Fulda. Dies ermöglichte für die Einwohner von Nüdlingen beispielsweise einen besseren Absatz ihrer Waren durch den florierenden Kurbetrieb in Kissingen.

Eine am 1. Mai 1849 durchgeführte Schulvisitation bescheinigte sowohl der Mädchen- als auch der Knabenschule ausgezeichnete Ergebnisse; Nüdlingen gehörte zu den besten der 24 geprüften Gemeinden.

1858/59 fand eine erneute Erweiterung der St.-Kilian-Kirche statt, die durch ein 1775 ins Leben gerufene und 1856 durch die Geschwister Katharina und Barbara Hein erweiterte Stiftung finanziert wurde.

Generalleutnant Oskar von Zoller, der am 10. Juli 1866 im Pfarrheim von Nüdlingen verstarb.

Vom Nüdlinger Pfarrer Michael Erhard stammt ein ausführlicher Bericht über die Geschehnisse im Ort im Rahmen des „Deutschen Krieges“ von 1866. So war in Nüdlingen ein Bataillon des bayerischen 5. Inf.-Regiments einquartiert. Als sich in Nüdlingen die Nachricht über das Anrücken der preußischen Truppen verbreitete, wollten die jungen Männer des Ortes fliehen, um nicht von den preußischen Truppen zum Kriegsdienst eingezogen zu werden, konnten aber von Pfarrer Erhard überzeugt werden, zu bleiben. Am Mittag des 10. Juli rückten die Preußen unter Falkenhain, Manteufel und Baier nach Nüdlingen vor, woraufhin die Einwohner in den Wald flüchteten. Der in Winkels am Standort des heutigen „Zoller-Gedenksteins“ verwundete königlich bayerische Generalleutnant Oskar von Zoller wurde in das Nüdlinger Pfarrhaus verbracht, wo er wenig später seinen Verletzungen erlag. Die noch in Nüdlingen anwesenden bayerischen Soldaten wurden von den Einwohnern mit Proviant versorgt. Bis zum frühen Morgen des 11. Juli standen sich Bayern und Preußen um Nüdlingen herum gegenüber. Um 3 Uhr früh verließen die letzten Nüdlinger den Ort. Um 5 Uhr zogen die Preußen durch Nüdlingen; am Abend kehrten die Nüdlinger wieder zurück. Die Preußen hatten im Ort nur wenige Häuser zerstört, in den Feldern jedoch größere Verwüstungen hinterlassen und die gesamte Ernte vernichtet. Auf dem gesamten Schlachtfeld zwischen Nüdlingen und Kissingen befanden sich Leichen von Pferden und Soldaten, Ausrüstungsgegenstände und Patronenhülsen. Innerhalb des Nüdlinger Gebiets fielen 23 Bayern und 20 Preußen.

Aus Dankbarkeit darüber, dass Nüdlingen im „Deutschen Krieg“ nicht zerstört wurde, errichtete Pfarrer Erhard im Jahr 1867 eine Madonnenstatue vor dem zweiten, 1862/63 errichteten Schulgebäude. Im Jahr 1873 entstand unter dem Namen Militär- und Kampfgenossenverein die Kriegerkameradschaft Nüdlingen, die im Jahr 1894 neben dem Schulhaus das erste Kriegerdenkmal des Ortes errichtete.

Mit Beschluss vom 19. Mai 1867 führte der Gemeinderat eine Neuregelung der Frondepflicht durch; eine Ergänzung erfolgte am 21. Februar 1870. Ein Gemeinderatsbeschluss vom 30. Dezember 1872 regelte die Entlohnung von Gemeindediensten.

Ein Brand im Ort zerstörte im Jahr 1867 10 Gebäude und führte zur Gründung der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1869 durch eine Versammlung von etwa 40 Nüdlingern. Zuvor hatte jeder Bürger einen Ledereimer vorrätig zu halten und bei der Bekämpfung von Bränden mitzuhelfen, was sich aber organisatorisch und auf Grund von mangelnder Einsatzbereitschaft als ineffektiv erwies.

Durch eine Trockenheit kam es im Jahr 1893 zu einer Missernte, die zur Notschlachtung von Vieh und sinkenden Fleischpreisen führte. Die Notlage führte noch im gleichen Jahr zur Gründung der Raiffeisenkasse von Nüdlingen. Die Notsituation besserte sich wieder durch ertragreichere Ernten in den Folgejahren.

Im Jahr 1896 stellte der Nüdlinger Bürger Barthel Kiesel der Gemeinde sein Wohnhaus mit Nebengebäuden und Hof zur Errichtung einer Kleinkinderbewahranstalt zur Verfügung. Die Leitung sollten geistliche Ordensschwestern, möglicherweise von der Würzburger Kongregation der Schwestern des Erlösers, übernehmen. Das von Barthel Kiesel in diesem Zusammenhang zur Verfügung gestellte Vermögen wurde durch Schenkungen einer anonymen Spenderin ergänzt.

Zur gleichen Zeit wurde das alte Kindergartengebäude unter dem neu gegründeten St.-Johannis-Verein auf Grund der sich verändernden Anforderungen durch einen Neubau ergänzt.

Am 29. Juni 1907 wurde der Beschluss zum bereits 1903 angedachten Neubau des Schulgebäudes gefällt, der durch Mittel des Schulbaufonds und aus dem Reservefonds der Gemeindekasse finanziert wurde. Die Einweihung der unter dem Bad Kissinger Architekten Carl Krampf errichteten Schulgebäudes erfolgte im Oktober 1910.

Im Jahr 1911 entstanden der Schützenverein und der Turn- und Sportverein.

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurden die Rebpflanzen, die in Form von Weinbau wesentlich zu den wirtschaftlichen Verhältnissen in Nüdlingen beitrugen, von Rebläusen befallen und mussten durch andere Kulturen ersetzt werden. Auf Grund der ablehnenden Haltung der Bürger gegen den Bau einer Wasserleitung wurden die Brunnen der Gemeinde auf Grundlage eines Gutachtens des Würzburger Chemikers Dr. Hingerling mit Gemeindebeschluss vom 21. August 1910 tiefer gebohrt und verdichtet.

Erster Weltkrieg und Weimarer Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Grund der hohen Arbeitslosigkeit im Ort nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges beantragte die organisierte Arbeiterschaft die Ausführung von Notstandsarbeiten. Der Antrag wurde am 30. Dezember 1914 zunächst abgelehnt; die Gemeinde verwies in ihrer Begründung auf den damaligen Wohlstand des Ortes. Notstandsarbeiten setzten im Ort aber später ein, wie im Wegebau und bei der Anlage von Kulturen; sie endeten im Jahr 1926. Ebenfalls mit Verweis auf den Reichtum der Gemeinde erschien es der Gemeinde als aussichtslos, beim Reich einen Zuschuss zur Arbeitslosenunterstützung zu beantragen. Die Gemeinde unterstützte bedürftige Bürger nicht mit Geld-, sondern mit Sachleistungen in Form von Brot, Kartoffeln und Holz. Vor der im Jahr 1917 durchgeführten Beschlagnahmung der Kirchenglocken blieb lediglich die Marienglocke verschont. Ende 1919 wurden die aus dem Krieg heimgekehrten Nüdlinger Bürger mit einer Begrüßungsfeier geehrt. 65 Männer aus dem Ort waren gefallen.

Am 1. Mai 1920 wurde die fünfte Schulstelle im Ort besetzt. Im selben Jahr wurden die Kirchenglocken ersetzt sowie am 9. April 1920 eine siebenpferdige Dampflokomotive mit einer sechspferdigen Dreschmaschine angeschafft. Nach einer Abstimmung der Bürgerversammlung vom 3. April 1921 mit 361 zu 36 Stimmen beschloss die Gemeinde am 7. April 1921 den Bau eines Elektrizitätswerks unter der Oberaufsicht von Ing. Fenn von der bayer. Zentral-Darlehenskasse München, Zweigniederlassung Würzburg, Elektrizitätsabteilung. Stromdiebstahl wurde mit einer Konventionalstrafe von 1.000 Mark und einer Anzeige geahndet.

Im Dezember 1921 wurde die alte Kirchturmuhr, die nur ein Zifferblatt an der Nordseite des Turmes hatte und zudem jeden Tag neu aufgezogen werden musste, durch eine neue Kirchturmuhr mit vier Zifferblättern ersetzt.

Ab 1922 verschlechterte sich durch die Geldentwertung die finanzielle Situation Nüdlingens. Auch der Verkauf von Kriegsanleihen sowie sämtlicher Pfandbriefe verlor durch die Inflation von 1923 seine Wirkung. Im Jahr 1924 hatte die Gemeinde Schwierigkeiten, ihre Bediensteten zu bezahlen; der geplante Bau der Wasserleitung musste bis 1935 zurückgestellt werden.

Im Jahr 1924 machte die Kirchenverwaltung ein Mitbenutzungsrecht an den Räumlichkeiten der 1. Schule geltend, da der 1. Lehrer von Nüdlingen auch als 1. Heiligenmeister beziehungsweise 1. Kirchendiener sowie als Organist tätig war. Es kam zu einem Kompromiss, in dessen Rahmen die Gemeinde sich verpflichtete, die St.-Kilians-Kirche unentgeltlich mit elektrischem Licht zu versorgen sowie jährlich 100 Goldmark an die Kirchenkasse zu zahlen, und die Kirchenverwaltung auf ihren Mitbenutzungsanspruch an der 1. Schule verzichtete.

Bedingt durch die sich bessernde Wirtschaftslage zwischen 1925 und 1927 konnte die Gemeinde am 21. Januar 1925 die Errichtung eines eigenen Brauhauses in Nüdlingen beschließen und im Jahr 1927 das alte, inzwischen unzureichend gewordene Kindergartengebäude in der Rochushöhle durch einen Neubau in der Wermerichstraße ersetzen.

Im Jahr 1927 entstand eine Kraftpostlinie, die von Bad Kissingen über Nüdlingen und Münnerstadt nach Großwenkheim führte.

Im Jahr 1928 wurden die drei schadhaften Prozesskirchlein an der Ümpfing-, der Brunn- und in der Kapellenstraße instandgesetzt; zwanzig Jahre später mussten die Kapellchen in der Ümpfing- und der Brunnstraße wegen erneuter Schäden abgerissen werden. Im Jahr 1929 fand eine Instandsetzung des Tor- oder Schulturms, des Rests des einstigen Castrums, statt. Im Jahr 1930 musste die Verbindungsstraße nach Haard wegen ihres desolaten Zustandes erneuert werden. Der Bau einer neuen Ortsstraße zwischen der Hauptstraße und der Neubaustraße sowie der Ausbau der Verbindungsstraße zwischen Nüdlingen und Hausen im Jahr 1932 wurden wegen der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage als Notstandsarbeiten durchgeführt.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der Zeit des „Drittes Reiches“ wurden Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg am 10. Mai 1933 zu Ehrenbürgern von Nüdlingen ernannt. Eine Mehrheit von konservativen Gemeinderäten im Gemeinderat verhinderte aber die Benennung aller Straßen Nüdlingens nach NS-Führern, so dass lediglich die Ortsdurchfahrt nach Hitler und die neue Straße zwischen Hauptstraße und Neubaustraße nach Hindenburg benannt wurden.

Bis auf ein Gemeinderatsmitglied, das bereits Parteigenosse war, wurden alle Gemeinderatsmitglieder durch neun NS-treue Gemeinderäte ersetzt. Der Antrag dieses neu zusammengesetzten Gemeinderates vom 20. Oktober 1933, Pfarrer Zufraß zu versetzen, scheiterte jedoch, als dieser nach einer kurzen freiwilligen Abwesenheit in Nüdlingen blieb.

In den Jahren 1935 und 1938 mussten in der St.-Kilian-Kirche Schäden beseitigt werden, die durch Sporenbildung des Milchpilzes entstanden waren. In der Zwischenzeit fanden zahlreiche Instandsetzungsarbeiten an der Innenausstattung der Kirche statt. Die Kirchenstiftung scheiterte am 19. September 1935 mit ihrem an die Gemeinde gerichteten Antrag auf finanzielle Unterstützung, da die Gemeinde bereits 6.000 Reichsmark für die Verbreiterung der Ortsdurchfahrt aufwenden musste. Im Rahmen dieser Verbreiterung der Ortsdurchfahrt wurde der vor dem Anwesen Josef Emmert, 163 1/3, befindliche Bildstock von 1595, der älteste Bildstock des Ortes, durch die Bildhauer Karl Hümmler und Ignaz Koch in Stand gesetzt und an den Aschacherweg versetzt. Der bereits 1907 angedachte Bau einer Wasserversorgungsanlage, der dann aber am Widerstand der Bevölkerung, dann am Ausbruch des Ersten Weltkrieges und schließlich an der Inflation von 1923 scheiterte, wurde am 2. März 1933 beschlossen und am 30. April 1934 begonnen. Am 26. Mai 1935 konnte die Wasserleitung eingeweiht werden. Da die Gemeinde im Jahr 1937 an der Flurgrenze Rottershausen ein Stück Gemeindewald mit guter Bodenqualität für die Errichtung einer Muna abtreten musste, erhielt sie eine Entschädigung von insgesamt 1.000 Reichsmark pro Hektar.

Mit Beschluss vom 24. März 1938 wurde das alte, ursprünglich als Bauernhaus angelegte Rathaus durch einen Neubau ersetzt, der den sich wandelnden Ansprüchen beispielsweise durch die steigende Einwohnerzahl gerecht werden sollte. An der Errichtung des Rathauses in der Ortsmitte an der B 287 waren gänzlich Firmen aus Nüdlingen beteiligt. Die Kosten in Höhe von 100.000 Reichsmark wurden mit der Entschädigung finanziert, die die Gemeinde für die Abtretung des Waldgrundstücks im Rahmen der Errichtung der Muna erhalten hatte. Weiterhin diente die Entschädigung zur Tilgung von Restschulden für die 1935 errichtete Wasserleitung, für den Bau eines Zuchttierstalls in der Haardstraße, eines Jugendheimes am Wurmerich sowie zweier Brücken innerhalb des Ortsgebiets.

Im Jahr 1938 wurde eine neue Zuchttierstallung errichtet, da der schlechte Zustand der alten Stallungen die Verbreitung der Maul- und Klauenseuche im Ort begünstigt hatte. Ein am 28. Februar 1939 beschlossener Bebauungsplan zur Errichtung einer Wohnsiedlung kam jedoch nicht zur Ausführung.

Die ersten Monate des Zweiten Weltkrieges bis zum Februar 1940 waren durch außerordentlich tiefe Temperaturen geprägt, die einen Großteil der Ernte vernichteten. Die plötzlich eintretende Schwüle im März führte am 15. März 1940 zu einem Gewitter mit Sturm, der zahlreiche Dächer im Ort, auch das Kirchendach, abdeckte. Ein erneutes Gewitter folgte am Abend des 18. April 1940. Eine Trockenheit bis Anfang Juli beeinträchtigte die Ernte. Auch der Winter 1941/42 war von strenger Kälte sowie starkem Schneefall geprägt.

Der Krieg machte sich mit den ersten Fliegeralarmen in den Nächten vom 21. zum 22. August 1940 und vom 4. zum 5. September 1940 bemerkbar. Ab dem 22. Januar 1941 nahm Nüdlingen Kinder und Mütter aus Westfalen, dem Rheinland und dem Wuppertal auf.

Für Unmut sorgte die Entfernung der Nüdlinger Schulkreuze bei Schulbeginn 1941. Es kam zu Protesten mehrerer Bürger beim Bürgermeister; dieser verwies jedoch lediglich auf den Landrat. Dieser bat die Abordnung von 120 Nüdlinger Bürgerinnen, geduldig auf die Antwort der Regierung zu warten, die bereits von ihm benachrichtigt worden sei. Die Frauen gaben ihren Widerstand jedoch nicht auf; mit Spenden wurden in Bad Kissingen vier neue Kreuze gekauft. Nach einer Regierungsentscheidung vom 29. August 1941 erhielt Nüdlingen seine Schulkreuze zurück; die neuen Kreuze gingen an die Spender. Das mutige Auftreten der Frauen fand Anerkennung in Bad Kissingen.

Anfang Januar 1942 gab es einen Mangel an Arbeitskräften vor allem in der Landwirtschaft, als viele Männer aus Nüdlingen zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Im August dieses Jahres stiegen die Temperaturen auf bis zu 45 Grad im Schatten. Am 23. März 1943 wurden die drei schwersten Glocken der Pfarrkirche zwecks Einschmelzung zur Waffenherstellung beschlagnahmt. Ebenfalls im Jahr 1943 gab es in Nüdlingen zwei Brände, die sechs Scheunen mit Nebengebäuden und zwei Stallungen zerstörten. In den Jahren 1942/43 wurde die Sebastianikapelle erneuert. Die Bauarbeiten für das Jugendheim, die 1939 begonnen worden waren, mussten jedoch wegen Finanzierungsschwierigkeiten und Materialmangel vorübergehend ausgesetzt werden und wurden erst Ende 1944 vollendet; das Gebäude diente nun als Wohnhaus mit acht Wohnungen.

Die kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges einsetzende Aufnahme von 300 Heimatvertriebenen stellte eine Herausforderung an die Wohnungssituation im Ort dar. 109 Nüdlinger Bürger fielen im Krieg, 46 wurden als vermisst verzeichnet. Die Namen der Gefallenen und der Vermissten sind an der Sebastianikapelle eingetragen. Im August 1945 wurde der bisherige Gemeinderat auf Anordnung der Militärregierung aufgelöst.

Nüdlingen nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Kriegsende kamen immer mehr Heimatvertriebene aus dem Sudetenland, Schlesien und Ungarn nach Nüdlingen. Die Regierung organisierte die Unterkunft der Heimatvertriebenen in jedem verfügbaren Wohnraum im Ort, was zu vereinzeltem Unmut seitens jener Nüdlinger Bürger führte, die diesen Wohnraum zur Verfügung stellen mussten. Doch gelang mit der Zeit die Integration der Heimatvertriebenen beispielsweise durch gemeinsame gesellschaftliche Aktivitäten. Die Heimatvertriebenen bekamen Nahrungsmittel und Waren des Alltagsbedarfes zugewiesen sowie pachtweise den Gänserasen bis zur Quelle zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Bald wurde auch Gartenland jenseits der Quelle von den Heimatvertriebenen bewirtschaftet.

Durch die Währungsreform vom 21. Juni 1946 verlor die Gemeinde Nüdlingen einen Betrag von 363.266,27 RM, in dem ein Großteil der Entschädigung für das Waldstück zum Bau der Muna enthalten war. Vergeblich bemühte sich die Gemeinde vor der Währungsreform, das Waldstück zurückzuerwerben.

Der Wirtschaftsaufschwung nach der Währungsreform ermöglichte im Jahr 1948 eine Fortsetzung der 1946 begonnenen Arbeiten zum Bau einer Leichenhalle, die 1949 vollendet war; ferner wurde der Pfarrhof instandgesetzt. Im Jahr 1949 wurden die im Krieg beschlagnahmten drei Kirchenglocken durch neue, am 8. Dezember 1949 geweihte Glocken ersetzt, deren Gesamtkosten in Höhe von 18.000 DM teilweise durch einen Gemeindezuschuss und teilweise durch Spenden finanziert wurden. Auf Grund von Schadhaftigkeit musste die von Pfarrer Erhard 1867 errichtete Marienstatue im Jahr 1949 durch eine Madonnenstatue aus Kunststein ersetzt.

Am 1. April 1948 wurde der Bad Kissinger Architekt Rinneberg mit der Erstellung eines Bebauungsplanes für die Flurabteilungen Grau und Wurmerich beauftragt, doch auf Grund von Verzögerungen bei der behördlichen Genehmigung konnte das Gebiet beim Wurmerich nur allmählich bebaut werden.

Mit einem Beschluss des Gemeinderates vom 4. November 1950 wurde die Nachtwache, deren Wachlokal sich zunächst im Anbau an der östlichen Giebelseite des Fachwerkbaues der 1. Schule und dann im neuen Rathaus befunden hatte, am 1. Januar 1951 durch einen neu stationierten Polizeiposten ersetzt. Wie bereits in den Jahren 1928 und 1938/39 scheiterte auch am 6. Dezember 1950 ein von der Gemeinde beschlossener Antrag auf Eingliederung Nüdlingens an den Finanzamtsbezirk Bad Kissingen.

Wegen Mangels an geeigneten Standorten scheiterten 1951 der Bau einer Turnhalle und 1952 der Bau eines Schwimmbads; aus dem gleichen Grund konnte die 1952 geplante Anlage eines Feuerlöschweihers erst elf Jahre später umgesetzt werden. Im Jahr 1954 wurde am Standort der alten Schulscheune eine Feuerlöschgerätehalle samt modernem Schlauchtrockenturm errichtet. Am 25. September 1953 beschloss der Gemeinderat wegen steigender Schülerzahlen den Bau einer neuen Schule.

Die Friedenskapelle.

Ebenfalls 1953 wurde aus Anlass des 500-jährigen Bestehens der Nüdlinger Pfarrei die St. Kilian-Kirche renoviert. Der zuletzt 1991 renovierte Kreuzweg entlang der Wurmerischstraße musste wegen Baufälligkeit bis auf einen kleinen Rest entfernt werden, der in der Folgezeit jedoch auch verfiel. Andererseits wurde im Jahr 1955 entlang der Mauer des Nüdlinger Friedhofs ein neuer Kreuzweg errichtet. Im Jahr 1956 entstand ein neues Pfarrheim als Anbau an das Pfarrhaus. Im Jahr 1958 wurde unter tatkräftiger Unterstützung der gesamten Bevölkerung am Südwesthang des Osterberges die Friedenskapelle errichtet.

In den 1960er Jahren kam es in Nüdlingen zu verstärkter Bautätigkeit. So entstand unter anderem ab 1960 die Ortskanalisation; am 4. Oktober 1963 folgte die Inbetriebnahme einer Kläranlage. Am 29. September 1963 konnte der 1. Bauabschnitt der neuen Nüdlinger Schule am Hang des Schloßbergs eingeweiht werden; am 4. Oktober 1970 war der Bau der Schule mit der Einweihung des 3. Bauabschnitts vollendet. Zahlreiche Nüdlinger Straßen entstanden in den 1960er Jahren; andere wurden erweitert. Im Jahr 1967 wurde die Ortsdurchfahrt, ein Teilstück der B 287 asphaltiert. Gleichzeitig machte sich ein Rückgang der Landwirtschaft bemerkbar; bedingt einerseits durch die nachlassende Rentabilität und andererseits durch die steigende Bebauung des Ortes mit Wohngebieten wurde nun nur noch etwa die Hälfte der Ortsfläche landwirtschaftlich genutzt.

Unter Pfarrer Leidner entstand 1959 die katholische Werkvollgemeinschaft von Nüdlingen, die bald größte Werkvollgruppe im Landkreis. Sie bot unter anderem Veranstaltungen für die älteren Bürger des Ortes sowie Vortragsabende an. Daneben gründeten sich im Ort der Burschenverein, der sich bald in Heimatverein umbenannte und das auch außerhalb Nüdlingens bekannte Bergfest ins Leben rief, sowie der Elferrat, der Sportschützenverein Nüdlingen und weitere Vereine. Andererseits markierte die Entfernung der Glocke vom Dachreiter des Gasthauses Zum Stern, mit deren Hilfe im Ort Gefahren wie Unfälle, Feuer und Hochwasser bekannt gegeben wurden, ein Ende des bisherigen Brauchtums und der alten Trachten, an die von nun an lediglich in Rosenmontags- und Erntedankfestumzügen erinnert wurde.

Im Jahr 1960 führte der Würzburger Bischof Josef Stangl eine Visitation in Nüdlingen durch und firmte in diesem Rahmen 112 Kinder. Mit Beschluss vom 21. Dezember 1961 bekam die Nüdlinger Kirche im Jahr 1962 ein elektrisches Geläut. Mit dem Geläut wurden eine neue Turmuhr sowie neue Zifferblätter installiert. Auf Initiative des Würzburger Dombaumeisters Hans Schädel begannen 1963 die Arbeiten zur Instandsetzung der instabil gewordenen Kirchendecke. Gleichzeitig wurde eine erneut nötig gewordene Erweiterung der Kirche durchgeführt, in deren Zusammenhang ein mannshohe Christusfigur im Altarraum angebracht wurde, die nach Aussage einer Nüdlinger Bürgerin einst als Feldkreuz gedient haben soll. Diese Vermutung ist laut Aussage von Heimatforscher Ernst Pillich jedoch unwahrscheinlich; die Vorgeschichte des Kreuzes ist unklar.[3]

Am 1. August 1961 wurden Nüdlingen und Haard nach mehreren entsprechenden Anträgen im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte in den Finanzamtsbezirk Bad Kissingen aufgenommen.

Während Kanalisationsbauarbeiten in der Münnerstädter Straße im Zuge der Erweiterung des durch Nüdlingen verlaufenden Teilstücks der B 287 wurde ein unterirdischer Gang entdeckt, der vom Anwesen Döpfert, dem ehemaligen Gasthaus zur Post, in südöstliche Richtung führte. Der weitere Verlauf des Ganges konnte nicht mehr rekonstruiert werden, da dieser, als er bereits 1935 beim Bau der Wasserleitung freigelegt worden war, teilweise verschüttet wurde. Die volkstümliche Überlieferung, es handle sich bei dem Gang um einen Fluchtweg der Burg Hunberg, ist aus historischer Sicht nicht erwiesen. Im Rahmen der Erweiterung der Ortsdurchfahrt musste das Kriegerdenkmal für die Kriege von 1866 und von 1870/71 entfernt werden.

Am 22. September 1966 wurde die Einführung einer Müllabfuhr in Nüdlingen beschlossen. Der für den 1. Januar 1967 geplante Beginn der Müllabfuhr musste auf Grund von Verzögerungen bei der Abfassung der Satzung und bei den Verhandlungen mit der für den Müllabtransport zuständigen Firma auf den 6. Mai 1967 verschoben werden. Ebenfalls 1967 wurde neues Bauland erschlossen, und zwar an der westlichen Grenze des Ortes für Industrie- und landwirtschaftliche Zwecke und an der südwestlichen und nördlichen Grenze für Wohnzwecke.

Der erste Pfarrgemeinderat der Gemeinde Nüdlingen-Haard entstand im Februar 1968 und bestand aus 17 Mitgliedern.

Am 21. Juni 1971 begann in Nüdlingen und Haard die Flurbereinigung und war Ende der 1980er Jahre vollendet. In den 1970er Jahren wurde die Kläranlage erneuert (1975) und neue Wohngebiete erschlossen (1974 und 1975).

Am 1. Januar 1972 wurde Haard im Rahmen der Gemeindegebietsreform Ortsteil von Nüdlingen, nachdem sich die Bürger von Haard mit 269 von 300 abgegebenen gültigen Stimmen für die Eingemeindung nach Nüdlingen ausgesprochen hatten. Der Plan, Nüdlingen nach Bad Kissingen einzugemeinden, war vom Gemeinderat abgelehnt worden. Auf Grund der durch die Gebietsreform anfallenden Kommunalwahlen am 11. Juni 1972 fand die 1200-Jahr-Feier von Nüdlingen mit einjähriger Verspätung im Jahr 1973 statt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 3.244 Einwohner, davon 610 in Haard
  • 1970: 3.570 Einwohner, davon 693 in Haard
  • 1987: 3.520 Einwohner
  • 1991: 3.760 Einwohner
  • 1995: 4.037 Einwohner
  • 2000: 4.210 Einwohner
  • 2005: 4.257 Einwohner
  • 2010: 4.155 Einwohner
  • 2015: 3.934 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 hat der Gemeinderat 16 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 69 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CSU     6 Sitze  (36,37 %)
  SPD 3 Sitze  (19,28 %)
  Unabhängige Wählergruppe Haard 3 Sitze  (19,06 %)
  Wählergemeinschaft Bürgerblock e. V. 3 Sitze  (15,87 %)
  Junge Liste Nüdlingen 1 Sitz (9,43 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Harald Hofmann (CSU). Er wurde im Jahr 2014 Nachfolger von Günter Kiesel (CSU).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blasonierung: In Rot schräg gekreuzt ein goldenes Schwert und ein goldener Pfeil, belegt mit einer silbernen Bischofsmütze.
  • Wappengeschichte: Fürstbischof Friedrich von Wirsberg verlieh dem Ort 1570 ein Wappen, das auch im Gemeindesiegel geführt wurde. Im Wappen weisen die Farben Silber und Rot und die Bischofsmitra auf die einstmalige Zugehörigkeit zum Hochstift Würzburg hin. Das Schwert steht für ein Dorfgericht, das wahrscheinlich in Nüdlingen bestanden hat. Die Bedeutung des Pfeils ist nicht bekannt. Im Lauf der Zeit wurde das Wappen vergessen und erst 1963 wieder angenommen. Wappenführung mit Genehmigung des Bayerischen Innenministeriums vom 16. September 1963.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nüdlinger Trachten (Kiliani-Festzug 2015)

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.417.000 Euro, davon waren umgerechnet 42.000 Euro (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 19, im produzierenden Gewerbe 392 und im Bereich Handel und Verkehr 116 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 151 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1471. Im verarbeitenden Gewerbe gab es sechs Betriebe, im Bauhauptgewerbe deren zwölf. Im Jahr 1999 bestanden 39 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1451 Hektar, davon waren 1284 Hektar Ackerfläche und 163 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Nüdlingen führt die B287 als Verbindung von Hammelburg nach Münnerstadt und zur B19 Richtung Schweinfurt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 gab es folgende Einrichtungen:

  • Die katholischen Kindergärten "Haus für Kinder" in Nüdlingen und Haard mit 175 Kindergartenplätzen und 171 Kindern
  • Die Volksschule Nüdlingen mit 22 Lehrern und 241 Schülern[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberhäupter von Nüdlingen seit 1813[5]
Name Amtsbezeichnung Amtszeit
Peter Kiesel Vorsteher 1813–1823
Johannes Hammelmann 1823–1835
Michel Braun 1835–1. Oktober 1848
Thomas Schmitt 1. Oktober 1848–1. Oktober 1854
Leonhard Wilm 1. Oktober 1854–1. Oktober 1866
Thomas Schmitt 1. Oktober 1866–31. Dezember 1869
Lutz Johann Bürgermeister 1. Januar 1870–31. Dezember 1881
Franz Wilm 1. Januar 1882–31. Dezember 1887
Paulus Schäfer 1. Januar 1888–31. Dezember 1893
Michael Müller 1. Januar 1894–31. Dezember 1899
Paulus Schäfer 1. Januar 1900–31. Dezember 1905
Wilhelm Kiesel 1. Januar 1906–31. Dezember 1911
Gottfried Schäfer 1. Januar 1912–31. Dezember 1919
Gerhard Hofmann 15. Juni 1919–31. Dezember 1930
Gottfried Schäfer 1. Januar 1931–30. April 1939
Gerhard Hofmann 15. Juni 1919–31. Dezember 1930
Erhard Memmel 1. Mai 1939–31. Januar 1943
Richard Wilm 1. Februar 1943–25. August 1945
Franz Kiesel 26. August 1945–27. Januar 1946
Ludwig Kiesel 27. Januar 1946–25. Mai 1948
Thomas Kiesel 26. Mai 1948–1. Oktober 1949
Anton Weber 1. Oktober 1949–8. Oktober 1950
Erhard Memmel 8. Oktober 1950–30. April 1966
Franz Nicolai 1. Mai 1966–1984
Adalbert Kiesel 1984–2002
Günter Kiesel 2002–2014
Harald Hofmann 2014–heute

Pfarrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrer von Nüdlingen[6]
Name Amtszeit
unbekannt 1453–1570
Johann Höflein 1570–1573
Johann Körber, Wolfgang Zentgraf, Johann Kramer 1573–1609
unbekannt 1609–1654
Peter Schlereth 1654–1664
Johann Ankenbrand 1664–1669
Josef Mich. Franz 1669–1672
Eucharius Mühlfeld 1672–1678
Johann Georg Kirchner 1678–1724
Johann Harth 1724–1746
Adam Lutz 1746–1751
Valentin Werner 1751–1772
Georg Mötzel 1772–1774
Johann Rausch 1774–1783
Eugen Glaubrecht 1783–1789
Franz Korb 1789–1790
Bernhard Kast 1790–1810
Johann Adam Göpfert 1810–1825
Johann Sartorius 1825–1833
Reinhard Metz 1833–1846
Michael Erhard 1846–1867
Andreas Michel 1867–1872
Georg Bettinger 1872–1887
Adam Treubert 1887–1908
Augustin Hirsch 1908–1916
Adalbert Knapp 1916–1926
Wilhelm Zufraß 1926–1955
Baptist Leidner 1956–1977
Matthias Konrad 1977–1990
Andreas Bracharz 1990–
Otto Englert –2000
Dominik Kesina 2001–

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrer Wilhelm Zufraß, Ernennung 1955
  • Oberlehrer i. R. Artur Troll, Ernennung 1961
  • Altbürgermeister Erhard Memmel, Ernennung 1966
  • Josef Hümmler, Ernennung 2004
  • Oskar Hein, Ernennung 2013
  • Adalbert Kiesel, Ernennung 2017

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Pillich: 1200 Jahre Nüdlingen, 1972
  • Gemeinde Nüdlingen (Hrsg.): Nüdlingen im Bäderlandkreis Bad Kissingen
  • Gemeinde Nüdlingen (Hrsg.): Unsere Großgemeinde Nüdlingen – Gemeinde Nüdlingen mit ihrem Gemeindeteil Haard, 1976
  • Bonaventura Andres: Historische Nachrichten von der Pfarrei Nüdlingen im Bisthume Würzburg, Landkapitel Münnerstadt, 1804. 2. Ausgabe. Bearbeitet von Heinz Gauly. Selbstverlag, Salz 2002.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nüdlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111111/232501&attr=OBJ&val=1573
  3. Ernst Pillich: 1200 Jahre Nüdlingen, 1972, S.113
  4. Homepage der Volksschule. Schülerzahl. Abgerufen am 18. November 2010.
  5. Ernst Pillich: 1200 Jahre Nüdlingen, 1972, S. 147
  6. Ernst Pillich: 1200 Jahre Nüdlingen, 1972, S. 146