Nürnberger Spielwarenmesse

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Nürnberger Spielwarenmesse 2016 - Eingang Ost
Nürnberger Spielwarenmesse
Karnevalsartikel
Verspielte Standaufbauten

Die Spielwarenmesse ist die weltgrößte Fachmesse der Spielwarenbranche. Sie ist nur für Fachbesucher der Spielwarenbranche, Pressevertreter und geladene Gäste zugänglich. Der jeweils amtierende bayerische Ministerpräsident, der gleichzeitig Schirmherr ist, eröffnet die sechstägige Fachmesse jährlich Anfang Februar. Rund 2.800 Aussteller aus mehr als 60 Ländern stellen auf der Messe ihre Neuheiten vor.[1] Im Jahr 2014 besuchten die Messe rund 76.000 Fachhändler und Einkäufer, 56 Prozent davon aus dem Ausland.[2] Der Veranstalter der Spielwarenmesse ist die „Spielwarenmesse eG“ mit Sitz in Nürnberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Zweiten Weltkrieg war die Leipziger Messe der wichtigste Treffpunkt der Spielwarenindustrie. Durch die deutsche Teilung wurde dieser Standort aber unattraktiv. 1949 beschlossen Carl Ehmann (Märklin), Arno Drottboom (Vereinigung Deutscher Spielwarenhändler), Hans Mangold (Gama) und Ernst Th. Horn (Arbeitsgemeinschaft Spielzeugindustrie) eine deutsche Fachmesse für Spielwaren zu etablieren. Als Standort der neuen Messe wurde, wegen ihrer Tradition als Spielzeugstadt, Nürnberg gewählt. [3]

Die erste Deutsche Spielwarenfachmesse fand vom 12. bis 18. März 1950 statt, es beteiligten sich 351 Aussteller und 4.321 Facheinkäufer. Das Messegelände mit einer Fläche von 3.000 m2 erstreckte sich auf das Wieselerhaus, das Gemeindehaus Maxfeld, das Gewerbemuseum, das Rot-Kreuz-Gebäude Maxfeld und zwei Zelthallen. [4] Aufgrund des großen Erfolges gründeten am 11. Juli 1950 46 Spielwarenhersteller eine eingetragene Genossenschaft für die Organisation der Messe.[5][6] Seitdem findet die Messe jährlich statt.

1951 änderte die Spielwarenmesse ihr Logo. 1950 wurde in Anlehnung an die Türme der Nürnberger Stadtmauer ein einzelner Turm verwendet. Das neue Logo zeigt einen Turm auf einem Schaukelpferd. Dieses Zeichen wird in Variationen bis heute verwendet. [7]

1958 wurde das Angebot um internationale Aussteller erweitert. Im Zuge dessen wurde der Name der Messe geändert. Sie hieß nun "Internationale Spielwarenmesse Nürnberg".

1973 zog die Spielwarenmesse ins neu erbaute Nürnberger Messezentrum ein. Damit vergrößerte sich die Ausstellungsfläche von 35.000 auf 52.000 m2.[7]

1997 wurde der Name der Messe zu "Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg" geändert.

2009 feierte die Spielwarenmesse ihr 60. Jubiläum. Dabei waren auch 44 Aussteller zum sechzigsten Mal mit einem Stand vertreten.[8][7] Die Ausstellungsfläche umfasst inzwischen 160.000 m2.[9]

2013 Das Wort "Spielwarenmesse" ist eine geschützte Marke in Deutschland und die Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg heißt ab sofort einfach nur "Spielwarenmesse"[10].

Themen der Aussteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Spielwarenmesse werden jedes Jahr etwa eine Million Produkte präsentiert, darunter an die siebzig tausend Neuheiten. Die Messe ist in insgesamt zehn Produktgruppen unterteilt. Dies sind (Stand: Spielwarenmesse 2010):[9]

Messe-Neuheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2004 werden auf der Spielwarenmesse Messe-Neuheiten als „ToyInnovations“ ausgezeichnet. Die prämierten Produkte heben sich aufgrund ihres Innovationsgrades, Produktkonzeptes und ihrer Kreativität und Spielidee von anderen Neuheiten ab. Eine Jury aus Branchenvertretern ermittelt die Sieger in acht Kategorien (Stand: Spielwarenmesse 2010):[11]

  • Trend + Lifestyle
  • Emotion + Erlebnis
  • Kreativität + Design
  • Elektronik + Technik
  • Wissen + Lernen
  • Fun + Sport
  • Spiel + Action
  • Ökologie + Umweltbewusstsein

Spielwarenmesse eG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Veranstalterin der Spielwarenmesse ist die Spielwarenmesse eG. Sie wurde am 11. Juli 1950 unter dem Namen "Deutsche Spielwaren-Fachmesse eGmbH" von insgesamt 46 Firmen gegründet. 1958 erfolgte die Umbenennung in "Spielwarenmesse eGmbH", 1973 schließlich in "Spielwarenmesse eingetragene Genossenschaft". Als Organe fungieren der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Generalversammlung.[5]

2010 gründete die Spielwarenmesse eG ein hundertprozentiges Tochterunternehmen, die "Spielwarenmesse (Shanghai) Co., Ltd.". Diese soll sich künftig um die chinesischen Aussteller auf der Spielwarenmesse kümmern.[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Spielwarenmesse Nürnberg eG (Hrsg.): 50 Jahre Spielwarenmesse Nürnberg. Geschichte eines Erfolges. Fränkischer Tag, Bamberg 1998, ISBN 3-922926-40-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nürnberger Spielwarenmesse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ausstellerbroschüre 2017. Spielwarenmesse eG, abgerufen am 09.06.2016 (deutsch).
  2. nordbayern.de: Spielwarenmesse endet mit sattem Besucherplus. 3. Februar 2014, abgerufen am 17. Mai 2014.
  3. Spielwarenmesse Nürnberg eG (Hrsg.): 50 Jahre Spielwarenmesse Nürnberg. Geschichte eines Erfolges. Fränkischer Tag, Bamberg 1998, S.10
  4. Spielwarenmesse Nürnberg eG (Hrsg.): 50 Jahre Spielwarenmesse Nürnberg. Geschichte eines Erfolges. Fränkischer Tag, Bamberg 1998, S.40
  5. a b Spielwarenmesse Nürnberg eG (Hrsg.): 50 Jahre Spielwarenmesse Nürnberg. Geschichte eines Erfolges. Fränkischer Tag, Bamberg 1998, S.12
  6. Artikel aus NN-online vom 20. Dezember 2008
  7. a b c Historie der Spielwarenmesse Nürnberg
  8. Report zur Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg 2009 (PDF; 335 kB)
  9. a b Die Spielwarenmesse auf einen Blick
  10. Spielwarenmesse eG: Spielwarenmesse eG: Die Unternehmensgeschichte. In: www.spielwarenmesse-eg.de. Abgerufen am 9. Juni 2016.
  11. Webseite von ToyInnovation
  12. ToyNews Online zur Gründung der Spielwarenmesse Shanghai

Koordinaten: 49° 25′ 3″ N, 11° 7′ 4″ O