N’Gourti

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Landgemeinde N’Gourti
Landgemeinde N’Gourti (Niger)
Landgemeinde N’Gourti
Landgemeinde N’Gourti
Koordinaten 15° 20′ N, 13° 12′ O15.33083333333313.200555555556Koordinaten: 15° 20′ N, 13° 12′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Diffa
Departement N’Gourti
Einwohner 51.767 (2012)

N’Gourti (amtliche Schreibweise;[1] auch Ngourti) ist eine Landgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements N’Gourti in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Oase Agadem im Gemeindegebiet von N’Gourti

N’Gourti liegt im Südosten des Landes in der nördlichen Sahelzone und der Wüste Sahara. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagshöhe liegt bei unter fünf Millimetern.[2] In geologischer Hinsicht befindet sich die Gemeinde in einem dem Erdzeitalter Quartär zugerechneten Gebiet.[3] Der kleine, in einer Niederung gelegene Garnisonsort der nigrischen Armee ist von hohen Dünen umgeben. Das Gemeindegebiet ist in 23 administrative Dörfer, ein traditionelles Dorf, 16 Weiler, 21 Lager und 118 Wasserstellen gegliedert.[4] N’Gourti grenzt im Osten an den Nachbarstaat Tschad. Die Nachbargemeinden in Niger sind Bilma, Dirkou und Fachi im Norden, N’Guigmi im Südosten, Kabléwa im Süden, Foulatari im Südwesten und Tesker im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Gründung des Orts gibt es verschiedene einander widersprechende Legenden. Der Ortsname N’Gourti leitet sich vom Kanuri-Wort n’gurtu ab, das „Flusspferd“ bedeutet.[2] 1964 gliederte eine Verwaltungsreform Niger in sieben Departements, die Vorgänger der späteren Regionen, und 32 Arrondissements, die Vorgänger der späteren Departements. N’Gourti wurde dem neu geschaffenen Arrondissement N’Guigmi zugeschlagen, erhielt jedoch den Status eines Verwaltungspostens (poste administratif) im Gebiet des Arrondissements. Verwaltungsposten waren besondere Gebietseinheiten eine Ebene unterhalb von Arrondissements, die als eine Art Vorstufe zu einer späteren Umwandlung in ein eigenes Arrondissement galten.[5] 1998 wurden die bisherigen Arrondissements Nigers in Departements umgewandelt.[6] Der Verwaltungsposten von N’Gourti wurde 2011 aus dem Departement N’Guigmi herausgelöst und zum Departement N’Gourti erhoben.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Im Dürre-Jahr 1984 stieg die Einwohnerzahl des Orts sprunghaft an.[2] Bei der Volkszählung 2001 hatte N’Gourti 21.045 Einwohner.[8] Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 51.767.[9] N’Gourti ist eine Sprachgrenze für die zwei Sprachen der Volksgruppe der Tubu: Nördlich des Orts wird Tedaga gesprochen, südlich davon Dazaga.[10] Die zweitgrößte Volksgruppe, nach den Tubu, stellen Araber, die sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts in der Region ansiedelten, gefolgt von Fulbe. Die Tubu, Araber und Fulbe von N’Gourti haben überwiegend eine nomadische Lebensweise. Außerdem leben Minderheiten von Hausa und Zarma in der Gemeinde.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Zwischen der Wüste im Norden und einer schmalen Zone im Süden, wo Agropastoralismus betrieben wird, ist die Weidewirtschaft der vorherrschende Erwerbszweig.[11] In N’Gourti befindet sich ein bedeutender Viehmarkt.[12] Am 18. Mai 2000 nahm im Hauptort der nach Bankilaré und Tchintabaraden landesweit dritte lokale Bürgerhörfunk (radio communautaire) seinen Betrieb auf.[13] Rund 100 Kilometer nordwestlich von N’Gourti wird seit 2009 Erdöl gefördert.[14]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hadiza Moussa: Le pouvoirs locaux à N’gourti. Etudes et Travaux du LASDEL n° 12. Laboratoire d’études et de recherches sur les dynamiques sociales et le développement local (LASDEL), Niamey/Parakou 2003 (Online-Version; PDF; 335 kB). – auch erschienen in: Jean-Pierre Olivier de Sardan, Mahamam Tidjani Alou (Hrsg.): Le pouvoirs locaux au Niger. Tome 1: À la veille de la decéntralisation. Karthala, Paris 2009, ISBN 978-2-8111-0306-4, S. 279–308.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Website des Institut Nationale de la Statistique du Niger: Annuaire statistique 2003–2007 (pdf; 1,2 MB), abgerufen am 18. Februar 2010.
  2. a b c d Hadiza Moussa: Le pouvoirs locaux à N’gourti. Etudes et Travaux du LASDEL n° 12. Laboratoire d’études et de recherches sur les dynamiques sociales et le développement local (LASDEL), Niamey/Parakou 2003 (Online-Version; PDF; 335 kB), S. 7–8.
  3. Thomas Krings: Sahelländer. WBG, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-11860-X, S. 16.
  4. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  5. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 275.
  6. Historique de la décentralisation. ANIYA. Réseau des collectivités nigériennes et françaises, archiviert vom Original am 6. April 2012, abgerufen am 28. Januar 2014 (französisch).
  7.  Une nouvelle loi sur le redécoupage administratif. In: L’Arbre à Palabres. Nr. 13, 11. August 2011, S. 2 (PDF-Datei, abgerufen am 28. Januar 2014).
  8. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 53.
  9. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 21. April 2014 (PDF-Datei, französisch).
  10. Jolijn Geels: Niger. Bradt, Chalfont St Peter 2006, ISBN 1-84162-152-8, S. 30.
  11. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.
  12. Livelihoods Zoning “Plus” Activity In Niger (PDF; 2,5 MB). S. 27, Website des Famine Early Warning Systems Network, veröffentlicht im August 2011, abgerufen am 19. Januar 2012.
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLa situation de la communication pour le développement au Niger (Etat des lieux). Tome 1. Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, 2003, S. 23, abgerufen am 2013-04-35 (PDF-Datei; 461 KB, französisch).
  14.  Jean-Paul Labourdette, Dominique Auzias: Niger 2009. Nouvelle édition de l’Université, Paris 2009, ISBN 2-7469-1640-1, S. 153.