N-ERGIE

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N-ERGIE Aktiengesellschaft

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 30. März 2000
Sitz Nürnberg
Leitung Vorstand:
  • Josef Hasler (Vorsitzender)
  • Magdalena Weigel
  • Maik Render

Vorsitzender des Aufsichtsrats:

Mitarbeiterzahl 2.580 (2019)
Umsatz ca. 2,96 Mrd. Euro (2019)[1]
Branche Energieversorgung
Website www.n-ergie.de
Stand: 4. Januar 2021

Die N-ERGIE Aktiengesellschaft ist ein regionaler Energieversorger mit Hauptsitz im Nürnberger Plärrer-Hochhaus. Sie versorgt die Menschen in großen Teilen Nordbayerns mit Strom und Erdgas sowie die Einwohner der Stadt Nürnberg zusätzlich mit Trinkwasser und Fernwärme. 2019 setzten die rund 2.600 Beschäftigten im N‑ERGIE Konzern mehr als 2,9 Mrd. Euro um. Das Unternehmen zählt zu den großen kommunalen Energieversorgern in Deutschland und setzt sich für eine dezentrale Umsetzung der Energiewende ein.

Neben der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg und der wbg Nürnberg GmbH ist die N-ERGIE ein Tochterunternehmen der Städtische Werke Nürnberg GmbH (StWN).

Plärrerhochhaus, Sitz des N-ERGIE Konzerns
Ehemaliges Bürohochhaus der N-ERGIE Netz GmbH in der Hainstraße 34

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1882 war Nürnberg als erste Stadt Deutschlands mit einer dauerhaften elektrischen Straßenbeleuchtung Vorreiter einer Entwicklung, die die Städte und später auch die ländlichen Gebiete grundlegend verändern sollte. Mit ihren Vorgängerunternehmen zählt die N-ERGIE zu den Pionieren der Stromversorgung Frankens und kann damit auf eine über 100-jährige Erfahrung zurückblicken.[2]

Im März 2000 fusionierten die EWAG Energie und Wasserversorgung AG, die Fränkische Überlandwerk AG (FÜW) und die MEG Mittelfränkische Erdgas GmbH zur N-ERGIE Aktiengesellschaft. Die Städtische Werke Nürnberg GmbH (StWN) ist mit 60,2 Prozent und die Thüga Aktiengesellschaft mit 39,8 Prozent beteiligt.[3]

Netzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmenetze werden vom Tochterunternehmen N‑ERGIE Netz GmbH betrieben. Das 8.400 Quadratkilometer große Netzgebiet umfasst große Teile Mittelfrankens und angrenzende Regierungsbezirke.

In das fast 28.000 Kilometer lange Stromnetz speisen mehr als 53.000 dezentrale Erzeugungsanlagen wie Photovoltaik-, Wind- und Biogasanlagen ein. Das Fernwärmenetz umfasst rund 320 Kilometer, das Erdgasnetz rund 4.300 Kilometer und das Trinkwassernetz rund 2.400 Kilometer.

Die N-ERGIE Netz GmbH wurde am 18. Oktober 2006 als 100-prozentige Tochtergesellschaft der N-ERGIE Aktiengesellschaft mit Sitz in Nürnberg gegründet und nahm ihre Geschäftstätigkeit zum 1. Januar 2007 auf. Vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2019 hieß die Netzgesellschaft MDN Main-Donau Netzgesellschaft mbH.[4]

Technische Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konventionelle Erzeugung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Kraftwerksstandort in Nürnberg-Sandreuth erzeugt die N-ERGIE Fernwärme und Strom. Das Heizkraftwerk Sandreuth wird mit Erdgas, leichtem Heizöl, Holzhackschnitzeln und Mülldampf betrieben. Zum Heizkraftwerk gehören mehrere Anlagenteile: In den Bestand integriert ist unter anderem eine moderne Gas-und-Dampfturbinen-Anlage, die seit 2005 die alten Kohle-Anlagen ersetzt sowie ein Biomasse-Heizkraftwerk, durch das seit 2012 knapp acht Prozent der Fernwärme in Nürnberg aus erneuerbaren Energien stammen. Die GuD-Anlage sowie die Biomasse-Anlage haben einen maximalen Wirkungsgrad von über 85 Prozent. Zudem wird im Heizkraftwerk Sandreuth der von der benachbarten städtischen Müllverbrennungsanlage gelieferte Heißdampf in Strom und Fernwärme umgewandelt. Aus dem gesamten Anlagenpark können in der Spitze gleichzeitig bis zu 330 MW Fernwärme und 190 MW Strom in die Netze eingespeist werden.

Seit Ende 2014 ist an dem Standort einer der höchsten und modernsten Wärmespeicher in Europa im Einsatz. Er entkoppelt die Wärme- von der Stromerzeugung und macht so das Heizkraftwerk noch flexibler, was die Einspeisemöglichkeiten für erneuerbare Energien erhöht.

Durch das Heizkraftwerk können mit der Kombination aus Gas-und-Dampfturbinen-Anlage, Biomasse-Heizkraftwerk, Wärmespeicher jährlich rund 200.000 Tonnen CO2 vermieden werden.[5]

Etwa 90 Prozent der Nürnberger Fernwärme gewinnt die N-ERGIE in ihrem Heizkraftwerk. Die restlichen zehn Prozent werden im Heizkraftwerk Klingenhof und in den Heizwerken Muggenhof, Maxfeld und Langwasser erzeugt. Das Heizwerk Langwasser wird nach dem Vorbild des Heizkraftwerks Klingenhof bis Anfang 2021 zu einem Motoren-Heizkraftwerk ausgebaut.[6] Darüber hinaus betreibt die N‑ERGIE eine Prozessdampfanlage am Nürnberger Klinikum.

Die N-ERGIE ist mit 25,2 Prozent über die Gemeinschaftskraftwerk Irsching GmbH (GKI) am Gaskraftwerk Irsching 5 beteiligt.

Regenerative Erzeugung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die N-ERGIE ist an 26 Photovoltaikanlagen und 21 Windrädern beteiligt, manche davon gehören ausschließlich ihr. Die beiden Biomasse-Anlagen gehören ihr zur Hälfte. Das seit 1908 bestehende Flusskraftwerk Hammer an der Pegnitz gehört ihr komplett, es erzeugt pro Jahr rund 1,2 Mio. kWh Strom.[7] Es war das erste Elektrizitätswerk Nürnbergs und fungierte vorher jahrhundertelang als Hammerwerk und Mahlmühle.

Mit diesen Anlagen erzeugt sie 1 % des verkauften Stroms regenerativ selbst.[8]

Ab 2021 werden alle Privatkunden ohne Preiserhöhung automatisch mit Ökostrom aus RECS-Zertifikaten versorgt. Der grüne Strom soll ausschließlich aus Deutschland bezogen werden, rund die Hälfte davon aus der Region.[9]

Geschäftsfelder[1][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2019 verkaufte die N-ERGIE 16.641 Mio. kWh Strom an Privat- und Geschäftskunden.[1] Für Ökostrom des Produkts STROM PURNATUR werden 1 Cent pro kWh in regionale Umweltprojekte investiert.

Gas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erdgasabsatz lag im Jahr 2019 bei 15.904 Mio. kWh.[1]

Fernwärme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehr als 50.000 Haushalte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen nutzen die Nürnberger Fernwärme. Der Fernwärmeabsatz lag 2019 bei 1.110 Mio. kWh. Februar 2021 war die Fernwärmeversorgung wegen eines Brandes Im Kraftwerk Franken I für einige Tage eingeschränkt.[10]

Trinkwasser[11][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die N‑ERGIE versorgt Nürnberg und Schwaig mit Trinkwasser aus fünf verschiedenen Gewinnungsgebieten: Dazu zählen die Wasserwerke Erlenstegen/Eichelberg, Ranna, Krämersweiher, Am Forsthaus und Genderkingen.

Rund 70 Prozent des jährlichen Trinkwasserbedarfs stellt die N‑ERGIE aus eigenen Wasserwerken bereit. Die restlichen 30 Prozent bezieht sie vom Zweckverband Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum (WFW) über eine Fernleitung aus dem Wasserwerk Genderkingen.

Die N-ERGIE betreibt eine Politik des vorsorgenden Trinkwasserschutzes. In den Gewinnungsgebieten sorgt das Unternehmen in rund 19.200 Hektar großen Wasserschutzgebieten dafür, dass das Grundwasser so wenig wie möglich mit Schadstoffen in Berührung kommt. Mit rund 35.000 Untersuchungen pro Jahr stellt die N-ERGIE die hohe Qualität des Trinkwassers sicher.

1 Kubikmeter (1.000 Liter) des Nürnberger Trinkwassers kostet 2,10 Euro, 10 Liter damit 2 Cent. 2019 verkaufte die N-ERGIE 33,0 Mio. Kubikmeter Wasser.

Elektromobilität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fuhrpark der N-ERGIE umfasst mehr als 100 Elektrofahrzeuge. Die N-ERGIE ist eines der Gründungsmitglieder des Ladeverbund+ und baut gemeinsam mit rund 60 Stadt- und Gemeindewerken die Ladeinfrastruktur in Nordbayern und darüber hinaus aus. Der Ladeverbund+ verfügt über mehr als 520 Ladesäulen.[12]

Über ihr Tochterunternehmen N-ERGIE Regenerativ GmbH ist die N-ERGIE seit 2018 an der emonvia GmbH beteiligt, die unter der Marke reev individuelle und modulare Lösungen für den Aufbau und die intelligente Steuerung von Ladepunkten entwickelt.[13]

Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihrem Versorgungsgebiet engagiert sich die N-ERGIE ökologisch, kulturell und sportlich. Dazu zählen unter anderem das CO2-Minderungsprogramm, Spendenaktionen sowie das Sponsoring von Veranstaltungen wie der Blauen Nacht, des Erfahrungsfelds zur Entfaltung der Sinne, des DATEV Challenge Roth oder des 1. FC Nürnberg. Eigene Veranstaltungen wie die N-ERGIE Kinotour oder Angebote wie die N-ERGIE Schulinformation kommen den Menschen vor Ort zugute. 2019 startete der Energieversorger eine eigene Crowdfunding-Plattform, die N-ERGIE Crowd.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: N-ERGIE – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d N-ERGIE Aktiengesellschaft: Die N‑ERGIE im Überblick. Abgerufen am 25. Mai 2020.
  2. Manfred Hahn: 100 Jahre Strom in Franken von der Kaiserzeit bis zur Energiewende Geschichte, Geschichten und Strom. wek, Treuchtlingen 2014, ISBN 978-3-934145-94-8, S. 25 ff.
  3. Pressemitteilung "20 Jahre N‑ERGIE - 100 Jahre Erfahrung". N-ERGIE Aktiengesellschaft, 27. März 2020, abgerufen am 25. Mai 2020.
  4. N-ERGIE Netz GmbH: Info zur NNG. 1. Januar 2020, abgerufen am 25. Mai 2020.
  5. N-ERGIE Aktiengesellschaft: Der N‑ERGIE Kraftwerksstandort in Nürnberg-Sandreuth. Abgerufen am 25. Mai 2020.
  6. N-ERGIE Aktiengesellschaft: N‑ERGIE rüstet Heizwerk Langwasser auf. 17. April 2020, abgerufen am 25. Mai 2020.
  7. N-ERGIE Aktiengesellschaft: Erneuerbare Energien bei der N‑ERGIE. Abgerufen am 25. Mai 2020.
  8. Clara Grau: Energiewendebündnis kritisiert Ökostrom-Vorhaben der N-Ergie. In: Nordbayern.de. 20. November 2020, abgerufen am 5. Januar 2021.
  9. Erik Stecher: Ökostrom für alle. Nürnberger Nachrichten, 10. Oktober 2020.
  10. kik: Feuer in Nürnberger Kraftwerk: Fernwärme- und Mobilfunkversorgung wieder sichergestellt. In: Nordbayern.de. 16. Februar 2021;.
  11. N-ERGIE Aktiengesellschaft: Unser Trinkwasser. Abgerufen am 25. Mai 2020.
  12. Internetpräsenz des Ladeverbund+. Abgerufen am 25. Mai 2020.
  13. Internetpräsenz von reev. Abgerufen am 25. Mai 2020.
  14. N-ERGIE Aktiengesellschaft: Veranstaltungen/Aktionen. Abgerufen am 25. Mai 2020.

Koordinaten: 49° 26′ 53,7″ N, 11° 3′ 46,9″ O