NINA (App)

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NINA

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Basisdaten

Maintainer Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
Entwickler Materna
Aktuelle Version 2.1.2
(12. Oktober 2017)
Betriebssystem Android,
iOS
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja
bbk.bund.de

NINA (Apronym für Notfall-Informations- und Nachrichten-App)[1] ist eine vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zur Verfügung gestellte App für Smartphones, die dazu dient, der Bevölkerung wichtige bzw. dringende Warnmeldungen zukommen zu lassen. Sie ist ein an das Modulare Warnsystem des Bundes MoWaS angeschlossenes Warnmittel und die erste App, die zur Warnung der Bevölkerung in ganz Deutschland entwickelt wurde.[2]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die App verbreiten die Behörden des Zivil- und Katastrophenschutzes Nachrichten oder Warnmeldungen über bevorstehende oder bereits existente Katastrophen oder Gefahrenlagen wie beispielsweise Großbrände oder Gefahrstoffe, die sich unkontrolliert ausbreiten. Warnmeldungen können neben abonnierten Orten auch für Warnmeldungen am aktuellen Standort abonniert werden, wofür die Aktivierung des GPS-Dienstes des Smartphones erforderlich ist. Warnmeldungen werden hierbei bei einer bestehenden Internetverbindung über einen Push-Dienst auf das Smartphone übermittelt, sodass der Nutzer über das Endgerät auf das Vorliegen einer Warnmeldung aufmerksam gemacht wird.

Neben aktuellen Warnmeldungen bietet die App auch die Möglichkeit, sich über allgemeine Verhaltensweisen bei unvorhergesehenen Ereignissen und Sicherheitshinweisen zum Thema Bevölkerungsschutz zu informieren[1].

Des Weiteren bietet die App Informationen über Notvorräte und eine Checkliste für die Hausapotheke an.[3]

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die App nutzt folgende Informationsquellen:

Die App stellt neben der tabellarischen Aufzählung eine Kartenansicht bereit, auf der aktuelle Warnungen ihrer geographischen Lage innerhalb Deutschlands zugeordnet werden. Voreingestellt ist die Gesamtansicht Deutschlands. Durch die Auswahl einer als rot markierten Warnung auf der Karte wechselt die Ansicht zur detailliert dargestellten Warnung.

Ferner ist es möglich, für jede zur Verfügung stehende Warnkategorie individuelle Warntöne einzustellen. Mithilfe der „Abo-Funktion“ ist es möglich, nur Warnmeldungen für Orte und Bereiche zu erhalten, die man eigens ausgewählt hat.[4]

Verfügbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die App ist für Android- (ab Version 4.0) und iOS-Systeme verfügbar. Für den Fall, dass ein Mobilgerät die App nicht richtig anzeigen kann, gibt es eine vom BBK erstellte Internetseite, die die gleichen Informationen in einer Karten- und Listenansicht darstellt und von jedem System angezeigt werden kann, das in der Lage ist, Internetseiten darzustellen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, über diese Website Warnmeldungen als RSS-Feed zu abonnieren.[5]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Krisenmanagementexperte Florian Roth von der ETH Zürich lobte die Möglichkeit der App, Warnmeldungen an Kontakte per SMS und E-Mail weiterzuleiten und somit den Benutzer in die Lage zu versetzen, auch Personen in seinem Bekanntenkreis zu warnen, die kein Smartphone besitzen. Im Juli 2015 bemängelte er, dass die App nicht in der Lage sei, den Benutzer zu einem Schutzraum zu navigieren.[6]

Beim Warntag in Nordrhein-Westfalen am 6. September 2018 hat das System Schwachstellen gezeigt: Der Probealarm hat nach Aussagen des BBK zu einer "außergewöhnlichen Belastung der technischen Infrastruktur"[7] geführt und dadurch wurden nicht alle Nutzer gewarnt.[8] Die infrastrukturellen Engpässe wurden mittlerweile beseitigt.

Technische Umsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die App wird von dem europaweit agierenden IT-Unternehmen Materna maßgeblich entwickelt. Die Version 1.0 stand am 1. Juni 2015 erstmals zum Herunterladen bereit.[9] T-Systems stellt die technische Infrastruktur bereit, die nötig ist, um eine Million Benutzer innerhalb von 30s zu informieren.[10]

Sprachversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuell (Stand April 2019) ist die App nur auf Deutsch verfügbar. Das BBK plant jedoch, Warnmeldungen im Laufe des Jahres 2019 auch in Englisch, Französisch, Spanisch, Türkisch, Russisch und Arabisch auszugeben. Die Sprachausgabe soll dabei auf die im Endgerät eingestellte Systemsprache referenzieren.

Kosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklungskosten und den Betrieb der Software übernimmt der Bund aus dem Staatshaushalt; bislang wurden 20 Millionen Euro investiert.[11] Der Download ist kostenlos,[1][12] allerdings entstehen durch den Datenverkehr je nach verwendetem Mobilfunktarif jedoch eventuell Kosten beim Provider. Nutzbar ist die App auch offline, so können beispielsweise die allgemeinen Verhaltensweisen bei Notfällen gelesen werden, nachdem diese einmalig auf das Smartphone heruntergeladen wurden.[4]

Alternativen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine ähnliche App namens Katwarn kann auf kommunaler, Landes- und Bundesebene[13] Warnmeldungen an User weiterleiten; sie wurde z. B. 2016 von BASF bei einem großen Unglücksfall eingesetzt.[14] Die Warn-App BIWAPP (Bürger Info & Warn App) zeigt die Katastrophenwarnungen des BBK und die Unwettermeldungen des Deutschen Wetterdienstes.[15] Seit Februar 2019 werden die offiziellen Warnmeldungen der drei Systeme untereinander geteilt und parallel verbreitet. Hierbei werden Warnmeldungen wechselseitig zwischen den Warnapps NINA und Katwarn sowie NINA und Biwapp ausgetauscht. Ein Austausch zwischen Katwarn und Biwapp findet gegenwärtig nicht statt.[16] Der Deutsche Wetterdienst betreibt für Unwetterwarnungen eine eigene Warn-Wetter App

Cell Broadcast ermöglicht das Versenden von Kurznachrichten an alle Mobilfunkgeräte, die in sich in derselben Funkzelle befinden. Cell Broadcast wird allerdings derzeit in Deutschland nicht von den Mobilfunkbetreibern angeboten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Warn-App NINA. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, abgerufen am 8. Dezember 2016.
  2. Katastrophen-Warnung: App NINA warnt bundesweit vor Gefahren. Bayerischer Rundfunk, abgerufen am 24. Juli 2016.
  3. Katastrophenschutz: Warn-App NINA aufgebohrt. In: Heise online. Abgerufen am 23. Juli 2016.
  4. a b Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe – Funktionen im Überblick. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, abgerufen am 8. Dezember 2016.
  5. warnung.bund.de – Listenansicht. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, abgerufen am 8. Dezember 2016.
  6. Bundes-Alarm-App NINA: Warnung im Katastrophenfall. Der Spiegel, abgerufen am 24. Juli 2016.
  7. BBK on Twitter. In: Twitter. (twitter.com [abgerufen am 12. September 2018]).
  8. Bundesamt für Bevölkerungsschutz - Warntag führt Schwachstellen bei App Nina zutage. In: General-Anzeiger Bonn. 11. September 2018 (general-anzeiger-bonn.de [abgerufen am 12. September 2018]).
  9. App NINA – Die Warn-App des BBK APK for Windows Phone – Download Android APK GAMES & APPS for Windows phone. In: windowsphoneapk.com. Abgerufen am 25. Juli 2016.
  10. Partner. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, abgerufen am 8. Dezember 2016.
  11. dpa / Paul Miot-Paschke: App NINA soll bei plötzlichen Gefahren warnen. (teltarif.de [abgerufen am 6. April 2017]).
  12. NINA warnt vor Unwetter und Raketen. WDR, archiviert vom Original am 6. Juni 2017; abgerufen am 8. Dezember 2016.
  13. Katwarn – Unterstützte Orte. Abgerufen am 6. April 2017.
  14. FOCUS Online: Explosion bei BASF im Ticker: Rauchwolke über Chemieriesen zieht nach Mannheim. In: FOCUS Online. (focus.de [abgerufen am 6. April 2017]).
  15. BIWAPP – Bürger Info & Warn App. Marktplatz GmbH, abgerufen am 2. Mai 2017.
  16. Warnapp-Betreiber vereinbaren Austausch - Nina, Katwarn und Biwapp werden vereinheitlicht. 4. Februar 2019, abgerufen am 5. Februar 2019.