NKD

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NKD Deutschland GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1962
Sitz Bindlach, Deutschland
Leitung Ulrich Hanfeld (Vorsitzender), Alexander Schmökel, Rüdiger Hartmann, Christian Welles
Mitarbeiter 7.500 (2011)
Umsatz 599 Mio. Euro (2011)
Branche Textileinzelhandel
Website www.nkd.com

Die NKD Deutschland GmbH gehört zu den größten Textileinzelhändlern in Deutschland und Österreich. Zum Filialnetz, das sich über Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Polen und die Schweiz erstreckt, gehören 2000 Geschäfte (Stand: 2013). Das Angebot umfasst Alltags- und Sportbekleidung, Heimtextilien und kleinere Einrichtungsgegenstände im unteren Preissegment. Das Kürzel NKD steht für Niedrig Kalkuliert Discount. Von 2003 bis 2013 gehörte NKD zur DAUN & Cie. AG.[1] Im November 2013 wurde bekannt, dass der Finanzinvestor OpCapita die NKD Firmenzentrale in Bindlach sowie die Filialen übernommen hat. OpCapita plant frisches Kapital von 20 Millionen Euro in das Unternehmen zu investieren. NKD hat turbulente Zeiten hinter sich: Im Mai 2013 wurde das Management ausgetauscht, danach übernahm eine Restrukturierungsberatung das Ruder. Dabei fielen 100 von 650 Arbeitsplätzen in der Zentrale weg. Im Januar 2014 wurde Marcus Brüning als neuer Geschäftsführer eingetragen.[2][3] Im April 2014 kommt es erneut zu einem Wechsel. Frank Beeck nimmt die Tätigkeit des Chief Executive Officers (CEO) auf, Christian Welles wird neuer Geschäftsführer Vertrieb.[4]

Die Umsätze des Unternehmens betrugen im Jahr 2011 599 Mio. Euro.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 eröffnete der Firmengründer Burkard Hellbach das erste Geschäft unter dem Namen NK Discount in Essen-Rüttenscheid. 1976 wurde ein Logistiklager in Bindlach eröffnet. Bis 1987 hatte NKD rund 300 Filialen und setzte weiter auf Expansion: 1989 waren es in Westdeutschland bereits 500 Standorte. Ab 1990 erfolgten Filialeröffnungen in den neuen Bundesländern auch durch Übernahme der Kaufhäuser der Konsumgenossenschaften in Cottbus und Dresden-Land. 1992 erfolgte der Neubau des Verwaltungsgebäudes in Bindlach. 1995 expandierte NKD nach Österreich und übernahm dort rund 100 Filialen der Herz TPS (Tiefpreisshop), die 2004 auf NKD umfirmiert wurden.

Im Jahr 2001 verließ der Firmengründer Hellbach das Unternehmen. Neue Geschäftsführer wurden Uwe Lippe, Helmut Müller und Helmut Wirsieg. 2003 übernahm die DAUN & Cie. Aktiengesellschaft das Unternehmen. 2004 verzeichnete NKD insgesamt 1000 Filialen, und es wurden 65 Filialen der h+e-Märkte der Hummel & Edenhofer Handels-GmbH & Co. KG mit Sitz in Massing übernommen. 2005 folgte die Übernahme von 34 Filialen der insolventen Alltex-Eisel GmbH & Co. KG mit Sitz in Reilingen.

Im Jahr 2007 eröffnete NKD die ersten Filialen in Nord-Italien und startete einen Online-Shop. 2007 waren 4600 Mitarbeiter im Unternehmen tätig. 2008 erfolgte die erste Filialeröffnung in Slowenien und 2009 in der Schweiz. 2009 wurden 23 Filialen der insolventen Woolworth-Gruppe übernommen.[6] Außerdem 20 Filialen des insolventen Modehauses Keilbach und 12 Filialen der insolventen Adessa Moden GmbH. 2010 war Eröffnung der ersten Filiale in Kroatien, und 2011 in Polen. 2011 erfolgte ein Wechsel in der Geschäftsführung: Michael Krause und Helmut Wirsieg übernahmen die Führung (bis April 2013). 2011 stieg die Zahl der Filialen auf europaweit 1600 und die Mitarbeiterzahl auf rund 7000 Beschäftigte. Im August 2012 übernahm NKD als Folge der Schlecker-Pleite 50 XL-Filialen und 30 IhrPlatz-Standorte.

Im Juni 2013 berichtet die Wirtschaftswoche von finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens. So soll die Daun & Cie AG rund 40 Millionen Euro an NKD gezahlt haben, um eine drohende Insolvenz abzuwenden, und sucht einen Investor, der die Gruppe als Ganzes übernimmt. Zudem wurde bekannt, dass die Bilanz von 2012 nicht korrekt ist, da der tatsächliche Verlust von etwa 40 bis 60 Millionen Euro nicht abgebildet worden ist.[7] Am 13. August 2013 gab NKD bekannt, in der Zentrale in Bindlach rund 100 von bislang 650 Arbeitsplätzen zu streichen. Zudem sollen unprofitable Filialen geschlossen werden.

Am 8. November 2013 erhob die Staatsanwaltschaft Hof Anklage gegen den früheren Geschäftsführer Michael Krause, der bereits in Untersuchungshaft genommen worden war, und einen seiner Mitarbeiter wegen Verdachts der Untreue. 3,7 Millionen Euro sollen über Hongkong nach Zypern verschoben und in der Buchhaltung der NKD verschleiert worden sein.[8]

Geschäftsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ab April 2014: Frank Beeck (Vorsitzender), Bernhard Beck, Marcus Brüning und Christian Welles
  • ab Januar 2014: Bernhard Beck und Marcus Brüning
  • ab 2013: Ralf Schmitz (Vorsitzender), Stephan Maas, Bernhard Beck
  • ab April 2013: Ralf Schmitz (Vorsitzender), Stephan Maas, Steffen Rosenbauer
  • 2011–April 2013: Michael Krause und Helmut Wirsieg
  • 2001–2011: Uwe Lippe, Helmut Müller und Helmut Wirsieg
  • bis 2001: Burkard Hellbach

NKD Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland zählt NKD fast 2000 Filialen und ca. 8.000 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz beträgt über 650 Millionen Euro.[9] Im Umsatzranking der deutschen Textileinzelhändler belegt NKD Platz 17 (Quelle: TextilWirtschaft 40/11).[5]

Gesellschaften in anderen Ländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Mitte der 90er-Jahre ist NKD in Österreich, mit Sitz in Wels, unter Leitung des Geschäftsführers Burghard Trapp aktiv. Mit 285 (Stand: September 2016) Filialen und über 900 Mitarbeitern sowie einem Jahresumsatz von 120 Millionen Euro gehört der Fashiondiscounter zu den expansivsten Textilfilialisten der Alpenrepublik.

Anfang 2007 eröffnet der Textildiscounter NKD seine erste italienische Filiale in Brixen/Südtirol. Im September 2016 feierte NKD die Eröffnung der 100. Filiale in Italien.

In der Schweiz eröffnete NKD im August 2009 einen ersten Laden in Arbon im Kanton Thurgau. 2015 wurden sämtliche Filialen in der Schweiz geschlossen.

Zum 1. Juli 2010 wurde in Slowenien die seit einem Jahr bestehende Tochtergesellschaft NKD d.o.o. mit 35 Franchise-Filialen der slowenischen Metro-Gruppe fusioniert. Die Handelsgesellschaft mit 42 Filialen gehört jeweils zu 50 Prozent der NKD-Firmengruppe und der slowenischen Metro-Gruppe.

Anfang September 2010 wurde in Zagreb die kroatische Tochtergesellschaft NKD Moda d.o.o. gegründet; sie eröffnete im Oktober 2010 zwei Filialen in Zagreb.

Im November 2011 wurde in Tarnowskie Góry die erste Filiale der NKD Polska Sp. z o.o. eröffnet.

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herz Handelsgesellschaft mbH & Co. KG mit Sitz im oberösterreichischen Wels gehört seit 1995 zur NKD-Firmengruppe. Aufgrund einer Rechtsformänderung heißt die Herz Handelsgesellschaft mbH & Co. KG seit September 2010 NKD Österreich GmbH.

Das zur Firmengruppe gehörende Buyinghouse Sun Fortune Ltd. ist die zentrale Einkaufsplattform für Asien-Pazifik und zuständig für die gesamte Beschaffung aller durch NKD importierten Konsumgüter im textilen und nichttextilen Bereich. Headoffice der Buying-Gesellschaft ist Hongkong als zentrale Schaltstelle, mit derzeit drei weiteren Einkaufsbüros in Indien, Bangladesch und China. Neben dem globalen Sourcing von Lieferanten, der Auftragsvergabe und Terminüberwachung, werden auch alle Qualitäts- und Complianceaspekte abgewickelt. Geleitet wird Sun Fortune Ltd. durch die Managing Direktorin Elena Lange.

Eigenmarken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstes Erwähnen der Eigenmarke "Laura Torelli Classic" in einer NKD-Beilage im Jahr 2013 (KW 31/32).[10]

Laura Torelli ist eine seit 1994 eingetragene Eigenmarke von NKD für Damenmode. Sie wurde im Jahr 2014 eingeführt und in vier Untermarken aufgeteilt[11]:

  • „Laura Torelli Classic“ ist vor allem auf „zeitlose“ Kleidung ausgelegt und wurde im August 2013 zum ersten Mal in einer NKD-Beilage als Laura T. Classic erwähnt. Sie wurde im April 2014 als Laura Torelli Classic im Markt eingeführt.
  • „Laura Torelli Collection“ wurde ebenfalls im August 2013 zum ersten Mal unter dem Namen „Laura T. Collection“ in einer NKD-Beilage erwähnt und im April 2014 in den Markt eingeführt. Sie dient dem Vertrieb von „aktuellen Trends“.
  • „Laura Torelli Plus“ ist die Eigenmarke für Damenmode in Größen ab 44. Bis zum Frühjahr 2015 lief diese unter der Marke me WOMEN.
  • „Laura Torelli Young Fashion“ wurde im Sommer 2017 eingeführt. Sie hat ihren Fokus auf trendinteressierten jungen Frauen.

Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab August 2012 war NKD Haupt- und Trikotsponsor des Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg.[12] Diese auf vier Jahre angelegte Zusammenarbeit wurde seitens NKD bereits zum Ende der Bundesliga-Saison 2013/14 aufgekündigt.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www2.nkd.com/unternehmen/chronik_16.html
  2. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/textilbranche-investor-schnappt-sich-nkd/9136724.html
  3. http://peoplecheck.de/handelsregister/BY-HRB_5758-754135
  4. http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/nkd-mit-neuer-fuehrungsriege_243877
  5. a b http://www2.nkd.com/unternehmen/presse/0/401/details_22.htm
  6. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/handel-nkd-schlaegt-bei-woolworth-filialen-zu/3249506.html
  7. http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/textildiscounter-nkd-schrammte-knapp-an-pleite-vorbei/8421758.html
  8. http://www.br.de/nachrichten/oberfranken/nkd-untreue-staatsanwaltschaft-durchsuchung-100.html (Memento vom 15. Juli 2013 im Internet Archive)
  9. Presse. Abgerufen am 30. August 2017.
  10. NKD Beilage/Prospekt, 2013 KW 31/32
  11. Focus Online - NKD-Prospekt. In: Focus Online. Abgerufen am 30. August 2017.
  12. Frauke Schobelt: Auf den letzten Drücker: Textildiscounter NKD ist neuer Hauptsponsor des 1. FC Nürnberg. Auf: wuv.de am 23. August 2012
  13. NKD ade: Club-Sponsor kündigt Vertrag. Auf: nordbayern.de am 13. August 2013