NWE Nr. 21

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NWE Nr. 21
Baureihe 99.600
99 6001 in Mägdesprung (2012)
99 6001 in Mägdesprung (2012)
Nummerierung: NWE Nr. 21II
DR 99 6001
Anzahl: 1
Hersteller: Krupp Essen
Baujahr(e): 1939
Bauart: 1’C1’ h2t
Gattung: K 35.10
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Länge über Puffer: 8.875 mm
Höhe: 3.650 mm
Breite: 2.600 mm
Fester Radstand: 2.400 mm
Gesamtradstand: 6.060 mm
Kleinster bef. Halbmesser: 40 m
Leermasse: 37,84 t
Dienstmasse: 47,58 t
Reibungsmasse: 30 t
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Indizierte Leistung: 400 kW (540 PS)
Anfahrzugkraft: 72,6 kN
Treibraddurchmesser: 1.000 mm
Laufraddurchmesser: 600 mm
Steuerungsart: Heusinger
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 420 mm
Kolbenhub: 500 mm
Kesselüberdruck: 14 bar, 1,4 MPa
Anzahl der Heizrohre: 108
Anzahl der Rauchrohre: 32
Rostfläche: 1,56 m²
Strahlungsheizfläche: 7,36 m²
Überhitzerfläche: 25,2 m²
Verdampfungsheizfläche: 72,00 m²
Wasservorrat: 5 m³
Brennstoffvorrat: 2 t
Lokbremse: Knorr m. Z.
Kupplungstyp: Balancierhebelkupplung

Die NWE Nr. 21II, später 99 6001, ist eine 1939 gebaute Schmalspur-Dampflokomotive für 1.000 mm Spurweite, die noch heute bei den Harzer Schmalspurbahnen (HSB) im Einsatz ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lokomotive ist das einzige gebaute Exemplar einer projektierten Serie vereinheitlichter Heißdampf-Lokomotiven mit den Achsfolgen 1’C1’, 1’D1’ und 1’E1’, die die Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn-Gesellschaft (NWE), die Gernrode-Harzgeroder Eisenbahn-Gesellschaft und die Südharz-Eisenbahn-Gesellschaft bei der Firma Lokomotiv- und Waggonbaufabrik Krupp zum Ersatz älterer, weniger wirtschaftlicher Nassdampflokomotiven in Auftrag gegeben hatten. Durch die Vereinheitlichung sollten möglichst viele Teile der Maschinen baureihenübergreifend im Interesse kostengünstiger Produktion, vereinfachter Ersatzteilvorhaltung und erleichterter Erhaltung und Unterhaltung der Lokomotiven verwendbar sein. Da aber der Entwicklungsauftrag nicht durch die Deutsche Reichsbahn erfolgte und teilweise abweichende Baugrundsätze angewandt wurden, handelt es sich gleichwohl nicht um eine Einheitslok im üblichen Sprachgebrauch. Aufgrund des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges wurde jedoch nur der erhaltene Prototyp des 1’C1’-Typs 1939 durch Krupp gebaut, die Aufträge für weitere Maschinen wurden storniert.

Die Baumusterlokomotive wurde unter der Bahnnummer 21II bei der NWE in den Betriebsbestand übernommen und nach der Übernahme der NWE durch die Deutsche Reichsbahn 1949 in 99 6001 umgezeichnet. 1970 erhielt die Lok die Computernummer 99 6001-4.

1956 wurde die Maschine zunächst zumindest aushilfsweise von der Harzquerbahn zur Selketalbahn umstationiert, ab 1961 dann ständig. Sie zog den ersten planmäßigen Personenzug zwischen Gernrode über Stiege nach Hasselfelde am 3. Juni 1984 und ist seit der Wiedereröffnung der Verbindungsstrecke auch wieder auf der Harzquerbahn im Einsatz.

Lok 99 6001 in Grün, Spitzname „Laubfrosch

Zwischen 1991 und 1994 tat sie in grüner Farbgebung und mit einer 21 als Loknummer kurzzeitig Dienst vor dem Traditionszug, einem aus historisch belassenen Wagen bestehenden Sonderzug, da die Malletlokomotiven bis dato nicht an die neuen Druckluftbremsen der Wagen angepasst werden konnten. Zusätzlich versah sie außerhalb der Sonderzugleistungen ihren Dienst von der Einsatzstelle Gernrode aus.

In den Jahren 2012 bis 2014 erhielt die Lokomotive im Dampflokwerk Meiningen einen neuen Kessel sowie eine Hauptuntersuchung.

Technische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Konstruktion und Bau der NWE 21II machte Krupp im Unterschied zum damaligen Konstruktionsstand der Reichsbahn-Einheitslokomotiven weitgehend von der Schweißung, auch des Kessels, Gebrauch.

Die drei angetriebene Radsätze sind in einem Barrenrahmen mit 70 mm Wangenstärke fest gelagert. Die beiden vor- bzw. nachlaufenden Laufradsätze sind radial ausschwenkbar jeweils in einem Bisselgestell gelagert.

Der Kessel wird durch zwei Dampfstrahlpumpen gespeist.

Die beiden außenliegenden, aufgrund Einschränkungen durch das Lichtraumprofil leicht geneigt angebauten Zylinder der Dampfmaschine werden durch eine Heusingersteuerung mit Kuhnscher Schleife gesteuert. Die zunächst verbauten Kolbenschieber der Bauart Schulz sind später gegen Trofimoff-Kolbenschieber ausgewechselt worden. Diese bieten ein besseres Leerlaufverhalten der Lok bei geschlossenem Regler, da sie die bei Wegfall des Dampfdruckes an und für sich auftretende Arbeit der Zylinder als Luftpumpe praktisch aufheben.

Zusammen mit den ebenfalls für 50 km/h zugelassenen Lokomotiven der Baureihe 99.32 gehört die Lok zu den fünf mit der größten Höchstgeschwindigkeit in Deutschland zugelassenen Schmalspurdampflokomotiven.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst J. Obermayer: Taschenbuch Deutsche Schmalspur-Dampflokomotiven. Franckh, Stuttgart 1971, ISBN 3-440-03818-1.
  • Hans Röper, Helmut Becker, Werner Dill, Gerhard Zieglgänsberger: Die Harzquer- und Brockenbahn. 3., erweiterte Auflage, Transpress Verlagsgesellschaft, Berlin 1992 ISBN 3-344-70747-7.
  • Manfred Weisbrod, Hans Wiegard, Hans Müller, Wolfgang Petznick: Deutsches Lok-Archiv: Dampflokomotiven 4 (Baureihe 99). transpress, Berlin 1995, ISBN 3-344-70903-8, S. 233 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: NWE Nr. 21 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien