Naab

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Naab
Verlauf der Naab östlich der Fränkischen Alb

Verlauf der Naab östlich der Fränkischen Alb

Daten
Gewässerkennzahl DE: 14
Lage Oberpfalz, Bayern (Deutschland)
Flusssystem Donau
Abfluss über Donau → Schwarzes Meer
Ursprung Zusammenfluss von Haidenaab und Waldnaab ca. 9 km südlich von Weiden i.d.Opf.
49° 36′ 11″ N, 12° 7′ 57″ O
Quellhöhe 394 m ü. NN 
(am Zusammenfluss)
Mündung Bei Regensburg-Mariaort in die DonauKoordinaten: 49° 0′ 59″ N, 12° 1′ 49″ O
49° 0′ 59″ N, 12° 1′ 49″ O
Mündungshöhe 333 m ü. NN (DTK25)[1]
Höhenunterschied 61 m
Länge  196,6 km[2] 
zusammen mit der Waldnaab
0 97,5 km[2]
ab Zusammenfluss Haidenaab/Waldnaab
Einzugsgebiet 5514,14 km²[2]
Abfluss am Pegel Heitzenhofen[3]
AEo: 5432 km²
Lage: 17 km oberhalb der Mündung
NNQ (01.09.1929)
MNQ 1921–2006
MQ 1921–2006
Mq 1921–2006
MHQ 1921–2006
HHQ (06.02.1909)
7,91 m³/s
17,8 m³/s
49,9 m³/s
9,2 l/(s km²)
310 m³/s
950 m³/s

Mittelstädte Weiden in der Oberpfalz, Schwandorf
Quelle der Fichtelnaab

Quelle der Fichtelnaab

Die Naab ist ein linker und nördlicher Nebenfluss der Donau in der Oberpfalz in Ostbayern, Deutschland.

Zusammen mit der Waldnaab, ihrem sowohl längeren wie einzugsgebietsreicheren linken und östlichen Oberlauf, auf den wenig über die Hälfte dieser Strecke entfällt, ist die Naab etwa 197 km lang. Ihr Gesamt­einzugsgebiet umfasst 5514 km².

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name leitet sich vom Indogermanischen Wort nebh ab, was ‚feucht‘ oder ‚Wasser‘ bedeutet. Im Jahre 700 schrieb man „Nabas“, 885 „Napa“, 1005 „Naba“, 1199 „Nabe“, 1245 „Nab“ und ab 1546 „Naab“[4].

Flusslauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Naab entsteht westlich des Oberpfälzer Walds rund neun Kilometer Luftlinie südlich von Weiden beim Luhe-Wildenauer Ortsteil Unterwildenau aus der Vereinigung von Haidenaab (von rechts) und Waldnaab (von links). Anschließend verläuft sie südwärts entlang der A 93 und der B 15, später der B 8, unter anderem über Schwandorf und Burglengenfeld. Sie mündet bei Mariaort nahe Regensburg von links in die Donau, dicht unterhalb der Schwarzen Laber und rund fünf Kilometer Luftlinie westlich der Einmündung des Regen.

Bis zum Jahr 1304 floss die Naab im Raum Regensburg über einige Kilometer nördlich parallel zur Donau und mündete dann direkt in den Regen. Bei einer gewaltigen Flutkatastrophe verlagerte sich 1304 die Mündung der Naab mehrere Kilometer nach Westen zum heutigen Mündungsort in die Donau bei Mariaort. Damals wurde das ursprüngliche Flussbett der Naab zum heutigen nördlichen, zweiten Arm der Donau im Stadtgebiet von Regensburg. Beide Donauarme waren durch einige Inseln getrennt, die im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgestaltet wurden, so dass heute nur noch zwei Inseln - westlich der Obere Wöhrd und östlich der Untere Wöhrd - bestehen.
Der nach der Flutkatastrophe neu entstandene nördliche Flussarm der Donau führte ursprünglich mehr Wasser als der südliche Flussarm. Das gefährdete die Nutzung der Schiffsanlandungsplätze der am südlichen Donauarm gelegenen Stadt Regensburg. Die unbehinderte Schifffahrt und die Geldeinnahmen aus Lände- und Zollrechten waren für die Stadt lebensnotwendig. Deshalb wurden durch wasserbauliche Maßnahmen an der westlichsten Spitze der westlichen Insel - genannt "das Wehrloch" bei Pfaffenstein - die Strömungsverhältnisse so verändert, dass der südliche Flussarm der Donau besser mit Wasser versorgt wurde, als der nördliche Flussarm, der die dann später entstandenen Landungsplätze des Herzogs von Bayern mit Wasser versorgte. So wurde das "Wehrloch" zu einem Zankapfel zwischen der Reichsstadt Regensburg und dem Herzogtum Bayern. Beide versuchten durch Wasserbaumaßnahmen immer wieder, sich gegenseitig das Wasser abzugraben.[5]

Quellflüsse der Naab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haidenaab: Der rechte und westliche Quellfluss entspringt im Fichtelgebirge.
  • Waldnaab: Der linke, östliche und längste Quellfluss entspringt im Oberpfälzer Wald.
  • Fichtelnaab: Der rechte und westliche Zufluss der Waldnaab entspringt im Fichtelgebirge.
  • Schweinnaab: der rechte und westliche Zufluss der Waldnaab. Die Quelle liegt ca. zehn Kilometer nordwestlich von Parkstein, die Mündung in Weiden in die Waldnaab.
  • Dürrschweinnaab: Die kleinste Naab ist ein rechter und westlicher Zufluss des Sauerbachs, in den sie bei Altenstadt-Haidmühle mündet. Dieser ist ein linker Zufluss der Schweinnaab. Die Quelle des Sauerbachs liegt nordwestlich von Altenstadt, die Mündung oberhalb von Weiden in die Schweinnaab.

Nebenflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anliegergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städte, Marktgemeinden und Gemeinden, die von der Naab durchflossen oder berührt werden, in der Reihenfolge der Erstberührung ab dem Zusammenfluss aus Wald- und Haidenaab:

Landkreis Neustadt an der Waldnaab

Landkreis Schwandorf

Landkreis Regensburg

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fluss bzw. das Naabtal ist seit 1988 durch das Original Naabtal Duo und dessen Erfolgshit Patrona Bavariae bekannt geworden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz, X. Bogner: Die Naab – mit Waldnaab, Fichtelnaab, Haidenaab. (2004) Luftbildband, 132 Seiten, Pustet, Regensburg, 2004. ISBN 3-7917-1915-7
  • Die Naab – Leben am Fluß im Wandel der Zeit. (1998) Buch & Kunstverlag Oberpfalz, Amberg,´ISBN 3-924350-93-0
  • Dietmar, Herrmann: Der Ochsenkopf im Fichtelgebirge, Heft 17/2009 der Schriftenreihe Das Fichtelgebirge (FGV)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Naab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BayernAtlas, DTK25: Naab-Mündung bis Staustufe Regensburg (+ scrollen donauaufwärts bis zur Staustufe Bad Abbach)
  2. a b c Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Naab, Seite 1 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 4,0 MB)
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Donaugebiet 2006 Bayerisches Landesamt für Umwelt, S. 152, abgerufen am 4. Oktober 2017, Auf: bestellen.bayern.de (PDF, deutsch, 24,2 MB).
  4. Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2006, ISBN 3-406-55206-4, S. 174.
  5. Karl Bauer: Regensburg. Kunst-, Kultur- und Alltagsgeschichte. MZ-Verlag, Regensburg 2014, ISBN 978-3-86646-300-4. S. 451.