Nabopolassar

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Nabupolassar oder Nabopolassar (babylonisch Nabû-apla-uṣur; altgriechisch Ναβοπαλάσ(σ)αρος Nabopalás(s)aros[1] oder Ναβουπολάσσαρος Nabupolássaros[2]; † 9. August 605 v. Chr.) war der Begründer und erste König des neubabylonischen Reiches.

Regierungszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er übernahm in seinem Akzessionsjahr (626 bis 625 v. Chr.) am 16. November (26. Araḫsamna) 626 v. Chr. den Thron. Im Jahr 625 v. Chr. begann sein erstes Regierungsjahr. Er bezeichnete sich als Sohn eines Niemand.

Nabopolassar war ein Feldherr des assyrischen Königs Sin-šar-iškun, den er verriet. Er ging ein Bündnis mit den Medern gegen die Assyrer ein, die Babylon seit 200 Jahren beherrschten. Das Bündnis besiegte die Assyrer, die ihrerseits ein ägyptisches Truppenkontingent unter Necho II. angefordert hatten, und Nabopolassar ließ 609 v. Chr. alle Hinterlassenschaften der Regentschaft der Assyrer vernichten.

Mindestens drei Söhne sind bekannt: Nabu-šum-lisir, Nabu-zer-ušabši und Nebukadnezar II., der bereits ab 620 v. Chr. als Heerführer für seinen alternden Vater eingesetzt wurde und nach dessen Tod den Thron übernahm.

Nabopolassar in der Bibel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bibel wird Nabopolassar nicht namentlich genannt. Bei der Erwähnung der Schlacht bei Karkemiš, die Nebukadnezar II. noch zu Lebzeiten seiner Vaters Nabopolassar führte, wird Nebukadnezar in Jer 26,2 EU bereits als „König von Babel“ tituliert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dietz Otto Edzard: Geschichte Mesopotamiens. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-51664-5.
  • Ira Maurice Price: The Nabopolassar Chronicle. Journal of the American Oriental Society, Band. 44, 1924 (1924), Seiten 122 ff.
  • Flavius Josephus: Contra Apionem (alias Über das hohe Alter des jüdischen Volkes). Kapitel „Die chaldäischen Zeugnisse“, Abschn. 132–135(19)ff. Verlag Kohlhammer, ISBN 3-17-018791-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So bei Berossos nach Josephus, Contra Apionem 1,131.135–136 (Niese).
  2. So die Schreibweise bei Joachim Oelsner: Nabupolassar(os). In: Der Neue Pauly (DNP). Band 8, Metzler, Stuttgart 2000, ISBN 3-476-01478-9, Sp. 662.
VorgängerAmtNachfolger
Sîn-šarru-iškunKönig von Babylonien
626–605 v. Chr.
Nabû-kudurrī-uṣur II.
Nebukadnezar II.