Nachbar

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Nachbar ist eine natürliche oder juristische Person, die sich in unmittelbarer Nähe aufhält.

Wortherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort Nachbar stammt vom althochdeutschen „nahgibur“ aus dem 8. Jahrhundert und bezeichnete den nächstwohnenden Bauern.[1] Im 14. Jahrhundert stand das mittelhochdeutsche „nachbüre“ für Nahwohnender oder Anwohner.[2] Damit war das Wort zunächst auf benachbarte Bewohner begrenzt.

Begriffsumfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die weit gefasste Definition erfasst heute nicht nur die in angrenzenden oder nächstgelegenen Gebäuden oder Wohnungen wohnenden Personen, sondern auch kurzfristig andauernde Nachbarschaften wie Büronachbarn, Tischnachbarn oder Thekennachbarn. Bei Wohnungsnachbarn werden nicht nur nebenan Wohnende erfasst, sondern auch darüber oder darunter Wohnende. Der Nachbar bezieht sich heute – vor allem in soziologischer Hinsicht – auf ein auf „räumlicher Nähe basierende[s] Sozialsystem“.[3] In ländlichen Gebieten ist der Begriff meist viel weiter und umfasst zumindest die gegenüber und nebenan wohnenden Personen oder jene im Umkreis bis zu etwa 100 Metern. Außerhalb der Ortschaften kann der Umkreis auch bis zu einem Kilometer sein.

Im weiteren Sinn spricht man von Nachbarn auch bei angrenzenden Gemeinden („Nachbargemeinde“), Bundesländer oder Staaten, ja sogar bei den Planeten Venus, Mars oder der Nachbargalaxie des Andromedanebels.

Nachbarschaft ist in der soziologischen Theorie von Ferdinand Tönnies das Beispiel für eine „Gemeinschaft des Ortes“, der „allgemeine Charakter des Zusammenlebens im Dorfe“.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Nachbar – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerhard Köbler, Etymologisches Rechtswörterbuch, 1995, S. 277
  2. Friedrich Ludwig Karl Weigand, Deutsches Wörterbuch, Zweiter Band: M-R, 1876, S. 176
  3. Hans Nokielski, Organisierte Nachbarschaftshilfe als „neue“ Form sozialen Helfens, in: Socioligia Internationalis 19, 1981, S. 139
  4. Ferdinand Tönnies, Gemeinschaft und Gesellschaft, 1887/1991, S. 13