Nachbarheid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Nachbarheid
Gemeinde Gangelt
Koordinaten: 51° 2′ 0″ N, 5° 59′ 38″ O
Höhe: [1] 72 (70–73) m
Einwohner: 111 (31. Dez. 2015)
Postleitzahl: 52538
Vorwahl: 02455
Karte
Lage von Nachbarheid in Gangelt
Ortskapelle in Nachbarheid
Ortskapelle in Nachbarheid
Ortsbebauung
Ortshinweisschild
Windmühle
Häuser in Nachbarheid
Wegekreuz
Nachbarheid auf der Neuaufnahme von 1912
Nachbarheid auf der Urkatasterkarte von 1846
Nachbarheid auf der Tranchotkarte 1803–1820

Nachbarheid ist ein Ortsteil der Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarheid liegt ca. 4,5 km nördlich von Gangelt an der Kreisstraße 17. In der Nähe des Ortes, am Saeffeler Bach, befindet sich das Naturschutzgebiet Höngener- und Saeffeler Bruch.[2]

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Starkregen und bei Schneeschmelze fließt das Oberflächenwasser aus den Bereich Nachbarheid in den Saeffeler Bach (GEWKZ 2818222)[3] und dann weiter über den Rodebach in die Maas. Der Saeffeler Bach hat eine Länge von 12,747 km bei einem Gesamteinzugsgebiet von 47,479 km².[4]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koningsbosch (NL) Bocket Braunsrath
Saeffelen Nachbargemeinden Scheiffendahl
Broichhoven Breberen Langbroich

Siedlungsform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarheid ist ein einzeiliges, beidseitig bebautes Straßendorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1343 Heyden
  • 1533 uf der Heiden
  • 1820 Nachbarheid
  • 1912 Nachbarheide

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarheid gehörte früher zum Jülicher Amt Millen. Die Siedlung lag 1343 im Zinsbezirk Breberen der Herrschaft Heinsberg. Kirche und Gericht waren ebenfalls zugehörig zu Breberen.

Nachbarheid hatte 1828 insgesamt 138 Einwohner, 1852 waren es 177 Einwohner. Nachbarheid bildete mit den Orten Breberen Broichhoven, Brüxgen, Buscherheide und Schümm die Gemeinde Breberen-Schümm. Mit dem Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg vom 24. Juni 1969[5] wurde die Gemeinde Breberen-Schümm zum 1. Juli 1969 in die Gemeinde Gangelt eingegliedert. Rechtsnachfolgerin ist die Gemeinde Gangelt.

Kirchengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarre St. Maternus Breberen setzt sich aus den Orten Breberen, Broichhoven, Brüxgen, Buscherheide, Nachbarheid und Schümm zusammen. Die Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Katholiken.

Die Pfarre wird urkundlich 1079 erwähnt. Die Herren von Millen waren die Grundherren. 1282 wurde die Grundherrschaft an die Herren von Heinsberg verkauft. Damit war auch das Patronat der Kirche verbunden. 1492 wurde die Kirche dem Heinsberger Gangolfusstift, das auch den Zehnt besaß, inkorporiert. Nach der Zugehörigkeit zum Bistum Lüttich, dem Erzbistum Köln und heute dem Bistum Aachen gehört Breberen seit 1925 zum Dekanat Gangelt. Die heutige Kirche wurde um 1830 erbaut und am 18. Oktober 1944 gesprengt. 1954 wurde die Kirche mit einer neuen Fassade und einem Westturm neu aufgebaut.

Im Zuge der Pfarrgemeindereformen im Bistum Aachen wurde die ehemals eigenständige katholische Pfarrgemeinde St. Maternus Breberen in die Weggemeinschaft der katholische Pfarrgemeinden Gangelt eingegliedert.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß § 3 (1) c) der Hauptsatzung der Gemeinde Gangelt bilden die Orte Breberen, Broichhoven, Brüxgen, Buscherheide, Nachbarheid und Schümm einen Gemeindebezirk. Der wird durch einen Ortsvorsteher im Gemeinderat der Gemeinde Gangelt vertreten.[7] Ortsvorsteher des Gemeindebezirks ist Günther Dammers. Stand 2014

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infolge der über Jahrzehnte gewachsenen Ortsstrukturen gelten die Infrastruktur, die Sehenswürdigkeiten und die Vereine des Ortes Breberen auch für die Ortschaft Nachbarheid.

  • Im November 2010 lebten in Nachbarheid 124 Personen.
  • Es existieren mehrere landwirtschaftliche Betriebe mit Tierhaltung, ein Pferdehof, ein Geflügelhof, ein Gartenbaubetrieb und mehrere Kleingewerbebetriebe.
  • Die katholische Grundschule befindet sich in Breberen am Heidweg 2.[8]
  • Der private Kindergartenverein Lindenbaum Breberen e.V. steht an der Hochstraße 28.[9]
  • Es gibt mehrere Bushaltestellen im AVV, bedient von der Linie 474.
  • Der Ort hat Anschluss an das Radverkehrsnetz NRW.

Schulwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volksschule Brüxgen, 1925: 2 Klassen, 2 Stufen, 1 Lehrer, 1 Lehrerin, 84 Kinder
  • Volksschule Breberen-Schümm 1965: 5 Klassen, 5 Lehrerstellen, 178 Kinder

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche St. Maternus in Breberen als Denkmal Nr. 29
  • Buntverglasung in der katholischen Pfarrkirche[10]
  • Windmühle Breberen als Denkmal Nr. 30
  • Haus Altenburg in Breberen als Denkmal Nr. 31
  • Wasserpumpe an der Römerstraße als Denkmal Nr. 33
  • Wegekapelle in Nachbarheid

→ siehe auch Liste der Baudenkmäler in Gangelt

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Gangelt, Löscheinheit Breberen zuständig auch für Nachbarheid
  • Vereinte Schützen e.V. Breberen-Brüxgen e.V.
  • Trommler- und Pfeifercorps Breberen e.V.
  • Instrumentalverein St. Josef Breberen-Schümm e.V.
  • Sportverein 1920 SV Breberen e.V.
  • Reit- und Fahrverein Breberen e.V.
  • Breberener Karnevalsverein 84 e.V.
  • Frauengemeinschaft Breberen e.V.
  • Kirchenchor St. Cäcilia Breberen e.V.
  • Jugendgruppe Breberen
  • Sozialverband VdK Deutschland - Ortsverband Breberen

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vogelschuss der Bruderschaft
  • Patronatsfest und Kirmes in Breberen
  • St. Martin-Umzug in Nachbarheid

Straßennamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nachbarheid gibt es keine Straßenbezeichnungen, sondern nur Hausnummern, nach denen sich Einwohner, Postboten, Lieferanten und Besucher orientieren müssen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dritte Ausgabe 1994: Handbuch des Bistums Aachen, ISBN 3-87448-172-7, S. 679f.
  • Leo Gillessen: Die Ortschaften des Kreises Heinsberg, ISBN 3-925620-13-3, S. 95
  • Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz. Nicolai, Berlin und Stettin 1830, S. 776

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nachbarheid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. http://www.naturschutz-fachinformationssysteme-nrw.de/nsg/de/fachinfo/gebiete/gesamt/HS_011
  3. http://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/wasser/pdf/Gewaesserverzeichnis%20GSK3C.xls
  4. http://www.lanuv.nrw.de/wasser/pdf/GSK3B_Gebietsverzeichnis.pdf
  5. https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?print=1&anw_nr=2&gld_nr=%202&ugl_nr=2020&val=4036&ver=0&sg=0&menu=1&aufgehoben=N&keyword=&bes_id=4036
  6. http://www.weggemeinschaft-gangelt.de
  7. http://www.gangelt.de/images/stories/PDF/Ortsrecht/1.1%20Hauptsatzung.pdf
  8. http://grundschule-breberen.de/
  9. http://kiga-lindenbaum.de
  10. http://www.glasmalerei-ev.net/pages/b2624/b2624.shtml