Nachfrage

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In der Ökonomie bezeichnet man als Nachfrage den am Markt tatsächlich geäußerten Bedarf an Gütern. Die den Bedarf äußernden Marktakteure werden als Nachfrager bezeichnet. Das Gegenstück zur Nachfrage ist das Angebot. Angebot und Nachfrage bestimmen gemeinsam den Marktpreis bzw. das Marktgleichgewicht.

Die Nachfrage ist eng verbunden mit den Konzepten der Zahlungsbereitschaft und des Nutzens. In der keynesianischen Makrotheorie wird davon gesprochen, dass die Nachfrage ein Angebot schafft.[1] In speziellen Bereichen, etwa dem Gesundheitswesen, wird untersucht, inwieweit auch das Angebot eine Nachfrage erzeugen kann (vgl. Angebotsinduzierte Nachfrage).

Nachfrage zielt auf Konsum ab. Im folgenden werden verschiedene Aspekte oder Konzeptualisierungen der Nachfrage vorgestellt.

Nachfragefunktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Nachfragefunktion

Die Wirtschaftstheorie beschreibt die Nachfrage meist durch eine passende Funktion, die Nachfragefunktion. Im einfachsten Fall beschreibt diese den Zusammenhang zwischen einer gegebenen Menge eines Gutes und dessen Preis. Die inverse Funktion dieses Zusammenhanges wird durch die Preis-Absatz-Funktion ausgedrückt (von Bedeutung in der Monopoltheorie).

Elastizität der Nachfrage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Elastizität (Wirtschaft)

Der Einfluss verschiedener Faktoren auf die Höhe der Nachfrage lässt sich über die Elastizität messen.

Mit der direkten Preiselastizität der Nachfrage werden die unterschiedlichen Reaktionen der Nachfrage auf Preisänderungen beschrieben. Sie erteilt Auskunft darüber, wie die Nachfrage auf Preisänderungen reagiert. Die Nachfrage kann relativ elastisch, relativ unelastisch, vollkommen elastisch oder auch vollkommen unelastisch sein:

  • Relativ elastische Nachfrage: Bei einer einprozentigen Erhöhung der Preise geht die Nachfragemenge um mehr als 1 % zurück, die Ausgaben nehmen also ab. Bei einer Senkung der Preise um 1 % nimmt die Nachfragemenge um mehr als 1 % zu, die Ausgaben nehmen also zu.
  • Relativ unelastische Nachfrage: Bei einer einprozentigen Erhöhung der Preise geht die Nachfragemenge um weniger als 1 % zurück, die Ausgaben nehmen zu. Bei einer Senkung der Preise um 1 % nimmt die Nachfragemenge um weniger als 1 % zu, die Ausgaben nehmen ab.
  • Vollkommen unelastische Nachfrage: Die Nachfrage reagiert nicht auf Preisänderungen. Erhöhen sich die Preise, erhöhen sich die Ausgaben. Sinken die Preise, sinken die Ausgaben.
  • Vollkommen elastische Nachfrage: Steigen die Preise, sinkt die Nachfrage auf Null.

Die Einkommenselastizität der Nachfrage gibt an, wie sich die nachgefragte Menge bei Einkommensänderungen ändert. Erhöhen sich die Einkommen, nimmt die Nachfrage nach so genannten normalen Gütern zu (die Elastizität ist positiv). Der Elastizitätswert gibt an, in welchem Umfang sich die nachgefragte Menge erhöht. Bei inferioren Gütern ist die Elastizität der Einkommen negativ.

Arten der Nachfrage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da in den Wirtschaftswissenschaften eine große Anzahl von Märkten unterschieden wird, findet der Begriff sehr breite Anwendung. Wichtigster Anwendungsfall ist jedoch der Gütermarkt. Dort bezeichnet der Begriff

Eine große Bedeutung hat die Nachfrage auf den Finanzmärkten: Auf dem Geldmarkt bezeichnet der Begriff den Bedarf der Wirtschaftssubjekte nach Geld, die so genannte Geldnachfrage. Auf dem Kapitalmarkt tritt eine Nachfrage durch den Bedarf der Kapitalnehmer an Kapital auf.

Auf dem Arbeitsmarkt führt eine abnehmende Arbeitsnachfrage der Unternehmen zu Arbeitslosigkeit, falls das Arbeitsangebot, d. h. die von Wirtschaftssubjekten zur Verfügung gestellte Arbeitskraft nicht ebenfalls zurückgeht.

Die Verkehrsnachfrage beschreibt das Bedürfnis für eine Ortsveränderung, welche der Erfüllung eines Primärbedürfnisses dient. Die entsprechende Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsdienstleistungen stellt der Verkehrsmarkt zur Verfügung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bujard, Helmut, et al. Wirtschaft und Kultur. Oldenbourg Verlag, 2010. S. 83.