Nachlassverzeichnis

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Das Nachlassverzeichnis (Inventar[1], auch Nachlassinventar[2]) ist die Aufstellung der bei einem Erbfall vorhandenen Nachlassgegenstände und Nachlassverbindlichkeiten mit deren Beschreibung und einer Angabe des Wertes[3]. Es umfasst daher das wirtschaftliche Vermögen des Erblassers und soll vollständig sein.

Inventarerrichtung[Bearbeiten]

Der Erbe ist zur Inventarerrichtung berechtigt, aber nicht verpflichtet. Die Errichtung des Inventars ist die Einreichung eines vom Erben selbst erstellten Inventars bei dem Nachlassgericht. Es genügt jedoch, wenn der Erbe die Erstellung des Inventars durch das Nachlassgericht beantragt oder sich auf ein schon vorhandenes Inventar bezieht. Wenn der Erbe das Inventar selbst erstellt, muss er eine Behörde oder einen Notar zuziehen (amtliche Aufnahme nach § 2002 BGB), die ihn z. B. hinsichtlich der Form des Verzeichnisses beraten.

Zweck und Wirkung der Inventarerrichtung[Bearbeiten]

Die Errichtung eines Inventars hat den Zweck, die unbeschränkte Haftung des Erben für Nachlassverbindlichkeiten zu beschränken. Aus diesem Grund verlangt das Gesetz, dass ein freiwillig oder auf Antrag eines Nachlassgläubigers errichtetes Inventar nicht nur vollständig alle Nachlassgegenstände enthält, sondern auch die Nachlassverbindlichkeiten angibt. Ist das Inventar rechtzeitig errichtet worden, so wird im Verhältnis zwischen dem Erben und den Nachlassgläubigern vermutet, dass zur Zeit des Erbfalls weitere Nachlassgegenstände als die angegebenen nicht vorhanden gewesen seien.[4] Diese Vermutung des Gesetzes kann durch den Beweis des Gegenteils entkräftet werden.

Inventarfrist[Bearbeiten]

Wenn ein Nachlassgläubiger die Inventarerrichtung beantragt, wird dem Erben durch das Nachlassgericht eine Frist zur Errichtung des Inventars gesetzt (Inventarfrist nach § 1994 BGB), die mindestens einen Monat und höchstens drei Monate betragen soll und auf Antrag verlängert werden kann.[5]

Hält der Erbe die Inventarfrist nicht ein, haftet er unbeschränkt für die Nachlassverbindlichkeiten. Weil die Inventarerrichtung das Ziel hat eine Haftungsbeschränkung zu erreichen, muss sie dann nicht mehr erfolgen, wenn schon eine Nachlassverwaltung angeordnet ist oder ein Nachlassinsolvenzverfahren eröffnet wird. Die Nachlassverwaltung kann allerdings nur beantragt werden, solange die vom Nachlassgericht gesetzte Inventarfrist nicht abgelaufen ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hildegard Mannheims: Wie wird ein Inventar erstellt? Rechtskommentare als Quelle der volkskundlichen Forschung. 1991 (Volltext als PDF)
  • Hildegard Mannheims, Klaus Roth (Hrsg.): Nachlaßverzeichnisse - Probate Inventories, Internationale Bibliographie - International Bibliography. 1984 (Volltext als PDF)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. § 1993 BGB
  2. § 114 KostO
  3. § 2001 BGB
  4. § 2009 BGB
  5. § 1995 Abs. 1 BGB