Nachrichtenticker

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Der Begriff Nachrichtenticker oder englisch Newsticker (oftmals abgekürzt Ticker) stand ursprünglich für die Fernschreiber, mit denen zwischen den 1930er und 1990er Jahren Nachrichtenmeldungen von Nachrichtenagenturen übermittelt wurden, und wurde durch das tickende Geräusch, das diese Geräte beim Empfänger erzeugten, geprägt. Eine mitunter von Moderatoren verwendete Redewendung bei aktuellen Nachrichtenmeldungen war und ist z. B. ein Satz wie „Das ist gerade über den Ticker gekommen“.[1]

Aufgrund der Popularität des Begriffs werden auch bei Nachrichtenseiten im Internet oder im Videotext Rubriken, in denen Schlagzeilen in Textform und sortiert nach der zeitlichen Abfolge ihrer Veröffentlichung erscheinen, von den Anbietern manchmal als „Nachrichtenticker“ bezeichnet. Vor allem in den USA ist der „Newsticker“ auch als Bezeichnung für das Laufband (als horizontal durchs Bild laufender Kriechtitel) gebräuchlich, das bei Nachrichtensendern Meldungen am unteren Bildschirmrand anzeigt und so das Hauptprogramm weniger stört als der Rolltitel (läuft vertikal durchs ganze Bild).

Auf einigen Nachrichtenportalen im Internet werden zu aktuell relevanten Themen wie laufenden Sportveranstaltungen, Naturkatastrophen und wichtigen politischen Ereignissen sogenannte „Live-Ticker“ veröffentlicht, welche in kurzen Zeitabständen mit neuen Informationen – meistens in Form von Kurzmeldungen – inhaltlich erweitert werden.

Auch in Jingles von Radio- und Fernsehsendern, die der Ankündigung einer Nachrichtensendung dienen, ist heute oftmals ein Soundeffekt eingearbeitet, der das tickende Geräusch des historischen Nachrichtentickers andeuten soll.

Einzelne Nachrichten werden auch heute noch durch mehrere Pluszeichen (+++) voneinander im durchlaufenden Tickertext getrennt. Sie gehen auf das Telegramm zurück, in der die stark verkürzten Aussagen durch Stop-Meldungen, dargestellt durch die Pluszeichen, kenntlich gemacht wurden (z. B. „schicket gelder +++ darbe +++ sohn“).[2] Um die vermeintliche Wichtigkeit heutiger Tickermeldungen darzustellen, wurden die Pluszeichen als Stilmittel von den Massenmedien übernommen.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liveticker, in: Hans von Trotha. Lexikon der überschätzten Dinge, Fischer-Verlag, 2012, ISBN 9783104016337, S. 140
  2. Peter Glaser: Die Zuvielisation., Der Freitag, 1. April 2011
  3. Stefan Niggemeiner: Live dabei, wenn nichts passiert. FAZ.net, aktualisiert am 24. März 2014