Nachtgedanken (Fernsehsendung)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seriendaten
Originaltitel Nachtgedanken
ARD Nachtgedanken 1988-06-11.jpg
Produktionsland DeutschlandDeutschland Deutschland
Jahr(e) 1985–1990
Länge ca. 3 Minuten
Episoden ca. 2000
Ausstrahlungs-
turnus
täglich
Genre Kultur
Idee Kurt Rittig
Musik Nocturne Op. 9 Nr. 2 (Frédéric Chopin)
Moderation Hans-Joachim Kulenkampff
Erstausstrahlung 1. Oktober 1985[1] auf
Das Erste

Die Nachtgedanken waren eine Sendung des Hessischen Rundfunks und wurde im Ersten zum Sendeschluss ausgestrahlt.

Die Idee dazu kam von Kurt Rittig (damals SWF): „Um Mitternacht sollte der Zuschauer nicht mit den letzten Schreckensnachrichten verabschiedet werden, sondern ein paar gute Gedanken mit ins Bett nehmen können.“[2]

Die Sendung trug den Titel des Gedichtes Nachtgedanken von Heinrich Heine aus dem Jahre 1844. Der Ablauf erfolgte stets in der gleichen Form: Nach einigen Takten von Frédéric Chopins Klavierstück Nocturne Op.9 Nr.2 öffnete der Rezitator Hans-Joachim Kulenkampff eine Kladde und nannte Titel und Autor eines Textes, den er dann vorlas, um danach den Zusehern bzw. -hörern eine „Gute Nacht“ zu wünschen.

Dabei war das Format auf kein bestimmtes Genre oder eine bestimmte Epoche festgelegt. Die Spanne reichte von Salomo und Seneca über Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und Immanuel Kant bis zu Erich Kästner, Christian Morgenstern und Joachim Ringelnatz. Somit umfasste es ein Spektrum von 4000 Jahren Literaturgeschichte. Auch die Psychologie fand ihren Platz: Im Rahmen des Der lange Kulenkampff-Abend wiederholte das hr-Fernsehen am 20. Mai 2004 die Nachtgedanken mit Über den Lärm von Carl Gustav Jung.

Ausgewählt wurden die Texte v. a. von Jürgen Lehmann, Kurt Rittig[1] und von Kulenkampff selbst.[3]

Zwischen 1985 und 1990 wurden knapp 2000 Folgen der Reihe gezeigt. Nach Kulenkampffs Wechsel zu RTLplus wurde sie eingestellt.

Unter dem Titel Exlibris war im ORF in den späten 1980er Jahren eine ähnliche Reihe vor Sendeschluss zu sehen.

2013 griff der Komiker Oliver Kalkofe das Format auf, um unter dem Titel Nichtgedanken belanglose, überflüssige Passagen aus Biografien von Stars und Sternchen unserer Zeit vorzulesen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ans Bett. In: Der Spiegel. Nr. 44, 1985 (online).
  2. Klappentext zum Buch Nachtgedanken. Späte Einsichten mit Hans-Joachim Kulenkampff (1986) ISBN 978-3776614220.
  3. Klappentext zum Buch Das Leben ist eine Reise. „Nachtgedanken“ mit Hans Joachim Kulenkampff. (1990) ISBN 978-3776616262.