Nachtkritik.de

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nachtkritik kulturnetz gemeinnützige GmbH
Rechtsform Gemeinnützige GmbH
Gründung 2007
Sitz Berlin
Leitung Esther Slevogt (Geschäftsführung), Nikolaus Merck
Website www.nachtkritik.de

nachtkritik.de ist ein deutsches Internetportal für Theaterkritik und Theaterberichterstattung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nachtkritik.de wurde im Mai 2007 von den freien Journalisten Petra Kohse, Esther Slevogt, Nikolaus Merck und Dirk Pilz sowie dem Künstler Konrad von Homeyer als unabhängiges Theaterfeuilleton im Onlinebereich gegründet. Alle Kritiker waren zuvor bei überregionalen Tageszeitungen sowie Fachzeitschriften wie Theater heute und Theater der Zeit aktiv und arbeiten nach wie vor für auch für Printmedien wie Berliner Zeitung, taz oder Neue Zürcher Zeitung.

Auslöser für die Gründung von nachtkritik.de war die schleichende Marginalisierung des Genres Theaterkritik im Printfeuilleton seit der Jahrtausendwende und der damit verbundene Fortfall von Arbeitsmöglichkeiten für Theaterkritikerinnen und -kritiker. Wie Esther Slevogt gegenüber dctp-TV äußerte,[1] war für sie darüber hinaus die so genannte „Spiralblock-Affäre“ um den Kritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Gerhard Stadelmaier, den Regisseur Sebastian Hartmann und seinen Schauspieler Thomas Lawinky ein Signalreiz, an der Gründung des Portals mitzuwirken.[2] Am Konflikt um die dort gezeigte Interaktionstheaterform sei auch das Problem eines richterlichen, für Austausch verschlossenen Kritikverständnisses sichtbar geworden. Im Gegensatz dazu wollte man auf nachtkritik.de mit dem freien Forumsbereich die „Einbahnstraße Kritik“ (Slevogt) für Gegenkritik von Seiten der Theater und Leser öffnen.

Die derzeit zehnköpfige Redaktion von nachtkritik.de ist in Berlin ansässig. Die Berichterstattung aus der deutschsprachigen Schweiz, Österreich und Deutschland wird vor Ort durch freie Journalisten übernommen. Nach Angaben der Website beläuft sich die Zahl der Besuche monatlich auf ca. 448.756 Besuche (Visits) und 2.384,995 Seitenaufrufe (PIs). Quelle: AWStats. (Stand: Januar 2017). Im Jahr 2009 war nachtkritik.de für den Grimme Online Award nominiert.

Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nachtkritik.de veröffentlicht Rezensionen zu Theaterpremieren in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz am Morgen nach der Premiere. In einer ergänzenden Presseschau werden an den Folgetagen repräsentative überregionale und lokale Kritiken zu der betreffenden Aufführung zusammengefasst.

nachtkritik.de versteht sich als Theaterfeuilleton und bietet auch Buchkritiken, Essays, Kommentare sowie Beiträge zu ästhetischen und kulturpolitischen Debatten aus dem Bereich Theater und darstellende Kunst. „Theaterbriefe“ berichten über die nichtdeutschsprachige Theaterlandschaft. Ein Glossar informiert über Künstler und wichtige Stichworte aus dem Theaterbereich.

Alle Textbeiträge auf nachtkritik.de sind in einem offenen, anonymen Forum kommentierbar.

nachtkritik.de berichtet unregelmäßig auf gesonderten Festival-Portalen von Theatertreffen, so 2008, 2009 und 2010 von den Mülheimer Theatertagen, 2009 vom internationalen Osnabrücker Festival „Spieltriebe3“ sowie seit 2012 vom Heidelberger Stückemarkt. Gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin veranstaltet nachtkritik.de seit 2013 jährlich die Konferenz „Theater und Netz“.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die Seite hat sich zu einem Ort des wilden Kunstkampfes entwickelt“, schrieb Wolfgang Höbel in Der Spiegel Nr. 23/2009.[3] Kritik aus der Zeitungslandschaft erhält nachtkritik.de vornehmlich für seine Politik des offenen Forums, in dem User Theaterveranstaltungen anonym kommentieren können.

Nach anfänglichen Vorbehalten gegen die Geschwindigkeit der Theaterberichterstattung auf nachtkritik.de ist die Rezensionsarbeit der Seite schon bald nach ihrer Gründung als etablierte Stimme in der Fachwelt eingestuft worden. „Den überregionalen Zeitungen ist hier eine ernstzunehmende, schnelle Konkurrenz erwachsen“, urteilte Wilhelm Roth im Fachorgan Die Deutsche Bühne 01/2008.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Spiralblock-Affäre. Esther Slevogt im Gespräch mit Philipp Banse. dctp.tv. Meinungsmacher. Abgerufen am 6. Februar 2011.
  2. Zur „Spiralblock-Affäre“ 2006 vgl.: Thierry Chervel: Die Perlentaucher-Affäre oder die FAZ als Waffe. perlentaucher.de. 10. Juli 2007, abgerufen am 6. Februar 2011. – Gerhard Stadelmaier: Angriff auf einen Kritiker. FAZ.NET. 18. Februar 2006, abgerufen am 6. Februar 2011.
  3. Wolfgang Höbel: „Am Marterpfahl“ In: Der Spiegel, 23/2009