Nackt. Das Netz vergisst nie.

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Filmdaten
OriginaltitelNackt. Das Netz vergisst nie.
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2017
Länge88 Minuten
Stab
RegieJan Martin Scharf
DrehbuchAnne-Marie Keßel
ProduktionChristian Becker
KameraMarkus Eckert
Besetzung

Nackt. Das Netz vergisst nie ist ein auf einer wahren Begebenheit beruhender deutscher Drama-Film nach dem Drehbuch von Anne-Marie Keßel[1] und unter der Regie von Jan Martin Scharf. Die Hauptrollen spielen Felicitas Woll, Martin Gruber und Aleen Jana Kötter. Die TV- Premiere war am 4. April 2017 auf Sat.1. Der Film beschäftigt sich mit dem Thema Cyber-Mobbing und den Effekten auf die Opfer.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 16-jährige Lara (Aleen Jana Kötter) wird mit Nacktfotos, die für ihren Freund gedacht waren, durch einen unbekannten Webseitenbetreiber erpresst. Die Fotos machen schnell die Runde in der Schule und Lara ist nicht nur dem Cyber-Mobbing ausgesetzt, sondern auch realem Mobbing und den Blicken in der Schule. Ihre Mutter Charlotte (Felicitas Woll) versucht alles, was in ihrer Macht steht, um diese Fotos wieder zu löschen, jedoch muss sie schnell feststellen, dass dies fast unmöglich ist. Obwohl Charlotte alle Hebel in Bewegung setzt und sogar mit anderen Opfern Kontakt aufnimmt, gelingt es ihr nicht, die Bilder zu entfernen. Durch ihr Engagement wird sie selbst zur Zielscheibe des Betreibers.[2]

Der Polizei ist es nicht gestattet, ohne Beweise zu handeln. Daher sind ihr die Hände gebunden, als Charlotte ein paar Indizien aufbringt.

Die Drehbuchautorin und der Regisseur wandelten die Geschichte ein wenig ab und wählten eine andere Figur für den Selbstmord. Amal, gespielt von Jasmina Al Zihairi[3], wird, genauso wie Lara, Opfer von Cyber-Mobbing und hält dem Druck, der auf ihr lastet, nicht mehr stand. Die familiären Erwartungen und ihre Scham treiben sie soweit, Selbstmord zu begehen.

Der Film eignet sich als Gesprächsstoff für Eltern, Lehrer, Kinder und Jugendliche.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film basiert auf der Geschichte der kanadischen Jugendlichen Amanda Michelle Todd[4]. Todd war ein 15-jähriges Mädchen aus der Nähe von Vancouver, das ohne nachzudenken ein Nacktfoto von sich an einen Chat-Bekannten schickte. Dieser veröffentlichte das Foto auf Facebook und sandte es an die gesamte Schule des Mädchens. Die Mobbing-Attacken haben der Jugendlichen über mehrere Jahre so zugesetzt, dass sie zweimal versuchte, sich das Leben zu nehmen. Sie starb beim zweiten Versuch.

#AugenAuf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der Film auf Sat.1 ausgestrahlt wurde, wurde der Hashtag AugenAuf bekannt. Er hat auch auf Twitter an Aufmerksamkeit gewonnen und hat dort über 900 Tweets.[5] Der Hashtag soll Menschen dazu auffordern nicht wegzugucken, wenn man Gewalt an Frauen sieht, sondern zu handeln. Durch den Hashtag wurden mehrere Themen, wie zum Beispiel Anonymität, Strafverfolgung und Offenheit angesprochen und manchmal zum ersten Mal zum Ausdruck gebracht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biografie von Anne-M. Keßel. www.drehbuchautoren.de, abgerufen am 10. April 2017.
  2. Nackt. Das Netz vergisst nie. www.moviepilot.de, abgerufen am 10. April 2017.
  3. Jasmina Al Zihairi. www.imdb.com, abgerufen am 10. April 2017.
  4. Cyber-Mobbing: Der stumme Hilferuf der Amanda Todd (†15). Die Welt, 22. Oktober 2012, abgerufen am 10. April 2017.
  5. Hashtag #AugenAuf auf Twitter. Abgerufen am 10. April 2017.