Nadja Benaissa

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Nadja Benaissa auf der Kieler Woche (2008)

Nadja Benaissa (* 26. April 1982 in Frankfurt am Main) ist eine deutsche Soul-, R&B-, A cappella- und Popsängerin. Sie wurde im Jahr 2000 als Mitglied der Girlgroup No Angels bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nadja Benaissa kam 1982 als zweites Kind eines Marokkaners und seiner deutsch-serbischen Frau zur Welt und wuchs gemeinsam mit ihrem zwei Jahre älteren Bruder in Langen bei Frankfurt am Main auf. Sie besuchte die Dreieichschule Langen.

Mit 14 Jahren wurde sie von ihren Eltern in eine Kinderpsychiatrie eingewiesen, weil sie von ihnen mit Marihuana erwischt wurde.[1] Nach öffentlichen Vorwürfen ihres Exfreundes bestätigte sie 2001 in einem stern TV-Interview, mit 14 Jahren bis zu ihrer Schwangerschaft mit 16 Jahren cracksüchtig gewesen zu sein.[2] Im Oktober 2021 berichtete sie, dass sie nach Jahren der Abstinenz rückfällig geworden war und einige Zeit erneut Drogen konsumierte. Seit dem Jahr 2017 lebt sie ohne Suchtstoffe.[3]

Durch Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft wurde bei Benaissa im ersten Trimenon eine HIV-Infektion diagnostiziert. Eine vertikale Infektion des Kindes konnte durch eine hochaktive antiretrovirale Therapie und einen Kaiserschnitt verhindert werden.[4] Am 25. Oktober 1999 brachte Benaissa eine Tochter zur Welt. Nach der Geburt hatte sie keinen Kontakt mehr zum Vater ihres Kindes. Den Besuch einer Abendrealschule brach sie im Jahr 2000 als Klassenbeste ohne Abschluss ab, um an der Castingshow Popstars teilzunehmen.[5]

Im Jahr 2011 zog sich Benaissa aus der Öffentlichkeit zurück, um ihr Abitur am Berlin-Kolleg nachzuholen.[6] Anschließend absolvierte sie eine Ausbildung als Veranstaltungskauffrau.[7] Im September 2021 absolvierte sie eine Ausbildung zur Fitnesstrainerin A-Lizenz.[8]

Künstlerischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benaissa wurde im Alter von drei Jahren in der musikalischen Elementarerziehung früh an Musik herangeführt.[9] Es folgten außerschulischer Klavier- und Flötenunterricht. Mit einer Freundin belegte sie bei Jugend musiziert einen zweiten Platz. Sie sang in der fünften Klasse mit zwölf Jahren zwei Rollen im Schul-Musical Tabaluga. Dort wurde sie von Schülern aus der Oberstufe als Sängerin einer Rockband entdeckt.[9] Als Jugendliche nahm sie im Tanz- und Ballettstudio Rodin in Langen Unterricht; des Weiteren war sie Teil verschiedener Bands sowie in musikalischen Projekten als Live- und Studiosängerin tätig.[9]

Bands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

No Angels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nadja Benaissa (2002)

Für die Show Popstars rief der Fernsehsender RTL II im Jahr 2000 zum Casting für eine neue Girlgroup auf. Benaissa nahm am Vorsingen in Frankfurt am Main teil. Auf das Casting wurde sie von Franca Morgano der Band Magic Affair aufmerksam gemacht, mit der Benaissa eine gemeinsame Bandprobe hatte.[9] Benaissa ging ohne weitere Kenntnisse über das Casting zum Vorsingen und sang Hero von Mariah Carey. Nach dem Vorsingen und dem Recall nahm Benaissa an einem Gesangs- und Tanzworkshop auf Mallorca teil, den sie gemeinsam mit zehn weiteren Kandidatinnen als Finalistin verließ. In Deutschland wurde ihr mitgeteilt, dass sie gemeinsam mit Lucy Diakovska, Sandy Mölling, Vanessa Petruo und Jessica Wahls Mitglied der neuen Girlband No Angels sein wird. Ende 2003 löste sich die Gruppe mit Erscheinen des Best-Of-Albums The Best of No Angels zugunsten einer längeren Pause und Solokarrieren auf. Im Januar 2007 startete Benaissa gemeinsam mit drei weiteren Gründungsmitgliedern der No Angels mit dem Album Destiny ein Comeback. Aufgrund körperlicher und psychischer Erschöpfung[10] gab Benaissa am 7. September 2010 ihren Ausstieg aus der Band bekannt. Die Trennung der No Angels wurde im Sommer 2014 verkündet. Zum 20-jährigen Bandjubiläum veröffentlichten die No Angels im Juni 2021 das Album 20. Dafür kehrte Benaissa zur Band zurück.

Mit über fünf Millionen verkauften Tonträgern sind die No Angels die bis heute erfolgreichste Girlgroup Kontinentaleuropas.[11] Benaissa schrieb an den Songs Come Back, Shut Your Mouth und der Single One Life mit.

medlz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2019 gab die deutsche A-cappella-Band medlz bekannt, dass Benaissa neues Mitglied des Ensembles ist. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde die Tour Das läuft bei uns, die im April 2020 starten sollte, verschoben und im Herbst des Jahres durchgeführt.[12] Ihren ersten Auftritt hatte Benaissa mit der Band im August 2020 in Dresden.[13] Das erste Album mit Benaissa (Das) läuft bei uns erschien Ende August 2020, darauf ist auch eine A-cappella-Version des Songs Rivers of Joy der No Angels zu hören. Im September traten die medlz erstmals in der neuen Formation im SWR Fernsehen in der Show Wahl der Deutschen Weinkönigin 2020 mit ihrer Version des Songs Simply The Best von Tina Turner auf. Das Weihnachtsalbum Weihnachtsleuchten Vol. 2 folgte im November 2020.[14] Aufgrund der Wiedervereinigung der No Angels zum 20-jährigen Bandjubiläum verließ Benaissa im Februar 2021 die medlz.[15]

Solokarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2001 war Benaissa Teil der Sisters Keepers, einem Zusammenschluss bekannter Schwarzer Künstlerinnen Deutschlands. Sie veröffentlichten die Single Liebe und Verstand, die Platz 61 der Singlecharts in Deutschland und Platz 63 in Österreich erreichte. Ein Jahr später hatte Benaissa einen Cameoauftritt im Musikvideo zu Play with Bootsy von Bootsy Collins.

Nach der Trennung der No Angels Ende des Jahres 2003 zog sich Benaissa zunächst aus dem Rampenlicht zurück, um sich ihrer Tochter zu widmen. Im Jahr 2004 war Benaissa als Gast auf dem Song Ein schöner Tag von Moses Pelham zu hören. Im September des gleichen Jahres war sie im Spielfilm Eine unter Tausend auf ProSieben zu sehen, in dem sie in einer Nebenrolle die Konkurrentin einer jungen Tänzerin spielt. Im Film war Benaissa mit dem von ihr eingesungenen Song Gotta Find Somebody zu hören. Als Werbeträgerin für den Sportartikelhersteller Nike war sie ebenfalls im Fernsehen zu sehen.

Im Jahr 2005 unterschrieb sie einen Plattenvertrag bei Universal. Im September des gleichen Jahres erschien ihre erste Single Es ist Liebe. Den Midtempo-Soul-Song hat Benaissa gemeinsam mit Tino Oac geschrieben. Er erreichte Platz 63 in den deutschen Singlecharts. Im November und Dezember trat Benaissa bei sechs Konzerten auf der Tour von Simply Red im Vorprogramm auf.[16] Beim deutschen Musikpreis 1 Live Krone wurde sie in der Kategorie Beste Künstlerin nominiert.

Am 10. Februar 2006 erschien Ich hab dich als zweite Single von Benaissa, die ebenfalls von ihr gemeinsam mit Tino Oac geschrieben wurde. Mit dem Song nahm sie für Hessen beim zweiten Bundesvision Song Contest teil, bei dem sie Platz vier hinter Seeed, In Extremo und Revolverheld belegte.[17] Ich hab dich erreichte Platz 36 der Singlecharts in Deutschland.

Benaissa als Jurymitglied der Sendung Dein Song (2008)

In der Erstausgabe, die eine Druckauflage von 375.000 Exemplaren umfasste[18], des am 17. Februar 2006 neu erschienenen Frauenmagazins Emotion von Gruner + Jahr wurde die EP Know Your Emotion von Benaissa in einer Papierfenstertasche[19] beigelegt. Die EP enthält den für das Magazin komponierten Song Know Your Emotion der Songschreiber Ian Max und Stephan Moritz[20] sowie die Single Es ist Liebe und den Song Augenblick.[21] Know Your Emotion wurde auch als B-Seite auf Benaissas Single Ich hab Dich veröffentlicht.

Am 24. Februar 2006 erschien Benaissas Debütalbum Schritt für Schritt. Benaissa hat alle Songs des Albums mitgeschrieben, zum Teil mitkomponiert und ist auch als Executive Producer des Studioalbums geführt. In einem Interview beschrieb sie, dass alle Songs ihres Albums autobiografisch sind und ihr Gefühlsleben zum Ausdruck bringen. Ihr sei es wichtig gewesen, dass das Album unterschiedliche Facetten des Lebens widerspiegelt und daher sowohl glückliche als auch traurige Songs enthält.[22] Als Inspiration für das Album nannte Benaissa die Soulsänger Aretha Franklin, Mary J. Blige und Marvin Gaye.[23] Schritt für Schritt erreichte Platz 71 in den deutschen Albumcharts.

Im Sommer des gleichen Jahres war Benaissa Teil des Music Team Germany, einem Zusammenschluss deutscher Künstler. Gemeinsam veröffentlichten sie ein Cover des Fury-in-the-Slaughterhouse-Songs Won’t Forget These Days für die Übertragungen der Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 auf dem Pay-TV-Sender Premiere. Die Single erreichte Platz 48 in den deutschen Singlecharts. Alle Einnahmen wurden gespendet.

Im Jahr 2007 verlieh Benaissa zwei Musikprojekten des Musikproduzenten Torsten Stenzel ihre Stimme: Dem Song Dirty Dancing von DJ Sakin & Friends und dem Song Unlock My Chains der Superlounger. Ebenfalls war sie auf dem Song Dear Christin des Rappers Manuellsen zu hören.

Ab Frühjahr Jahr 2008 begann Benaissa mit dem Schreiben neuer Songs für ihr zweites Studioalbum. Erste Demoaufnahmen veröffentlichte sie auf ihrem Myspace-Profil, darunter Alles wird okay, Bleib stark, Hände hoch, Nie wieder und Lass los. Ebenfalls stellte sie einige dieser Songs bei Auftritten vor, z. B. im Rahmen des Kulturprogramms der Nibelungenfestspiele in Worms.[24] Im Sommer 2008 beendete sie die Arbeit an ihren Songs zugunsten der Aufnahmen des fünften Studioalbums Welcome to the Dance der No Angels. Eine kommerzielle Veröffentlichung ihrer Songs im Rahmen eines zweiten Soloalbums wurde von Benaissa nicht realisiert.

Im gleichen Jahr 2008 wurde Mein Jahr, ein Song des Rappers Fler gemeinsam mit Benaissa, auf dessen Album Fremd im eigenen Land veröffentlicht. Ebenfalls lieh sie dem Song Schnüffelma, eine Parodie auf den Song Dilemma von Nelly und Kelly Rowland der Comedy Gruppe Skit Sketch, ihre Stimme und spielte auch im dazugehörigen Video mit. Vom 20. Oktober bis 14. November 2008 saß Benaissa in der Jury des Songwriter-Wettbewerbs Dein Song im KiKA. Im darauffolgenden Kalenderjahr 2009 war sie als Gast auf dem Song Wir sind keine Kinder mehr von Samy Deluxe zu hören.

Im Jahr 2010 arbeitete Benaissa gemeinsam mit der freien Autorin Tinka Dippel an ihrer Autobiografie mit dem Titel Alles wird gut, die am 27. September bei Edel – und zusätzlich als Hörbuch mit von Benaissa eingesprochenen Passagen – veröffentlicht wurde.[25] Benaissa stellte das Buch auf der 62. Frankfurter Buchmesse vor.[26] Anschließend zog sie sich zunächst aus der Öffentlichkeit zurück. Im August 2011 erhielt sie auf der Verleihung des Reminders Day Award den Preis zur Solidaritätsbekundung als Symbol der Solidarität mit ihr. An diesem Abend gab sie ihr musikalisches Bühnencomeback mit Coverversionen der Lieder Zauberland und Halt dich an deiner Liebe fest von Rio Reiser. Sie kündigte an, ein Album mit Coverversionen von Rio Reiser aufnehmen zu wollen.[27] Das Album wurde jedoch nicht von ihr realisiert. Stattdessen zog sich Benaissa wieder aus der Öffentlichkeit zurück.

Im Jahr 2012 wurden die drei Songs Maisha, Allein und Honey and Blood auf der EP der Rapperin Thea Queen of Light veröffentlicht, auf denen Benaissa jeweils als Gast zu hören ist. Liveauftritte absolvierte Benaissa nur vereinzelt.[28] 2018 absolvierte Benaissa vermehrt Auftritte mit der Gospelband The Real Rogers & Friends, mit der sie am 8. Dezember 2018 Mariah Carey bei ihrem Weihnachtskonzert in Berlin unterstützte.[29] 2019 war sie Hauptdarstellerin im Videoclip zum Song Stay Humble von Mellow Mark.[30]

Im August 2021 gab Benaissa auf ihrem Instagramprofil bekannt, mit dem Pianisten Enzo Lange an neuen Songs zu arbeiten. Let You Go und Get Up stellte sie erstmals bei einem Benefizkonzert im August in Berlin vor. Eine kommerzielle Veröffentlichung sei aufgrund ihrer Arbeit mit den No Angels im Rahmen des 20-jährigen Bandjubiläums jedoch vorerst nicht geplant.[31]

Gesellschaftspolitisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Mitglied der Sisters Keepers setzte sich Benaissa bereits 2001 gegen Rassismus und Sexismus ein. Seit dem Jahr 2020 engagiert sie sich verstärkt gesellschaftspolitisch und sozial, um zur Repräsentation und Sichtbarkeit von People of Color in der deutschen Gesellschaft und Medienlandschaft und zur Enttabuisierung von HIV-Erkrankungen und Psychotherapien beizutragen.[32] Im September 2020 war sie gemeinsam mit der Dragqueen Barbie Breakout im Podcast Realitäter*innen zu Gast und klärte über das Leben mit HIV auf.[33] Im Januar 2021 war sie als Gast in der Satire-Show Browser Ballett der ARD und thematisierte Alltagsrassismus.[34] Sie positionierte sich in der Reihe Nenn mich nicht... des Rbb Fernsehen gegen die Verwendung rassistischer Sprache.[35] Ebenfalls war sie im Frühjahr 2021 Teil eines Fotoprojektes unter dem Motto Solidarität ist Zukunft, um sich für die Anerkennung gesellschaftlicher Diversität und Inklusion auszusprechen. In einem Projekt der Wochenzeitung Die Zeit war Benaissa 2021 eine von 38 Personen, die sich gegen die Tabuisierung von psychischen Krankheiten aussprechen.[36] Sie war ebenfalls Teil der Kampagne Zehntausend Gründe des Frankfurter Netzwerk für Suizidprävention, um auf das Thema Suizid aufmerksam zu machen.[37] Im Oktober 2021 sprach sie im Podcast Danke, gut des WDR über Suchterkrankungen und Psychotherapien.[38] Seit August 2021 tritt sie regelmäßig beim Berliner Benefizkonzert[39][40] Gemeinsambunt und weiteren Benefizveranstaltungen[41] auf, um sich gegen Hasskriminalität und für sexuelle Vielfalt einzusetzen.

Anerkennung und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2010 wurde Benaissa als Persönlichkeit des Jahres 2009 mit dem Szenepreis, dem größten schwul-lesbischen Medienpreis Deutschlands[42], ausgezeichnet.[43] 2011 wurde sie beim Reminder Day Award, bei dem Auszeichnungen für das Engagement im Rahmen des Kampfes gegen HIV und AIDS verliehen werden, durch die Laudatorin Cori Obst ein Preis als Solidaritätsbekundung wegen der Vorverurteilungen im Rahmen des Zwangs-Outings als HIV-positiv verliehen.[44] Seit 2020 ist Benaissa als Künstlerin im Deutschen Museum für Schwarze Unterhaltung und Black Music geführt, das Personen aufnimmt, die zur Sichtbarkeit von Schwarzen Deutschen Künstlerinnen und Künstlern beitragen. Seit September 2021 ist sie Teil der Ausstellung Abgelichtet! Stars in Frankfurt im Institut für Stadtgeschichte. Als Leihgabe stellte sie dem Museum ihre mit den No Angels im Jahr 2001 gewonnene Goldene-Bravo-Otto-Trophäe zur Verfügung.[45] 2022 wurde Benaissa von der Initiative Geile Uschi Kongress, die ausgewählte Frauen für besondere Leistungen ehrt, als Rednerin für den Jahreskongress mit der Begründung eingeladen, es gehöre zu Benaissas "ungeheurer Stärke", trotz medialer Bloßstellungen als Künstlerin weiterzuarbeiten, die eigenen Erfahrungen in Kunst, Musik und gesellschaftlichen Engagement umzusetzen und dadurch eigene Fehler kritisch zu reflektieren.[46]

Gerichtsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am späten Abend des 11. April 2009 wurde Benaissa in Frankfurt am Main wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung festgenommen. Ihr wurde zur Last gelegt, dass sie ungeschützten Sex mit mehreren Personen gehabt hätte, ohne diese auf ihre HIV-Infektion hingewiesen zu haben. Die Tatvorwürfe bezogen sich auf einen Zeitraum von 2000 bis 2004, während Benaissa spätestens seit 1999 von ihrer Infektion gewusst haben soll.[4][47] Am 21. April 2009 wurde ihr auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft Darmstadt Haftverschonung gewährt.[48] Anfang Juli 2009 hob die Staatsanwaltschaft Darmstadt den Haftbefehl gegen Benaissa wieder auf, da sie ihre Auflagen erfüllt hatte.[49]

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt wurde für ihr Verhalten während des Ermittlungsverfahrens kritisiert. Ihr wurde vorgeworfen, Details aus einem laufenden Ermittlungsverfahren veröffentlicht und zu umfangreich über gesundheitliche Aspekte von Benaissa informiert zu haben – darunter den HIV-Status öffentlich bekannt gemacht zu haben, ohne ihre Intimsphäre oder die Unschuldsvermutung zu wahren.[50]

Wegen des Verdachts, einen Partner durch ungeschützten Sex mit dem HI-Virus infiziert zu haben und in vier Fällen mit drei weiteren Partnern, die von ihrer HIV-Infektion nichts wussten, ungeschützten sexuellen Verkehr gehabt zu haben, erhob die Staatsanwaltschaft Darmstadt im Februar 2010 Anklage gegen Benaissa wegen vollendeter gefährlicher Körperverletzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen.[51] Das Amtsgericht Darmstadt verurteilte sie im August 2010 zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und 300 Arbeitsstunden in einer AIDS-Einrichtung.[52]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[53]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE
2006 Schritt für Schritt DE71
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 24. Februar 2006

EP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: Know Your Emotion (als Beilage des Magazins Emotion von Gruner + Jahr; Erstveröffentlichung: 17. Februar 2006; Druckauflage: 375.000 Exemplare)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[53]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH
2001 Liebe und Verstand
DE61
(7 Wo.)DE
CH63
(3 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 24. Dezember 2001
mit den Sisters Keepers
2005 Es ist Liebe
Schritt für Schritt
DE64
(3 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 12. September 2005
2006 Ich hab’ dich
Schritt für Schritt
DE36
(4 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 10. Februar 2006
2006 Won’t Forget These Days
DE48
(7 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 9. Juni 2006
mit Music Team Germany; Original: Fury in the Slaughterhouse

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Gotta Find Somebody (im Spielfilm Eine unter Tausend)
  • 2007: Dirty Dancing (DJ Sakin & Friends feat. Nadja Benaissa)
  • 2007: Unlock My Chains (Superlounger feat. Nadja Benaissa)
    • 2020: Re-Release unter: Unlock My Chains – One Man Ahead feat. Nadja Benaissa
  • 2008: Mein Jahr (Fler feat. Nadja Benaissa)
  • 2008: Schnüffelma (Skit Sketch feat. Nadja Benaissa)
  • 2021: Es tut mir so leid (Unkompatibel feat. No Angel)

Gastauftritte

  • 2004: Ein schöner Tag (Moses Pelham)
  • 2007: Dear Christin (Manuellsen)
  • 2009: Wir sind keine Kinder mehr (Samy Deluxe)
  • 2012: Maisha (Thea Queen of Light)
  • 2012: Allein (Thea Queen of Light)
  • 2012: Honey and Blood (Thea Queen of Light)

Tourneen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Support-Act

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nadja Benaissa, Antje Temler, Tinka Dippel: Nadja Benaissa – Alles wird gut. Edel, Hamburg 2010.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nadja Benaissa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Benaissa, Nadja (2021): Danke, gut. Der Podcast über Pop und Psyche. https://www1.wdr.de/radio/cosmo/podcast/danke-gut/danke-gut-nadja-benaissa-100.html Minute 38:53-39:20.
  2. Nadja: „Ich habe ziemlich viel Mist gebaut“. laut.de. 8. November 2001. Abgerufen am 27. Februar 2016.
  3. Benaissa, Nadja (2021): Danke, gut. Der Podcast über Pop und Psyche. https://www1.wdr.de/radio/cosmo/podcast/danke-gut/danke-gut-nadja-benaissa-100.html Minute 20:58-21:40.
  4. a b Nadja Benaissa bedauert „falschen Umgang“ mit ihrer HIV-Infektion. 16. August 2010, abgerufen am 15. März 2020.
  5. Gisela Friedrichsen: Prozess um No-Angels-Sängerin: „Ich hatte einfach tierische Angst“. In: SPIEGEL ONLINE. 16. August 2010. Abgerufen am 27. Februar 2016.
  6. Nadja Benaissa: Seltenes Interview über ihr neues Leben! Abgerufen am 21. Dezember 2020.
  7. mdr.de: "No Angel" Nadja feiert mit "Medlz" Comeback in Dresden | MDR.DE. Abgerufen am 21. Dezember 2020.
  8. No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa wird Fitnesstrainerin. Abgerufen am 19. September 2021 (deutsch).
  9. a b c d Nadja Benaissa (2022): Von der Schulbank zum Popstar. Deva trifft Nadja Benaissa (No Angels). Interview mit Deva Manick. https://www.youtube.com/watch?v=Li9lPBIudDs; Abruf am 27. Juni 2022.
  10. Benaissa, Nadja (2021): Danke, gut. Der Podcast über Pop und Psyche. https://www1.wdr.de/radio/cosmo/podcast/danke-gut/danke-gut-nadja-benaissa-100.html, Minute 57:55-59:15.
  11. DE: BMG acquires No Angels catalogue bringing Germany's biggest ever popstars back to streaming services. 26. November 2020, abgerufen am 21. Dezember 2020 (englisch).
  12. hessenschau de, Frankfurt Germany: Nadja Benaissa muss ihr Comeback verschieben. 28. März 2020, abgerufen am 12. Februar 2021.
  13. mdr.de: "No Angel" Nadja feiert mit "Medlz" Comeback in Dresden | MDR.DE. Abgerufen am 16. November 2020.
  14. medlz. Abgerufen am 16. November 2020.
  15. Aus bei den "Medlz": Nadja Benaissa kehrt zu No Angels zurück. Abgerufen am 12. Februar 2021.
  16. MLK schickt Ex-No-Angel Nadja zu Simply Red. Abgerufen am 21. Dezember 2020.
  17. Vierter Platz für Nadja Benaissa | Musik | Kultur | hr. 5. März 2006, abgerufen am 21. Dezember 2020.
  18. Gruner + Jahr: Gruner + Jahr bringt am 17. Februar das Psychologie-Magazin emotion auf den Markt. Abgerufen am 23. Dezember 2020.
  19. Know Your Emotion - Mini-CD / EP (2006, Heftbeilage, Cardsleeve) von Nadja Benaissa. Abgerufen am 21. Dezember 2020.
  20. Gruner + Jahr: Gruner + Jahr bringt am 17. Februar das Psychologie-Magazin emotion auf den Markt. Abgerufen am 23. Dezember 2020.
  21. Innenansichten. Abgerufen am 21. Dezember 2020.
  22. Nadja Benaissa im Interview: "Das war die ganze Zeit einfach nur Hektik!" In: Planet Interview. Abgerufen am 21. Dezember 2020 (deutsch).
  23. Nadja Benaissa im Interview: "Das war die ganze Zeit einfach nur Hektik!" In: Planet Interview. Abgerufen am 21. Dezember 2020 (deutsch).
  24. Großartiges Ergebnis der Nibelungen-Festspiele. Abgerufen am 21. Dezember 2020.
  25. Nadja Benaissa veröffentlicht Autobiografie (Memento vom 18. September 2010 im Webarchiv archive.today) dnews.de vom 17. September 2010
  26. Augsburger Allgemeine: Benaissa stellt auf Frankfurter Buchmesse ihre Biografie vor | Augsburger Allgemeine. Abgerufen am 21. Dezember 2020.
  27. Benaissa versucht sich an Rio Reiser. Abgerufen am 21. Dezember 2020.
  28. Nadja Benaissa Seltenes Interview über ihr neues Leben!
  29. romeo wintour: Nadja Benaissa at Mariah Careys Christmas Concert in Berlin. youtube.com, 18. Dezember 2018, abgerufen am 23. Dezember 2020.
  30. Verlagsgruppe Hof, Coburg, Suhl Bayreuth: Zukunftspläne: Mellow Mark bleibt demütig - Nordbayerischer Kurier. Abgerufen am 21. Juli 2021.
  31. Anmeldung • Instagram. Abgerufen am 1. September 2021.
  32. Frankfurter Allgemeine Magazin, Juni 2021, S. 48.
  33. Warum HIV das Leben kaum beeinträchtigt, unsere Vorurteile aber schon w/ Nadja & Barbie. Abgerufen am 16. Juni 2021.
  34. "Browser Ballet": Darf man noch das N-Wort sagen? Abgerufen am 16. Juni 2021.
  35. Nenn mich nicht. Abgerufen am 16. Juni 2021.
  36. Julia Kopatzki, Yasmine M'Barek, Vanessa Vu: Psychische Erkrankungen: Wir sind zur Therapie. In: Die Zeit. 8. Juli 2021, abgerufen am 21. Juli 2021.
  37. Zehntausend Gründe - Suizid verhindern - Frans hilft. Abgerufen am 19. August 2021 (deutsch).
  38. Danke, gut: Nadja Benaissa über die No-Angels-Zeit, Sucht und Gruppentherapie. 21. Oktober 2021, abgerufen am 21. Oktober 2021.
  39. Benefizkonzert gegen Hasskriminalität und für sexuelle Vielfalt. Abgerufen am 23. August 2021.
  40. 3. Gala #GEMEINSAMBUNT. Abgerufen am 22. April 2022.
  41. Berlin Circus Pride 2022 - Come as you are and express yourself! | 23.07.2022, 22:00. Abgerufen am 5. Juni 2022.
  42. Line Arts - DER BLU-SZENEPREIS Deutschlands größter schwul-lesbischer Medienpreis. Abgerufen am 21. Dezember 2020.
  43. No Angels - offizielle Fansite - noangels-inside.de. 16. Juli 2012, abgerufen am 21. Dezember 2020.
  44. Aids-Gala im Ewerk. Abgerufen am 21. Dezember 2020.
  45. Abgelichtet! Stars in Frankfurt. Abgerufen am 30. September 2021.
  46. So viel mehr als ein Popstar: Nadja Benaissa. Abgerufen am 14. Juli 2022 (deutsch).
  47. Nach Kondomen hat keiner gefragt. 17. August 2010, abgerufen am 15. März 2020.
  48. Nadja Benaissa - No-Angels-Sängerin aus U-Haft entlassen, Spiegel Online, 21. April 2009
  49. Astrid Bischof: Justiz: Haftbefehl aufgehoben: Welcome - das neue Leben der Nadja Benaissa. In: sueddeutsche.de, 17. Mai 2010. Abgerufen am 27. Februar 2016. 
  50. So zuletzt im SPIEGEL, Heft 34/2010 vom 23. August 2010.
  51. Anklageerhebung im Fall Nadja B. Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Darmstadt vom 12. Februar 2010.
  52. Nadja Benaissa: Tränen beim Urteilsspruch in WZ-newsline vom 26. August 2010, abgerufen am 27. August 2010.
  53. a b Chartdiskografie DE
  54. Gewonnen: Szenepreis für Nadja und "One Life". noangels-inside.de. Archiviert vom Original am 16. Juli 2012. Abgerufen am 27. Februar 2016.
  55. Ex-„No Angel“ ganz ergriffen – Nadja Benaissa auf Aids-Gala geehrt. bild.de. 28. August 2011. Abgerufen am 27. Februar 2016.