Nagaland

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Nagaland ist ein indischer Bundesstaat mit einer Fläche von 16.527 Quadratkilometern und knapp zwei Millionen Einwohnern (Stand 2011). Die Hauptstadt Nagalands ist Kohima, die offizielle Landessprache ist Englisch. Benannt ist Nagaland nach der Volksgruppe der Naga.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage und Ausdehnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nagaland liegt im äußersten Nordosten Indiens zwischen 93° 20’ und 95° 15’ östlicher Länge und nördlich des Äquators zwischen 25° 6' und 27° 4' nördlicher Breite. Mit einer Fläche von 16,527 km² entspricht der Bundesstaat von der Größe her etwa dem deutschen Bundesland Thüringen oder dem österreichischen Bundesland Steiermark. Begrenzt wird Nagaland im Osten durch die internationale Staatsgrenze zu Myanmar. Im Norden grenzt es an den Bundesstaat Arunachal Pradesh, im Westen an Assam und im Süden an Manipur. Die Landesnatur ist durch Berg- und Hügelland geprägt. Die höchsten Erhebungen finden sich Richtung Nordosten. Höchster Berg ist der Saramati (3826 – 3841 m) und der zweithöchste der Japfü (3020 – 3043 m).[1][2] Nagaland ist einer der sogenannten „Sieben Schwesterstaaten“, die den Nordosten Indiens ausmachen.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima variiert entsprechend der wechselhaften Topografie. In den Regionen, die zwischen 1000 und 1200 Metern über dem Meeresspiegel liegen, ist das Klima subtropisch-warm bis heiß. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt in den Tälern bei 23 °C bis 25 °C, in den etwas höhergelegenen Regionen bei 18 °C bis 20 °C. Der höchste Berg Saramati ist im Winter schneebedeckt. Das Klima ist stark durch den Monsun geprägt, der 5 Monate von Mai bis September andauert. Juni bis August sind die regenreichsten Monate und der kälteste Monat ist der Januar.[1]

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Doppelhornvogel gehört zur Fauna Nagalands
Hulocks (Weißbrauengibbons) sind eine der sieben in Nagaland vorkommenden Primatenarten

Entsprechend der sehr verschiedenen Klimazonen besitzt Nagaland eine sehr diversifizierte Fauna und Flora. Im Jahr 2013 waren nach offiziellen Angaben etwa 55 % der Landesfläche mit Wald bedeckt. Im Vergleich zu früheren Erhebungen hatten die Waldbestände deutlich abgenommen. Die Wälder reichen von immergrünem tropischem Regenwald über subtropischen Regenwald bis hin zu Nadelwäldern und alpinem Baumbestand in den höheren Bergregionen. [3]

Mindestens 106 Säugetier-Spezies sind in Nagaland zu finden, darunter neun Insektenfresser, 34 Fledermausarten, sieben Primatenarten, ein Schuppentier, 34 Fleischfresser, der asiatische Elefant, sieben Arten von Huftieren und mindestens 12 Nagetierarten. Die sieben Primatenarten sind Sunda-Plumplori (Nyctic­ebus coucang), Nördlicher Schweinsaffe (Macaca leonina), Rhesusaffe (Macaca mulatto), Assam-Makak (Macaca assamensis), Bärenmakak (Macaca arctoides), Kappenlangur (Trachypithecus pileatus) und der Hulock (Hylobates hoolock). Von den fünf vorkommenden kleineren Katzenartigen sind drei – Marmorkatze (Pardofelis marmorata), Asiatische Goldkatze (Catopuma temmincki) und Fischkatze (Prionailurus viverrinus) – extrem selten geworden. Der früher häufiger anzutreffende Königstiger ist extrem selten geworden, ebenso wie der Indische Leopard (Panthera pardus fusca) und der Nebelparder (Neofelis nebulosa). Das früher zu findende Sumatra-Nashorn ist ausgerottet und es gibt nur noch wenige Elefanten. Auch der Gaur ist sehr selten geworden. Nagaland verfügt über eine sehr reiche Vogelwelt mit geschätzt über 400 Arten. Von den Reptilien ist der Gangesgavial fast ausgerottet und auch einige Schildkröten- und Eidechsenarten sind stark dezimiert.[4]

Größte Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: Volkszählung 2001)

Stadt Einwohner
Dimapur 107.382
Kohima 78.584
Wokha 37.696
Mokokchung 31.204
Tuensang 29.654
Zunheboto 22.809

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachen in Nagaland
Sprache Prozent
Ao
  
14,2 %
Konyak
  
13,7 %
Lotha
  
9,3 %
Angami
  
7,3 %
Phom
  
6,8 %
Sema
  
5,1 %
Yimchungrü
  
5,1 %
Sangtam
  
4,7 %
Chakru
  
4,6 %
Chang
  
3,4 %
Zeliang
  
3,4 %
Bengali
  
3,3 %
Rengma
  
3,2 %
Hindi
  
3,2 %
Khezha
  
2,2 %
Khiamniungan
  
2,1 %
Nepali
  
1,9 %
Andere
  
6,4 %
Verteilung der Sprachen (Volkszählung 2001)[5]
Junge Yimchungrü-Naga-Frau

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat Nagaland 1.980.602 Einwohner. Damit gehört Nagaland zu den kleineren Bundesstaaten Indiens. Die Bevölkerungsdichte Nagalands beträgt 119 Einwohner pro Quadratkilometer und liegt damit deutlich unter dem gesamtindischen Durchschnitt von 382 Einwohnern pro Quadratkilometer. 29,0 Prozent der Einwohner des Bundesstaates leben in Städten. Der Urbanisierungsgrad entspricht damit dem Landesdurchschnitt von 31,2 Prozent. Als einziger Bundesstaat Indiens hat Nagaland eine negative Bevölkerungsentwicklung: Zwischen 2001 und 2011 schrumpfte die Einwohnerzahl um 0,5 Prozent. Die Alphabetisierungsquote in Nagaland lag bei der Volkszählung 2001 mit 80,1 Prozent über dem Mittelwert Indiens (74,0 Prozent).[6]

Nagaland wird überwiegend von Naga besiedelt. Dabei handelt es sich um einen Oberbegriff für eine Gruppe von indigenen Völkern des indischen Nordostens. Indische Regierungsstellen zählen sie zu den „Stammesvölkern“, denen besondere Rechte zukommen (scheduled tribes). Nach der Volkszählung 2001 machen die Naga 87,5 Prozent der Bevölkerung des Bundesstaates aus und teilen sich auf 16 verschiedene Stämme auf. Diese sind (in Größenordnung) die Konyak, Sema, Ao, Lotha, Chakhesang, Angami, Phom, Sangtam, Yimchungrü, Zeliang, Chang, Rengma, Khiamniungan, Pochury, Tikhir und Chirr. Außer den Naga werden weitere 1,6 Prozent der Einwohner Nagalands zur Stammesbevölkerung gezählt. Größtenteils handelt es sich dabei um Angehörige der Kuki.[7] Die restliche Bevölkerung besteht aus Einwanderern aus anderen Teilen Indiens.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nagaland herrscht eine enorme Sprachenvielfalt. Die verschiedenen Naga-Stämme sprechen unterschiedliche tibetobirmanische Sprachen aus der Untergruppe der Kuki-Chin-Naga-Sprachen, deren Namen meist mit denen der entsprechenden Stämme identisch sind. Eine gegenseitige Verständigung ist unter den Sprechern der unterschiedlichen Naga-Sprachen nicht möglich. Nach der Volkszählung 2001 gibt es in Nagaland 14 Naga-Sprachen, deren Sprecher jeweils mindestens ein Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, wobei keine von ihnen einen Anteil von mehr als 15 Prozent erreicht. Diese Sprachen sind (absteigend nach der Anzahl der Sprecher sortiert) Ao, Konyak, Lotha, Angami, Phom, Sema, Yimchungrü, Sangtam, Chakru, Chang, Zeliang, Rengma, Khezha und Khiamniungan.

Unter der nicht-indigenen Bevölkerung sind die indoarischen Sprachen Bengali (3,3 Prozent), Hindi (3,2 Prozent), Nepali (1,9 Prozent) und Assamesisch (0,9 Prozent) verbreitet. Als Verkehrssprache dient ein Nagamesisch genanntes Pidgin auf Grundlage des Assamesischen. Amtssprache des Bundesstaates ist Englisch.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religionen in Nagaland
Religion  Prozent
Christentum
  
87,9 %
Hinduismus
  
8,7 %
Islam
  
2,5 %
Andere
  
0,9 %
Verteilung der Religionen (Volkszählung 2011)[8]

Die vorherrschende Religion in Nagaland ist das Christentum. Nach der Volkszählung 2011 sind 88 Prozent der Einwohner des Bundesstaates Christen. Nagaland ist damit der indische Bundesstaat mit dem höchsten christlichen Bevölkerungsanteil und neben den ebenfalls im indischen Nordosten gelegenen Bundesstaaten Mizoram und Meghalaya einer von drei Bundesstaaten, in denen Christen die Bevölkerungsmehrheit stellen. Der hohe christliche Bevölkerungsanteil ist Folge der Christianisierung der Naga durch amerikanische Missionare ab dem späten 19. Jahrhundert. Die Mehrzahl der Christen in dem Bundesstaat sind Baptisten. Nagaland gilt als die Region mit dem weltweit höchsten baptistischen Bevölkerungsanteil. Unter der aus anderen Teilen Indiens zugewanderten Bevölkerung sind Hinduismus (8,7 Prozent) und Islam (2,5 Prozent) verbreitet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naga-Krieger in voller Kriegsbemalung (ca. 1905)

Die genaue Herkunft der namensgebenden Naga-Stämme ist unbekannt. Eine Einwanderung aus Südwestchina, Südostasien oder den nördlichen mongolischen Regionen wird diskutiert. Die Naga waren bei der Entstehung des Ahom-Reiches in Assam 1228 schon im späteren Nagaland ansässig.[9] Die Nagas lebten in kriegerischen Stammesgesellschaften und praktizierten unter anderem die Kopfjagd. Nach dem Ende des Ahom-Reiches in Assam kam dieses 1826 unter die Kontrolle der Britischen Ostindien-Kompanie. Die Nagas gerieten durch ihre Praxis, Raubzüge in das Tiefland zu unternehmen in Konflikt mit den Briten und diese antworteten mit verschiedenen Strafexpeditionen nach Nagaland, die jedoch zu keiner dauerhaften Befriedung führten. Im Jahr 1866 errichtete die britisch-indische Administration in Samaguting (ab 1878 in Kohima) einen Verwaltungsposten, um das Gebiet administrativ zu organisieren. 1879/80 kam es zu einem landesweiten Aufstand, der durch britische Truppen im Gefecht von Khonoma niedergeschlagen wurde. Danach gaben die Naga ihren bewaffneten Widerstand weitgehend auf. In der Folgezeit kamen christliche Missionare ins Land, die einen großen Teil der Bevölkerung von den bisherigen Naturreligionen zum Christentum bekehrten. Ein Teil des Landes wurde durch die Briten als Distrikt organisiert (Naga Hills district), der weiter zum Bergland hin gelegener Teil blieb weitgehend unorganisiert (Naga tribal area). Formal unterstanden die Gebiete dem Gouverneur der Provinz Assam.[10]

Im Zweiten Weltkrieg wurde das benachbarte Burma von japanischen Truppen besetzt. Auf dem Gebiet Nagalands fanden Kampfhandlungen statt, unter anderem die Schlacht von Kohima vom 4. April bis 22. Juni 1944, die den Beginn der britischen Gegenoffensive in Burma einleitete.

Der Bundesstaat Assam im Jahr 1950. In der indischen Verfassung wurden für die sogenannten Stammesgebiete (tribal areas) in Assam Sonderregelungen getroffen. Die Stammesgebiete wurden im Anhang 6 (sixth schedule) Abschnitt A und B (Part A & B) der Verfassung spezifiziert. Das spätere Nagaland zerfiel in den Naga Hills district („Naga-Bergland-Distrikt“) und die Naga tribal area („Naga-Stammesgebiet“). Nach der Vereinigung 1957 zur Naga Hills-Tuensang Area zählte das gesamte Gebiet als B-Stammesgebiet

Schon zu Zeiten Britisch-Indiens bewahrten sich die Naga ein ausgesprochenes Eigenbewusstsein. Dies kam in dem Memorandum vom 10. Januar 1929, das Naga-Führer der britischen Simon-Kommission vorlegten, zum Ausdruck.[11] Darin erbaten die Nagas eine weitere Respektierung ihrer Sonderrechte durch die Kolonialadministration. Nach dem Ende der britischen Kolonialherrschaft 1947 schloss sich Nagaland Indien an. In den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit forderten Naga-Politiker den Zusammenschluss aller Naga-Gebiete (die Teilung in Naga Hills district und Naga tribal area bestand weiter fort) sowie eine weitgehende Autonomie Nagalands und liebäugelten mit der vollständigen Unabhängigkeit.[10] Es kam zu bewaffneten Auseinandersetzungen, die zum längeren Einsatz der indischen Armee führten.

Am 1. Dezember 1957 trat der Naga Hills-Tuensang Area Act, 1957 in Kraft, der aus Naga Hills district und Naga tribal area die Naga Hills-Tuensang Area (NHTA) formte, die den Status eines zentral direkt durch den Gouverneur von Assam administrierten Territoriums erhielt.[12] Dieser Status stellte die Naga nicht zufrieden und die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den staatlichen Autoritäten und militanten Naga-Aktivisten gingen weiter. Die Auseinandersetzungen fanden weitgehend ihr Ende, als Nagaland am 1. Dezember 1963 mit Inkrafttreten des State Of Nagaland Act, 1962 ein eigener indischer Bundesstaat wurde.[13]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politisches System[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Legislative des Bundesstaates Nagaland besteht aus einem Einkammernparlament, der Nagaland Legislative Assembly. Die 60 Abgeordneten des Parlaments werden alle fünf Jahre durch Direktwahl bestimmt. Das Parlament hat seinen Sitz in Kohima. Der Chief Minister (Regierungschef) Nagaland, wird vom Parlament gewählt. An der Spitze des Bundesstaats steht jedoch der vom indischen Präsidenten ernannte Gouverneur (Governor). Seine Hauptaufgaben sind die Ernennung des Chief Ministers und dessen Beauftragung mit der Regierungsbildung. Der für Nagaland zuständige höchste Gerichtshof ist der Gauhati High Court mit Sitz in Guwahati. Eine Zweigstelle besteht in Kohima.

Nagaland stellt jeweils einen Abgeordneten in der Lok Sabha, dem Unterhaus des indischen Parlaments, und im Oberhaus, der Rajya Sabha.

Parteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung nach der
Parlamentswahl 2013[14]
NPF 38
INC 08
NCP 04
BJP 01
JD(U) 01
Unabhängige 08
Gesamt 60
Die Wahl in einem Wahlkreis wurde
vertagt, weil der Kandidat verstorben
war. Die Nachwahl im März 2013
gewann ein Unabhängiger.[15]

Nagaland wird seit 2003 von der Regionalpartei Naga People’s Front (NPF) regiert. Bei der Parlamentswahl im Februar 2013 gewann sie mit 38 von 60 Sitzen die absolute Mehrheit. Die wichtigste Oppositionspartei ist die Kongresspartei, die sechs Abgeordnete stellt. Weiterhin im Parlament vertreten sind die Nationalist Congress Party (NCP) mit vier Sitzen, die Bharatiya Janata Party (BJP) und die Janata Dal (United) (JD(U)) mit jeweils einem Sitz sowie sieben unabhängige Kandidaten. Als Ergebnis der Wahl wurde der NPF-Politiker Neiphiu Rio im Amt bestätigt. Nachdem Rio in die Lok Sabha eingezogen war, ersetzte ihn sein Parteikollege T. R. Zeliang am 24. Mai 2014 als Chief Minister Nagalands. Auch bei den gesamtindischen Parlamentswahlen 2004, 2009 und 2014 gewann die NPF den Wahlkreis Nagaland.

Am 22. November 2015 schlossen sich alle 8 Abgeordneten der Kongresspartei im Parlament der Regierungspartei NPF an, so dass danach alle Parlamentsabgeordneten der regierenden Koalition angehörten.[16]

Im Januar 2017 entzündeten sich öffentliche Proteste an der Frage einer Frauenquote von 33 % bei Wahlen zu Gemeindeparlamenten. Verschiedene Stammesorganisationen machten geltend, dass die in der Verfassung Indiens verankerte Quote die Verfassungsklausel 371A verletze, die politische und soziale Gepflogenheiten der Nagas unter besonderen Schutz stellt. Am 31. Januar 2017 wurden bei Auseinandersetzungen in Dimapur zwei Jugendliche getötet.[17][18] Weitere Unruhen und Generalstreiks (bandhs) erzwangen am 19. Februar 2017 den Rücktritt von Chief Minister T. R. Zeliang.[19] Sein Nachfolger wurde am 22. Februar 2017 Shurhozelie Liezietsu (* 1936).[20]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bundesstaat Nagaland ist in folgende elf Distrikte untergliedert (Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte nach der Volkszählung 2011):[21]

Distrikte von Nagaland
Distrikt Verwaltungssitz Fläche Einwohner
(2011)
Bev.-
dichte
Dimapur Dimapur 000000000000926.0000000000926 km² 000000000379769.0000000000379.769 000000000000410.0000000000410 Ew./km²
Kiphire Kiphire 000000000001122.00000000001.122 km² 000000000074033.000000000074.033 000000000000066.000000000066 Ew./km²
Kohima Kohima 000000000001268.00000000001.268 km² 000000000270063.0000000000270.063 000000000000213.0000000000213 Ew./km²
Longleng Longleng 000000000000568.0000000000568 km² 000000000050593.000000000050.593 000000000000089.000000000089 Ew./km²
Mokokchung Mokokchung 000000000001610.00000000001.610 km² 000000000193171.0000000000193.171 000000000000120.0000000000120 Ew./km²
Mon Mon 000000000001791.00000000001.791 km² 000000000250671.0000000000250.671 000000000000140.0000000000140 Ew./km²
Peren Peren 000000000001726.00000000001.726 km² 000000000094954.000000000094.954 000000000000055.000000000055 Ew./km²
Phek Phek 000000000002016.00000000002.016 km² 000000000163294.0000000000163.294 000000000000081.000000000081 Ew./km²
Tuensang Tuensang 000000000002187.00000000002.187 km² 000000000196801.0000000000196.801 000000000000090.000000000090 Ew./km²
Wokha Wokha 000000000001630.00000000001.630 km² 000000000166239.0000000000166.239 000000000000102.0000000000102 Ew./km²
Zunheboto Zunheboto 000000000001259.00000000001.259 km² 000000000141014.0000000000141.014 000000000000112.0000000000112 Ew./km²

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reisterrassen bei Pfutsero in Nagaland

Die Wirtschaft Nagalands ist immer noch relativ stark durch die Landwirtschaft geprägt. In diesem Sektor waren 2011 45,5 % der Bevölkerung beschäftigt. Der Beitrag der Landwirtschaft zur gesamten volkswirtschaftlichen Wertschöpfung nimmt allerdings laufend ab und betrug im Jahr 2016/17 etwa 28,1 %.[22] Betrieben wird vor allem Terrassenreisanbau, Nassreisanbau und traditionelle Brandrodung. Reis ist das wichtigste angebaute Grundnahrungsmittel und wird auf etwas mehr als 50 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche angebaut. Die Gesamtreisproduktion lag im Jahr 2016/17 bei 478.210 Tonnen. Deutlich ansteigend und durch die Regierung gefördert ist der Anbau von Obst und Gemüse. Zwischen 2011/12 und 2014/15 stieg die Produktion um 85 bzw. 117 %. Angebaut werden Ananas, Bananen, Zitrusfrüchte, Zitronengräser, Passionsfrucht, Schwarzer Kardamom, Kurkuma, Papaya und Litschi. An Plantagenfrüchten werden Kokosnuss, Betelnuss, Cashewnuss und Kaffeebohnen geerntet. Auch der Zierpflanzenbau spielt mit der Produktion von Rosen, Lilien, Inkalilien, Flamingoblumen, Gerbera und Orchideen eine Rolle.[22]

Die offizielle Statistik zählte im Jahr 2012 3,2 Millionen Nutztiere, darunter etwa eine halbe Million Schweine, 2 Millionen Haushühner, und 235.000 Rinder. Im Jahr 2015/16 lag der Verbrauch an Fleisch, Eiern und Milch etwa 50 Prozent höher als die eigene Produktion, so dass dies wesentliche Importgüter sind. Durch die Regierung wird daher die Nutztierhaltung, insbesondere Schweinezucht gefördert.[22]

Wald-Typen in Nagaland:
Tropischer Hartgehölz-Trockenwald
Tropischer laubabwerfender Wald
Tropischer immergrüner Regenwald
Feuchtgemäßigter Bergwald
Subtropischer Nadelwald

Die gesamte Waldfläche wurde 2013 auf 13.347 Km² beziffert, was etwa 80,5 % der Fläche des Bundesstaats entsprach. Davor wurden allerdings nur 134 Km² als „sehr dichter Wald“ klassifiziert, 28,3 % als „mäßig dicht“ und 42,1 % als „offener Wald“. Den höchsten Anteil an Waldfläche hatte der Distrikt Kohima (87 %), den niedrigsten der Distrikt Dimapur (54 %). Als ein Problem wird die schnell voranschreitende Entwaldung gesehen.[22]

Handel, Gewerbe und Industrie sowie mineralische Rohstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl sich die Regierungen Nagalands seit Jahren bemühen, insbesondere exportorientierte Gewerbe und Industrien anzusiedeln, sind die Erfolge bisher eher bescheiden. Die Industrie ist gering entwickelt. Es dominieren dabei textilverarbeitende Betriebe und solche, die landwirtschaftliche Produkte verarbeiten.[23]

Nagaland gilt als reich an mineralischen Rohstoffen. Dazu zählen Erdöl- und Erdgasvorräte im Nordwesten entlang der Grenze zu Assam, deren Vorräte auf 600 Millionen Tonnen geschätzt werden. Die Kohlelagerstätten werden auf 317 Millionen Tonnen veranschlagt, Kalkstein und Marmorressourcen auf 1000 Millionen Tonnen. Hinzu kommen etwa 5 Millionen Tonnen an verschiedenen Buntmetallen (Nickel, Kobalt und Chrom), andere Metalle wie Zink und Molybdän, sowie möglicherweise auch Edelmetallvorkommen (Gold, Platin) in den südwestlichen Distrikten Phek, Kiphire und Tuensang.[23]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nagas in traditioneller Kleidung bei einem Tanz auf dem Hornbill-Festival

Dem Tourismus wird ein großes Wachstumspotential eingeräumt. Bisher ist er nur gering entwickelt. In der Saison 2016-2017 wurde Nagaland von 58.178 einheimischen und 3260 auswärtigen Touristen besucht. Ein Haupt-Touristenmagnet ist das jährliche Hornbill Festival im Dezember.[24]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßen und Eisenbahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße kurz vor Kohima

Der Straßentransport hat in Betzug auf die Transportinfrastruktur die größte Bedeutung. 2016/16 gab es 12.080 Kilometer Straßen. Hinzu kamen 1546,7 Km National Highways. Im August 2016 legte der damalige Eisenbahnminister Suresh Prabhu den Grundstein für die 88 Km lange Eisenbahnlinie Dimapur-Zubza-Kohima. Der Baubeginn hatte sich wegen Eigentumsfragen um 6 Jahre verzögert.[24][25]

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abfertigungshalle des Flughafens Dimapur

Innerhalb Nagalands hat der Flugverkehr nur geringe Bedeutung (es gibt einige wenige Hubschrauberverbindungen). Der einzige größere Flughafen ist der Flughafen Dimapur, der 7 Km von Dimapur und etwa 70 Km von Kohima entfernt ist. Von hier gibt es Linienflüge nach Kolkata in Westbengalen and Dibrugarh in Assam.[26]

Stromversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2015/16 wurde elektrische Energie zu 59 Prozent aus Wasserkraft, 17 % aus Kohle und 24 Prozent aus Gas gewonnen. In der regenarmen Jahreszeit (November bis Mai) reduziert sich der Anteil der Wasserkraft auf etwa 30 Prozent, wodurch es wiederholt zu Engpässen kam. Andererseits können in der regenreichen Monsunperiode aufgrund von unzureichender Stromnetze die maximalen Kapazitäten gar nicht ausgenutzt werden. Der Spitzenbedarf lag 2015/16 bei 156 MW und es wurde geschätzt, dass dieser bis zu den Jahren 2020 und 2030 auf 250 MW bzw. 500 MW ansteigen wird. 2015/16 waren von den 436.217 Haushalten 141.049 (32 %) noch nicht elektrifiziert, davon 24.566 in städtischen und 116.483 in ländlichen Regionen.[24]

Postwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Postwesen wurde kontinuierlich ausgebaut. Im Jahr 2014/15 gab es 328 Postämter.[24]

Naturparks und Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nagaland hatte im Jahr 2016 einen Nationalpark und drei Wildreservate (Wildlife Sanctuaries).[27] Der Umweltschutzgedanke dringt durch großangelegte Aufklärungsprogramme und durch die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung allmählich in das Allgemeinbewusstsein. Ein Beispiel hierfür ist der weitgehende Rückgang der Jagd auf den Amurfalken, der früher in einer Zahl von bis zu etwa 100.000 jährlich in großen Netzen gefangen und getötet worden war.[28] Nach internationalen Protesten wurde die Jagd verboten und ein großangelegtes Erziehungsprogramm begonnen, so dass die Zugvögel seit 2013 wieder weitgehend ungehindert durch Nagaland fliegen.[29]

Nationalparks in Nagaland
Nr. Name Fläche (ha) Jahr der Einrichtung
1 Intangki National Park 20.200 1975 (als Intangki Wildlife Sanctuary)[30]
2 Singphan Wildlife Sanctuary 2.357 The Wildlife (Protection) Act, 1972
3 Puliebadze Wildlife Sanctuary 923 Nagaland Jhum Act, 1974
4 Fakim Wildlife Sanctuary 640 Wildlife (protection) Act, 1972

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nagaland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b National Disaster Risk Reduction Portal. National Institute of Disaster Management, abgerufen am 9. Mai 2017 (pdf, englisch).
  2. ENVIS Centre: Nagaland: Status of Environment and Related Issues. Indisches Umweltministerium, abgerufen am 9. Mai 2017 (englisch).
  3. ENVIS Centre: Nagaland: Status of Environment and Related Issues Forest Resource: Forests. Indisches Umweltministerium, abgerufen am 9. Mai 2017 (englisch).
  4. ENVIS Centre: Nagaland: Status of Environment and Related Issues: Fauna. Indisches Umweltministerium, abgerufen am 9. Mai 2017 (englisch).
  5. Census of India 2001: Statement - 3 Distribution of 10,000 Persons by Language - India, States and Union Territories - 2001 und Distribution of the 100 Non-Scheduled Languages-India/States/Union Territories.
  6. Census of India 2001: Provisional Population Tables and Annexures (Memento vom 10. Januar 2012 im Internet Archive) und Provisional Population Totals – India – Rural-Urban Distribution. (PDF; 8,1 MB)
  7. Census of India 2001: Nagaland. Data Highlights: The Scheduled Tribes. (PDF; 68 kB)
  8. Census of India 2011: Population by religious community.
  9. Charles Chasie: Nagaland in Transition. Where the Sun Rises When Shadows Fall: The North-east. In: India International Centre Quarterly. Band 32, Nr. 2/3, 2005, S. 253–264, JSTOR:23006032 (englisch).
  10. a b Nagaland State Human Development Report. Department of Planning & Coordination, Government of Nagaland, 15. September 2004, S. 19-22, abgerufen am 12. Februar 2017 (PDF, englisch).
  11. Suresh K. Sharma (Hrsg.): Documents on North-East India: Nagaland, Kapitel 9: Naga Memorandum to Simon Commission. S. 33ff, Mittal Publications; 1. Auflage (2006)
  12. The Naga Hills- Tuensang Area Act, 1957. indiankanoon.org, 29. November 1957, abgerufen am 12. Februar 2017 (englisch).
  13. The State Of Nagaland Act, 1962. indiankanoon.org, 4. September 1962, abgerufen am 12. Februar 2017 (englisch).
  14. Election Commission of India: Statistical Report on General Election, 2013 to the Legislative Assembly of Nagaland. (PDF; 604 kB)
  15. Independent wins bypoll in Nagaland. The Telegraph, 26. März 2013, abgerufen am 14. März 2017 (englisch).
  16. In blow to Cong, 8 MLAs join Naga People’s Front. The Times of India, 22. November 2015, abgerufen am 24. August 2016 (englisch).
  17. Uddipta Das: Nagaland violence: Government building torched, Paramilitary forces deployed at Kohima (india.com, 2. Februar 2017, englisch, abgerufen 24. Februar 2017)
  18. Maduli Thaosen: Turmoil In Nagaland Over 33% Reservation For Women In Local Bodies (feminisminindia.com, 9. Februar 2017, englisch, abgerufen 24. Februar 2017)
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Koordinaten: 26° N, 94° O