Nagekäfer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nagekäfer
Nagekäfer

Nagekäfer

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Teilordnung: Bostrichiformia
Überfamilie: Bostrichoidea
Familie: Nagekäfer
Wissenschaftlicher Name
Ptinidae
Latreille, 1802
Hellfarbener Nagekäfer (Hedobia imperialis)

Die Nagekäfer (Ptinidae), auch als Poch- oder Klopfkäfer bekannt, stellen eine Familie der Käfer dar. Früher wurde die Familie mit wissenschaftlichem Namen (Anobiidae, Fleming, 1821) genannt. Ptinidae besitzt jedoch Priorität vor diesem, da dieser Name von Pierre André Latreille bereits 1802 für die Beschreibung der Familie verwendet wurde.[1]

Merkmale und Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Nagekäfern handelt es sich um 1,5 bis neun Millimeter große, oft braunrot oder braun bis schwarz gefärbte Käfer. Kopf und Halsschild können gelegentlich anders als die Flügeldecken gefärbt sein. Charakteristisch für die Nagekäfer ist ein zylindrischer Körper, wobei der Kopf meist unter einem Halsschild verborgen ist. Eine Reihe der Arten lebt in morschem Holz, besonders der Gemeine Holzwurm (Anobium punctatum) ist aber auch als Holzschädling in intaktem, trockenem Holz bekannt. Andere Arten leben auch in harten Baumpilzen oder in Koniferenzapfen, und wieder andere sind in Dung, Pilzresten oder in Lebensmittel (Brotkäfer, Stegobium paniceum) zu finden.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltweit wurden bisher über 1.500 Arten beschrieben, davon leben in Mitteleuropa etwa 70 Arten und auf den Britischen Inseln etwa 30 Arten.[2] In Europa sind gegenwärtig etwa 462 Arten und Unterarten in zehn Unterfamilien und 65 Gattungen vertreten.[3]

Die folgende Übersicht listet einige Arten der Nagekäfer auf, sie ist allerdings nicht vollständig:

Fossile Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angehörige dieser Käferfamilie sind im Baltischen Bernstein nicht selten[4]. Ihre relative Häufigkeit und ihr Auftreten im Fundzusammenhang mit anderen, gleichermaßen xylophag lebenden Insekten haben wichtige Hinweise auf die Lebensgemeinschaften im eozänen "Bernsteinwald" geliefert[5].

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Richard A. B. Leschen, Rolf G. Beutel, John F. Lawrence: Handbuch der Zoologie - Coleoptera, Beetles, Volume 2: Morphology and Systematics (Elateroidea, Bostrichiformia, Cucujiformia partim). de Gruyter, 2010, ISBN 978-3-11-019075-5 (englisch).
  2. Jiři Zahradnik, Irmgard Jung, Dieter Jung et al.: Käfer Mittel- und Nordwesteuropas. Parey, Berlin 1985, ISBN 3-490-27118-1.
  3. Anobiidae. Fauna Europaea, abgerufen am 11.05.2007.
  4. Wichard Weitschat: Atlas der Pflanzen und Tiere im Baltischen Bernstein. Pfeil-Verlag, München 1998, ISBN 3-931516-45-8.
  5. Müller: Lehrbuch der Paläozoologie. Band II, Teil 3, Jena 1978.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nagekäfer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Larvenkotanalyse