Nagellackentferner

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Nagellackentferner in verschiedenen Handelsformen und mit verschiedenen Inhaltsstoffen

Nagellackentferner ist ein Kosmetikprodukt, das der Entfernung von Nagellack dient.

Handelsformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nagellackentferner wird als Flüssigkeit, Gel oder in Cremeform gehandelt. Ebenso sind Wattepads erhältlich, die bereits Nagellackentferner enthalten. Außerdem gibt es Behälter, die einen mit Nagellackentferner getränkten Schwamm enthalten, in den man einen Finger einführt und ihn dreht, bis sich der Lack löst. Die Auswahl eines Entfernertyps richtet sich nach den Vorlieben des Benutzers und häufig nach dem Preis oder der Qualität des Entferners.

Einteilung nach Inhaltsstoffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nagellackentferner können je nach dem eingesetzten Lösungsmittel (Aceton, Acetonfrei) in zwei Klassen eingeteilt werden. Grundsätzlich entzieht jedes Lösungsmittel dem Nagel Fett, eine besonders negative Wirkung von Aceton wird oft behauptet, ist jedoch nicht wissenschaftlich belegt.[1]

Bei der Herstellung von Nagellacken wird Aceton jedoch mittlerweile nur noch gelegentlich verwendet, da es den Nägeln Fett entzieht und die Nägel porös werden lässt.[2]

Mit Aceton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhaltsstoffe eines acetonhaltigen Nagellackentferners

Die klassische Variante sind die Nagellackentferner mit Aceton. Zu deren Inhaltsstoffen zählen meist Aceton, Ethyl- und Butylacetat, Isopropanol und Glykol, jeweils in unterschiedlichen Mischungsanteilen. Teilweise werden zusätzlich Wollwachs, Wollwachs-Derivate, Fettalkohole oder andere pflegende Öle mit rückfettender Wirkung zugesetzt.[3] Einige Nagellackentferner enthalten auch Duftstoffe.[4]

Ohne Aceton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhaltsstoffe eines acetonfreien Nagellackentferners

Für Acrylnägel gibt es auch acetonfreien Nagellackentferner, da Aceton das Acryl anlösen würde.

Risiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Einnahme oder Inhalation von Nagellackentferner (mit oder ohne Aceton) kann Erbrechen, Benommenheit und Verwirrtheit auftreten. Bei größeren Mengen sogar Ataxie oder Koma. Verätzungen können jedoch nicht auftreten.[5]

Gefahrenhinweise auf einem Nagellackentferner

Früher wurde auch Acetonitril als Nagellackentferner verwendet. Jedoch ist dies toxisch und potenziell krebserregend. Aus diesem Grund wurde es im Europäischen Wirtschaftsraum für die Verwendung in Kosmetika verboten.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Test: Nagellackentferner, Nagellackentferner, Nur 2 von 15 sind gut. 28. Mai 2015, abgerufen am 25. Juni 2020 (deutsch).
  2. Bährle-Rapp, Marina: Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-642-24687-6, S. 386.
  3. Günter Vollmer und Manfred Franz: Chemische Produkte im Alltag, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1985, S. 128, ISBN 3-13-670201-8.
  4. Nagellackentferner: Mit oder ohne Aceton? 9. Oktober 2015, abgerufen am 11. Juni 2019 (deutsch).
  5. Schweizerische Ärztezeitung (Hrsg.): Briefe an die SÄZ. S. 648 (saez.ch [PDF]).
  6. Fünfundzwanzigste Richtlinie 2000/11/EG der Kommission vom 10. März 2000 zur Anpassung des Anhangs II der Richtlinie 76/68/EWG des Rates zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über kosmetische Mittel an den technischen Fortschritt. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften. L 65, 14 März 2000, S. 22–25.