Nagellackentferner

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Nagellackentferner in verschiedenen Handelsformen und mit verschiedenen Inhaltsstoffen

Nagellackentferner sind chemische Produkte (genauer: organische Lösungsmittel), die der Entfernung von Nagellack dienen.

Handelsformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie werden als Flüssigkeit, Gel oder in Cremeform gehandelt, dabei kann der Nagellackentferner auch schon in handlichen Baumwollpads verpackt worden sein. Außerdem gibt es mit Schaum gefüllte Behälter, in dem man einen Finger einführt und ihn dreht, bis sich der Lack löst. Die Auswahl eines Entfernertyps richtet sich nach den Vorlieben des Benutzers und häufig nach dem Preis oder der Qualität des Entferners.

Einteilung nach Inhaltsstoffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhaltsstoffe eines acetonfreien Nagellackentferners

Nagellackentferner können in drei Varianten eingeteilt werden. Die gebräuchlichtse Variante sind die Nagellackentferner mit Aceton. Zu deren Inhaltsstoffen zählen meist Aceton, Ethyl- und Butylacetat, Isopropanol und Glykol, jeweils in unterschiedlichen Mischungsanteilen. Teilweise werden zusätzlich Wollwachs, Wollwachs-Derivate, Fettalkohole oder andere pflegende Öle mit rückfettender Wirkung zugesetzt.[1] Für Acrylnägel gibt es auch acetonfreien Nagellackentferner, da Aceton das Acryl anlösen würde. Einige Nagellackentferner enthalten auch Duftstoffe.[2]

Ohne Aceton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aceton wird mittlerweile nur noch gelegentlich zu der Herstellung von Nagellacken verwendet, da es den Nägeln Fett entzieht und die Nägel porös werden lässt.[3]

Inhaltsstoffe eines acetonhaltigen Nagellackentferners

Acetonitril[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch Acetonitril kann als Nagellackentferner verwendet werden. Jedoch ist dies toxisch und potenziell krebserregend. Aus diesem Grund wurde es im Europäischen Wirtschaftsraum für die Verwendung in Kosmetika verboten.[4]

Risiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Einnahme oder Inhalation von Nagellackentferner (mit oder ohne Aceton) kann Erbrechen, Benommenheit und Verwirrtheit auftreten. Bei größeren Mengen sogar Ataxie oder Koma. Verätzungen können jedoch nicht auftreten.[5]

Gefahrenhinweise auf einem Nagellackentferner

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter Vollmer und Manfred Franz: Chemische Produkte im Alltag, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1985, S. 128, ISBN 3-13-670201-8.
  2. Nagellackentferner: Mit oder ohne Aceton? 9. Oktober 2015, abgerufen am 11. Juni 2019 (deutsch).
  3. Bährle-Rapp, Marina: Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-642-24687-6, S. 386.
  4. Fünfundzwanzigste Richtlinie 2000/11/EG der Kommission vom 10. März 2000 zur Anpassung des Anhangs II der Richtlinie 76/68/EWG des Rates zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über kosmetische Mittel an den technischen Fortschritt. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften. L 65, 14 März 2000, S. 22–25.
  5. Schweizerische Ärztezeitung (Hrsg.): Briefe an die SÄZ. S. 648 (saez.ch [PDF]).