Nahalal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Nahalal
Nahalal
Basisdaten
hebräisch: נהלל
Staat: Israel Israel
Bezirk: Nord
Koordinaten: 32° 41′ N, 35° 12′ OKoordinaten: 32° 41′ 24″ N, 35° 11′ 48″ O
Höhe: 91 m
Fläche: 8,500 km²
 
Einwohner: 895 (Stand: 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km²
 
Gemeindecode: 0080
Zeitzone: UTC+2
 
Gemeindeart: Moschaw
Website:
Nahalal (Israel)
Nahalal

Nahalal (hebräisch נַהֲלָל) ist der älteste israelische Moschaw. Der Ort liegt westlich von Nazareth in der Jesreelebene und hatte 2018 895 Einwohner.

Kreuzung in Nahalal mit dem 1924 erbauten Wasserturm
Mosche Dajans Grab in Nahalal

Der Name Nahalals geht auf eine Siedlung im Gebiet des Stammes Sebulon zurück, die im Alten Testament unter anderem in Jos 19,15 EU erwähnt wird. Dieser Ort lag zwar in derselben Gegend, lässt sich aber nicht mehr genau lokalisieren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Gründung der heutigen Siedlung am 11. September 1921[2] waren auch einige Mitglieder des ersten Kibbuz Degania beteiligt, die dem Konzept des Kibbuz den Rücken gekehrt haben. 1937 fand in Nahalal ein Treffen[3] von Chaim Weizmann mit dem Peel-Kommissionsmitglied Reginald Coupland statt.

Die Planung für diesen Moschaw Ovdim wurde von dem Architekten und Stadtplaner Richard Kauffmann erstellt.[4]

Häufig wird Nahalal als der Prototyp eines Moschaw schlechthin gesehen, da in seinem Grundriss das Prinzip dieser Siedlungsform (jeder wirtschaftet für sich, Einkauf und Vertrieb sind genossenschaftlich organisiert) baulich verwirklicht ist.[5] Um einen ovalen Ortskern mit den gemeinschaftlichen Gebäuden führt eine Ringstraße, an die sich nach außen – Tortenstücken vergleichbar – die gleich großen Grundstücke der Dorfbewohner anschließen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Nahalal verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bekanntester Bewohner Nahalals war Mosche Dajan, dessen Familie in seiner Jugendzeit ebenfalls aus dem Kibbuz Degania übersiedelte. Dajan ist in Nahalal beerdigt.
  • Hannah Szenes, Widerstandskämpferin, besuchte die Landwirtschaftsschule für Mädchen in Nahalal.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nahalal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. אוכלוסייה ביישובים 2018 (Bevölkerung der Siedlungen 2018). (XLSX; 0,13 MB) Israel Central Bureau of Statistics, 25. August 2019, abgerufen am 11. Mai 2020.
  2. Mordecai Naor: Eretz Israel, Könemann, Köln, 1998, ISBN 3-89508-594-4, Seite 114
  3. Thomas G. Fraser: Contested Lands – A History of the Middle East since the First World War. Haus Publishing, London 2021, ISBN 978-1-913368-24-1, S. 71.
  4. Siehe hierzu Seiten 143–151: Nahalal (1921) - Idealplanung eines Genossenschaftsmodells, in: Ines Sonder: Gartenstädte in Erez Israel. Zionistische Stadtplanungsvisionen von Theodor Herzl bis Richard Kauffmann, Georg Olms Verlag, Hildesheim, 2005 ISBN 3-487-12811-X
  5. Noam Zadoff: Geschichte Israels. Von der Staatsgründung bis zur Gegenwart. C.H. Beck, München 2020, ISBN 978-3-406-75755-6, S. 17.