Nahetal-Waldau

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Waldau, gesehen von der Talbrücke Schleuse der A73
Blick vom Merbelsroder Wachberg (621 m) auf die Talsperre Ratscher bei Schleusingen

Nahetal-Waldau war eine Gemeinde im Landkreis Hildburghausen im fränkisch geprägten Süden von Thüringen, die 2018 in die Stadt Schleusingen eingemeindet wurde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der ehemaligen Gemeinde im Landkreis Hildburghausen

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet lebten 2997 Einwohner auf einer Fläche von 33,11 km². Die Gemeinde Nahetal-Waldau lag im Naturpark Thüringer Wald. Die Ortsteile Waldau und Oberrod liegen im Tal der Schleuse und die Ortsteile Schleusingerneundorf und Hinternah liegen im Tal der Nahe.

Der Ortsteil Oberrod liegt unmittelbar an der von der Schleuse gespeisten Talsperre Ratscher.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile der Gemeinde waren:[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einheitsgemeinde wurde am 1. August 1996 im Rahmen der Gemeindegebietsreform gebildet.[2] Am 6. Juli 2018 wurde sie in die Stadt Schleusingen eingegliedert.[3]

Industriegeschichte

Von 1925 bis 1992 existierte in Waldau eine Glashütte. Der spätere VEB Glaswerk Waldau (1989: 500 Mitarbeiter) stellte bis 1990 unter anderem einen großen Teil der Verpackungsgläser für die Kindernahrungsindustrie in der DDR her. Durch die geringe Produktivität und dem Niedergang der Absatzkooperation mit ostdeutschen Kunden wurde das Glaswerk im März 1992 stillgelegt. Mitte der 1990er Jahre wurde der große Kernbereich des Glaswerks abgerissen. Dabei mussten die umweltrelevanten Stoffe, die bei der Herstellung von Glas zum Einsatz kamen, durch ein umfassendes Sanierungsprogramm aus dem belasteten Material (insgesamt 12.000 Tonnen) entfernt werden. Einige Gebäude und Lagerhallen konnten später einer Nachnutzung durch Gewerbetreibende zugeführt werden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 53,4 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
56,0 %
19,5 %
16,4 %
8,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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 10
   8
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   4
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   0
  -2
  -4
  -6
-4,4 %p
-1,0 %p
-2,7 %p
+8,1 %p

Der Gemeinderat von Nahetal-Waldau bestand aus 16 Mitgliedern.[4]:

  • SPD 9 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Waldau (FWGW) 3 Sitze
  • CDU 3 Sitze
  • Die Linke 1 Sitz

Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014

Ehemaliger Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Franz (SPD) wurde am 14. September 2014 mit 93,5 Prozent der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von sechs Jahren zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptsatzung der Gemeinde Nahetal-Waldau
  2. Thüringer Verordnung über die Auflösung und Zusammenlegung der Gemeinden Nahetal und Waldau vom 9. Juli 1996 (GVBl S. 139)
  3. Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr.7 2018 vom 5. Juli 2018, aufgerufen am 6. Juli 2018
  4. Kommunalwahlergebnisse vom 25. Mai 2014
  5. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 14. September 2014

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heidi Moczarski, Hans-Jürgen Salier: Kleine Landkreis-Chronik Hildburghausen. Verlag Frankenschwelle, Landratsamt Hildburghausen, 1997, ISBN 3-86180-066-7
  • Autorenkollektiv: 150 Jahre Glaswerk Schleusingen. Thüringer Behälterglas GmbH Schleusingen, 2003
  • Henrik Pache: Mikrobiologische Sanierung von 12.000 t mit MKW belastetem Material im Trockenrotte-Verfahren (Altlasten-Spektrum). Berlin, Bielefeld, München: Schmidt, 1996

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nahetal-Waldau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien