Nahverkehr Schwerin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Nahverkehr Schwerin GmbH
Logo
Basisinformationen
Unternehmenssitz Schwerin
Webpräsenz www.nahverkehr-schwerin.de
Bezugsjahr 2017
Eigentümer 99 % Stadtwerke Schwerin GmbH, 1 % Stadt Schwerin
Vorstand Gert Rudolf (CDU) (Aufsichtsrat)
Betriebsleitung Wilfried Eisenberg (Geschäftsführer)
Lothar Matzkeit (Prokura)
Mitarbeiter NVS: 66

MVG: 169

Fahrdienst Straßenbahn: 59
Fahrdienst Bus: 76
Leitstelle: 8
Einsatzfahrer: 6
Verkehrsleitung: 8
Vertrieb: 7
Verwaltung: 4
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Straßenbahn 4
Bus 15
Sonstige Linien 1 Fähre
Anzahl Fahrzeuge
Straßenbahnwagen 30 SN 2001
3 Tatra Triebwagen T3DC1
hist. Wagen: 1 Typ Wismar
je 1 Tatra T3D und B3D
Omnibusse 4 MB Citaro O 530
4 MB Citaro O 530G

16 MB Citaro 2 Standardbus
16 MB Citaro 2 Gelenkbus

Sonstige Fahrzeuge 1 Fähre
Statistik
Fahrgäste Straßenbahn: 11,871 Mio.
Bus: 4,711 Mio
Fahrleistung Straßenbahn: 1,288 Mio. km
Bus: 1,947 Mio km
Haltestellen Straßenbahn: 56
Bus: 290
Straßenbahn und Bus: 20
Einwohner im
Einzugsgebiet
0,096 Mio
Länge Liniennetz
Straßenbahnlinien 40,5 kmdep1
Buslinien 149,9 kmdep1
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 1

Die Nahverkehr Schwerin GmbH (kurz der NVS) ist ein in Schwerin ansässiges kommunales Nahverkehrsunternehmen, das vier Straßenbahn-, 15 Buslinien und eine Fähre betreibt.

Der NVS ist eine 99-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Schwerin GmbH (Eigentümer der Stadtwerke: 100 % Stadt Schwerin). Für die Erbringung der Verkehrsleistung ist eine 100 % Tochtergesellschaft, die Mecklenburger Verkehrsservice GmbH (MVG), verantwortlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionswagen Typ Wismar, Baujahr 1926 (vorn)

1881 nahm die erste Schweriner Pferdebahn ihren Betrieb auf zwei Strecken auf. Bereits vier Jahre später wurde sie wegen Unrentabilität wieder eingestellt. Im Jahre 1906 fuhr der erste Omnibus im Linienverkehr, damals wurde die Omnibussparte von einer Kraftfahrtgenossenschaft unterhalten. Auch dieser rentierte sich nicht und man stellte nach wenigen Monaten den Betrieb wieder ein. Am 1. Dezember 1908 wurde schließlich der elektrische Straßenbahnbetrieb feierlich eröffnet. Am 22. Dezember 1935 wurde der städtische Omnibuslinienverkehr in Ergänzung zur Straßenbahn eröffnet.

Im April 1945 wurde das alte Straßenbahndepot in der Wallstraße durch einen Luftangriff getroffen. Dabei wurden, bis auf vier im Einsatz befindliche, alle Trieb- und Beiwagen der Straßenbahn beschädigt oder zerstört. Bereits am 1. Mai 1946 jedoch konnte der Nahverkehr den Fahrbetrieb wieder aufnehmen.

Wie alle anderen Unternehmen in der DDR wurde auch der Nahverkehr Schwerin in die DDR-Planwirtschaft eingegliedert. 1948 erfolgte die Aufnahme in das Kommunalwirtschaftliche Unternehmen (KWU).

1976 wurde der Grundstein für einen neuen großen Betriebshof im Haselholz gelegt. Hier entstanden großzügige Werkstätten, Verwaltungsgebäude und eine Umspannstation.

Im Jahre 1982 wurde der VE(K) Nahverkehr als eigenständiger Betrieb dem Kombinatsverbund zugeordnet. Nach der Wende wandelte sich der Nahverkehr 1990 in eine GmbH um. Kurz darauf wurde mit der Erneuerung des Buswagenparkes begonnen. In den Jahren 1991 und 1993 wurden 48 Stadtbusse der Typen Mercedes-Benz O 405 und O 405 G sowie Niederflurbusse von MAN angeschafft, die bis 1995 die Ikarus-Busse ersetzten.

Auch der Nahverkehr Schwerin setzt in Grundzügen das Konzept des Outsourcing um: 1999 wurde ein Teil des Betriebes, darunter die Buslinie 16, in die Schweriner Verkehrs-Service GmbH ausgegliedert, die sich jedoch 2003 wieder auflöste. Im Jahr 2004 erfolgte die Gründung der Mecklenburger Verkehrsservice GmbH Schwerin (MVG), die sich auf Servicefragen wie z. B. den Verkauf von Fahrscheinen und den Fahrdienst konzentriert.

Im Jahr 2000 wurde die MecklenburgBahn (MEBA) als hundertprozentige Tochter des NVS gegründet, die ab 2001 den Personenverkehr auf der 80 Kilometer langen Strecke Rehna – Gadebusch – Schwerin Hbf – Crivitz – Parchim bis Dezember 2013 betrieb. Die MEBA fusionierte 2005 mit der OME zur Ostseeland Verkehr GmbH. An diesem Unternehmen hielten die Veolia Verkehr GmbH 70 % und der NVS 30 % der Anteile. 2014 wurde die Gesellschaft geschlossen.

Straßenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Straßenbahn Schwerin

Der NVS ist Betreiber von vier Straßenbahnlinien. Das Schweriner Straßenbahnnetz umfasst heute eine Streckenlänge von 21 Kilometern. Im Linienbetrieb werden ausschließlich moderne Niederflur-Gelenktriebwagen des Typs SN2001 von Bombardier eingesetzt, die in den Jahren 2001 bis 2003 beschafft wurden.

Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 16. März 2015 wird folgendes Liniennetz betrieben, wobei die Betriebsintervalle tagsüber zum Teil abhängig sind von der Tageszeit bzw. dem Wochentag:

1 Kliniken – Hegelstraße alle 15 / 20 / 30 Minuten
2 Lankow Siedlung – Hegelstraße alle 15 / 20 / 30 / 70 Minuten
3 Hegelstraße – Neu Pampow alle 30 Minuten (nur Berufsverkehr)
4 Kliniken – Neu Pampow alle 30 / 40 / 60 / 80 Minuten

Bus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelenkbus Mercedes-Benz Citaro O 530 G im Betriebshof Haselholz

Folgende Linien werden betrieben (Stand 29. Juli 2017):[1]

5 Hauptbahnhof P+R – Görries
6 Stauffenbergstraße – Raben Steinfeld, Oberdorf
7 Hauptbahnhof P+R – Krebsförden
8 Lübstorf – Hauptbahnhof (– Jugendherberge)
9 Stauffenbergstraße – Stern Buchholz
10 Buchenweg – Schloss – Bleicherufer
11 (Kliniken/ Buchenweg –) Walther-Rathenau-Straße – Friedrichstraße – Alter Friedhof (– Bleicherufer)
12 Marienplatz – Sacktannen / Wittenförden
13 Lankow Siedlung – Otto-von-Guericke-Straße
14 Lankow Siedlung – Jugendherberge
16 Otto-von-Guericke-Straße – Görries
17 Friedrichsthal – Kieler Straße
18 Friedrichsthal – Alte Gärtnerei / Pingelshagen
19 Hauptbahnhof P+R – Betriebshof NVS
20 Stauffenbergstraße – Göhrener Tannen

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der NVS setzt 16 Solobusse des Typs Mercedes-Benz Citaro 2 O 530 (dreitürig), 16 Gelenkbusse des Typs Mercedes-Benz Citaro 2 O 530 G (viertürig, jeweils Baujahr 2016) sowie einige Busse der vorherigen Generation ein. Die Lackierung der Busse ist NVS-typisch weiß mit hellgelben und blauen Streifen unten. Ausnahmen bilden auch hier die mit Werbung beklebten Busse.[veraltet]

Anbindung des weiteren Umlandes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anbindung ins weitere Umland geschieht durch die Regionalbuslinien der NAHBUS Nordwestmecklenburg GmbH und der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim mbH.

„Petermännchen“-Fähre

Fähre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 1. Mai bis zum 30. September wird von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen in der Zeit von 10 Uhr bis 18 Uhr die Fähre Petermännchen über den Pfaffenteich betrieben. Hierfür existiert kein Fahrplan. Die Fahrgäste bestimmen, welche der vier Anlegestellen die Fähre anlaufen soll. Der Fahrpreis für eine Fahrt beträgt für Erwachsene 2 Euro, für Kinder 1 Euro.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • NVS GmbH (Hrsg.): Geschichte des Verkehrs in der Landeshauptstadt Schwerin, Schwerin 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. PLANET IC GmbH, www.planet-ic.de: Nahverkehr Schwerin GmbH Neues zum Fahrplan 2017/2018. Abgerufen am 28. Juli 2017.