Naidaijin

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Der Naidaijin (jap. 内大臣, historische Kun-Lesung Uchi no Oomaetsugimi oder Uchi no Otodo, dt. Minister oder Kanzler des Inneren) war ein nach dem Ritsuryō-System im 8. Jahrhundert geschaffenes Amt am kaiserlichen Hof Japans. Er war Sadaijin und Udaijin, den Ministern zur Linken und Rechten, untergeordnet. Der Einfluss des Naidaijin nahm im Laufe der Heian-Zeit mit der des gesamten Daijōkan ab, bis der Titel schließlich nur noch rein zeremonieller Natur war. Mit der Meiji-Restauration 1868 wurde das Amt zunächst abgeschafft.

Naidaijin in der Moderne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Naidaijin der Moderne, Sanjō Sanetomi

In der Meiji-Zeit reaktivierte der Kaiser die Institutionen des Daijōkan, um eine zentralisierte Verwaltung nach modernem Vorbild aufzubauen. 1869 schuf er eine Regierung mit Udaijin und Sadaijin. Die Einrichtung des modernen Kabinetts schaffte zwar 1885 die Dajōkan-Regierung samt Udaijin und Sadaijin ab, das Amt des Naidaijin wurde jedoch wieder eingerichtet und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschafft; der Naidaijin stand als direkter Berater des Kaisers außerhalb des Kabinetts. Da er für die Aufbewahrung des kaiserlichen Siegels und die Verkündung kaiserlicher Edikte verantwortlich war, wird der Titel seit dieser Zeit im Deutschen (in Anlehnung an vergleichbare Titel in Europa) mit Lordsiegelbewahrer wiedergegeben. Er war auch für die Organisation kaiserlicher Audienzen und die Annahme von Petitionen zuständig.

Japanische Lordsiegelbewahrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Amtszeit
Sanjō Sanetomi 22. Dezember 1885 – 18. Februar 1891
Tokudaiji Sanenori 21. Februar 1891 – 12. August 1912
Katsura Tarō 21. August 1912 – 21. Dezember 1912
Fushimi Sadanaru 21. Dezember 1912 – 13. Januar 1915
Ōyama Iwao 23. April 1915 – 10. Dezember 1916
Matsukata Masayoshi 2. Mai 1917 – 18. September 1922
Hirata Tōsuke 19. September 1922 – 30. Mai 1925
Hamao Arata 30. März 1925 – 30. März 1925
Makino Nobuaki 30. März 1925 – 26. Februar 1935
Saitō Makoto 26. Februar 1935 – 26. Februar 1936
Ichiki Kitokurō 6. März 1936 - 6. März 1936
Yuasa Kurahei 6. März 1936 – 1. Juni 1940
Kido Kōichi 1. Juni 1940 – 24. November 1945

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]