Naim Süleymanoğlu

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Naim Süleymanoğlu Gewichtheben
Naim Süleymanoğlu 1989 Paraguay stamp.jpg

Naim Süleymanoğlu auf einer paraguayischen Briefmarke (1989) zu den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona

Persönliche Informationen
Name: Naum Sulejmanow
Naum Schalamanow (bis 1986)
Nationalität: BulgarienBulgarien Bulgarien bis 1986
TurkeiTürkei Türkei seit 1986
Geburtsdatum: 23. Januar 1967
Geburtsort: Ptitschar, Bulgarien
Sterbedatum: 17. November 2017
Sterbeort: Istanbul, Türkei
Größe: 147 cm

Naim Süleymanoğlu (bulgarisch Наим Сюлейманоглу Naim Sjulejmanoglu; * 23. Januar 1967 in Ptitschar, Bulgarien, als Naum Sulejmanow [bulgarisch Наум Сулейманов]; † 17. November 2017 in Istanbul, Türkei) war ein bulgarisch-türkischer Gewichtheber.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süleymanoğlu wurde als Angehöriger der türkischen Minderheit in Bulgarien unter dem Namen Naum Sulejmanow geboren. Er fing sehr früh mit dem Gewichtheben an und erzielte 1983 seinen ersten Weltrekord. Im selben Jahr wurde Süleymanoğlu mit 16 Jahren der bis dato jüngste Gewichtheber-Weltmeister, als er im Bantamgewicht in der Teildisziplin Reißen die Goldmedaille holte. Darüber hinaus gelang es dem Ausnahmeathleten als zweitem Heber nach dem Bulgaren Stefan Topurow, das Dreifache des eigenen Körpergewichts zu stoßen. Diese Tatsache in Verbindung mit seiner geringen Körpergröße brachte ihm den Spitznamen „Taschen-Herkules“ (türkisch: Cep-Herkülü) ein, unter dem er noch heute in der Gewichtheberszene bekannt ist.

Im Zuge der Bulgarisierungskampagne in seinem Heimatland musste Sulejmanow seinen Namen auf Anweisung der Behörden in Naum Schalamanow (bulg. Наум Шаламанов) ändern. Unter diesem Namen startete er 1986 bei den Weltmeisterschaften in Sofia, wo er seine Titel Nummer fünf bis sieben gewann. Nach der WM setzte er sich während einer Australien-Reise in die Türkei ab, nahm die türkische Staatsbürgerschaft an und änderte seinen Namen in Naim Süleymanoğlu. In der nachfolgenden Zeit versuchte der bulgarische Staat seine internationalen Auftritte zu verbieten, konnte sich jedoch gegen Zahlung eines großen Geldbetrages mit der Türkei einigen.

Für die Türkei gewann Süleymanoğlu jeweils im Federgewicht dreimal olympisches Gold: 1988 in Seoul, 1992 in Barcelona und 1996 in Atlanta. Nach dem erfolglosen Versuch, bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney als erster Gewichtheber die vierte Goldmedaille in Folge zu gewinnen, beendete er seine sportliche Laufbahn und wandte sich der Politik zu. Er kandidierte bei der Kommunalwahl 2004 für Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) für ein Bürgermeisteramt in Büyükçekmece und 2007 für ein Abgeordnetenmandat; beide Male blieb er erfolglos. Er wurde mit dem Olympischen Orden ausgezeichnet und erhielt 1988, 1991, 1994 und 1996 den Sedat-Simavi-Preis für Sport.

Süleymanoğlu starb am 17. November 2017 in Istanbul nach einer Lebertransplantation.[1]

Verwandtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Bruder Muharrem (* 1969) nahm ebenfalls als Gewichtheber an den Olympischen Sommerspielen 1992 in Barcelona teil.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Naim Süleymanoğlu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sport Allgemein: „Westentaschen-Herkules“ Naim Süleymanoglu gestorben. sid-Meldung auf Zeit Online, 18. November 2017; abgerufen am 19. November 2017.