Nairo Quintana

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Nairo Quintana Straßenradsport
Nairo Quintana 2013
Nairo Quintana 2013
zur Person
Geburtsdatum 4. Februar 1990
Nation KolumbienKolumbien Kolumbien
Disziplin Straße
Fahrertyp Bergfahrer
Körpergröße 1,67m
Renngewicht 59kg
zum Team
Aktuelles Team Movistar Team
Team(s)
2009
2010–2011
2012–
Boyacà es Para Vivirla
Colombia es Pasión-Café de Colombia
Movistar Team
Wichtigste Erfolge
Grands Tours
Jersey polkadot.svg Bergwertung Tour de France 2013
Weißes Trikot Nachwuchswertung Tour de France 2013 und Tour de France 2015
Jersey pink.svg Gesamtwertung Giro d’Italia 2014
Weißes Trikot Nachwuchswertung Giro d’Italia 2014
Weitere
Vuelta al País Vasco 2013
Tirreno–Adriatico 2015
Volta Ciclista a Catalunya 2016
Tour de Romandie 2016
Infobox zuletzt aktualisiert: 2. Mai 2016

Nairo Alexander Quintana Rojas (* 4. Februar 1990 in Tunja) ist ein kolumbianischer Straßenradrennfahrer, dessen bisher größter Erfolg der Gewinn des Giro d’Italia 2014 ist.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nairo Quintana entstammt einer Bauernfamilie aus Cómbita in Kolumbien, 2800 Meter hoch in den Anden, die von dem Verkauf von Obst und Gemüse lebte. Als er sieben Jahre alt war, hatte sein Vater einen schweren Unfall mit einem Lastwagen, musste insgesamt 14-mal operiert werden und ist seitdem körperlich behindert. Die fünf Kinder mussten täglich auf dem Hof mithelfen. Aus Geldnot waren die Eltern nicht in der Lage, für Nairo den Schulbus zu bezahlen, und er musste täglich mit einem 20 Kilogramm schweren Fahrrad in die Schule nach Arcabuco fahren. Eine Strecke betrug 25 Kilometer und führte zurück über eine achtprozentige Steigung bergan.[1][2]

Sein jüngerer Bruder Dayer Quintana ist ebenfalls Berufsradfahrer.

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nairo Quintana, ein Bergspezialist, begann seine Karriere 2009 bei dem kolumbianischen Continental Team Boyacà es Para Vivirla. In seinem ersten Jahr dort wurde er in Rivera Etappenzweiter auf dem sechsten Teilstück der U23-Austragung der Vuelta a Colombia. Bei der kolumbianischen Meisterschaft in Barranquilla wurde Quintana nationaler Meister im Einzelzeitfahren der U23-Klasse.

Bei der Tour de France 2013 schaffte Quintana seinen internationalen Durchbruch. Nach einem Defekt und einem großen Zeitrückstand seines Team-Captains Alejandro Valverde konzentrierte sich sein Movistar-Team fortan auf ihn. Quintana griff in mehreren Etappen an und stellte sich bald als bester Jungprofi heraus, was ihm den Gewinn des Weißen Trikots einbrachte. Nachdem er in der Etappe auf den Mont Ventoux hinter dem späteren Tour-Gesamtsieger Froome den zweiten Etappenrang erzielt hatte, siegte er in der zweitletzten Etappe nach Annecy-Semnoz und belegte schließlich in der Gesamtwertung der Tour Platz zwei. Zudem entschied er die Bergwertung für sich.[3]

Beim Giro d’Italia 2014 gewann Quintana nicht ganz unumstritten die 16. Etappe. Wegen extremer Witterungsbedingungen bei der Überfahrt über den mit 2758m höchsten Pass dieses Giros, dem Stilfser Joch, war von der Rennleitung für die Abfahrt „langsame Fahrweise“ angekündigt worden, ohne jedoch das Rennen zu neutralisieren. Quintana attackierte dennoch, gewann die Etappe und übernahm die Führung in der Gesamtwertung.[4] Beim Bergzeitfahren in der 19. Etappe konnte er durch einen Sieg seinen Zeitvorsprung weiter ausbauen und gewann als erster kolumbianischer Fahrer den Giro d’Italia, vor seinem Landsmann Rigoberto Urán.[5]

Bei der Tour de France 2015 wurde Quintana hinter Froome erneut Zweiter und brachte diesen zuvor auf der letzten Bergetappe nach L’Alpe d’Huez in Bedrängnis. Am Ende fehlten jedoch 1:12 Minuten zum Sieg. Bereits auf der 2. Etappe hatte Quintana aufgrund einer Windkante 1:28 Minuten auf Froome verloren. Wie schon im Jahre 2013 gewann Quintana die Wertung des besten Jungprofis, in der Bergwertung musste er sich wie in der Gesamtwertung nur Froome geschlagen geben. Während der Spanien-Rundfahrt 2015 handelte sich Quintana aufgrund von kurzzeitigen gesundheitlichen Problemen in der ersten Hälfte des Rennens bereits früh einigen Rückstand auf den späteren Sieger Fabio Aru ein. Er konnte aber gegen Ende der Rundfahrt wieder Boden gut machen und beendete sie auf dem vierten Platz.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 sowie 2014 wurde Quintana Kolumbiens Sportler des Jahres.[6] Im November 2015 wurde er vom spanischen König Felipe VI. mit dem Trofeo Comunidad Iberoamericana geehrt, einer Auszeichnung für lateinamerikanische Sportler, die „sich im Laufe des Jahres durch ihre internationale sportlichen Aktivitäten“ hervorgetan haben.[7]

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quintana unterstützt in seiner Heimatregion Boyacá eine Kampagne zur Förderung der Gleichberechtigung der Frauen und tritt als UNICEF-Botschafter auf.[8]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nairo Quintana beim Critérium du Dauphiné Libéré 2012
2009
  • KolumbienKolumbien Kolumbianischer Meister – Einzelzeitfahren (U23)
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016

Grand-Tour-Platzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grand Tour 2012 2013 2014 2015 2016
Pink jersey Giro d’Italia 1
Yellow jersey Tour de France 2 2 3
red jersey Vuelta a España 36 DNF 4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nairo Quintana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nairo Quintana - Das Juwel aus den Anden auf faz.net v. 18. Juli 2013
  2. ‚Nairo Quintana es un hijo del campo‘: madre del ciclista auf eltiempo.com v. 19. Juli 2013
  3. Richard Moore: Tour de force from Froome means he'll journey up the Champs Elysees draped in yellow to certain glory. 20. Juli 2013, abgerufen am 2. Mai 2014 (englisch).
  4. Streit um Quintanas Attacke. FAZ, 28. Mai 2014, abgerufen am 1. Juni 2014.
  5. Giro-Sieger Quintana verblüfft Radsport-Europa. Die Werlt, 1. Juni 2014, abgerufen am 14. September 2015.
  6. Quintana erneut Kolumbiens Sportler des Jahres. Radsport-news.com, 10. Dezember 2014, abgerufen am 10. Dezember 2014.
  7. Rojas am Herz operiert, Quintana vom spanischen König ausgezeichnet. In: radsport-news.com. 23. April 2015, abgerufen am 20. November 2015.
  8. Alasdair Fotheringham: Kaier Nairo, in: Procycling (Deutsche Ausgabe), Juli 2015, S. 41 ff.