Namie (Fukushima)

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Namie-machi
浪江町
Namie (Fukushima) (Japan)
Red pog.svg
Geographische Lage in Japan
Region: Tōhoku
Präfektur: Fukushima
Koordinaten: 37° 30′ N, 141° 0′ OKoordinaten: 37° 29′ 41″ N, 141° 0′ 1″ O
Basisdaten
Fläche: 223,10 km²
Einwohner: 0
(1. Mai 2017)
Bevölkerungsdichte: 0 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 07547-7
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Namie
Baum: Kiefer
Blume: Schmuckkörbchen
Vogel: Sturmmöwe
Rathaus
Adresse: Namie Town Hall
7-2, Aza Rokutanda, Ōaza Kiyohashi
Namie-machi, Futaba-gun
Fukushima 979-1592
Webadresse: www.town.namie.fukushima.jp
Lage Namies in der Präfektur Fukushima
Lage Namies in der Präfektur

Namie (jap. 浪江町, -machi) ist eine Kleinstadt im Landkreis Futaba der japanischen Präfektur Fukushima.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namie liegt am Pazifischen Ozean. In 10 km Entfernung von der Küste steigt das Abukuma-Hochland an, das von Wäldern geprägt und weitgehend unbesiedelt ist. Tief in diesem Hochland erstreckt sich auch die westliche Hälfte von Namie, die nur mit einem vergleichsweise schmalen Korridor mit dem weitaus stärker bevölkerten Ostteil verbunden ist.

Namie ist umgeben von Minamisōma im Nordosten, Iitate im Norden, Kawamata im Nordwesten, Nihonmatsu und Tamura im Westen, Katsurao im Südwesten, sowie Ōkuma und Futaba im Süden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Namie entstand im Zuge der landesweiten Reorganisation des Gemeindewesens am 1. April 1889 und befand sich in dem damaligen Landkreis Shineha (, -gun). Dieser Landkreis wurde am 1. April 1896 mit dem Landkreis Naraha (, -gun) zum Landkreis Futaba (双葉郡, -gun), wörtlich: „zwei ha ()“, zusammengelegt.

Am 1. März 1900 erfolgte die Aufstufung von einer Dorfgemeinde (mura) zur Kleinstadt (machi).

Am 10. Oktober 1953 wurden die Dörfer Ukedo (請戸村, -mura) und Kiyohashi (幾世橋村, -mura) südöstlich bzw. nordöstlich von Namie eingemeindet.[1] Am 1. Mai 1956 folgten Ōbori (大堀村, -mura) südwestlich, Karino (苅野村, -mura) westlich und Tsushima (津島村, -mura) tief im Abukuma-Hochland westlich.[2] Am 1. April 1958 wurden der Ortsteil Nakano und Teile von Morotake, die Teil des früheren Ukedo waren, aus- und nach Futaba eingemeindet.[3] Genau zwei später wiederholte sich dies mit Teilen von Nakahama und wiederum Teilen von Morotake.[4]

Die Stadt wurde am 11. März 2011 vom Tōhoku-Erdbeben und dem davon ausgelösten Tsunami schwer getroffen, wobei bis zum 20. Mai 50 Tote und 136 Vermisste gezählt wurden. Durch die davon ausgelöste Nuklearkatastrophe von Fukushima musste die Gemeinde zum größten Teil evakuiert werden, da ihr Gebiet bis auf die schwächer bewohnte westliche Hälfte innerhalb der 20 km-Sperrzone liegt. Die Gemeindeverwaltung evakuierte nach Nihonmatsu.[5]

Im März 2013 fuhren auf Einladung des Bürgermeisters Tamotsu Baba Autos von Google durch die gesperrte Stadt, um Bilder für den Internetdienst Google Street View aufzunehmen.[6][7] Am 1. April 2013 wurde Namie aus der Sperrzone ausgegliedert und stattdessen nach radioaktiver Belastung gestaffelt in drei Zonen eingeteilt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten Fernstraßen von Namie sind die Jōban-Autobahn nach Misato oder Watari, die Nationalstraße 6 nach Chūō (Tokio) oder Sendai, die Nationalstraße 114 nach Fukushima, die Nationalstraße 399 nach Iwaki oder Nan’yō, sowie die Nationalstraße 459 nach Niigata.

Anschluss an das Schienennetz besteht durch die JR Jōban-Linie zum Bahnhof Nippori in Arakawa (einem Stadtbezirk von Tokio) oder nach Iwanuma. In Namie gibt es nur einen Bahnhof.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Namie befindet sich die Grundschulen (浪江町立X小学校, Namie-chōritsu X shōgakkō) Namie, Ukedo, Kiyohashi, Ōbori, Karino und Tsushima, die Mittelschulen (浪江町立X中学校, Namie-chōritsu X chūgakkō) Namie, Namie-Ost (浪江東, Namie higashi) und Tsushima, sowie die präfekturale Oberschule Namie (福島県立浪江高等学校, Fukushima-kenritsu Namie kōtō gakkō) und deren Zweig in Tsushima (福島県立浪江高等学校津島校, Fukushima-kenritsu Namie kōtō gakkō Tsushima-kō).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitteilung 190 des Büros des Premierministers, vom 9. Oktober 1953
  2. Mitteilung 221 des Büros des Premierministers, vom 30. April 1956
  3. Mitteilung 94 des Büros des Premierministers, vom selben Tag
  4. Mitteilung 110 des Büros des Premierministers, vom selben Tag
  5. 東日本大震災 図説集. In: mainichi.jp. Mainichi Shimbun-sha, 20. Mai 2011, archiviert vom Original am 19. Juni 2011, abgerufen am 22. Dezember 2011 (japanisch, Übersicht über gemeldete Tote, Vermisste und Evakuierte).
  6. Tamotsu Baba: Imagery on Google Maps of Fukushima Exclusion Zone Town Namie-machi. In: Google Official Blog. 27. März 2013
  7. Tobias Dorfer: Google Street View zeigt Region um Fukushima – Streifzug durch eine Geisterstadt. In: Süddeutsche Zeitung. 28. März 2013