Nanortalik

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Nanortalik (Ort der Bären)
Kirche von Nanortalik
Kirche von Nanortalik
Kommune Kommune Kujalleq
Geographische Lage 60° 8′ 30″ N, 45° 14′ 35″ WKoordinaten: 60° 8′ 30″ N, 45° 14′ 35″ W
Nanortalik (Grönland)
Nanortalik
Höhe m
Einwohner 1.261 (1.1.2015)
Zeitzone UTC-3
Website www.nanortalik.gl
Gemeinde / Provinz (bis 2008)

Nanortalik / Kitaa

Wappen Nanortaliks (inoffiziell)
Lage von Nanortalik auf Grönland
Fläche 18 000 km²

Nanortalik ist eine Siedlung im Süden Grönlands mit 1261 Einwohnern (Stand 2015)[1] in der Kommune Kujalleq.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nanortalik liegt auf einer kleinen Insel vor dem Ausgang des großen Tasermiut Fjordes.

Die Tierwelt besteht neben Polarfuchs, Schneehase, Seeadler, Kolkrabe, Schneeammer, Eiderente, Gryllteiste, Robben und Walen auch aus besonders vielen Singvogelarten.

Auf den Schären vor Nanortalik (Kitsitsut) nisten einige Tordalken, Papageitaucher, Gryllteisten und Eissturmvögel. Selbst Krabbentaucher sollen hier einst genistet haben.

Ehemalige Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nanortalik war eine eigenständige Gemeinde bis zur Gründung der Kommune Kujalleq am 1. Januar 2009 mit insgesamt 2281 Einwohnern, die neben Nanortalik noch die Siedlungen Tasiusaq, Aappilattoq, Alluitsup Paa und Narsaq Kujalleq (das südlichste Dorf Grönlands, zu Deutsch: die südliche Ebene, nicht zu verwechseln mit Narsaq) umfasste. Es war die südlichste Gemeinde Grönlands. Sie reichte bis zur Ostküste.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: In Rot drei silberne Eisbären pfahlweise gestellt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im alten Ortskern liegt das Nanortalik Museum, das größte Freilichtmuseum Grönlands.

Die Landschaft ist rauer als im übrigen Südgrönland. Schroffe, oft vergletscherte, Granitberge ragen wie Türme bis zu 2000 m steil auf. Besonders bekannt für Extrembergsteiger sind die Berge Ketil, Ulamertorsuaq und Kirkespiret am Tasermiut Fjord. Der Fjord, an dessen Ende das Inlandeis aus einer Höhe von 1400 Metern direkt ins Meer abfällt, ist auch beliebt für Wanderer und für einheimische Ausflügler.

In den geschützten Tälern, wie etwa im Qinguadalen oder im Klösterdalen, liegen Grönlands einzige Waldgebiete mit bis zu 5 Meter hohen Birken. Sogar Bienen kommen hier vor.

Die kleine Insel Uunartoq mit ihrer heißen Quelle ist ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel. Am Berg Kirkespiret befindet sich eine Goldmine, und in den Flüssen der Region sind auch kleine Goldstückchen zu finden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Nanortalik bedeutet so viel wie Bärenstelle, denn auch die Jagd auf Eisbären (sowie Robben und Walen), die im Frühsommer mit dem Treibeis um das nahe Kap Farvel kommen, spielt hier noch eine Rolle. Auch wenn die Stadt im Gegensatz zu den anderen Orten an der Westküste eher wie ein traditioneller Jägerort wirkt, gibt es auch hier eine Fischverarbeitungsfabrik, und auch die Schafzucht spielt eine Rolle.

Nach 10-jähriger Exploration ging 2004 in Kirkespirdalen, 30 km nördlich von Nanortalik, die Goldmine Nalunaq in Betrieb.[2][3] Eine Grafitmine in etwa 20 km Entfernung von der Stadt wurde 1925 geschlossen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nanortalik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistics Greenland (Hrsg.): Greenland in Figures 2015. 2015, ISBN 978-879-981130-4, ISSN 1602-5709, S. 9 (stat.gl [abgerufen am 19. September 2015]).
  2. Gold deposit in South Greenland
  3. Secher et al.: The Nalunak Gold Mine. (PDF; 7,4 MB) In: Geology and Ore. 2008, 11, S. 2–12.