Nant de Drance

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Nant de Drance
Nant de Dranse, Drance-Bach

Der Nant de Drance mündet im Stausee von Emosson, im Bild am linken (südlichen) Rand in der Bucht hinter der Landzunge

Daten
Gewässerkennzahl CH: 3965
Lage Schweiz
Flusssystem Rhone
Abfluss über Barberine → Eau Noire → Trient → Rhone → Mittelmeer
Quelle Abfluss des Lac du Vieux Emosson
46° 3′ 45″ N, 6° 53′ 54″ O
Quellhöhe 2205 m ü. M.[1]
Mündung in den Lac d’EmossonKoordinaten: 46° 3′ 53″ N, 6° 54′ 42″ O; CH1903: 559218 / 101606
46° 3′ 53″ N, 6° 54′ 42″ O
Mündungshöhe 1930 m ü. M.[1]
Höhenunterschied 275 m
Sohlgefälle 21 %
Länge 1,3 km[2]
Einzugsgebiet 5,47 km²[3]
Abfluss am Pegel Mündung[3]
AEo: 5,47 km²
MQ
Mq
160 l/s
29,3 l/(s km²)

Der Nant de Drance ist ein Wildbach in den Walliser Alpen, der im Grenzgebiet zwischen der Schweiz und Frankreich verläuft. Er entsprang an den Hängen der Alp Vieux Emosson und mündete bei Emosson als rechter Zufluss in die Barberine. Seit 1955 ist er der Abfluss des Stausees von Vieux Emosson und seit 1974 mündet er in den Lac d’Emosson. Dadurch hat sich die Länge des Nant de Drance etwa halbiert. Heute ist der Bach Bestandteil des weitauslaufenden Kraftwerksystems der Electricité d’Emosson in Hochsavoyen und dem Unterwallis.

Kraftwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab September 2008 baute die Nant de Drance SA ein Pumpspeicherkraftwerk zwischen den beiden Seen. Am 1. Juli 2022 ging das Kraftwerk in Betrieb.[4] Dabei wird das bereits heute in einem Stollen talwärts geleitete Wasser genutzt, respektive Wasser vom Emosson- in den Vieux-Emosson-See gepumpt. Gemäss der Kraftwerksgesellschaft sind von der Wassernutzung im geschlossenen Kreislauf zwischen den beiden Stauseen «natürliche Gewässer […] nicht betroffen.»[5]

Die Staumauer des Vieux-Emosson-Stausees wurde von 45 m um 20 m erhöht, wodurch das Fassungsvermögen auf 25 Mio. m³ verdoppelt werden konnte. Diese Wassermenge reicht aus, um das Pumpspeicherkraftwerk mit 900 MW etwa 20 Stunden ununterbrochen betreiben zu können[6]. Als unteres Staubecken dient der Lac d’Emosson, der mit 227 Mio. m³ etwa neunmal so gross ist wie das Oberbecken.

Das Pumpspeicherwerk besteht aus sechs Francis-Pumpturbinen zu je 150 MW (in Kombination mit doppelt-gespeisten Asynchronmaschinen mit regelbarer Drehzahl à 175 MVA), die in weniger als 10 min vom Volllast-Turbinenbetrieb in den Volllast-Pumpbetrieb umschalten können. Es hat einen Wirkungsgrad von über 80 % und soll eine Jahresarbeit von ca. 2,5 TWh erbringen.[7]

Das Speicherkraftwerk ging nach 14 Jahren Bauzeit am 1. Juli 2022 in Betrieb.[8] Der Bau der Anlage hat umgerechnet 2 Milliarden Euro gekostet.[8] Die installierte Leistung beträgt 900 MW, gespeichert werden können 20 GWh.[8]

Lagekarte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der Kraftwerkssysteme beim Lac d’Emosson. Das Kraftwerk Nant de Drance ist in Grün dargestellt, die Anlagen der Electricité d’Emosson SA in Blau, die der SBB gehörenden Anlagen des Kraftwerk Barberine-Vernayaz in Rot.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
  2. Hydrologischer Atlas der Schweiz des Bundesamtes für Umwelt BAFU, Tafel_13
  3. a b Modellierter mittlerer jährlicher Abfluss. In: Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Teileinzugsgebiete 2 km². Abgerufen am 25. August 2017.
  4. Christoph Eisenring: Stromversorgung: Die Giganten der Alpen hätten gute Aussichten – wenn die Politik ihnen das Geschäft nicht vermasseln würde. NZZ, 1. Juli 2022.
  5. http://www.nant-de-drance.ch/de/projekt/umwelt/ (15. November 2017).
  6. Staumauer Vieux-Emosson um 20 Meter erhöht, Pressemitteilung vom 2014-09-25
  7. Gigantismus in den Walliser Bergen: Wie eine Super-Batterie bei der Bewältigung der Energiewende helfen soll. Neue Zürcher Zeitung, 17. November 2021, abgerufen am 21. November 2021.
  8. a b c Nant de Drance: Neues Pumpspeicherkraftwerk in der Schweiz geht in Betrieb - Golem.de. In: golem.de. 6. Juli 2022, abgerufen am 6. Juli 2022.