Narbonne

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Dieser Artikel behandelt die französische Stadt im Arrondissement Narbonne. Zum französischen General, Kriegsminister und Diplomaten siehe Louis Marie de Narbonne-Lara.
Narbonne
Wappen von Narbonne
Narbonne (Frankreich)
Narbonne
Region Okzitanien
Département Aude
Arrondissement Narbonne (Unterpräfektur)
Kanton Narbonne-1 (Hauptort)
Narbonne-2 (Hauptort)
Narbonne-3 (Hauptort)
Gemeindeverband Le Grand Narbonne
Koordinaten 43° 11′ N, 3° 0′ OKoordinaten: 43° 11′ N, 3° 0′ O
Höhe 0–285 m
Fläche 172,96 km2
Einwohner 52.855 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 306 Einw./km2
Postleitzahl 11100
INSEE-Code
Website Narbonne

Fotomontage mit Bauten in Narbonne.

Narbonne (auf okzitanisch Narbona) ist eine südfranzösische Großstadt mit 52.855 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Aude in der Region Okzitanien. Narbonne war Hauptort des historischen Territoriums Septimanien und war eine der größeren Städte der historischen Provinz Languedoc; heute ist es Hauptort des Arrondissements Narbonne.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Narbonne liegt unweit der Mittelmeerküste am Canal de la Robine in einer Höhe von ca. 10 m ü. d. M.[1] Über einen Verbindungskanal (Canal de Jonction), der den Canal de la Robine landeinwärts fortsetzt, besteht Anschluss an den Canal du Midi. Narbonne hat Anschluss an die Autoroute A9 und an die Autoroute A61. Nächstgelegene Großstädte sind Béziers (ca. 35 km nordöstlich), Perpignan (ca. 65 km südlich) und Carcassonne (ca. 60 km westlich). Das Klima ist warm und eher regenarm.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2013
Einwohner 9.086 13.066 28.852 32.060 46.510 52.855

Die Bevölkerung der Stadt ist durch Zuwanderung aus dem ländlichen Umland ständig gewachsen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Narbonne selbst war in der Antike und im Mittelalter jahrhundertelang ein Fischerort; Landwirtschaft und Weinbau im Umland sowie der Handel schafften die Grundlage für die Herausbildung der verkehrstechnisch günstig gelegenen Stadt. Heute bildet Narbonne den Rahmen für Kleinindustriebetriebe sowie für Handels- und Dienstleistungsunternehmen aller Art. Auch der Tourismus (Narbonne-Plage) spielt eine nicht unbedeutende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Narbonne war die erste römische Kolonie außerhalb Italiens. Sie wurde um 118 v. Chr. im damaligen Gallien als Colonia Narbo Martius errichtet. Durch Narbonne führte die Via Domitia, die erste Römerstraße in Gallien, deren Bau etwa in die Gründungszeit der Kolonie fällt und Italien mit den spanischen Kolonien verband. Bei Narbonne verband sich die Via Domitia mit der Via Aquitania, die über Toulouse und Bordeaux zum Atlantischen Ozean führte. Später wurde die Provincia des südlichen Gallien nach ihrer Hauptstadt Gallia Narbonensis genannt. Als Verwaltungssitz der römischen Provinz, so konnten Archäologen nachweisen, florierte Narbonne wirtschaftlich und beherbergte architektonische Meisterwerke.

Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches war Narbonne bis ins frühe 8. Jahrhundert die Hauptstadt des Territoriums Septimania der Westgoten. Im Jahr 719 war Narbonne die erste Stadt des Frankenreiches, die von den Mauren eingenommen wurde (→ Islam in Frankreich); 40 Jahre später erfolgte die Rückeroberung durch den fränkischen König Pippin. Im Jahre 793 wurde Narbonne von einem Heer des in Córdoba residierenden Emirs Hischam I. zerstört, gebrandschatzt und entvölkert.

Im Hochmittelalter gehörte das Herzogtum Narbonne zur Einflusssphäre der Grafen von Toulouse und somit auch der Katharer, die jedoch während der Albigenserkriege (1209–1229) nahezu ausgerottet wurden. Danach fiel das Gebiet an die französische Krone. In den Jahren von 1272 bis 1332 entstand die im nordfranzösischen Stil der Gotik erbaute Kathedrale Saint-Just, die mit einer Chorscheitelhöhe von 41 Metern eine der höchsten Frankreichs ist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

vor dem Rathaus freigelegtes Stück der Via Domitia.
Römisches Lapidarium
in der Altstadt

Neben der Kathedrale sind die römischen Reste besonders sehenswert, dazu gehören:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rémy Cazals, Daniel Fabre (Hrsg.): Les Audois. Dictionnaire biographique. Association des amis des Archives de l’Aude, u. a., Carcassonne 1990, ISBN 2-906442-07-0.
  • Jacques Crémadeills (Hrsg.): L’Aude. De la préhistoire à nos jours. Bordessoules, Saint-Jean-d’Angély 1989, ISBN 2-903504-24-5 (L’Histoire par les Documents = Collection Hexagone. L'Histoire par les Documents).
  • Michel Gayraud: Narbonne antique des origines à la fin du IIIe siècle. Boccard, Paris 1981 (Revue archéologique de Narbonnaise. Supplément 8, ISSN 0153-9124).
  • Jacques Michaud, André Cabanis (Hrsg.): Histoire de Narbonne. Privat, Paris 2004, ISBN 2-7089-8339-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Narbonne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Narbonne – Karte mit Höhenangaben
  2. Narbonne – Klimatabellen