Narbonne

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Dieser Artikel behandelt die französische Stadt im Arrondissement Narbonne. Zum französischen General, Kriegsminister und Diplomaten siehe Louis Marie de Narbonne-Lara.
Narbonne
Wappen von Narbonne
Narbonne (Frankreich)
Narbonne
Region Okzitanien
Département Aude
Arrondissement Narbonne (Unterpräfektur)
Kanton Chef-lieu von drei Kantonen
Gemeindeverband Le Grand Narbonne
Koordinaten 43° 11′ N, 3° 0′ OKoordinaten: 43° 11′ N, 3° 0′ O
Höhe 0–285 m
Fläche 172,96 km²
Einwohner 52.855 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 306 Einw./km²
Postleitzahl 11100
INSEE-Code
Website www.mairie-narbonne.fr

Canal de la Robine unter dem Pont des Marchands (beidseitig mit Häusern geschlossene Straßenbrücke). Der Kanal führt aus dem Bild heraus in Richtung Mittelmeer.
Blick über Narbonne, links die Kathedrale Saint Just.
Ein vor dem Rathaus freigelegtes Stück der Via Domitia.
Römisches Lapidarium

Narbonne (auf okzitanisch Narbona [narˈβunɔ]) ist eine Stadt mit 52.855 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Aude in der Region Okzitanien.

Narbonne ist Hauptort des Arrondissements Narbonne.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name kommt wahrscheinlich von dem iberischen bzw. baskischen Stamm *narb-.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Narbonne liegt am Canal de la Robine im Süden Frankreichs, über den es eine Verbindung zum nahen Mittelmeer beim Ort Port-la-Nouvelle hat. Über den Canal de Jonction, der den Canal de la Robine am anderen Ende fortsetzt, besteht Anschluss an den Canal du Midi.

Vom Bahnhof Narbonnes bestehen TER und TGV-Verbindungen nach Perpignan, Spanien, Toulouse, Montpellier, Nîmes und Avignon. Außerdem gibt es ein Autozug-Terminal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Narbonne war die erste römische Kolonie außerhalb Italiens. Sie wurde um 118 v. Chr. im damaligen Gallien als Colonia Narbo Martius errichtet. Durch Narbonne führte die Via Domitia, die erste Römerstraße in Gallien, deren Bau etwa in die Gründungszeit der Kolonie fällt und Italien mit den spanischen Kolonien verband. Bei Narbonne verband sich die Via Domitia mit der Via Aquitania, die über Toulouse und Bordeaux zum Atlantischen Ozean führte.

Später wurde die Provincia des südlichen Gallien als Gallia Narbonensis nach ihrer Hauptstadt benannt. Als Verwaltungssitz der römischen Provinz, so konnten Archäologen nachweisen, florierte Narbonne wirtschaftlich und beherbergte architektonische Meisterwerke.

Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches war Narbonne bis ins frühe 8. Jahrhundert die Hauptstadt der Provinz Septimania der Westgoten. 719 war es die erste Stadt des Frankenreiches, die von den Mauren eingenommen wurde (→ Islam in Frankreich). 759 erfolgte die Rückeroberung durch den fränkischen König Pippin. Im Jahre 793 wurde es von Hischam I. von Andalusien zerstört, gebrandschatzt und entvölkert.

Im Mittelalter wurde Narbonne vor allem als Heimat der Katharer bekannt. Von 1272 bis 1332 wurde in Narbonne die Kathedrale Saint-Just errichtet, die mit einer Chorhöhe von 41 Metern eine der höchsten Frankreichs ist.

Narbonne ist mit ca. 50.000 Einwohnern eine der größeren Städte der historischen Provinz Languedoc.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Kathedrale sind die römischen Reste besonders sehenswert, dazu gehören:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in der Altstadt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rémy Cazals, Daniel Fabre (Hrsg.): Les Audois. Dictionnaire biographique. Association des amis des Archives de l’Aude, u. a., Carcassonne 1990, ISBN 2-906442-07-0.
  • Jacques Crémadeills (Hrsg.): L’Aude. De la préhistoire à nos jours. Bordessoules, Saint-Jean-d’Angély 1989, ISBN 2-903504-24-5 (L’Histoire par les Documents = Collection Hexagone. L'Histoire par les Documents).
  • Michel Gayraud: Narbonne antique des origines à la fin du IIIe siècle. Boccard, Paris 1981 (Revue archéologique de Narbonnaise. Supplément 8, ISSN 0153-9124).
  • Jacques Michaud, André Cabanis (Hrsg.): Histoire de Narbonne. Privat, Paris 2004, ISBN 2-7089-8339-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Narbonne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M. Morvan: Dictionnaire étymologique basque