Naro

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Naro
Wappen
Naro (Italien)
Naro
Staat Italien
Region Sizilien
Provinz Agrigent (AG)
Lokale Bezeichnung Naru
Koordinaten 37° 18′ N, 13° 48′ OKoordinaten: 37° 18′ 0″ N, 13° 48′ 0″ O
Höhe 600 m s.l.m.
Fläche 207,5 km²
Einwohner 7.658 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 37 Einw./km²
Postleitzahl 92028
Vorwahl 0922
ISTAT-Nummer 084026
Volksbezeichnung Naresi
Schutzpatron San Calogero
Website Naro

Naro ist eine Gemeinde in der Provinz Agrigent in der Region Sizilien in Italien.

Lage und Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naro liegt 30 Kilometer östlich von Agrigent auf einer Höhe von 520 Metern. Der Ort hat 7658 Einwohner (Stand 31. Dezember 2016), diese wohnen auf einer Fläche von 207 Quadratkilometern. Der Haupterwerb der Einwohner sind die Landwirtschaft und die Textilindustrie.

Die Nachbargemeinden sind Agrigent, Caltanissetta (CL), Camastra, Campobello di Licata, Canicattì, Castrofilippo, Delia (CL), Favara, Licata, Palma di Montechiaro, Ravanusa und Sommatino (CL).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der Jungsteinzeit war das Gebiet von Naro besiedelt, wovon hüttenartige Wohnbauten und einige Gräber zeugen, die der Stentinello-Kultur zugewiesen werden. Weitere Funde stammen aus der frühbronzezeitlichen Castelluccio-Kultur. Die heutige Stadt wurde unter arabischer Herrschaft gegründet und wuchs ab dem 12. Jahrhundert. Unter Friedrich II. wurde sie Königsstadt. Danach ging Naro als Lehen an die Familie Chiaramonte über, die im 14. Jahrhundert im typischen Chiaramontestil an Stelle einer arabischen Festung ein Kastell errichten und viele Kirchen restaurieren ließ. Nach dem Niedergang der Familie Chiaramonte ging die Stadt in königlichen Besitz über.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Kastell oder Schloss Chiaramonte stammt aus dem 14. Jahrhundert und hat einen rechteckigen Grundriss mit starken Mauern und zwei Türmen. Interessant ist der östliche Turm, der wahrscheinlich schon unter Friedrich II. erbaut worden ist.
  • Das Heiligtum des San Calogero an der Via Umberto I. zeigt eine Barockfassade. Im Inneren befindet sich die Grotte, in der der Eremit gelebt hat.
  • Die Kirche San Giovanni Battista an der Via Dante wurde im 17. Jahrhundert erbaut und besitzt schöne Fresken aus dem 18. Jahrhundert.
  • Die Ruine der Chiesa Matrice Vecchia stammt aus der Zeit der Gotik. Erhalten ist das Spitzbogenportal.
  • Die neue Kirche Chiesa Matrice aus dem 18. Jahrhundert war früher eine Jesuitenkirche.
  • Die Kirche San Francesco, erbaut im 13. Jahrhundert, wurde im Jahr 1635 renoviert und erhielt eine Fassade im Stil des sizilianischen Barocks.
  • Der Bau der Kirche del Santissimo Salvatore aus dem 16. Jahrhundert blieb unvollendet.
  • Die Pfarrkirche, gebaut 1619, beherbergt ein spätgotisches Taufbecken und schöne Stuckarbeiten.
  • Die Kirche Santa Caterina aus dem 14. Jahrhundert zeigt heute eine Barockfassade. Im Inneren wurde der gotische Stil wiederhergestellt. Zu sehen sind Fresken und ein Taufbecken aus dem 15. Jahrhundert.
  • Der Gaetani-Palast in der Via Dante besitzt eine prächtige Barockfassade mit szenischen Darstellungen.
  • In einem ehemaligen Minoritenkloster aus dem 13. Jahrhundert befinden sich das Rathaus und die Feliciana-Bibliothek. Hier werden Manuskripte, Miniaturen und archäologische Funde aus der Gegend ausgestellt.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa zwei Kilometer südöstlich von Naro liegt der 542 Meter hohe Berg Castellazzo di Camastra. Bei Ausgrabungen wurden dort frühchristliche Katakomben gefunden.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Sommermonaten finden im Stadtzentrum Theatervorstellungen in sizilianischer Mundart statt, die „scalinata“ genannt werden. Außerdem findet jedes Jahr am 18. Juni ein großes Fest zu Ehren des Schutzpatrons San Calogero statt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Naro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.