Narrative Therapie

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Die Narrative Therapie nutzt die Erkenntnisse und Methoden der Narrativen Psychologie, um den Klienten zu helfen, durch das Erzählen ihrer biographischen Geschichte ihr Leben besser zu verstehen und neu zu bewerten, ihm einen Sinn zu geben (Sinnfindung), durch Erzählen einer neuen, anderen Geschichte das Leben zu verändern und eine neue Lebensperspektive zu finden.[1][2][3] Ziele sind: die Fähigkeit, die Zusammenhänge des Lebens besser oder neu zu verstehen, neue Ressourcen zu entdecken, die Überzeugung, das eigene Leben gestalten zu können, zu stärken und den Glauben an den Sinn des Lebens wiederzugewinnen, was eng verwandt ist mit dem Konzept der „Kohärenz“ (das am treffendsten durch die engl. Begriffen: „Comprehensibility – Manageability – Meaningfulness“ kurz charakterisiert ist) in der Salutogenese.[4]

Die narrative Therapie erhielt wesentliche Impulse aus der Systemischen Familientherapie, in Kombination mit dem Konstruktivismus. Der Konstruktivismus lehrt, der Mensch „konstruiere“ seine eigene Wirklichkeit, durch die Bedeutung, die er seinen Erfahrungen beimisst – oder eben: durch die Geschichten, die er über sich erzählt,[5][6] denn diese Lebensgeschichten bestimmen entscheidend seine Identität und sein Selbstkonzept[7][8] (s. a. Autobiographisches Gedächtnis).

In der Narrativen Therapie mit Paaren lernen die Partner die Geschichte des jeweils anderen zu verstehen, und miteinander eine gemeinsame lebenswerte Paar-Geschichte zu finden.

Begriffsklärung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spezifische Verfahren
Verwandte Methoden

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael White, David Epston: Die Zähmung der Monster. Der narrative Ansatz in der Familientherapie. 7. Auflage. Carl-Auer-Verlag, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-89670-528-0.
  • Michael White: Landkarten der narrativen Therapie. Carl-Auer-Verlag, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-89670-741-3.
  • Konrad Peter Grossmann: Der Fluss des Erzählens. Narrative Formen der Therapie. Carl-Auer-Verlag, Heidelberg 2000, ISBN 3-89670-139-8.
  • Alice Morgan: What is Narrative Therapy? An easy-to-read introduction. Gecko 2000, ISBN 0-9577929-0-5 (deutsche Zusammenfassung).
  • David Denborough: Geschichten des Lebens neu gestalten: Grundlagen und Praxis der narrativen Therapie. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017, ISBN 978-3-525-40511-6.
  • Brigitte Boothe: Das Narrativ: Biografisches Erzählen im psychotherapeutischen Prozess. Schattauer Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7945-2801-1.
  • Andreas Maercker, Simon Forstmeier: Der Lebensrückblick in Therapie und Beratung. Grundlagen, Einsatzbereiche, spezifischen Methoden und Potenzial Narrativer Ansätze in altersunabhängigen und schulenübergreifenden Interventionen. Springer Verlag, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-28198-3.
  • Verena Kast: Was wirklich zählt, ist das gelebte Leben – Die Kraft des Lebensrückblicks. Herder Verlag, München 2014, ISBN 978-3-451-06501-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brigitte Boothe: Das Narrativ: Biografisches Erzählen im psychotherapeutischen Prozess. Schattauer Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7945-2801-1.
  2. Michael White: Landkarten der narrativen Therapie. 7. Auflage. Carl-Auer-Verlag, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-89670-528-0.
  3. David Denborough: Geschichten des Lebens neu gestalten: Grundlagen und Praxis der narrativen Therapie. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2017, ISBN 978-3-525-40511-6.
  4. Aaron Antonovsky: Salutogenese: Zur Entmystifizierung der Gesundheit. (Forum für Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis). dgvt-Verlag, Tübingen, 1997, ISBN 3-87159-136-X.
  5. Ernst von Glasersfeld: Konstruktion der Wirklichkeit und der Begriff der Objektivität. In: Heinz von Foerster u. a.: Einführung in den Konstruktivismus. (= Veröffentlichungen der Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung. 5). Piper, München 1992, ISBN 3-492-11165-3.
  6. Thomas Rammsayer, Hannelore Weber: Differentielle Psychologie – Persönlichkeitstheorien. Hogrefe Verlag, Göttingen 2010, ISBN 978-3-8017-2171-8.
  7. Daniel L. Schacter: Wir sind Erinnerung: Gedächtnis und Persönlichkeit. Rowohlt Taschenbuch-Verlag, Reinbek bei Hamburg 2001, ISBN 3-499-61159-7.
  8. Christian Gudehus, Ariane Eichenberg, Harald Welzer: Gedächtnis und Erinnerung: ein interdisziplinäres Handbuch. Metzler, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-476-02259-2.