Dülkener Narrenakademie

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Die Dülkener Narrenakademie (voller Name: Die Narrenakademie. Die erleuchtete Mondsuniversität. Die berittene Akademie der Künste und Wissenschaften zu Dülken. Eingetragener Verein) ist eine Narrengesellschaft mit Sitz in Viersen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tagungsstätte der Narrenakademie:
die Dülkener Narrenmühle

Die Dülkener Narrenakademie entstand in Dülken, einem Stadtteil von Viersen am linken Niederrhein und sieht den 21. Februar 1554 als den Tag ihrer Gründung an. Gegründet wurde sie als Spott auf die Geistlichkeit und die übertriebene Wichtigkeit der Gelehrten. Man gab sich lateinische Namen, überzogene Titel sowie akademische Würden und ritt auf Steckenpferden um den Sitz der Gesellschaft, die Narrenmühle.

Die Narrenakademie hatte ihren Sitz zunächst in der vor dem Süchtelner Tor auf dem Mühlenberg, (heute Standort der Paul-Weyers-Grundschule) gelegenen Tränkemühle (erbaut 1505, 1880 abgebrannt), die dadurch seit Anfang des 19. Jahrhunderts weit über die regionalen Grenzen als „akademische Mühle“ bekannt wurde.[1] Später zog sie in die 1809 errichtete zunächst als Museumsmühle, später als Narrenmühle benannte Mühle. Um 1835 löste sich das narrenakademische Leben auf. Die Narrenakademie erstand erst 1937 wieder und zwar zur Förderung des Dülkener Rosenmontagszuges. Die Vereinigung wird von dem sogenannten „Rector magnificus“ angeführt. Die Narrenakademie tagt im „Weisheitssaal“ der Mühle.

Moderne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Narrenakademie wurde 1974 als eingetragener Verein gegründet. Heute tagt ihr Senat monatlich und behandelt auf seinen Sitzungen ernste und nicht ganz so ernste Fragen. Einmal jährlich kommen die Senatoren im November mit den korrespondierenden Mitgliedern zu einem großen Ball zusammen, dem Ordensfest. Die Organisation des Rosenmontagszuges liegt heute in den Händen des Vaterstädtischen Vereins. Er sorgt für den nach eigener Sicht längsten Karnevalszug des linken Niederrheins, der an diesem Tag viele Auswärtige nach Dülken lockt. 1997 bestand er aus 152 Wagen, Fußgruppen und Musikkapellen. Weiterhin kürt die Akademie den Karnevalsprinzen und ist für das 1912 in einer Bockwindmühle eingerichtete Museum der Stadt zuständig, das sie 2002/03 neu gestaltete.

Die Narrenakademie verleiht den Titel „Doctor humoris causa“. Träger sind unter anderem berühmte Narren wie Johann Wolfgang von Goethe, Berti Vogts, Erich Kästner, Salvador Dalí, Konrad Beikircher, Hanns Dieter Hüsch, Konrad Adenauer und der erste Mann auf dem Mond, Neil Armstrong sowie 2006 der damalige Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Jürgen Rüttgers. Das älteste bekannte Diplom der Narrenakademie wurde 1746 ausgestellt.

Die Mitglieder der Akademie eröffnen die Dülkener Karnevalssession am 11. November jedes Jahres mit ihrem Narrenritt um die Windmühle auf Steckenpferden. Angeführt wird der Zug der Reiter vom Rector magnificus und den Senatoren der Narrenakademie. Ihn begleiten die Karnevalsvereine der Stadt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arie Nabrings: Die Dülkener Narrenakademie. Droste, Düsseldorf 2002, ISBN 3-770-01154-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dr. Hugo Doergens: Chronik der Stadt Dülken, 1925 ohne ISBN.