Narrenhäusel

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Dieser Artikel erläutert ein ehemaliges Gebäude in Dresden. Zu anderen Gebäuden ähnlichen Namens siehe Narrenhäuschen.
Narrenhäusel an der Augustusbrücke Ende der 1930er Jahre

Narrenhäusel ist der Name einer ehemaligen Gaststätte in Dresden. Sie befand sich am Neustädter Elbufer auf der gegenüberliegenden Seite des Blockhauses am Neustädter Brückenkopf der Augustusbrücke im Wohnhaus des kurfürstlichen Hofnarren Joseph Fröhlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wandausleger mit Aushängeschild am Eckvorbau des Restaurants, Blick zur Katholischen Hofkirche und dem Hausmannsturm des Schlosses mit Begegnung zweier Hechtwagen der Dresdner Straßenbahn auf der Augustusbrücke (1930er Jahre)
Plastik am Standort des Narrenhäusels

Von seinem bekannten Bewohner, dem Hofnarren des sächsischen Kurfürsten Friedrich August I., leitet sich die Bezeichnung „Narrenhäusel“ ab. Fröhlich bezeichnete sein Wohnhaus am Neustädter Markt auch als „Narren-Palais“ oder in Anlehnung an Schloss Moritzburg als „Klein-Moritzburg“. Im Volksmund wurde das Gebäude aufgrund der beiden achteckigen elbseitigen Vorbauten an den Flügeln auch als „Brille“ bezeichnet.

Erbaut wurde das viergeschossige Gebäude im Jahr 1755. Einer Sage nach wollte Fröhlich damit seinem Nachbarn die Sicht auf die Elbe verbauen, weil der ihn aus seinem vorherigen Domizil im Nachbargebäude ausziehen hieß.[1]

Nach Umbauten des Hauses 1935/1936 entstand ein gastronomisch nutzbarer Zweckbau. Die Gaststätte „Narrenhäusel“ wurde zu Pfingsten 1937 eröffnet. Bei den Luftangriffen auf Dresden brannte das Gebäude aus und wurde 1950 abgerissen.

Heute befindet sich am Standort des Narrenhäusels das Gartenrestaurant „Augustusgarten“. An das Wohnhaus erinnert eine Bronzekleinplastik von Heinrich Apel aus dem Jahr 1978.

Wiederaufbaupläne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden setzt sich für den Wiederaufbau des Narrenhäusels ein.[2] Bedingung für den Wiederaufbau ist der Abbruch der seit dem Elbhochwasser im Juni 2013 gesperrten Fußgängerunterführung am Neustädter Markt, dieser Abbruch wurde – unabhängig von den Plänen für das Narrenhäusel – am 22. Januar 2015 mit den Stimmen von CDU und Grünen im Dresdner Stadtrat beschlossen.[3] Der Wiederaufbau des Narrenhäusels wurde im Dresdner Stadtrat am 17. März 2016 beschlossen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Folke Stimmel u.a.: Stadtlexikon Dresden A–Z. Verlag der Kunst, Dresden 1994, ISBN 3-364-00300-9.
  • Hildegard Adermann u.a.: Kunst im öffentlichen Raum. Kulturamt Dresden, Dresden 1996.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Georg Theodor Grässe: Der Tod am Hause Nr. 2b an der Neustädtischen Brückenseite. In: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. Zweite verbesserte und vermehrte Auflage. Schönfeld, Dresden 1874. S. 125
  2. Ein neues Narrenhäusel an der Augustusbrücke. In: Sächsische Zeitung. 8. Juni 2015, ZDB-ID 2448502-0 (online).
  3. Fußgängertunnel am Neustädter Markt in Dresden wird zugeschüttet. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 22. Januar 2015 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Narrenhäusel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 3′ 26″ N, 13° 44′ 29″ O