Narsarsuaq

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Narsarsuaq (große Ebene)
Narssarssuaĸ
Flughafen Narsarsuaq vom Signal Hill – ein Flugzeug im Landeanflug
Flughafen Narsarsuaq vom Signal Hill – ein Flugzeug im Landeanflug
Kommune Kommune Kujalleq
Distrikt Narsaq
Geographische Lage 61° 9′ 38″ N, 45° 25′ 49″ WKoordinaten: 61° 9′ 38″ N, 45° 25′ 49″ W
Narsarsuaq (Grönland)
Narsarsuaq
Einwohner 139
(1. Januar 2017)
Gründung 1941
Zeitzone UTC-3

Narsarsuaq (2003)

Narsarsuaq [ˌnɑˈsːɑsːuɑq] (nach alter Rechtschreibung Narssarssuaĸ) ist eine grönländische Siedlung im Distrikt Narsaq in der Kommune Kujalleq.

Lage

Narsarsuaq gehört zu den Orten Grönlands, die am weitesten vom Ozean entfernt sind. Der Ort liegt im Tal des Gletschers Kiattuut Sermiat am Fjord Tunulliarfik. 5 km westlich liegt am gegenüberliegenden Ufer Qassiarsuk.[1]

Geschichte

Die Siedlung wurde 1941 von der United States Army als Militärbasis Bluie West One gegründet, einer wichtigen Zwischenstation zwischen den USA und Europa. Zeitweise waren hier bis zu 3000 Soldaten stationiert. Die meisten der heutigen Gebäude stammen aus dieser Zeit, ebenso der Flughafen. Das Lazarett wurde während des Koreakrieges (1950–1953) vergrößert, seine Bettenzahl stieg von 250 auf 1000.[2] 1958 wurde der Stützpunkt schließlich aufgegeben und von Dänemark übernommen und teils zivil, aber nach dem Untergang der Hans Hedtoft auch als Seenotrettungsbasis und Eisbergmeldestation genutzt.[3][4] Seit 1978 wird der Flughafen für internationalen Luftverkehr genutzt.[5] Seit 1987 steht er unter Obhut der grönländischen Regierung.[2]

Wirtschaft

Der Flughafenbetrieb bildet den Großteil der Ökonomie von Narsarsuaq. Der Tourismus spielt daher auch eine übergeordnete Rolle im Ort. Es gibt beispielsweise ein Hotel und ein Wandererheim und Boote fahren Touristen in die umliegenden Dörfer. Narsarsuaq hat zudem landwirtschaftliches Potential.[5] Man erwägt den Flughafen zu schließen, da beispielsweise in Nuuk ein internationaler Flughafen gebaut werden soll, was Narsarsuaq die wirtschaftliche Grundlage entziehen würde und zu einem Niedergang des Dorfes führen würde.[6] So würde bei einer Umwandlung des Flughafens in einen Heliport laut einer Prognose die Einwohnerzahl wohl auf 21 Einwohner sinken.[7]

Infrastruktur und Versorgung

Der Flughafen Narsarsuaq ist der zweite internationale Flughafen Grönlands neben dem Flughafen Kangerlussuaq und damit der wichtigste Flughafen Südgrönlands. Es gibt zudem einen Hafen, der etwas weiter südlich liegt. Eine Schotterpiste führt einmal um den Fjord herum und verbindet Narsarsuaq so über die Schäfersiedlungen Kiattuut, Arnannguit, Qinngua Kangilleq, Qinngua, Qorlortoq und Qorlortup Itinnera mit Qassiarsuk.

Nahezu alle Gebäude sind wegen der US-amerikanischen Vergangenheit an das Strom-, Wasser- und Abwassernetz angeschlossen. Es wird erwägt, Narsarsuaq über ein potentielles Wasserkraftwerk am Motzfeldtip Tasia mit Strom zu versorgen.[5]

Bebauung

Narsarsuaq hat eine Schule, die von der 1. bis zur 9. Klasse unterrichtet und in einem Schulgebäude von 2001 untergebracht ist. Das alte Schulgebäude wird heute als Kindergarten genutzt.

Ein Gebäude von 1943 wird heute als Museum genutzt und ist als schützenswert eingestuft. Das Museum behandelt die Geschichte von Narsarsuaq, aber auch die Grænlendingar und die südgrönländische Schafzucht.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungszahl von Narsarsuaq unterliegt großen Schwankungen und ist in den letzten 40 Jahren mehrfach gestiegen oder gesunken, aber auf lange Sicht relativ gleich geblieben.[8]

Weblinks

Commons: Narsarsuaq – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Karte mit allen offiziellen Ortsnamen bestätigt vom Oqaasileriffik, bereitgestellt von Asiaq
  2. a b Sabine Barth: Grönland. 4. Auflage. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2017, ISBN 978-3-7701-7307-5, S. 120 ff.
  3. Narsarsuaq in Den Store Danske
  4. Bluie West One in Den Store Danske
  5. a b c d Narsarsuaq bei kujalleq2017.odeum.com
  6. Demokraterne: Nedgrader Narsarsuaq og Kangerlussuaq til heliporte bei knr.gl
  7. Prognose: Kun 21 indbyggere i Narsarsuaq in der Sermitsiaq
  8. Einwohnerzahl Narsarsuaq 1977–2018 bei bank.stat.gl