Narziss und Goldmund (Film)

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Filmdaten
OriginaltitelNarziss und Goldmund
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2020
Länge118 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieStefan Ruzowitzky
DrehbuchStefan Ruzowitzky (Autor), Robert Gold (Co-Autor)
ProduktionHelge Sasse,
Christoph Müller,
Thomas Pridnig,
Peter Wirthensohn
MusikHenning Fuchs
KameraBenedict Neuenfels
SchnittBritta Nahler
Besetzung

Narziss und Goldmund ist ein Film von Stefan Ruzowitzky. Es handelt sich um eine Verfilmung der gleichnamigen Erzählung von Hermann Hesse aus dem Jahr 1930. Der Film soll am 12. März 2020 in die deutschen und am darauffolgenden Tag in die österreichischen Kinos kommen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter. Der erwachsene Goldmund ist zu Narziss ins Kloster Mariabronn zurückgekehrt, mit dem ihn eine seit langem andauernde, tiefe Freundschaft, verbindet, und berichtet diesem, von seinen Abenteuern. Einst war der junge, schöne und intelligente Goldmund von seinem Vater zum Studium ins Kloster geschickt worden und freundete sich mit dem frommen Klosterschüler Narziss an, nachdem dieser den schmächtigen Jungen gegen ältere Prügler verteidigt hatte. Narziss wurde Goldmunds Lehrer, und Goldmund wuchs zu einem belesenen Musterschüler heran.

Nach einiger Zeit hatte der künstlerisch talentierte Goldmund mit dem Klosteralltag zu hadern begonnen und erkannt, dass die Lebensperspektive, die ihm das Kloster bot, nicht mit seinen Vorstellungen von Freiheit übereinstimmte. Als Narziss bemerkte, dass sich Goldmund nach mehr als Freundschaft sehnte, zog er sich zurück. Während Narziss asketisch nach den strengen Regeln der Glaubensgemeinschaft lebte und handelte, machte sich Goldmund eines Tages auf die Suche nach seiner Mutter. Er verbrachte die nächsten Jahre auf Wanderschaft, erlebte allerlei Abenteuer und lernte seine große Liebe, Lene, kennen.

Literarische Vorlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ich finde das Verständnis Hermann Hesses unglaublich, das er für diese jungen Figuren hat. Das ist nicht diese Draufsicht, die man manchmal als Erwachsener hat oder diese Wertung. Es ist komplett wertungsfrei, mit einer großen Liebe für die Sehnsüchte und Ängste von jungen Menschen. Das finde ich ganz großartig, wie Hesse das hinbekommen hat.“

Narziß und Goldmund in der Erstausgabe von 1930

Bei dem Film handelt es sich um eine Verfilmung der Erzählung Narziß und Goldmund von Hermann Hesse aus dem Jahr 1930. Der Roman war zu Lebzeiten dessen erfolgreichstes Buch und wurde in 30 Sprachen übersetzt.[3]

Hesse verwendete für dieses Werk einige starke biographische Bezüge, die sich auch in den Namen der Orte wiederfinden. Hesse war 1877 als Sohn des aus Estland stammenden Missionars Johann Hesse geboren worden. Von 1881 bis 1886 lebte die Familie in Basel. Zu dieser Zeit hatte Johann Hesse die Schweizer Staatsangehörigkeit erworben. Hermann Hesse lernte von 1890 bis 1891 an der Göppinger Lateinschule und legt das Württembergische Landesexamen ab. Weil er eine theologische Laufbahn einschlagen wollte, erwarb sein Vater daher die württembergische Staatsbürgerschaft. Im September 1891 trat Hesse in das evangelische Klosterseminar Maulbronn ein. Narziß und Goldmund seien offenbar zwei Seiten von Hermann Hesse, so Joseph-François Angelloz: „Da er den Pfarrerberuf ergreifen sollte, war er Schüler im Maulbronner Kloster. Er führt uns also – im Roman – in das Mariabronner Kloster ein. Dort lehrt ein junger Novize, der wegen seiner Schönheit, seiner griechischen Kenntnisse, seiner Vornehmheit, seines nachdenklichen und tiefsinnigen Blickes geliebt oder beneidet wird; ihm ist die Gabe zuteil geworden, in den Seelen und in der Zukunft zu lesen, die Menschen auf ihr Schicksal zu lenken.“ Narziß entdecke in Goldmund „seinen Gegenpol und seine Ergänzung“ und „die andere Hälfte seiner eigenen Natur“, so Angelloz.[4]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie führte der Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky.[5] Bereits 2014 war bekannt geworden, dass er an einer Drehbuchadaption von Hesses Roman schrieb.[6] Dass Narziss in der Buchvorlage sehr lange nicht vorkommt, führte zu einem Problem für eine filmische Adaption. Daher wurde bei dieser ein dramaturgisches Modell mit verschachtelten Rück- und Vorblenden verwendet. Ausgangspunkt ist der Zeitpunkt, als der erwachsene Goldmund zu Narziss ins Kloster Mariabronn zurückgekehrt und ihm von seinen Abenteuern berichtet.[7]

Der Film erhielt vom FilmFernsehFonds Bayern eine Produktionsförderung in Höhe von 400.000 Euro, 350.000 Euro vom Medienboard Berlin-Brandenburg[8][9], von der Filmförderung des Bundes 700.000 Euro[10] und Produktionsförderungen von der Mitteldeutschen Medienförderung in Höhe von 200.000 Euro und von der Filmförderungsanstalt in Höhe von 568.400 Euro. Von österreichischer Seite steuerten die FISA Filmstandort Austria eine Produktionsförderung in Höhe von 538.000 und der Filmfonds Wien in Höhe von 200.000 Euro bei. Weitere Förderungen stammen vom ORF Film-/Fernsehabkommen, der Kulturförderung des Landes Niederösterreich und vom Österreichischen Filminstitut.[5][11]

Die Dreharbeiten fanden unter an­de­rem auf Burg Hardegg im Bezirk Hollabrunn statt

Die Hauptdarsteller Sabin Tambrea und Jannis Niewöhner übernahmen die Titelrollen von Narziß und Goldmund.[12] Da die Freundschaft der beiden Hauptfiguren über drei Dekaden andauert, werden sie in jüngeren Jahren von den Kinderdarstellern Oskar von Schönfels und Jeremy Miliker verkörpert.[7] Tambrea und Niewöhner verbrachten zur Vorbereitung nacheinander mehrere Tage im Stift Zwettl im Waldviertel und nahmen an den sechs täglichen Gebeten teil.[2] André M. Hennicke übernahm die Rolle des Mönchs Lothar.[13]

Die Dreharbeiten fanden von August bis Oktober 2018 in Österreich und Tschechien statt.[12] Als Drehort diente unter anderem die Burg Hardegg im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich[14], wo die Dreharbeiten am 16. August 2018 begonnen wurden.[15] Normalerweise ist die 1145 errichtete Burg für Besucher zugänglich, doch während der Dreharbeiten wurde sie authentisch ins Mittelalter zurückversetzt. Weitere Schneeaufnahmen sollen in Südtirol entstehen.[7] Kameramann war Benedict Neuenfels.

Ende Oktober 2019 wurde ein erster Trailer vorgestellt. Am 12. März 2020 soll der Film in die deutschen und Deutschschweizer[16][17] und am darauffolgenden Tag in die österreichischen Kinos kommen.[18]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Narziss und Goldmund wurde Anfang Januar 2020 in die Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis aufgenommen.[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Narziss und Goldmund. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 197002/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. a b Carsten Baumgardt: FILMSTARTS am Set von „Narziss und Goldmund“ – das „Game Of Thrones“ der 30er Jahre. In: filmstarts.de, 22. September 2018. (Seite 2)
  3. https://www.suhrkamp.de/buecher/hermann_hesse_narziss_und_goldmund_-hermann_hesse_46573.html
  4. F.J. Angelloz: Das Mütterliche und das Männliche im Werk Hermann Hesses. In: Schriftenreihe der Saarländischen Kulturgesellschaft 2. (PDF)
  5. a b "Narziss und Goldmund": Ruzowitzky verfilmt Hesse-Roman. In: diepresse.com, 22. November 2016.
  6. Florian Schmitt: "Die Fälscher"-Regisseur Stefan Ruzowitzky schreibt Drehbuch zur Herman-Hesse-Adaption "Narziß und Goldmund". In: filmstarts.de, 11. September 2014.
  7. a b c Carsten Baumgardt: FILMSTARTS am Set von „Narziss und Goldmund“ – das „Game Of Thrones“ der 30er Jahre. In: filmstarts.de, 22. September 2018. (Seite 1)
  8. Förderentscheidungen 2016 In: medienboard.de. Abgerufen am 5. April 2018. (PDF; 157 KB)
  9. https://www.medienboard.de/fileadmin/user_upload/pdf/Foerderentscheidungen/Foerderzusagen_April_2018.pdf
  10. Staatsministerin Monika Grütters fördert Spielfilmvorhaben mit rund 6,1 Mio. Euro. In: bundesregierung.de, 16. Dezember 2017.
  11. Narziss und Goldmund. In: filminstitut.at. Abgerufen am 29. September 2018.
  12. a b Drehstart für „Narziss und Goldmund“. In: Focus Online, 27. August 2018.
  13. Carsten Baumgardt: FILMSTARTS am Set von „Narziss und Goldmund“ – das „Game Of Thrones“ der 30er Jahre. In: filmstarts.de, 22. September 2018. (Seite 3)
  14. Ruzowitzky verfilmt Hesse im Waldviertel. In: orf.at, 5. Februar 2017.
  15. Drehstart für "Narziss und Goldmund". In: spielfilm.de, 30. August 2018.
  16. Starttermine Deutschland. In: insidekino.com. Abgerufen am 10. August 2018.
  17. Narziss und Goldmund. In: arttv.ch, 27. Januar 2020.
  18. https://www.skip.at/film/27942/
  19. Vorauswahl. In: deutscher-filmpreis.de. Abgerufen am 7. Januar 2020.