Natalie Wood

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Natalie Wood 1973
Unterschrift von Natalie Wood

Natalie Wood (geboren als: Natalia Nikolaevna Zakharenko, russisch Наталья Николаевна Захаренко, Natalja Nikolajewna Sacharenko; * 20. Juli 1938 in San Francisco; † 29. November 1981 vor Santa Catalina Island) war eine US-amerikanische Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Natalie Wood wurde 1938 unter dem Namen Natalia Nikolaevna Zakharenko in Los Angeles geboren, ihre Eltern stammten aus Russland und waren in die USA eingewandert. Die Arbeiterfamilie lebte unter eher armen Verhältnissen und Natalie wurde von ihrer Mutter schon früh zur Filmkarriere ermutigt. Bereits im Alter von vier Jahren erhielt sie eine erste kleine Rolle im Film Happy Land unter Regie von Irving Pichel, der auch als ihr Entdecker gilt. Die erste bedeutende Rolle erhielt Wood 1946 abermals unter Pichels Regie, als sie im Film Morgen ist die Ewigkeit neben Claudette Colbert und Orson Welles ein deutsches Waisenmädchen spielte. Danach folgte für Wood eine der Hauptrollen in George Seatons Weihnachtsklassiker Das Wunder von Manhattan, wo sie die Tochter von Maureen O’Hara spielte. Nach diesem Erfolg wurde Wood zu einem der beliebtesten Kinderstars in Hollywood. Danach spielte sie vor allem in Familienfilmen als Tochter von Stars wie James Stewart, Fred MacMurray und Bette Davis.

Bereits ab den 1950er-Jahren war Wood auch im aufkommenden Fernsehen zu sehen, etwa in einer der Hauptrollen der Familienserie The Pride of the Family (1953-1954). Der Wechsel vom Kinderstar zum Teenie-Idol gelang Wood als Judy in … denn sie wissen nicht, was sie tun (1955) an der Seite von James Dean, eine Rolle, um die Wood sich eifrig bemüht hatte. Für die Rolle der Judy erhielt sie eine Oscar-Nominierung als Beste Nebendarstellerin und den Golden Globe Award als Beste Nachwuchsdarstellerin. 1956 spielte Wood dann eine kurze, aber wichtige Rolle in John Fords Westernklassiker Der Schwarze Falke. Es folgten unter anderem zwei Filme mit Tab Hunter sowie die Hauptrolle im Melodram Marjorie Morningstar, wo sie ein junges jüdisches Mädchen aus New York darstellte. Diese Rollen machten sie Ende der 1950er-Jahre nicht nur zu einem populären Star, sondern auch zu einer ernsthaften Darstellerin. Für ihren Auftritt in Elia Kazans Drama Fieber im Blut (1961) über das Scheitern einer Liebe im puritanischen Kansas der 1920er Jahre erhielt sie eine weitere Oscar-Nominierung.

Ihren größten Kinoerfolg hatte sie 1961 mit der Rolle der Maria in der Verfilmung von Leonard Bernsteins West Side Story. Sie war darin allerdings nur in den Sprechszenen selbst zu hören. Ihre Singstimme war die von Marni Nixon, die dann auch Audrey Hepburns Stimme in dem Filmmusical My Fair Lady ersetzte. Im folgenden Jahr spielte sie an der Seite von Rosalind Russell in Gypsy, wo Wood auch ihr Gesangstalent unter Beweis stellen konnte. Unter Regie von Robert Mulligan war Wood 1964 im Abtreibungsdrama Verliebt in einen Fremden zu sehen, wofür sie mit gerade 25 Jahren ihre dritte Oscar-Nominierung erhielt, was damals ein Rekord war. Aufmerksamkeit erreichte sie im folgenden Jahr ebenfalls durch ihre Hauptrolle in Das große Rennen rund um die Welt (1965), wo sie neben Tony Curtis, Jack Lemmon und Peter Falk die weibliche Hauptrolle spielte. Privat bildete Wood mit dem Schauspieler Robert Wagner, mit dem sie zunächst von 1957 bis 1962 verheiratet war, eines der Traumpaare der 1950er und 1960er Jahre. Nach ihrer kurzen Ehe mit dem englischen Produzenten und Agenten Richard Gregson sowie der Geburt ihrer Tochter Natasha Gregson Wagner heirateten Wood und Robert Wagner 1972 erneut.

Beruflich war es um Natalie Wood zu der Zeit bereits recht still geworden, weil sie mittlerweile für ihre Jugendrollen zu alt war und sich ebenfalls auch ihren zwei Kindern widmete. In den 1970er-Jahren trat sie hauptsächlich in Fernsehfilmen auf und drehte nur noch wenige Filme. 1981 arbeitete sie mit Christopher Walken zusammen an dem Film Projekt Brainstorm, der 1983 herauskam. Bei einer Bootsfahrt mit ihrem Ehemann Robert Wagner, an der auch Christopher Walken teilnahm, ertrank sie nahe Santa Catalina Island in der Nähe von Los Angeles. Ihre letzte Ruhe fand Natalie Wood auf dem Friedhof Westwood Village Memorial Park Cemetery.

Nachdem sich neue Zeugen bei der Polizei gemeldet hatten, wurden die Todesumstände im November 2011 nochmals ohne konkretes Ergebnis untersucht.[1][2] Der bisher als Unfall eingestufte Todesfall wurde im Januar 2013 erneut bewertet und ein neuer Autopsiebericht angefertigt. Demnach wies Woods Leichnam Blutergüsse und Kratzer an Armen und Beinen auf, die sie sich vor dem Ertrinken zugezogen haben könnte. Ihr Tod wird nun auf „unbestimmte Ursachen“ zurückgeführt.[3]

2004 verfilmte der US-amerikanische Regisseur Peter Bogdanovich Woods Lebensgeschichte mit der Südafrikanerin Justine Waddell unter dem Titel The Mystery of Natalie Wood. Als Koproduzentin war auch Woods jüngere Schwester, die Schauspielerin Lana Wood (u. a. Plenty O’Toole in dem James-Bond-Film Diamantenfieber, 1971), an dem Film beteiligt.

Filmografie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Comeback eines mysteriösen Todesfalls. Spiegel Online, 18. November 2011, abgerufen am selben Tage
  2. Winton, Richard: Detectives find no evidence of foul play in Natalie Wood's death. Los Angeles Times, 10. Januar 2012, englisch, abgerufen am 7. April 2012
  3. Neuer Autopsiebericht zu Natalie Woods Tod Kölner Stadtanzeiger vom 14. Januar 2013