Nathan Michael Gelber

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1930

Nathan Michael Gelber (* 27. Mai 1891 in Lemberg, Galizien; † 24. September 1966 in Jerusalem) war ein österreichisch-israelischer Historiker des Frühzionismus und des polnischen Judentums und zionistischer Funktionär.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nathan Michael Gelber, der von seinen Eltern streng religiös erzogen wurde, engagierte sich von Jugend an stark in der zionistischen Bewegung. Er war Mitbegründer der zionistisch-akademischen Jugendorganisation in Galizien und der Hatechiya in Wien.

Nach dem Studium der Philosophie an der Wien und der Humboldt-Universität zu Berlin promovierte er 1916 in Wien. Während des Ersten Weltkriegs war er Offizier der österreichisch-ungarischen Armee. Von 1918 bis 1921 war er Generalsekretär der ostgalizischen Delegation des Waad Leumi in Wien, von 1921 bis 1930 Generalsekretär der zionistischen Organisation in Österreich.

1927, 1929 und 1933 war er Generalsekretär der Zionistenkongresse, von 1931 bis 1940 Vertreter des Keren Hajessod für Mitteleuropa in Wien und in Jerusalem. 1934 emigrierte er nach Palästina.

Als Direktor leitete er von 1940 bis 1954 die Keren Hajessod-Zentrale in Jerusalem. Nachdem er bei einem Angriff auf die Geschäftsstelle der Jewish Agency in Jerusalem verwundet worden war, ging er 1954 in den Ruhestand.

Nathan Michael Gelber arbeitete an der Encyclopaedia Judaica und am Jüdischen Lexikon mit. Zwischen 1921 und 1931 übernahm er die Schriftleitung der Wiener Morgenzeitung und der Wochenschrift Die Stimme. Zudem war er Mitarbeiter vieler renommierter Zeitschriften wie z. B. der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums und der Zeitschrift für Statistik und Demographie.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Salomon Wininger: Große Jüdische National-Biographie. Bd. II, Druckerei Orient, Czernowitz 1927.
  • Georg Herlitz (Hrsg.): Jüdisches Lexikon. Bd. II, Jüdischer Verlag, Berlin 1927.
  • Lexikon des Judentums. Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh etc. 1971.
  • Harry Zohn, „...ich bin ein Sohn der deutschen Sprache nur...“ Jüdisches Erbe in der österreichischen Literatur. Wien/München 1986.
  • Robert Jütte: Die Emigration der deutschsprachigen „Wissenschaft des Judentums“. Die Auswanderung jüdischer Historiker nach Palästina 1933–1945. Stuttgart 1991.
  • Julius H. Schoeps (Hrsg.): Neues Lexikon des Judentums. Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh/München 1992.
  • Renate Heuer (Hrsg.): Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Band 8, Saur, München 2000, S. 372–376.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]