Nathanaelkirche (Hannover)

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Turm der St.-Nathanael-Kirchengemeinde in Bothfeld, 2012

Die St.-Nathanael-Kirche in Hannover ist ein evangelisch-lutherischer Sakralbau im Stadtteil Bothfeld unter der Adresse Einsteinstraße 45.[1]

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Nathanael-Kirchgemeinde entstand Anfang der 1960er Jahre, als in Bothfeld nach Plänen des Architekten Wolfgang Rauda in den Jahren 1961 bis 1963 zunächst ein Gemeindezentrum für die Bothfelder protestantischen Christen errichtet wurde. Doch der Plan, eine Kirche zu bauen, wurde bis in das 21. Jahrhundert nicht verwirklicht. Stattdessen wurde ein ursprünglich als Gemeindesaal vorgesehener Raum für den Gottesdienst genutzt. Eine Mehrfunktionalität dieses Raumes war von Anfang an im Stil der damaligen Zeit vorgesehen. So blieb die Bestuhlung variabel, während vier großflächige Klarglasfenster zwischen dem Innenraum und dem Alltag draußen vermitteln sollte. Später wurden die Flächen der Fenster umgestaltet, zeigten jeweils ein von außen erkennbares Kreuz, während nach innen nur noch gedämpftes Licht den Kirchenraum erhellte.[1]

Auf dem Gelände der St.-Nathanael-Kirche markiert seit 1978 ein freistehender Glockenturm den Standort des Gemeindezentrums. Auf zwei Seiten des Turms wird die Berufung des Namensgebers der Kirchengemeinde dargestellt: Wie in der Bibel im Johannesevangelium (Joh 1,45-50 EU) steht der skeptische Nathanael vor einem Feigenbaum, erkennt dann jedoch Jesus als den Messias und folgt ihm als einer seiner Jünger nach.[1]

Anfang des 21. Jahrhunderts gab es – insbesondere aus Gründen der Wirtschaftlichkeit – jahrelange Diskussionen um Abriss und Neubau der Gebäude der Nathanaelgemeinde.[2] Im Herbst 2017 sind Abriss des bisherigen Gemeindehauses und der Bau von Wohngebäuden auf einem Teil des Kirchengeländes beschlossen.[3] Vor der Errichtung eines neuen Kirchenzentrums wurde der Glockenturm saniert.[4] Vor dem Anbringen neuer Schalllamellen waren die drei Glocken des Geläuts zu sehen.[5] Der Turm ist der einzige Bau, der nach den Bauplänen erhalten bleibt.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Peter Fischer: St. Nathanaelkirche, in Wolfgang Puschmann (Hrsg.): Hannovers Kirchen. 140 Kirchen in Stadt und Umland. Ludwig-Harms-Haus, Hermannsburg 2005, ISBN 3-937301-35-6, S. 57.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Hans-Peter Fischer: St. Nathanaelkirche, in Wolfgang Puschmann (Hrsg.): Hannovers Kirchen. 140 Kirchen in Stadt und Umland. Ludwig-Harms-Haus, Hermannsburg 2005, ISBN 3-937301-35-6, S. 57.
  2. Gunnar Menkens: Unterstützung für Neubau in St. Nathanael / Im seit Jahren schwelenden Konflikt um Neubau oder Abriss des Gemeindehauses der Bothfelder St.-Nathanael-Kirche haben Anhänger eines Neubaus Unterstützung erhalten. auf der Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 27. Juni 2014, aktualisiert am 29. Juni 2014, zuletzt abgerufen am 23. März 2017
  3. , Wohnen an der St.-Nathanael-Kirche, in: Hannoversche Allgemeine, 5. September 2017 (abgerufen am 7. September 2017).
  4. Mitteilungsblatt Gemeindeleben in den evangelisch-lutherischen Kirchengemeindenin Bothfeld, Klein-Buchholz, Lahe und Isernhagen-Süd, Nr. 81, Dezember 2017, S. 17 (Digitalisat)
  5. Blog Nathanael baut mit Foto, abgerufen am 25. Januar 2018
  6. Blog Nathanael baut vom 27. Oktober 2017

Koordinaten: 52° 25′ 17,5″ N, 9° 48′ 19,4″ O