National-Jürgens-Brauerei

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Bierdeckel mit dem Logo der National-Jürgens-Brauerei, um 1936.

Die National-Jürgens-Brauerei (NJB) war eine Großbrauerei in Braunschweig, die im 19. Jahrhundert durch den Zusammenschluss zweier Brauereien gegründet wurde und 1977 ihren Betrieb einstellte. Zusammen mit Feldschlößchen und dem Hofbrauhaus Wolters gehörte sie zu den drei großen Brauereien der Stadt im 20. Jahrhundert.[1]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

National-Actien-Bier-Brauerei in der Wendenstraße, vor 1885.
Werbung von 1906
Werbung von 1925

Unternehmensgründung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Friedrich Jürgens gründete 1838 die Brauerei „F. Jürgens“[2] in der Wendenstraße; jedoch muss sie schon im 16. Jahrhundert existiert haben, da ihre Versorgung bereits durch eine Brauereikommune erfolgte.[3] Nachdem die Räumlichkeiten in der Wendenstraße aufgrund des Expansion des Unternehmens zu klein geworden waren, zog man 1872 in moderne, gerade erst neu errichtete Gebäude am Rebenring, wandelte die Firma in eine Aktiengesellschaft um und führte fortan den Namen „National-Actien-Bier-Brauerei“. Im Jahre 1883 betrug die Bierproduktion 50.000 Hektoliter.[4] Bald darauf verließ Jürgens aber das Unternehmen und gründete auf der Hamburger Straße die „Brauerei Friedrich Jürgens“[2], die sich wiederum 1920 mit der „National Brauerei“ zusammenschloss und schließlich in „National-Jürgens-Brauerei“ umfirmierte.[2]

Kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert war die NJB für einige Zeit die größte in ganz Braunschweig.[5] Die verschiedenen Biere wurden zum Teil weit über den Freistaat Braunschweig hinaus vertrieben. Betriebsleiter um 1910 war der aus Kulmbach stammende Fritz Schuberth, der bereits in den 1920er Jahren begann, Aktien der ebenfalls in Braunschweig ansässigen Brauerei Feldschlößchen aufzukaufen[6] was sich 1977, dem Jahr des Zusammenschlusses mit Feldschlößchen, als nützlicher Umstand erwies.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Produktionsstätten und Gebäude am Rebenring beim schwersten Bombenangriff auf Braunschweig am 15. Oktober 1944 weitgehend zerstört.[3]

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nachkriegszeit gelang es jedoch, die Produktion bald wieder in gewohntem Umfang aufzunehmen, doch führte die Deutsche Teilung sowie die Zonengrenze, die nur ca. 40 km östlich von Braunschweig verlief, dazu, dass der Verkauf in das für die Braunschweiger Brauereien wichtige Absatzgebiet hinter dem „Eisernen Vorhang“ – ca. 30 % des Gesamtabsatz der NJB – vollkommen wegbrach.[7] Dennoch konnte National-Jürgens diese Umsatzeinbußen ausgleichen, da der Bierkonsum im frühen Nachkriegsdeutschland anstieg.

Nach langen Jahren des Experimentierens gelang es 1967, nach Art obergäriger Biere aus dem Rheinland, ein Altbier herzustellen, das unter dem Markennamen „Brunswiek Alt“ erfolgreich vertrieben wurde. 1977 erfolgte schließlich die Fusion mit der Braunschweiger Feldschlößchen Brauerei mittels eines Einbringungsvertrages.[1] „Brunswiek Alt“ wurde nach diesem Zusammenschluss von Feldschlößchen noch einige Jahre weiter produziert.[5]

Produzierte Biere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fass- und Flaschenbiere wurden unter dem Markennamen „Gala“ vertrieben:

  • Gala Doppelbock
  • Gala Export
  • Gala Krone
  • Gala Pils
  • Gala Royal
  • Gala Tafelbier
  • Gala Vita-Malz

Ab 1967 folgte die Altbier-Marke „Brunswiek Alt“.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Andreas Döring: Wirth! Nochmal zwo Viertel Stübchen. Braunschweiger Gaststätten & Braunschweiger Bier damals. S. 40
  2. a b c Rat der Stadt Braunschweig (Hrsg.): Braunschweig. (= Deutschlands Städtebau.) S. 264.
  3. a b Friedrich August Knost (Hrsg.): Braunschweig – schaffendes Land. Ein Buch vom niedersächsischen Verwaltungsbezirk Braunschweig. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg o. J., S. 128
  4. Jörg Leuschner, Claudia Märtl, Karl Heinrich Kaufhold: Die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Braunschweigischen Landes. Band III: Neuzeit. Hildesheim 2008, S. 212
  5. a b Andreas Döring: Wirth! Nochmal zwo Viertel Stübchen. Braunschweiger Gaststätten & Braunschweiger Bier damals. S. 41
  6. Jürgen Hodemacher: Braunschweigs Straßen. Ihre Namen und ihre Geschichten. Band 2: Okergraben und Stadtring. S. 245
  7. Friedrich A. Knost (Hrsg.): Braunschweig – schaffendes Land. Ein Buch vom niedersächsischen Verwaltungsbezirk Braunschweig. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg o. J., S. 125