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National Gallery of Art

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National Gallery of Art

National Gallery of Art (2016)
Daten
Ort Washington, D.C. Welt-IconKoordinaten: 38° 53′ 29″ N, 77° 1′ 5″ W
Eröffnung 17. März 1941
Besucheranzahl (jährlich) 3,8 Millionen (2023)
National Gallery of Art (2011)

Die National Gallery of Art (NGA) in Washington, D.C. ist das nationale Kunstmuseum der Vereinigten Staaten.[1] Es befindet sich an der National Mall im Nordwesten Washingtons, zwischen der Third Street und der Ninth Street, entlang der Constitution Avenue. Der Eintritt ist frei. Die Sammlung umfasst die Entwicklung der westlichen Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart und beinhaltet Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotografien, Skulpturen und Kunstgewerbe. Sie zählt zu den umfangreichsten Kunstsammlungen weltweit. Besonders reich vertreten sind flämische und holländische Altmeister, französische Impressionisten sowie Werke der deutschen Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts. Darüber hinaus gehören Renaissance-Medaillen und -Bronzen, chinesische Porzellane sowie rund 117.000 druckgrafische Arbeiten vom 12. Jahrhundert bis zur Gegenwart zur Sammlung. Im Ostgebäude und im Skulpturengarten sind bedeutende Werke moderner und zeitgenössischer Kunst zu finden, darunter Arbeiten von Alexander Calder, Pablo Picasso, Mark Rothko, Jasper Johns und Barbara Kruger.[2]

Die National Gallery of Art wurde durch den Finanzier und Kunstsammler Andrew W. Mellon gegründet;[3] er verfügte jedoch, dass das Museum nicht seinen Namen tragen solle. Andrew Mellon amtierte von 1921 bis 1932 als Finanzminister der Vereinigten Staaten. Im Jahr 1936 bot er Präsident Franklin D. Roosevelt an, seine Sammlung von Gemälden und Skulpturen zu schenken und auf eigene Kosten ein Museumsgebäude in der Hauptstadt zu errichten. Der Kongress nahm die Schenkung im Jahr 1937 an. Die feierliche Übergabe des Museums an die Nation erfolgte am 17. März 1941 durch Paul Mellon an Präsident Roosevelt. Bereits im ersten Jahr nach der Eröffnung begann das Museum mit einem Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm. Zwei Monate nach der Eröffnung wurde die erste Sonderausstellung mit Leihgaben gezeigt. Seit 1941 werden tägliche Führungen und wöchentliche Vorträge angeboten. Im Jahr 1942 wurde ein Filmprogramm sowie eine kostenfreie Konzertreihe am Sonntagabend eingerichtet, die als älteste kontinuierliche Konzertreihe der Stadt gilt.[4]

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens im Jahr 1966 wurden konkrete Erweiterungspläne entwickelt. Im Jahr 1967 stellten Paul Mellon und Ailsa Mellon Bruce Mittel für einen zweiten Museumsbau bereit. Das neue Gebäude wurde am 1. Juni 1978 durch Paul Mellon und Präsident Jimmy Carter eröffnet. Durch die Erweiterung wurde die Bibliothek vergrößert und das Center for Advanced Study in the Visual Arts eingerichtet. Im Jahr 1991 ging die Zuständigkeit für das Gelände des späteren Skulpturengartens vollständig an die National Gallery über. Die Anlage wurde am 23. Mai 1999 eröffnet. Im Jahr 2015 übernahm das Museum zudem die Verantwortung für den Andrew W. Mellon Memorial Fountain nördlich des West Building.[5]

Das ursprüngliche Museumsgebäude, das heute als West Building bezeichnet wird, wurde vom Architekten John Russell Pope im neoklassizistischen Stil entworfen und orientiert sich mit Grundriss, Portikus und offener Kuppel am Pantheon in Rom. Seine Fassade besteht aus rosa Marmor aus Tennessee. Oberlichter überspannen nahezu die gesamte Dachfläche und dienen der natürlichen Beleuchtung der Galerien. Der Bau wurde nach dem Tod von Mellon und Pope im August 1937 gemäß ihren Plänen vollendet. Im West Building befindet sich eine umfangreiche Sammlung von Bildern und Skulpturen großer europäischer Künstler vom Mittelalter bis ins späte 19. Jahrhundert sowie amerikanischer Künstler vom 18. Jahrhundert bis in die Frühzeit des 20. Jahrhunderts. Höhepunkte der Sammlung sind Gemälde von Jan van Eyck, Raffael, Tizian, Vermeer, Rembrandt, Dürer (Haller Madonna), Monet, Van Gogh sowie das einzige weitgehend anerkannte Gemälde Leonardo da Vincis auf dem amerikanischen Kontinent, das Bildnis der Ginevra Benci.[2][6]

Der Erweiterungsbau, das East Building, wurde von Ieoh Ming Pei entworfen. Er entstand auf einem trapezförmigen Grundstück zwischen Pennsylvania Avenue und National Mall. Pei gliederte den Bau in zwei Dreiecke: eines für Bibliothek, Büros und Forschungsbereiche, das andere für Ausstellungsflächen. Die Außenverkleidung besteht ebenfalls aus rosa Tennessee-Marmor. Die Sammlung im Ostgebäude konzentriert sich auf moderne und zeitgenössische Kunst. Darunter befinden sich Werke von Picasso, Matisse, Jackson Pollock, Andy Warhol, Max Beckmann, Barnett Newman und Alexander Calder. Im Ostgebäude befindet sich auch das Hauptbüro des Museums. Das Ostgebäude bekam 2004 vom American Institute of Architects den Twenty-five Year Award verliehen.[2][6][7]

Skulpturengarten

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Der Skulpturengarten erstreckt sich über rund 24.000 m² zwischen der 7th Street NW und der 9th Street NW. Die Neugestaltung erfolgte unter der Leitung des Landschaftsarchitekten Laurie Olin, wobei vorhandene Elemente wie ein zentrales rundes Becken erhalten blieben. In dem Skulpturengarten sind unter anderem Skulpturen von Joan Miró, Louise Bourgeois und Roy Lichtenstein ausgestellt.[2][6]

Die National Gallery of Art beherbergt über 150.000 Werke und zählt zu den größten Kunstmuseen der Welt. Den Grundstock der Sammlung bildeten 126 Gemälde und 26 Skulpturen aus dem Besitz von Andrew W. Mellon, darunter Raffaels Alba-Madonna, Francisco de Goyas Marquesa de Pontejos und Giambolognas Mercury, der im Brunnen der Rotunde aufgestellt ist.[8] Zu den frühen Förderern zählten Samuel H. Kress, Rush Kress, P. A. B. Widener, Joseph Widener, Lessing J. Rosenwald, Chester Dale, Ailsa Mellon Bruce und Paul Mellon. Seit der Eröffnung ist der Bestand durch Schenkungen von Privatpersonen und Stiftungen auf rund 160.000 Werke angewachsen. Die National Gallery of Art erweitert ihre Sammlungen kontinuierlich durch Ankäufe und Schenkungen.[8]

Im West Building sind europäische Meisterwerke vom 11. bis ins späte 19. Jahrhundert sowie amerikanische Kunst vom 18. Jahrhundert bis zur frühen Moderne ausgestellt. Zu den ausgestellten Werken zählen unter anderem Gemälde von Jan van Eyck, Raffael, Tizian, Vermeer, Rembrandt, Monet und Van Gogh sowie das bedeutende Porträt Ginevra de’ Benci von Leonardo da Vinci. Im East Building liegt der Schwerpunkt auf moderner und zeitgenössischer Kunst, darunter Arbeiten von Pablo Picasso, Henri Matisse, Jackson Pollock, Andy Warhol und Alexander Calder. Zusätzlich zu den Sammlungspräsentationen zeigt der Skulpturengarten ausgewählte Großskulpturen aus dem Bestand des Museums.[8]

Die Bibliothek der National Gallery of Art hält mehr als 400.000 Bücher und Periodika zur Geschichte, Theorie und Kritik der Kunst und Architektur bereit. Die Abteilung für Bilddokumente verfügt über mehr als 14 Millionen digitale Bilder, Mikrofiches, Negative, Fotografien und Dias und zählt damit zu den größten Einrichtungen dieser Art.[9]

Im Jahr 2020 kaufte die National Gallery of Art mit dem Werk Target. I See Red von Jaune Quick-to-See Smith das erste von einem Native American geschaffene Werk für die Sammlung an.[10]

Europäische Gemälde (Auswahl)

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Leonardo da Vinci, Bildnis der Ginevra de’ Benci, etwa 1474 bis 1478
El Greco, Der Hl. Martin und der Bettler, etwa 1597/1599
Peter Paul Rubens, Germanicus and Agrippina, 1614
Jacques-Louis David, Kaiser Napoleon in seinem Arbeitszimmer in den Tuilerien, 1812
Édouard Manet, Die Eisenbahn, 1872

Amerikanische Werke (Auswahl)

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Benjamin West, Colonel Guy Johnson and Karonghyontye (Captain David Hill), 1776
James Abbott McNeill Whistler, Symphony in White, No. 1: The White Girl, 1862
  • Eugen Külborn (Redaktion): Galeria Mundi. Eine Reise durch die Museen. Frankfurt am Main: Hoechst AG, 1981, o. ISBN (S. 54–79 National Gallery of Art, Washington, D.C.)
  • David Edward Finley, A Standard of Excellence. Andrew W. Mellon Founds the National Gallery of Art at Washington, Smithsonian Institution Press, Washington D.C., 1973.
  • Neil Harris, Capital Culture. J. Carter Brown, the National Gallery of Art, and the Reinvention of the Museum Experience, University of Chicago Press, Chicago, 2013.
  • Philip Kopper (Hrsg.), America's National Gallery of Art. A Gift to the Nation, Harry N. Abrams, New York, 1991.
  • Paul Mellon mit John Baskett, Reflections in a Silver Spoon. A Memoir, William Morrow, New York, 1992.
  • John Walker, National Gallery of Art, Washington, Harry N. Abrams, New York, 1984.
  • Andrew Kelly: Kentucky by Design – The Decorative Arts, American Culture, and the Index of American Design, University Press of Kentucky, 2015.
Commons: National Gallery of Art – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

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  1. National Gallery of Art. 6. März 2026, abgerufen am 3. März 2026 (englisch).
  2. a b c d Our History | National Gallery of Art. Abgerufen am 3. März 2026 (englisch).
  3. lainw: National Gallery of Art. Abgerufen am 3. März 2026 (englisch).
  4. Calendar | National Gallery of Art. Abgerufen am 3. März 2026.
  5. Our History | National Gallery of Art. Abgerufen am 3. März 2026 (englisch).
  6. a b c National Gallery of Art: The grand marble West Building, the I.M. Pei-designed East Building, and the Sculpture Garden together comprise the National Gallery of Art. Abgerufen am 3. März 2026 (englisch).
  7. American Institute of Architects: Gewinnerliste (Memento des Originals vom 25. Juli 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aia.org
  8. a b c Artworks | National Gallery of Art. Abgerufen am 3. März 2026 (englisch).
  9. National Gallery of Art Library | National Gallery of Art. 19. Mai 2025, abgerufen am 3. März 2026 (englisch).
  10. Alex Greenberger, Jaune Quick-to-See Smith, Painter Who Plotted a New Path for Native American Artists, Dies at 85, in: Art News, 28. Januar 2025, abgerufen am 29. Januar 2025 auf artnews.com.