Nationale Naturlandschaften

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Logo der Nationalen Naturlandschaften

Die Dachmarke Nationale Naturlandschaften fasst einen Großteil der deutschen Großschutzgebiete zusammen, dazu gehören alle 16 Nationalparks[1][2], alle Biosphärenreservate[3][4] und ein Teil der 105 Naturparks.[5][6] Die Großschutzgebiete sind geschützte Landschaften, die das Naturerbe bewahren und entwickeln sollen. Sie sichern Lebensräume von Mensch und Natur durch den Schutz von Boden, Wasser und Luft sowie von Lebensgemeinschaften der Tiere und Pflanzen. Sie wirken mit bei der behutsamen Entwicklung der gewachsenen Natur- und Kulturlandschaften. Da Naturschutz Ländersache ist, wurde die gemeinsame Dachmarke entwickelt. Die Marke soll die bundesweite Kommunikation vereinheitlichen und unterstützen, Aufmerksamkeit erregen und zeigen, welche Naturschönheiten in Deutschland zu entdecken sind. Die Ziele der Nationalen Naturlandschaften sind dabei unterschiedlich. Von der Entstehung ungestörter Wildnis bis zur Landschaftsnutzung ohne Natur zu zerstören reicht die Spannweite. Diese Unterschiedlichkeiten unter einem Dach zu vereinen, ist das Anliegen von EUROPARC Deutschland e.V. Der Verein ist eine nationale Sektion der EUROPARC Federation, einer europaweit tätigen gemeinnützigen Organisation.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Jahre 1973 gründete der Hamburger Kaufmann Dr. h.c. Alfred Toepfer die europäische Dachorganisation Föderation der Natur- und Nationalparke Europas, die heute als EUROPARC Federation bekannt ist. 1991 wurde EUROPARC Deutschland als Dachverband für die hiesigen Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks gegründet.
  • Zwischen 1993 und 1997 konnte EUROPARC Deutschland ein gemeinsames Erscheinungsbild für einige Nationalparks anwenden, was sich aber nicht als dauerhaft erwies.
  • Im November 2004 startete EUROPARC Deutschland das Projekt, alle Großschutzgebiete unter ein Dach zu bringen.
  • Anfang 2005 wurde das Corporate Design festgelegt. Da es viele verschiedene Naturlandschaften repräsentieren sollte, sollte das Logo zwar Einheitlichkeit bieten, aber auch die Individualität gestatten. Deshalb wurde das Konzept des Punktes entwickelt, der dreifarbig ist. Jede Nationale Naturlandschaft hat ihre eigene Farbenkombination.
  • Ein Jahr nach dem Projektstart, am 21. November 2005, wurde die Marke „Nationale Naturlandschaften“ in einer Pressekonferenz im Bundespresseamt in Berlin öffentlich vorgestellt. Auf dem Podium saßen Roland Koch, Ministerpräsident von Hessen, Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Eberhard Henne, Vorsitzender von EUROPARC Deutschland, und Herbert Günther, der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN).
  • 2006 kündigten bundesdeutsche Politiker ihre Unterstützung für die Nationalen Naturlandschaften an: im Mai Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Rede in Bonn und im Oktober Bundespräsident Horst Köhler.
  • Der Bundestagsbeschluss mit dem Titel „Nationale Naturlandschaften – Chancen für Naturschutz, Tourismus, Umweltbildung und nachhaltige Regionalentwicklung“, der Ende März 2007 stattfand, hat zur politischen Unterstützung nicht nur auf Bundesebene, sondern auch auf Länderebene beigetragen.[7]

Projekte und Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben gebiets- und themenspezifischen Projekten koordiniert der Dachverband EUROPARC Deutschland e.V. innovative und überregionale Programme in den Nationalen Naturlandschaften.

Marktplatz Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 rief EUROPARC Deutschland e.V. die internetbasierte Angebotsplattform „Marktplatz Natur“ ins Leben, die Projekte für Umwelt-, Klima- und Naturschutz aus den Nationalen Naturlandschaften und potenzielle Förderer zusammenbringt. EUROPARC Deutschland e.V. entwickelt, organisiert und koordiniert die Projekte länderübergreifend. Auf http://www.marktplatz-natur.de/ werden kontinuierlich neue Projekte eingestellt und eine erfolgreiche Förderung dokumentiert.[8]

Junior Ranger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Junior-Ranger Programm

Das bundesweite Junior-Ranger-Programm ist ein Bildungs- und Freizeitangebot, das Kindern eine Möglichkeit bietet, mit den „Nationalen Naturlandschaften“ in Kontakt zu kommen.[9] Die Kinder begeistern sich für die biologische Vielfalt, setzen sich aktiv für Natur- und Umweltschutz in ihrer Region ein und arbeiten in einem deutschlandweiten Junior-Ranger-Netzwerk zusammen. Sie erhalten so die notwendigen Handlungskompetenzen für eine nachhaltige Lebensweise und lernen beispielsweise im interaktiven Online-Lernspiel Junior-Ranger-Web, auf kreative und spielerische Weise ihre eigene Umwelt kennen und werden für ein aktives Mitwirken begeistert.

Corporate Volunteering[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachhaltigkeitswoche im Naturpark Barnim 2014, Fotograf: André Wagenzik
Plakette Nationalparkfreundliches Hotel

EUROPARC Deutschland e.V. organisiert Corporate Volunteering-Einsätze in den Nationalen Naturlandschaften, bei denen Mitarbeiter eines Unternehmens praktisch und sinnvoll im Naturschutz anpacken. Die Aufgaben sind vielfältig und reichen vom Mähen von Feuchtwiesen über die Renaturierung von Bächen bis zum Anlegen von Naturlehrpfaden. EUROPARC Deutschland e.V. bildet die Verbindung zwischen Schutzgebiet und Unternehmen. Der Verband vermittelt den Einsatz, stellt Informationsmaterial bereit und übernimmt die abschließende Urkundenausstellung.

Ehrensache Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“ baut systematisch das Freiwilligenmanagement in den „Nationalen Naturlandschaften“ seit 2003 auf und aus. Im Programm engagieren sich Freiwillige jeden Alters in vielfältigen Naturschutz- und Umweltbildungsprojekten.[10] Spezielle Angebote bietet „Ehrensache Natur“ beispielsweise für Freiwillige mit Behinderungen und internationale Freiwillige. „Ehrensache Natur“ wurde unter anderem als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.[11][12]

Partner der Nationalen Naturlandschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Slogan „Partner der Nationalen Naturlandschaften“ steht für Kooperationsprogramme zwischen Schutzgebieten und regional ansässigen Betrieben. Diese sogenannten „Partner-Initiativen“ verbinden ein gästeorientiertes Naturerlebnis mit hohem Qualitätsanspruch und tragen zugleich dem Schutz der Natur Rechnung. Sie sind das Erfolgsmodell einer Win-Win-Situation für die Tourismuswirtschaft, den Gast und die Natur.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BfN: Nationalparke, abgerufen am 15. Dezember 2014.
  2. Nationale Naturlandschaften: Nationalparks, abgerufen am 29. April 2016.
  3. BfN: Biosphärenreservate, abgerufen am 15. Dezember 2014.
  4. Nationale Naturlandschaften: UNESCO-Biosphärenreservate, abgerufen am 15. Dezember 2014.
  5. Nationale Naturlandschaften: Naturparks, abgerufen am 15. Dezember 2014.
  6. Naturparke Deutschland: Liste der Naturparke, abgerufen am 15. Dezember 2014.
  7. Deutscher Bundestag: Beschlussempfehlung und Bericht – Nationale Naturlandschaften – Chancen für Naturschutz, Tourismus, Umweltbildung und nachhaltige Regionalentwicklung (PDF; 64 kB)
  8. Internetplattform für Naturschutzprojekte „Marktplatz Natur“
  9. Webseite des Junior Ranger Programms von EUROPARC Deutschland e.V.
  10. Webseite des Programms Ehrensache Natur von EUROPARC Deutschland e.V.
  11. „Ehrensache Natur“ erhält Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt, 29. November 2013.
  12. Engagiert in Deutschland Interview mit Bettina Kühnast zu Ehrensache Natur (11. August 2011)
  13. Offizielle Webseite der Nationalen Naturlandschaften

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nationale Naturlandschaften – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien