Nationales Olympisches Komitee der DDR

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das Nationale Olympische Komitee der DDR war von 1951 bis 1990 die Dachorganisation olympischer Sportarten in der DDR. Es vertrat als NOK ab 1965 bis zu seiner Auflösung 1990 die Interessen der DDR im Internationalen Olympischen Komitee.

Historische Entwicklung deutscher Sportdachverbände und Nationaler Olympischer Komitees

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. April 1951 wurde im Berliner Roten Rathaus das Nationale Olympische Komitee für Ostdeutschland gegründet, aber nicht vom IOC anerkannt, da es schon das im September 1949 in Bonn gegründete Nationale Olympische Komitee für Deutschland gab. Gründungspräsident des ostdeutschen NOKs war Kurt Edel.[1] Sportler aus der DDR sollten gemäß den Statuten des IOC und des von der Adenauer-Regierung geforderten westdeutschen Alleinvertretungsanspruchs nur in einer deutschen Mannschaft unter Führung des NOKs für Deutschland teilnehmen dürfen, wogegen sich die DDR-Behörden 1952 noch sträubten. Nach dem Rücktritt von Kurt Edel und neuen Verhandlungen mit Heinz Schöbel wurde 1955 das NOK der DDR vom IOC als Ostdeutsches NOK auf der 50. Session provisorisch unter der Bedingung anerkannt, dass beide deutsche NOKs für die Olympischen Sommerspiele in Melbourne im Jahr 1956 eine gesamtdeutsche Mannschaft aufzustellen haben.[2] Für die Aufstellung einer gemeinsamen Mannschaft im Melbourne und bei den Winterspielen in Cortina d’Ampezzo im selben Jahr erhielt das NOK der DDR gemeinsam mit dem westdeutschen NOK für Deutschland im Jahr 1958 die vom IOC verliehene Alberto-Bonacossa-Trophäe.

Das ostdeutsche NOK der DDR wurde 1965 vom IOC auf der Session in Madrid als Vertretung für die DDR und Ost-Berlin anerkannt, jedoch unter dem Namen Ostdeutsches NOK. Erst auf der IOC-Session während der Sommerspiele 1968 mit Wirkung zum 1. November 1968 wurde beschlossen, dass es in Zukunft NOK der DDR (bzw. engl. GDR) heiße und unter der Hymne und Flagge der DDR antreten dürfe.[3]

Erster Generalsekretär des NOK der DDR war der Arbeitersportler Heinz Dose. Maßgeblich geprägt wurde das NOK von seinem langjährigen Präsidenten Manfred Ewald.

Angesichts der sich abzeichnenden deutschen Wiedervereinigung wurde ein Lenkungsausschuss gebildet, welcher am 9. Juli 1990 erstmals in Berlin tagte. Im dortigen Schöneberger Rathaus beschloss die Mitgliederversammlung des NOK der BRD am 17. November die vom Lenkungsausschuß vorgeschlagene Satzungsänderung zur Vereinigung beider deutscher NOKs. Zeitgleich beschloss die Mitgliederversammlung des NOK der DDR im Roten Rathaus in Berlin, dass sein Statut zum 31. Dezember 1990 seine Gültigkeit verlieren und keine Rechtsnachfolge stattfinden sollte. Es folgte eine gemeinsame Sitzung beider deutscher NOKs im Reichstag zu Berlin und die Vereinigung der Organisationen im NOK für Deutschland. Joachim Weiskopf erhielt als letzter Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der DDR den Posten des Vizepräsidenten des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland, welches zunächst (bis Ende 1993) ein Büro in Berlin-Wannsee unterhielt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arnd Krüger (1975). Sport und Politik. Vom Turnvater Jahn zum Staatsamateur. Hannover: Fackelträger.
  2. Recognition of the O.C. of the Peoples’ Democratic Republic of Germany (PDF; 94 kB), In: Extract from the Minutes of the 50th Session of the International Olympic Committe, In: Olympic Review 1955, S. 45.
  3. Request for Change of Name of the North Korean Olympic Committee (PDF; 103 kB), In: Extract from the Minutes of the 67th Session of the International Olympic Committe, In: Olympic Review 1968, S. 599 f.