Nationalmuseum (Danzig)

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Nationalmuseum Danzig

Das Nationalmuseum in Danzig (poln. Muzeum Narodowe w Gdańsku) zählt zu den sieben bedeutendsten Museen Polens.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im dritten Viertel des neunzehnten Jahrhunderts wurde im Gebäude des ehemaligen Franziskanerklosters das Stadtmuseum eingerichtet. Den Grundstock des Museums bildeten die Sammlungen des Danziger Bildhauers Rudolf Freitag (1805–1890). Im Jahr 1884 wurde das Kunstgewerbemuseum angeschlossen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Museum in „Muzeum Pomorskie“ (Pommersches Museum) umbenannt und nach Oliva verlegt. Aus den Sammlungen wurden drei weitere Museen gegründet: das Meeresmuseum (Muzeum Morskie), das Archäologische Museum (Muzeum Archeologiczne) und das Historische Museum der Stadt Danzig (Muzeum Historyczne Miasta Gdańska). 1972 wurde das Museum in Muzeum Narodowe w Gdańsku (Nationalmuseum Danzig) umbenannt.

Die Sammlungen im Hauptgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum zeigt Kunst und Kunsthandwerk aus den historisch wichtigen Epochen der Stadt und des umliegenden Ostpommern.

Das Mittelalter ist mit kirchlichen Schnitzwerken und Altären aus dem Umland vertreten. Aus den Niederlanden stammt das berühmteste Gemälde des Museums, ein um 1470 entstandenes Hauptwerk des Hans Memling, das monumentale Triptychon des Jüngsten Gerichts.

Hier befindet sich auch die umfangreichste polnische Sammlung der großen Werke von Anton Möller, 1563–1611, bekannt und in die Kunstgeschichte eingegangen als „Maler von Danzig“.

Die flämische und holländische Malerei besonders des 17. Jahrhunderts spiegelt die kulturelle Bedeutung der Handelsbeziehungen der Stadt mit den Niederlanden.

Niederländische und schwedische Fayencen der Barockzeit, Danziger Öfen, bemerkenswerte Schmiedearbeiten und die Zinnsammlung, die Kunst der Danziger Möbeltischler und die durch ihren außerordentlichen dekorativen Reichtum ausgezeichneten Danziger Silberarbeiten sind Schwerpunkte der kunsthandwerklichen Abteilungen, doch sind nicht alle Bereiche ständig ausgestellt.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Museum gehören sieben Abteilungen:

  • Abteilung für Alte Kunst im Hauptgebäude, Toruńska 1
  • Abteilung für Moderne Kunst im Äbtepalast zu Oliva
  • Abteilung für Ethnografie im Olivaer Abteispeicher
  • Abteilung Grünes Tor (Danzig)
  • Danziger Lichtbildgalerie, Grobla I. 3/5
  • Museum der Nationalhymne in Będomin
  • Museum der Tradition des Polnischen Adels in Waplewo Wielkie

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(chronologisch geordnet)

  • Hans Friedrich Secker: Die Städtische Gemäldegalerie im Franziskanerkloster. W.F. Burau, Danzig 1913.
  • Hans Friedrich Secker: Die Kunstsammlungen im Franziskanerkloster zu Danzig. Bard Verlag, Berlin 1917 (Digitalisat im Internet Archive).
  • Maria Bogucka: Das alte Danzig: Alltagsleben vom 15. - 17. Jh. Übersetzung aus dem Polnischen von Eduard Merian. Koehler und Amelang, Leipzig 1987, ISBN 3-7338-0033-8.
  • Barbara Tuchołka-Włodarska: Goldschmiedekunst vom 14. bis zum 20. Jahrhundert in den Sammlungen des Nationalmuseums in Gdańsk. Marpress, Gdańsk 2004, ISBN 83-88669-36-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nationalmuseum in Danzig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 54° 20′ 43,5″ N, 18° 38′ 48,9″ O