Nationalpark Yanachaga Chemillén

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Nationalpark Yanachaga Chemillén
Die Pampa im Park.
Die Pampa im Park.
Nationalpark Yanachaga Chemillén (Peru)
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Koordinaten: 10° 2′ 8″ S, 75° 22′ 12″ W
Lage: Pasco, Peru
Fläche: 1220 km²
Gründung: 29. August 1986
Nationalpark Yanachaga Chemillén (rot)
Nationalpark Yanachaga Chemillén (rot)
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Der Nationalpark Yanachaga Chemillén (span.: Parque nacional Yanachaga Chemillén) ist ein am 29. August 1986 durch das Dekret Nº 068-86-AG gegründeter Nationalpark in den Distrikten Oxapampa, Villa Rica, Huancabamba und Pozuzo in der Provinz Oxapampa in der Region Pasco in Peru. [1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Park befindet sich im Dschungel von Zentralperu und erstreckt sich über die Cordillera Yanachaga, die zum östlichen Bereich der Anden gehört. Die Landschaft wird von Bergwäldern mit tiefen Schluchten dominiert. Insgesamt ist das Gelände sehr unwegsam mit felsigen überwiegend steilen bewaldeten Hängen und verläuft östlich und westlich des Río Pachitea. Die Höhenunterschiede im Park variieren zwischen 460 und 3643 Meter über dem Meeresspiegel.[2]

Die geografische Merkmale mit ihren abwechslungsreichen Klimata führen zu einer hohen Vielfalt an ökologischen Formationen in einem relativ kleinen Gebiet. Als Folge dieser Umstände gibt es hier eine enorme Artenvielfalt. Darüber hinaus stellte das Pleistozän ein Rückzugsgebiet für tropische Vegetation dar, d. h. es ist ein Zufluchtsort für Waldrelikte aufgrund der geographischen Isolation und dies in einer Zeit, in der die Amazonaswälder durch Grasland als Konsequenz der Klimaveränderungen ersetzt werden. Diese pleistozänen Refugien erklären auch die enorme biologische Vielfalt in diesem Gebiet.[2]

Aus kultureller Sicht kann das Gebiet als Pufferzone zwischen drei Bevölkerungsgruppen betrachtet werden. Da ist zum einen die ethnische indigene Gruppe der Yanesha, die an der Ostflanke der Cordillera Yanachaga im sogenannten Palcazú-Becken leben. Zum anderen gibt es Siedler europäischer Herkunft, vor allem Deutsche und Österreicher, sowie Einwanderer aus dem zentralen Hochland Perus, die an der östlichen Flanke des Gebirges im Tal von Oxapampa–Pozuzo leben.[2]

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die biologische Vielfalt ist mit zahlreichen Arten enorm.

Säugetiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Park kommen u. a. das Wasserschwein (Hydrochoerus hydrochaeris), der Jaguar (Panthera onca), der Puma (Puma concolor), der Braune Wollaffe (Lagothrix lagotricha), das Pakas (Cuniculus paca), der Brillenbär (Tremarctos ornatus), der Nordpudu (Pudu mephistophiles), der Ozelot (Leopardus pardalis), der Jaguarundi (Puma yagouaroundi), der Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus), der Andenschakal (Lycalopex culpaeus) und der Anden-Skunk (Conepatus chinga) vor.[2]

Vögel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch 527 Vogelarten leben im Park. So leben hier Buntbartvogel (Eubucco versicolor), Kapuzentinamu(Nothocercus nigrocapillus), Schwarzflügelpapagei (Hapalopsittaca melanotis), Nebelwald-Kreischeule (Megascops marshalli), Grünweißamazilie (Amazilia viridicauda), Hartertkolibri (Phlogophilus harterti), Rotflügel-Brillantkolibri (Heliodoxa branickii), Grauschnabelarassari (Aulacorhynchus coeruleicinctis), Blautukan (Andigena hypoglauca), Orbignyzwergspecht (Picumnus dorbignyanus), Blaukappenpipra (Lepidothrix coeruleocapilla), Schmuckbauchkotinga (Pipreola intermedia), Gelbbrustkotinga (Pipreola pulchra), Gelbstreif-Kleintyrann (Zimmerius viridiflavus), Graugesicht-Laubtyrann (Leptopogon taczanowskii), Ockerhals Schnäppertyrann (Nephelomyias ochraceiventris), Graukappen-Todityrann (Hemitriccus rufigularis), Weißbauch-Zwergtyrann (Myiornis albiventris), Olivbauch-Schnäppertyrann (Mitrephanes olivaceus), Rostbinden-Buschtyrann (Myiotheretes fuscorufus), Gelbbrauen-Schmätzertyrann (Silvicultrix pulchella), Hellgrauer Tapaculo (Scytalopus unicolor), Rostfarbene Ameisenpitta (Grallaria capitalis), Braunrücken-Baumspäher (Thripadectes scrutator), Blaukehlhäher (Cyanolyca viridicyanus), Sepiazaunkönig (Cinnycerthia peruana), Weißohrklarino (Entomodestes leucotis), Grünschnabel-Stirnvogel (Psarocolius atrovirens), Schlichthemispingis (Pseudospingus xanthophthalmus), Braunbauch-Bergtangare (Dubusia castaneoventris), Goldbandtangare(Iridosornis reinhardti).[3] Dazu gibt es auch Goldkehltukane (Ramphastos ambiguus) und den peruanische Nationalvogel, den Andenklippenvogel (Rupicola peruviana).[2]

Reptilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Reptilien im Park findet man u. a. den Krokodilkaiman (Caiman crocodilus) und den Brauen-Glattstirnkaiman (Paleosuchus palpebrosus).[2] Im Jahr 2012 beschrieben Edgar Lehr, Jiří Moravec und Juan Carlos Cusi zwei neuen Froscharten Phrynopus curator und Phrynopus badius aus dem Gebiet neu für die Wissenschaft.[4]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2010 hat Sandra Knapp die neue Art Solanum oxapampense, die auch im Park präsent ist beschrieben.[5]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt 1.500 mm an der Oxapampa Flanke und bis 6.000 mm auf der Palcazú Flanke. Innerhalb des Parks herrscht in den Tälern von Pozuzo, Palcazú und Pichis ein heißes und feuchtes Klima mit Durchschnittstemperaturen von 23 bis 26 °C. In der Stadt Oxapampa, der Cordillera Yanachaga, dem geschützten Wald San Matías-San Carlos, und den Distrikten Villa Rica, Huancabamba y Chontabamba herrscht ein moderates und feuchtes Klima mit Temperaturen zwischen 13 und 20 °C.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edgar Lehr, Jiří Moravec, Juan Carlos Cusi: Two new species of Phrynopus (Anura, Strabomantidae) from high elevations in the Yanachaga-Chemillén National park in Peru (Departamento de Pasco). In: ZooKeys. Band 235, 2012, S. 51–71, doi:10.3897/zookeys.235.3885.
  • Sandra Knapp: New species of Solanum (Solanaceae) from Peru and Ecuador. In: PhytoKeys. Nr. 1, 2010, ISSN 1314-2003, S. 42–45, doi:10.3897/phytokeys.1.659.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DECRETO SUPREMO Nº 068-86-AG - Parque Nacional Yanachaga Chemilén (span.)
  2. a b c d e f g Yanachaga Chemillén bei Sernap
  3. BirdLife Important Bird and Biodiversity Areas - Yanachaga-Chemillen (Cordillera Yanachaga IBA)
  4. Edgar Lehr u. a., S. 51–71.
  5. Sandra Knapp, S. 42–45.