Nationalsocialistiska Arbetarepartiet

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Vasakärven

Die Nationalsocialistiska Arbetarepartiet (NSAP, „Nationalsozialistische Arbeiterpartei“) war eine schwedische politische Partei, die zunächst den Nationalsozialismus propagierte und dann für eine eigenständige Form des Faschismus stand.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1926–1933[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Faschistische Volkspartei Schwedens (Sveriges Fascistiska Folkparti) wurde am 3. September 1926 gegründet. Konrad Hallgren, ein ehemaliger deutscher Offizier wurde deren Vorsitzender. Weitere wichtige Mitglieder waren die Offiziere Hauptmann Sven Olov Lindholm und Leutnant Sven Hedengren.

1929 nahm eine Delegation, inkl. Hallgren und Lindholm, an einem Parteitagder NSDAP in Nürnberg teil. Nach ihrer Rückkehr nahm die Partei den Namen Nationalsozialistische Volkspartei Schwedens (Sveriges Nationalsocialistiska Folkparti) an.

1930 fusionierte die Partei mit der Schwedischen Nationalsozialistischen Farmer- und Arbeiterpartei (Svenska Nationalsocialistiska Bonde- och Arbetarpartiet). Diese war 1924 unter dem Namen Schwedische Nationalsozialistische Freiheitsliga (Svenska Nationalsocialistiska Frihetsförbundet) als erste nationalsozialistische Bewegung Schwedens gegründet worden. Gründer waren Birger Furugård und seine Brüder Sigurd und Gunnar gewesen. Bereits 1923 hatten Sigurd und Gunnar Adolf Hitler und Erich Ludendorff getroffen.[1] 1924 hatte sich die Freiheitsliga in Farmer- und Arbeiterpartei umbenannt.

1930 fusionierte die Sveriges Nationalsocialistiska Folkparti auch mit der Neuen schwedischen Volksliga und wurde zur Nationalsozialistischen Partei Schwedens (Svenska Nationalsocialistiska Partiet).

1933–1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partei Nationalsocialistiska Arbetarepartiet wurde 1933 von Sven Olov Lindholm gegründet, der die Svenska Nationalsocialistiska Partiet (SNSP, „Schwedische Nationalsozialistische Partei“) (gegründet 1930) nach personalpolitischen und ideologischen Meinungsverschiedenheiten verlassen hatte. Äußerlich war die NSAP in ihren Anfangszeiten ein simples Abbild der NSDAP; so wurde in der Parteizeitung Den Svenske Nationalsocialisten die deutsche NS-Propaganda wiederholt, mit der Jugendorganisation Nordisk Ungdom („Nordische Jugend“) eine (überaus randständige) Replik der Hitlerjugend geschaffen und mit dem Hakenkreuz dasselbe Parteisymbol benutzt.

Ideologisch gab es hingegen größere Unterschiede, da die NSAP in ihrer Rhetorik sozialistische und antikapitalistische Ziele viel stärker betonte und somit eher der Querfront-Strategie Gregor und Otto Strassers nahestand. Direkte Kritik an Adolf Hitler, wie sie etwa im Großteil Otto Strassers Schriften der 1930er Jahre formuliert war, wurde allerdings vermieden.

Die Partei entfernte sich immer weiter von der Ideologie des Hitlerfaschismus und löste sich weitgehend von ihrem Deutschlandbezug zugunsten eines eigenständigen, schwedisch geprägten Faschismus. 1938 wurde das Hakenkreuz als Parteisymbol durch die Vasakärven („Wasa-Garben“), einem Emblem des früheren Königs Gustav II. Adolf ersetzt. Ende des Jahres folgte die Umbenennung in Svensk Socialistisk Samling (SSS, „Schwedische Sozialistische Sammlung“) und die Aufgabe fast aller nationalsozialistischen Bezüge. 1943 fand ein nationaler Kongress der Partei in Uppsala statt. Der Zusammenprall von Gegendemonstranten und Mitglieder der SSS führten zu den "Osterunruhen".

Während des Zweiten Weltkriegs erlebte die Partei einen Niedergang und sie wurde 1945 schließlich aufgelöst.

Eines der bekanntesten Mitglieder war der spätere Gründer von IKEA Ingvar Kamprad.[2][3][4]

Die Partei gehörte zu den ersten, die den Holocaust leugneten, und zwar im Mai 1945 in Den Svenske Folksocialisten.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heléne Lööw: Nazismen i Sverige 1924–1979: Pionjarerna, Partierna, Propagandan. Ordfront, Stockholm 2004, ISBN 91-7324-684-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nationalsocialismen i Sverige 1924–1950
  2. Karl N. Alvar Nilsson: Svensk överklass och högerextremism under 1900-talet. Stockholm 2000, ISBN 91-86474-34-0, S. 155–156.
  3. I. Kamprad, B. Torekull: Historien om IKEA: Ingvar Kamprad berättar för Bertil Torekull. Wahlström & Widstrand, Stockholm 1998, ISBN 91-46-17065-0.
  4. Kamprad djupt inblandad i nazistisk rörelse. Sveriges Radio - Ekot, 23. August 2011, abgerufen am 18. Mai 2016 (schwedisch). (Kamprad deeply involved in Nazi movement)
  5. Heléne Lööw: Nazismen i Sverige 1924–1979. Stockholm 2004, ISBN 91-7324-684-0, S. 108.